Familienmitglied liegt im Sterben - wie am besten verhalten?

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Es ist gut, wenn man sich näher kommt, sich der schönen gemeinsamen Zeiten erinnert. Und ihm zu Zeiten in seinem Leben befragt, die für ihn besonders waren. Diese Aufmerksamkeit und auch das Füreinander-Da-Sein, das ist es, was sagt: Ich hab Dich lieb und ich freu mich, dass Du noch da bist und dass Du in meinem Leben bist und warst. Und wenn man sich dabei noch näher kommt, dann ein wirkliches "Ich hab Dich lieb" draus wird, dann ist es etwas sehr Schönes. Oftmals kommt das dann erst, wenn man es sich nicht mehr sagen kann und das ist dann ziemlich traurig.

Da-Sein, aber nicht im Mitleid, sondern einfach, weil er er selber ist, das ist, was zählt. Auch dass er bald gehen muss, das ist einem Opa eh irgendwann klar und wenn dann durch so eine schlimme Erkrankung wirklich die Tage gezählt sind, dann sollte man auch Abschied nehmen. Wenn Freunde umziehen würden, würdet ihr sie auch besuchen, eine Abschiedsfeier machen. Auch der Wechsel in eine andere Ebene kann so gesehen werden. Das hat nichts mit Mitleid zu tun, das ist gelebtes Miteinander. Auch das gehört zum Leben dazu.

Danke. Miteinander auf jeden Fall, aber kein Mitleid, so sehe ich das auch.

Aber weißt du, wie das für mich damals war, als ich kurz vor dem Tod stand, schon in jungen Jahren? Ich hätte jedem, der mich ständig daran erinnert, irgendwann was ins Gesicht geschlagen. Denn ich wusste, was bald im OP-Saal passiert und wie gefährlich das ist.

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@Katze446

Ich glaub, es ist noch einmal was anderes, wenn alte Leute gehen müssen. Weil das Leben ohnehin endlich ist. Und das eben auch ein Teil des Alterns ist, sich klar zu werden, dass man dem Ende dieses Lebens immer näher kommt.

Es ist zu hoffen, dass er sein Leben mit viel Freude und mit wirklichem LEBEN gefüllt hat, und es nicht vergeudet. Dass er einen Enkelsohn hat, hat ihn sicher mit sehr großer Freude und auch mit Stolz erfüllt. Und wenn ihm der auch in seinen letzten Lebenstagen nah sein kann, nah sein mag, ist das ein riesiges Geschenk für den Opa. Es ist kein Mitleid, es ist ein Geschenk.

Und dass der Opa sogar einen Urenkel hat, das ist etwas ganz besonderes für ihn.

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@Luise

Gut, das verstehe ich. Danke

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Hallo Katze 446!

Jedes Leben ist anders und jeder Tod ist anders,da gibt es keine allgemeine Lösung.

Gibt es in eurer Nähe vielleicht eine Hospizgruppe?Die Ehrenamtlichen dort sind speziell dafür ausgebildet eurem Opa zuhause eine schöne Zeit zu bereiten ,ihm einen würdigen Abschied zu ermöglichen.

Gleichzeitig können die ehrenamtlichen Sterbebegleiter auch euch unterstützen,auffangen und später in der Trauer begleiten.

Ich hoffe,damit hab ich ein bisschen helfen können.....

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ja, das war ein wertvoller Tipp! Vielen Dank

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Ich denke man sollte das aus der Perspektive des Sterbenden betrachten und eigene Interessen zurückstellen.

Meine Schwiegermutter macht jetzt Druck auf meinen Mann, er solle sich gefälligst mehr um seinen Opa kümmern und ihm sagen, dass er ihn liebt - das gefällt meinem Mann gar nicht, weil es sich anhört wie eine Verabschiedung vom Leben.

Da hat die Oma absolut recht. Dein Mann soll seine Befindlichkeiten zurückstecken und seinem Vater die Anerkennung geben, die man als Vater gerne hat (auch wenn er es vielleicht nie zugeben würde). Und ja - Es ist eine Verabschiedung vom Leben. Aber nach dem Tod ist es zu spät und dann bereut man es.

Ich habe meine Schwiegermutter gefragt, ob ihr Vater das überhaupt will, und da hat sie gesagt, dass es ihm nicht gefällt, wenn man ständig fragt, wie es ihm geht.

Auch hier versteh ich deine Schwiegermutter. Die Frage ist aber auch dämlich, wie soll es dem Schwiegervater denn gehen? Er wird jedesmal daran erinnert, dass er sterben wird. Vermutlich geht es ihm beschissen.

Warum nicht einfach besuchen, alte Bilder/Videos anschauen, reden, Zeit verbringen etc...

Man muss den Tatsachen einfach ins Auge schauen: Er wird in naher Zukunft sterben, Verdrängung bringt nix. Also macht es ihm so angenehm wie möglich und verbringt Zeit mit ihm. Deine Schwiermutter hat bestimmt auch keine Lust, mit euch darüber zu diskutieren. Strengt euch ein wenig an.

Ich wünsche euch viel Mut und deinem Schwiervater wenig Schmerzen.

Es ist der SchwiegerGROßVATER, also der Opa meines Mannes. Und ja, mein Mann liebt seinen Opa. Aber der redet NICHTS. Was soll mein Mann mit ihm reden, wenn sein Opa nichts sagt? Mein Mann kommt nach der Arbeit manchmal runter zu seinen Großeltern, aber dann sind sie müde und sagen, dass es ihnen zu viel ist. Da weiß er gar nicht, was er machen soll - auf der einen Seite soll er kommen, auf der anderen Seite ist es den Großeltern wieder zu viel (verstehe ich auch, sie sind 80 und 84 Jahre alt und krank) und sie schicken ihn weg.

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@Katze446

Das habe ich falsch verstanden, ich dachte sein Vater hatte diese Krankheit. Trotzdem, es geht ja nicht ums Reden, sondern um das Dasein. Alte Fotoalben mitnehmen, Geschichten erzählen etc...

Und es ist gut, wenn er Abends noch nach deinen Eltern schaut. Auch die Freuen sich ganz bestimmt trotzdem, dass ihr an sie denkt. Auch wenn ihnen das schnell zuviel wird.

Alte Menschen werden irgendwann estwas komisch, freuen tun sie sich aber trotzdem. War bei meiner Oma genauso.

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@Rolajamo

Danke. Es ist so komisch für uns, weil wir sie auch nicht belasten wollen. Ich könnte ja auch Tee und Kaffee kochen und Kuchen backen, aber das darf ich nicht. Sie lassen sich auch nicht helfen. Da weiß man manchmal gar nicht, wie man sich angemessen verhalten soll.

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Ich habe das gleiche aber ich mochte kein Midleit sondern Rücksicht aufmerksamkeit ich werde duch ein SAPV-TEAM Betreut rund um die Uhr ist jemand da wenn ich Strake schmerzen habe oder eine Krise den kommt eine Plartivschwester und kommt nach mir zu Hause siehst an Bett egal wie lange es dauerte es gibt mir das Gefühl der Sicherheit dass einer da ist so sollte das bei euch auch sein das einer da ist! Palliativmedizin

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Vielen Dank für deine ehrliche Antwort!

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