Fanden die Morde und Exekutionen von Unschuldigen in der Zeit von 1933 bis 1945 "im Namen des Deutschen Volkes" statt?

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Kommentar von earnest
17.07.2017, 13:07

Aber ohne Relevanz im Hinblick auf die Fragestellung dieses multipersonalen Nutzers.

Wenn ein Perversling wie Freisler behauptet, im Namen des deutschen Volkes "Recht" zu sprechen, dann kann und darf man daraus nicht ableiten, dass diese Schandurteile im Namen des deutschen Volkes geschehen sind.

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Im Gegensatz zu heute wurde damals die Bezeichnung "im Namen des deutschen Volkes" insofern pervertiert, als dass man damals einfach behauptet hat dass es im Namen des deutschen Volkes geschieht.

Kein einziges Urteil, welches Freisler damals gefällt hat, war jemals im Sinne des deutschen Volkes oder zumindest eines Großteils des deutschen Volkes. Das lässt sich heute aber auch sehr leicht nachvollziehen, wenn man sich die Perversität der Urteile des Reichsgerichtshofes anschaut.

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Kommentar von GoodFella2306
10.07.2017, 11:43

gut, dann gehen wir davon aus dass die damaligen Urteile im Namen des deutschen Volkes gefällt wurden, und dass das damalige deutsche Volk nicht zuletzt auch mit den Wahlen und ihrer Untätigkeit dafür gesorgt hat, dass so eine Perversion erst möglich war. Aber inwiefern sollten wir uns heute dafür noch schuldig fühlen? Ich gehöre mittlerweile zur dritten Generation nach dem Zweiten Weltkrieg, und ich werde mich nicht dafür schuldig fühlen was Menschen vor 75 Jahren verbrochen haben. Das was ich für mich als Information aus dem Zweiten Weltkrieg und den damaligen Zuständen ziehe ist, dass es meine Pflicht ist dafür zu sorgen dass so etwas nie wieder auf deutschem Boden geschehen kann.

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Kommentar von GoodFella2306
10.07.2017, 12:00

die Frage die sich mir stellt ist, worauf möchtest du jetzt überhaupt hinaus? Letztendlich war deine Frage doch nur, ob die Urteile damals im Namen des deutschen Volkes gefällt worden sind, und ja das sind sie. Insofern müsste deine Frage beantwortet sein.

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Urteile der Gerichte samt den daraus resultierenden Strafen wurden auf Grund der bestehenden Gesetze gefällt, auch wenn sie noch so unmenschlich waren.

Die Nazi-Justiz samt ihren Richtern und Staatsanwälten kam daher nach dem Krieg ungeschoren davon und konnte weiterhin im Amt bleiben. 

Selbst der "Blutrichter" Roland Freissler hätte weiterhin eine hohe Position im Justizwesen ausüben dürfen. Glücklicherweise ist er vor Kriegsende bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen... 

Auch die Erschiessung von Geiseln, Partisanen usw. entsprach im Regelfall geltenden (internationalen) Recht.

Die Ermordung der Juden, Kriegsgefangen, Sinti /Roma usw. war allerdings auch nach dem damaligen Gesetzen illegal. 

Da gab es auch keine Gerichtsurteile, die "im Namen des deutschen Volkes" ausgesprochen wurden....

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Kommentar von ChoseNaM
12.07.2017, 11:38

Die Ermordung von unbewaffneten Kriegsgefangen widersprach damals gültigem Kriegsvölkerrecht, die disproportionalen Erschiessungen von ganzen Dörfern wegen Sabotageakten des Widerstandes ebenfalls. (Rache-Erschiessungen waren anscheinend erlaubt, aber nicht in der Anzahl, wie die Deutschen es praktizierten, es musste "verhältnismässig" sein, und was die Deutschen machten war unverhältnismässig.

Vor allem irrst du dich aber in einem Punkt:

In Lagern wie Auschwitz I fanden auch als Exekutionen inszenierte Emordungen an Juden statt, z.B. wenn Gefangene versucht hatten, auszubrechen oder wegen irgend welcher kleiner Verfehlungen.

Und auch dort wurde explizit gesagt, laut Aussagen von Zeitzeugen die damals anwesend waren:

"Im Namen des deutschen Reiches, im Namen des deutschen Volkes"

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Die Gesetzte wurden entsprechend Angepasst.

Z.b. die "nürnberger Rassengesetze",

Das heißt die damalige Rechtsprechung folgte dem Unrechtsstaat.

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Es war ja so, dass  „im Namen des deutschen Volkes“
 bedeutet, dass Nichtdeutsche nicht zum Volk gehören. 

 Im Nationalsozialismus wurde aber nicht 

 „im Namen des deutschen Volkes“

millionenfach  geurteilt und gemordet. 

Es wurden da Befehle, Anordnungen und Verwaltungsmaßnahmen erlassen, die im Namen des Führers oder NaziFührung geschahen. 

Man muß sich das so vorstellen, dass Ermordungen und Tötungen keine Einzelfallentscheidung war. Wo man dann auch nicht unbedingt schriftliche Dokumente ausgestellt hat.

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Ich stamme aus der Zeit als DIE DEUTSCHEN Juden ermordet haben.

Ich wehre mich gegen den Ausdruck DIE DEUTSCHEN. 

Ich habe nur einen Juden persönlich gekannt. Es war mein Kinderarzt und er war sehr beliebt. Er hat sich 1937 in die USA abgesetzt.

In meiner Familie gab es niemanden, der einem Juden Leid zugefügt hat. Im Gegenteil. Mein Opa war überzeugter Sozialdemokrat und hat sich nicht verbiegen lassen. Er hätte eher Hitler umgebracht als einen Juden. 

Aber es gibt auch andere Deutsche, die Hitler verfolgt hat und die sich ins Ausland abgesetzt haben. (Brandt, usw).

Meine Kinder und Enkelkinder gehören auch zu den Deutschen, die pauschal verurteilt werden.

Ich bin nicht stolz auf die Zeit des Nationalsozialismus und dessen Gräueltaten. Aber ich bin stolz auf das Deutschland, das DIE DEUTSCHEN aus dem Trümmerhaufen geschaffen haben, den Hitler und Genossen uns hinterlassen haben.

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Kommentar von ChoseNaM
10.07.2017, 21:11

"Er hat sich 1937 in die USA abgesetzt."

Schon mal überlegt, dass es vielleicht nicht ganz lustig war, alles, was man aufgebaut hatte, zu hinterlassen, riesige "Ausreisesteuern" zu zahlen, praktisch nichts mitnehmen zu dürfen, und in ein Land zu gehen, wo man die Sprache nicht so recht spricht und ev. auch nicht unbedingt mit offenen Armen aufgenommen wird.

Aber nein. Er hat sich "abgesetzt"...

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