Fassadenstatik, Absprache Architekt und Bauherr?

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4 Antworten

Grundsätzlich müssen Planung und Ausführung übereinstimmen. Vermutlich wird der Bauherr nachträglich weitere Planungsleistungen in Auftrag geben müssen, um die Genehmigungsfähigkeit der abweichenden Ausführung darzulegen - oder im schlimmsten Fall das ausgeführte Bauwerk ändern müssen. Um die Frage abschließend beantworten zu können, sind folgende Informationen erforderlich:

- Mit welchen Leistungen war der Architekt beauftragt?

- Was für eine Fassadenkonstruktion war geplant und was ist ausgeführt worden?

- Gibt es statische Berechnungen für die ursprünglich geplante Fassade? Wer hat sie erstellt?

Es kommt zunächst mal auf die Vertragsgestaltung zwischen Architekt und Bauherr an. Ist es nur Planungsphase 1-4 dann ist wahrscheinlich bezüglich Fassadengestaltung nicht viel näher erläutert. Allenfalls steht in einem Bauantragsformular: "Reibeputz weiss", mehr nicht... :-)

Sind jedoch weitere Leistungsphasen wie z.B. Ausschreibung vereinbart, dann muss ja in der speziellen Ausschreibung "Aussenputz" sehr detailliert aufgeführt sein, wie die Fassade gestaltet ist.

Also, es muss definiert werden, was du unter "Absprachen" verstehst.

Im Bauantrag sind Materialien und Farben und Konstruktion genauestens festgelegt.

Problem der Sache ist eher dass bestimmte Sachen ohne jeweilige Absprache konstruktiv anders als vorgegeben gelöst wurden. 

Nun fehlt aber die statische Überprüfung des Ganzen, da der Bauherr seine eigene Ausführung umgesetzt jat.

Normalerweise ist ja der Architekt/ ... für die Richtigkeit der Statik usw verantwortlich, so dass diese dann auch gar nicht weiter von anderen Stellen überprüft wird. Nun besteht aber die nicht geprüfte konstruktive Änderung des Bauherren..

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@afdfch91

Also, wenn im Bauantrag die Fassadengestaltung wirklich genauestens beschrieben wurde, dann kann der Bauherr das natürlich nicht eigenmächtig ändern. Das wäre dann ja nicht nur ein statisches Problem, sondern ggf. wäre die Art der Fassade in bestimmten Gebieten so garnicht zulässig. Aber davon abgesehen, haftet doch der Statiker als Ersteller für die Statik und nicht der Architekt. Hat der Bauherr nun also eigenmächtig die Fassade geändert, dann muss hierfür eine Statik erstellt werden und ebenso die Art der Fassade - als Nachtrag - beim Bauamt eingereicht werden. Diese Kosten, auch Folgekosten würden dann zu Lasten des Bauherrn gehen. Was sagt denn der Bauleiter dazu? Schließlich hat er (oder sollte wohl haben) bemerkt, dass der Bauherr von der vereinbarten Fassadengestaltung abweicht.

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Ich denke mal, dass die Fassade so vom Bauamt nicht abgenommen wird, egal ob die Statik stimmt oder nicht. Wenn jeder bauen koennte, wie es ihm grad einfaellt, dann braeuchte man auch keine Baugenehmigungen mehr. Wenn der Bauherr Pech hat, muss er es aendern. 

Spannend ist, wer mit der Bauleitung vom Bauherr beauftragt war. Derjenige trägt dafür Sorge, dass die Ausführung mit der genehmigten Planung übereinstimmt.

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