Fahrscheinkontrolle, richtig gehandelt?

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4 Antworten

Zunächst hast du dich dem Erschleichen von Leistungen ( schwarzfahren ) nach § 265a StGB strafbar gemacht, da du zum Fahrtantritt kein gültiges Ticket hattest. Wobei es den jeweiligen Verkehrsbetrieben unterliegt, ob sie dich anzeigen oder nicht. Die dürfen einen im Übrigen - was gerne mal übersehen wird - auch anzeigen, wenn man das erhöhte Beförderungsentgelt fristgerecht bezahlt hat.

Die Straftat wurde ja dennoch vom Täter begangen und ist somit anzeigbar. Sie müssen dich aber nicht anzeigen. Das ist bei jedem Verkehrsbetrieb anders.

Durch die falschen Personen- und Adressangaben wird deine Leistungserschleichung nach § 265a StGB - die mit maximal einem Jahr Freiheitsstrafe belegt werden kann - zu einem Betrug nach § 263 StGB . Dieser kann deutlich härter mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden. In besonders schweren Fällen noch höher, was hier aber nicht der Fall ist.

Wenn man Fehler macht, sollte man auch dazu stehen. Dennoch hast du hier Glück gehabt. Die Wahrscheinlichkeit das du wegen dieser Sache noch strafrechtlich verfolgt wirst, ist doch eher gering. Wenn die Kontrolleurin dich in nächster Zeit nochmal sehen sollte, du aber diesmal ein gültiges Ticket dabei hast, dann darf sie dich meiner Meinung nach nicht wegen der vergangen Straftat festhalten und aufschreiben. Das wäre sonst Nötigung, bzw. Freiheitsberaubung.

Jemand darf einen anderen nur festhalten, wenn er auf frischer Tat bei einer Straftat ertappt wird und er entweder flüchten möchte und/oder seine Personalien nicht ohne weiteres festgestellt werden können. ( § 127 StPO ) Also großes Glück gehabt. Bei der Kontrolle, wo du so viel Glück gehabt hattest, hätten dich die Kontrolleure noch festhalten dürfen. Zum Beispiel bis die Polizei gekommen wäre. Das wäre rechtlich ok gewesen. ( § 127 StPO )

Dennoch:  Mach sowas nie wieder. Laufen, Fahrrad fahren oder mit gültigen Ticket in die Bahn/den Bus einsteigen!

Leistungserschleichung nach § 256a StGB :  http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__265a.html

Damit hast du die Grenze überschritten zwischen Schwarzfahren "aus versehen" und Betrug. Wundert mich das deine Angaben angeblich nicht überprüft wurden.
Auch wenn du diesmal fein raus bist, man sieht sich immer zweimal.

Ja, du machst dich strafbar. Im Idealfall (für dich), passiert erst mal nichts, außer dass sich jemand ver4rscht vorkommt. Es gibt aber auch die Möglchkeit, dass du eine tatsächlich existirende Addresse genannt hast und dann hast du jemandem den Tag versaut. Und es gibt die Möglichkeit, dass du irgendwann in der Straßenbahn oder so erwischt wirst und das wäre ungut für dich.

Evtl.könntest Du doch noch identifiziert werden, in Bus und Bahnen sind heute Kameras installiert.

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