Falscher Artikel - Widerrufsfrist überschritten

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Liebe Leute, das hat nun aber mal überhaupt nichts mit dem Widerrufsrecht nach § 312b BGB zu tun!

Mit einem falsch gelieferten Artikel kann ein Kaufvertrag (grundsätzlich) nicht erfüllt werden! Demnach hat der Fragesteller weiterhin Anrecht auf Lieferung des richtigen Artikels, da der Kaufvertrag noch nicht erfüllt ist.

Ein Richter könnte argumentieren: "Sie hatten doch 14 Tage lang Zeit das Paket auszupacken!"

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@GoetheDresden

Trotzdem muss Erfüllung eingetreten sein.

Die Lieferung des andersfarbigen iPods dürfte einzig ein neues Kaufangebot von amazon sein. Fraglich ist, ob dies vom Fragesteller angenommen wurde. Hier kann man argumentieren, dass durch das Behalten der Antrag angenommen wurde. Man kann aber genau so gut (mit meiner Meinung nach den besseren Argumenten) das Gegenteil argumentieren.

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@HH1887

Und selbst wenn man sagen würde, der Kaufvertrag wurde erfüllt, dann zumindest nur mangelhaft, sodass die gesetzliche Mangelgewährleistungsfrist von 2 Jahren greift.

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Dass die ganzen Menschen hier aber auch gar kein Verständnis für juristische Systematik haben!^^ ;D

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@Droitteur

Das müssen sie ja auch nicht.

Ein Jurist hat ja auch nicht unbedingt viel Ahnung von zB handwerklichen Tätigkeiten. Allerdings würde ein Jurist auch nicht behaupten, eine solche Ahnung zu haben. Anders herum passiert dies leider vermehrt... ;-)

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@HH1887

Sehr richtig^^

Nur vorsorglich: Mein Kommentar war ganz und gar nicht ernst gemeint :D

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@HH1887

Ich habe auch schon Juristen mit Werkzeugen hantieren sehen, obwohl sie es offensichtlich nicht konnten. Vor Selbstüberschätzung sind auch die nicht gefeit.

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Danke für die Antwort! Hast du evtl. auch einen entsprechenden Rechtsverweis, den ich vorbringen könnte?

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Bisher einzige richtige Antwort!

Mit einem falsch gelieferten Artikel kann ein Kaufvertrag (grundsätzlich) nicht erfüllt werden!

Das schon, aber der Käufer hat einen Nacherfüllungsanspruch, da ein falsch gelieferter Artikel einem Sachmangel gleichsteht. (§ 434 III BGB)

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@john4711

Das schon, aber der Käufer hat einen Nacherfüllungsanspruch, da ein falsch gelieferter Artikel einem Sachmangel gleichsteht. (§ 434 III BGB)

Wobei ich das hier streitig finde. Wäre statt einem iPod nun ein Kasettenrecorder geliefert worden, würde niemand ernsthaft sagen, damit sei Erfüllung eingetreten. Du hast bei deiner Argumentation allerdings § 434 Abs.3 BGB auf deiner Seite...

Das Ergebnis ist bei beiden Ansichten allerdings das gleiche. Entweder ist keine Erfüllung eingetreten und amazon muss einen iPod in der richtigen Farbe liefern oder amazon muss den vorliegenden Mangel beseitigen und (da eine Nachbesserung wohl ausgeschlossen ist) damit wiederum einen iPod in der richtigen Farbe liefern.

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@HH1887

Wobei ich das hier streitig finde. Wäre statt einem iPod nun ein Kasettenrecorder geliefert worden, würde niemand ernsthaft sagen, damit sei Erfüllung eingetreten. Du hast bei deiner Argumentation allerdings § 434 Abs.3 BGB auf deiner Seite...

Natürlich muss die Lieferung einer anderen als der geschuldeten Sache nicht zwangsläufig die Erfüllung bedeuten. Wenn der Käufer ein Auto bestellt und ein Wurstbrot bekommt, würde ich nicht von Erfüllung reden. Aber in diesem Fall ähnelt die gelieferte Sache ja so sehr der geschuldeten, da sie technisch mit jener identisch ist, dass ich von Erfüllung ausgehe.

Das Ergebnis ist bei beiden Ansichten allerdings das gleiche. Entweder ist keine Erfüllung eingetreten und amazon muss einen iPod in der richtigen Farbe liefern oder amazon muss den vorliegenden Mangel beseitigen und (da eine Nachbesserung wohl ausgeschlossen ist) damit wiederum einen iPod in der richtigen Farbe liefern.

Darüber unterhalten wir uns, wenn der Käufer auch die Zweijahresfrist versäumt hat und seine Mängelbeseitigungsansprüche verjährt sind. Dann hat er nur noch Chancen, wenn der Kaufvertrag nicht erfüllt ist. ;-)

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@john4711

Darüber unterhalten wir uns, wenn der Käufer auch die Zweijahresfrist versäumt hat und seine Mängelbeseitigungsansprüche verjährt sind. Dann hat er nur noch Chancen, wenn der Kaufvertrag nicht erfüllt ist. ;-)

Wenn der Käufer nun allerdings 2 Jahre wartet, dann würde auch ich von einer Annahme an Erfüllung statt nach § 364 Abs.1 BGB ausgehen, sodass dann auf jeden Fall erfüllt sein dürfte. ;-)

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14 Tage sind 14Ttage. Der Verkäufer kann ja nichts dafür, dass du deine Post nicht öffnest.

14 Tage sind 14Ttage. Der Verkäufer kann ja nichts dafür, dass du deine Post nicht öffnest.

Bei einem Kaufvertrag kann man aber zwei Jahre lang Nacherfüllung verlangen. Da ist es völlig egal, ob irgendeine Widerrufsfrist abgelaufen ist oder nicht.

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Du kannst ja klagen... Wenn du innerhalb von 14 Tagen nicht feststellen wolltest, ob der Artikel richtig ist, hast du die schlechten Karten.

Wenn du innerhalb von 14 Tagen nicht feststellen wolltest, ob der Artikel richtig ist, hast du die schlechten Karten.

Im Gegensatz zu einem Kaufmann muss ein Verbraucher die Ware nicht unverzüglich auf offensichtliche Mängel prüfen. Er kann die Nacherfüllung zwei Jahre lang verlangen.

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@john4711

Er kann die Nacherfüllung zwei Jahre lang verlangen

Wobei er grundsätzlich nach 6 Monaten durch die Beweislastumkehr erhebliche Schwierigkeiten bekommen kann. Zu beweisen, dass ein iPod schon bei Gefahrübergang die falsche Farbe hatte, ist allerdings auch nach 1 Jahr und 364 Tagen durchaus noch möglich. ;-)

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@HH1887

Wobei er grundsätzlich nach 6 Monaten durch die Beweislastumkehr erhebliche Schwierigkeiten bekommen kann.

Ich würde es eher so formulieren, dass er durch die Beweislastumkehr in den ersten sechs Monaten einen gewaltigen Vorteil hat. Denn die Beweislast für das Bestehen eines Anspruchs zu tragen, ist ja der Normalfall. Schwierigkeiten bekommt er daher durch die Beweislastumkehr eher nicht.

Zu beweisen, dass ein iPod schon bei Gefahrübergang die falsche Farbe hatte, ist allerdings auch nach 1 Jahr und 364 Tagen durchaus noch möglich. ;-)

Beweisen Sie, dass Sie den iPod nicht umlackiert haben. ;-)

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Ist hier Widerrufsrecht vorhanden - Kulanzgutschrift innerhalb von 14 Tagen?

Hallo Community,

brauche eure Meinung zu der Rechtslage hier.

Habe mir am 09.10.2016 eine Grafikkarte bei Mindfactory bestellt (Online-Bestellung via Vorkasse). Diese war nicht auf Lager für unbekannte Zeit.

Die Grafikkarte kam bei mir erst am 21.10.2016 am Abend an, diese hatte jedoch Spulenfiepen, weshalb ich sie erst von Mindfactory austauschen lies.

Das Austauschgerät kam am 01.11.2016 an, hatte jedoch genau denselben Fehler (mit mehreren Rechnern getestet).

Mir reichte es und ich machte am 01.11.2016(selber Tag) von meinem Widerrufsrecht Gebrauch und füllte bei Mindfatory online die Rücksendeangaben aus mit Bitte um eine Gutschrift und ohne Angabe von Gründen. (14 Tage wurden ja nicht überschritten)

Das Paket habe ich am 02.11.2016 abgeschickt und es kam am 04.11.2016 bei Mindfactory an. Daraufhin bekam ich eine E-Mail, dass meine Kulanzgutschrift ?? eingegangen ist, welche erst mit der nächsten Bestellung verrechnet wird.

Jetzt bin ich natürlich schön angeschmiert, da ich mein Geld zurück will.

Habe ich nun das Recht zu Verlangen das mein Geld ausgezahlt werden soll, da es im Rahmen des 14 Tägigen Widerrufsrechtes geschah? Was soll ich nun am besten tun?

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