Falsch eingepackt - Kündigung und weitere Strafen?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Anscheinend wurde der Ferienjobber nicht richtig eingewiesen. Außerdem sollte man neue MA, egal ob Aushilfen oder festes Personal, nicht irgendwo hinstellen/-setzen und sagen "mach mal". Es sollte selbstverständlich sein, auch mal nachzuschauen und selbst zu kontrollieren ob die Arbeit richtig ausgeführt wird.

Von wem will das Unternehmen denn Schadensersatz fordern? Vom Ferienjobber den man mehr oder weniger allein gelassen hat? Vergiss es.

Ich sehe hier keine grobe Fahrlässigkeit. Die würde zulassen, den Schaden vom MA tragen zu lassen.

Zu unterscheiden sind hier Arbeitsrecht, Strafrecht und Zivilrecht.

Arbeitsrechtlich ist eine ordentliche Kündigung mit den üblichen Fristen fast immer zulässig (Ausnahmen: Behinderte, Betriebsräte usw.). Eine außerordentliche Kündigung, also auch eine vorfristige, z. B. eine fristlose, ist nur dann zulässig, wenn eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers (auch des befristeten, also auch dessen in Teilzeit) dem Arbeitgeber nicht mehr zuzumuten ist. Siehe etwa http://agora.free.de/sofodo/themen/lohnarbeit/fristlose-kuendigung-zwei-broetchen-und-eine-frikadelle/ , ganz berühmt wurde der https://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Emmely.

Beim Strafrecht käme höchstens Betrug in Frage: https://dejure.org/gesetze/StGB/263.html. Das ist aber sehr unwahrscheinlich.

Zivilrechtlich haftet der Verursacher für angerichtete Schäden. Arbeitnehmer aber nur bei Absicht und bei grober Fahrlässigkeit. Bei leichter Fahrlässigkeit bleibt der Arbeitgeber auf seinem Schaden sitzen. Bei mittlerer Fahrlässigkeit werden die Kosten in der Regel geteilt, so die üblichen Urteile.

Allerdings haftet der Arbeitnehmer in der Regel höchstens bis zu einem Betrag von drei Monatsgehältern. Siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmerhaftung und http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Haftung_Arbeitnehmer.html

Gruß aus Berlin, Gerd

Was möchtest Du wissen?