Falsche Berechnung der Mieterprovision

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4 Antworten

Wenn die Zahlung einer Provision vereinbart wurde, musst du diese auch leisten. Du musst dich an die Vereinbarungen halten, genau wie sich die Gegenseite bzw. der Makler an die Vereinbarung zu halten hat.

Weiter wirst du kaum beweisen können, dass der von dir angeführten Falschberechnung eine Täuschungsabsicht zugrundelag. Du wirst lediglich beweisen können, dass die Rechnung fehlerhaft war.

Ein gerechtfertigter Anspruch wird durch eine fehlerhafte Rechnungsstellung nicht ungültig.

Lassen Sie die Sache einfach streitig werden! Dann stellt sich heraus, ob ein Anspruch, in welcher Höhe auch immer, überhaupt berechtigt ist. - Nur Mut!

Ja, so kann man natürlich auch eigene Kosten erzeugen. Schon mal darüber nachgedacht, was der FS an Gerichts- und Anwaltskosten zahlt, wenn der Anspruch nur der Höhe nach falsch - in der Sache aber berechtigt ist? Auch Vergleiche gibt's nicht zum Nulltarif.

Ein Telefonat ist jedenfalls billiger.

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@FloydPepper

Die Kostenlast liegt zunächst einmal beim Kläger, der insofern auch dieses Risiko abzuwägen hat, bevor es wagt, gegen seinen Kudnen vorzugehen!?!

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@schelm1

Ich habe den Eindruck, Sie waren noch nicht sehr oft vor Gericht oder in juristischen Auseinandersetzungen.

Es nützt dem FS nichts, wenn er "zunächst" eine geringere Kostenlast hat und hinterher deutlich mehr zahlt, als nötig gewesen wäre.

Nur ein Teil der Kostenlast, liegt "zunächst" beim Kläger. Den eigenen Anwalt muß der FS erst mal selbst bezahlen. Dieses Geld kann er, wenn er gewinnt , sich vom Kläger zurückholen.

Daß der FS gewinnt, ist aber recht unwahrscheinlich. Wie wir der Fragestellung entnehmen können, ist die Forderung in der Sache berechtigt. Es ist auch lebensfern, anzunehmen, daß der Makler nicht weiß, wie er seine Verträge zu formulieren hat, um Provisionsanspruch zu erlangen. Das Problem, daß unseriöse Kunden nicht zahlen wollen, hat er nämlich jeden Tag.

Genauso gehört es zu seinem täglich Brot, das prozessuale Risiko solcher Auseinandersetzungen abzuwägen. Wir dürfen annehmen, daß ein Makler gemeinhin in solchen Dingen wesentlich versierter und abgebrühter ist als der FS und daß er im Falle eines Falles auch wesentlich besser schlafen kann als der FS.

Ich jedenfalls hätte in meiner Zeit als GU im Bauwesen über solch stümperhaftes Vorgehen nur müde gelächelt. Damals hatte ich nämlich regelmäßig mehrere juristische Auseinandersetzungen gleichzeitig zu führen. Ich hätte unseren Anwalt beiläufig in die Spur geschickt und wäre zur Tagesordnung übergegangen.

Sehr wahrscheinlich wird spätestens mit dem ersten anwaltlichen Schriftsatz des Klägers auch der Berechnungsfehler bereinigt sein. Und dann hat der FS nicht mal mehr das entgegenzusetzen. Hier dürfte es aber schon zu ersten Gebührenforderungen durch die Gegenseite kommen - also noch deutlich vor Einreichung der Klage.

Es in dieser Konstellation auf die Klage ankommen zu lassen, wäre einfach nur sehr, sehr dumm.

Wer solch eine Auseinandersetzung empfiehlt, sollte so viel Sachverstand mitbringen, auf das prozessuale Risiko hinzuweisen, anstatt den FS gegen die Wand laufen zu lassen. Dazu gehört auch, daß man ein bißchen weiter denkt als bis "zunächst".

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Hallo,

für eine Mietwohnung (NICHT Gewerbe) gibt es eine Höchstgrenze der Maklercourtage und die beträgt 2 Nettokaltmieten zzgl. der gesetzl. Mwst. (geregelt im §3 des Wohnraumvermittlungsgesetz)

Das bedeutet, dass, wie gesagt, sofern wirklich ein normaler Wohnraum-Mietvertrag geschlossen wurde, eben nur diese Höhe verlangt werden darf.

Allerdings sind auch Makler nur Menschen. Vielleicht hat einfach ein Azubi die Rechnung vorbereitet u. der Chef den Fehler übersehen oder (weil es leider KEIN Ausbildungsberuf ist und jeder sofort und ohne Fachwissen mit diesem Beruf starten kann) es einfach nicht besser gewusst.

Ich empfehle, einfach das Maklerbüro anrufen und um Klärung bitten unter Hinweis auf das o.g. Gesetz.

Die eigentliche Arbeit mit Rechtsanspruch ist getan ... auch, wenn die Rechnung falsch ist.

Die Frage wäre: Hätten Sie auch die eigentlich "richtige" Summe = 2 NKM zzgl. 19% bezahlt, wenn in der Rechnung fälschlicherweise ein zu geringer Betrag aufgetaucht wäre?

Dann hieße es vermutlich: Dann eben "Pech" gehabt, oder?

Bei Mietwohnungen darf die Provision 2 Monatsnettokaltmieten zzgl. MwSt. betragen.

Wenn der Anspruch des Maklers zwar nicht in der Höhe aber in der Sache berechtigt ist, wird ihnen die Aktion mit Schwung um die Ohren fliegen. Der Makler wird teilweise vor Gericht Recht bekommen (bzw. der Richter wird natürlich auf Vergleich drängen) und sie haben einen Haufen zusätzlichen Aufwand und Kosten an der Backe. Gewonnen haben sie dabei gar nichts.

nach meiner Rechereche wohl auch berechtigt, [...] komplett auf die Zahlung der Provision verzichten kann.

Nachtrag: Es wird ja immer wieder unterstellt, Makler seien unseriös. Aber was ich bisher mit Kunden erlebt habe, seit ich auch Maklertätigkeiten anbiete, spottet jeder Beschreibung. So etwas unseriöses habe ich vorher in jahrzehntelanger Selbständigkeit und Berufspraxis nicht erlebt. Man hat den Eindruck, daß Kunden jeglichen Anstand und Kinderstube über Bord werfen, sobald sie auf einen Makler treffen. Es ist einfach unglaublich.

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