Falschen Mietvertrag vom Vermieter bekommen, Mietnachzahlung gefordert

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3 Antworten

Wenn der ursprüngliche Mietvertrag nicht mehr gelten soll, dann muss er entweder gekündigt oder aufgelöst worden sein. Falls dieser MV den Austausch eines Mieters der Mieterpartei nicht vorsah, ist die Forderung der Vermieterpartei nach einem neuen Mietvertrag berechtigt. Wurde der alte MV nicht rechtsunwirksam, so gilt er noch, weil der neue Mietvertrag nur einseitig von der Mieterpartei in neuer Zusammensetzung unterschrieben wurde. Nach deiner Aussage habt ihr ja kein gültiges Dokument in der Hand, weil Ihr beide Verträge der Vermieterpartei zugeschickt habt.

Die Abfolge der einzelnen Handlungen ist zum Rechtsverständnis wichtig. Bisher bleibt einiges unklar. War denn der 1. MV ein Pauschalmietvertrag? Hatte der verstorbene Bevollmächtigte der Erbengemeinschaft als Vermieter eine Vollmacht vorgelegt? Wurde euch eine neuer Bevollmächtigter der Erbengemeinschaft zu welchem Zeitpunkt genannt und ausgewiesen? Schließlich - wer hat den neuen Mietvertrag aus welchem Grund mit einem Gesamtmietbetrag von 560€ versehen?

HerrHoeltchen 01.07.2014, 06:31

Antworten Anderer nicht vollständig lesen und verstehen, aber selbst von Kündigung reden...

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LostRealist 01.07.2014, 10:00

Ja der erste war ein Pauschalmietvertrag. Das mit der Vollmacht weiß ich jetzt gar nicht so genau, wie muss denn sowas aussehen? Im Vertrag steht, dass die Gemeinschaft durch ihn "Vertreten" wird, er war aber auch selber Besitzer und Vermieter so wie die anderen auch. Ein neuer Bevollmächtigter wurde uns bislang nicht benannt. Der neue Mietvertrag fordert 560€ weil er kein Pauschalmietvertrag mehr ist, sondern eine jährliche Nebenkostenabrechnung geschehen sollte. Dies war dann wohl der Fehler, da diese nicht mehr erfolgen würde und die Vermieter deswegen weiterhin die 690€ aus einem Pauschalvertrag fordern.

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Gerhart 01.07.2014, 18:01
@LostRealist

Zu deinem Verständnis: Eine Eigentümergemeinschaft legt sich auf einen Vertreter fest und bevollmächtigt ihn durch Einzelunterschriften mit der Wahrnehmung der Aufgaben als Vermieter. Diese Vollmacht muss der Vertreter bei Abschluss des Mietvertrages der Mieterpartei vorweisen. Unter Umständen hängt die Gültigkeit des Mietvertrages davon ab. Wenn kein neuer Vertreter der Vermieterpartei benannt wurde, wer hat euch dann den neuen Mietvertrag geschickt? Üblich ist, dass die Mieterpartei zuerst den MV unterschreibt. Leider hast du nicht mitgeteilt, ob der alte MV nun gekündigt oder aufgelöst wurde.

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LostRealist 01.07.2014, 22:45
@Gerhart

Den neuen Mietvertrag, also den mit 560€ drin, haben wir von einem der Verbliebenen Vermieter bekommen, eben ohne die Unterschriften der Vermieter. Der vorherige Mietvertrag wurde wohl nicht formell aufgelöst, die Vermieter bestanden aber darauf, dass der Mietvertrag nur für die ursprünglichen drei Mieter gültig sei und ein neuer her müsse, wenn einer auszieht. Der kam dann auch und wurde jetzt nun wieder als ungültig abgetan und der neue als weiterhin bestehend deklariert.

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Gerhart 02.07.2014, 08:08
@LostRealist

Die aktuelle Sachlage ist , dass der alte Mietvertrag rechtskräftig geblieben ist, weil er weder gekündigt noch aufgelöst wurde. Damit bleibt auch der ausgeschiedene Mieter weiterhin Mieter und der neue Mieter kann nicht einfach in diesen Vertrag kooptiert werden. Der ausgeschiedene Mieter muss darüber informiert werden, weil er nicht aus dem Vertrag entlassen wurde und weiterhin haftet. Solange ihr die 690€ als Pauschalmiete monatlich bezahlt, wird es keine Veränderungen geben. Ihr habt aber das Recht von den Vermietern die Genehmigung der Untervermietung zu verlangen. Intern schließt ihr also einen Untermietvertrag mit dem neuen Mieter ab.

Solange die Vermieterpartei keinen neuen Vertreter aus ihrer Mitte mit Vollmacht einsetzt, muss jedes Schreiben die Unterschriften aller der Vermieterpartei tragen, damit es rechtskräftig ist. Das gilt hier auch für die Genehmigung zur Untervermietung. Leider müsst ihr nun die 390€ Mietschulden nachzahlen. Der neue Mietvertrag wurde nicht in Kraft gesetzt.

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LostRealist 06.07.2014, 17:54
@Gerhart

Also, wir zahlen jetzt ab diesem Monat wieder 690€. Das mit der Nachzahlung ist uns aber immer noch nicht so ganz geheuer, dankenswerter weise habe ich als Student hier aber durch den AStA die möglichkeit, kostenlose Rechtsberatung bei einem Anwalt wahrzunehmen, was ich nächste Woche auch tun werde. Dann mal sehen. Der verbliebene Bruder der Vermieter hat übrigens heute einen netten Auftritt bei mir an der Haustür gemacht, ob ich denn wisse, dass er Anwalt ist und was er uns nicht alles für ärger machen kann wegen der ganzen Sache... naja. Ich lasse mich beraten und dann mal sehen. Schade, dass wir jetzt so Stress haben, wo das Verhältnis eigentlich immer ganz in Ordnung war, auch wenn sich die Vermieter kaum um die Wohnung und deren Zustand gekümmert haben. Dass sie jetzt so sehr darauf beharren, dass wir trotz ihres Fehlers in der Schuld stehen, finde ich schon etwas verwerflich, aber das hilft ja nichts. Vielen Dank für eure Antworten, ihr habt mir schonmal sehr weitergeholfen die Sachlage zu verstehen!

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Ich würde nur den Betrag im Mietvertrag zahlen und mit auf nichts anderes einlassen. Wie Du schon schreibst hat der Vermieter den Fehler gemacht und kann nicht einfach sagen das er die Miete nun erhöhen will. Der neue wenn auch angeblich falsche Vertrag ist meines Erachtens nach gültig. Gruß Eoslorbass

LostRealist 01.07.2014, 02:59

Vielen Dank für die schnelle Antwort zu später Stunde. Wie sieht es denn damit aus, dass die Vermieter den Vertrag noch nicht unterschrieben hatten? Kann man uns daraus einen Strick drehen? Die Vermieter waren uns gegenüber immer sehr nett und gelassen, weswegen wir es nicht für nötig hielten, das zu beanstanden.

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Ich fürchte Ihr müsst zahlen. Aus folgenden Gründen:

Erst wenn beide Seiten einen Vertrag unterschrieben haben ist er rechtsgültig.

Der alte Vertrag hätte, bevor der Neue in Kraft tritt, mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten gekündigt werden können (vom Vermieter). Dann hättet Ihr sowieso noch 3 Monate nach dem alten Vertrag zahlen müssen - auch wenn ein Mitbewohner ausgezogen ist.

Gerhart 01.07.2014, 05:58

Diese Auffassung ist nicht richtig, weil hier von einer Kündigung nichts berichtet wird.

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HerrHoeltchen 01.07.2014, 06:27
@Gerhart
weil hier von einer Kündigung nichts berichtet wird.

Das habe ich auch nur als Möglichkeit in den Raum gestellt.

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Gerhart 01.07.2014, 06:51
@HerrHoeltchen

Deine Erwägungen haben bei dieser Mietkonstellation keine Grundlage.

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