Fahrradkauf: Suche leichtgängige Komponenten

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4 Antworten

Da es zig Radtypen, wie z.B. Rennrad, Mountainbike, Cityrad, Trekkingrad, Crossrad gibt, fällt es schwer, bei einer so allgemein gestellten Frage die Antwort nach dem optimalen Rad zu geben.
Ich würde als alltagstaugliches Rad auch ein leichtes Trekkingrad empfehlen.
Da aber alleine auch hier schon wieder zig Hersteller, noch mehr verschiedene Modelle und Ausstattungen gibt, sage ich mal als Richtlinie für ein gutes, ziemlich leichtes und immer noch bezahlbares Rad:

Shimano Deore XT Ausstattung komplett (nicht nur Schaltung!!!); dazu gute, pannensichere aber trotzdem leicht laufende Reifen, z.B. die Schwalbe Marathon Dureme Reifen, möglichst Starrgabel und keine Federgabel (zu schwer!) und Gesamtgewicht nicht mehr als 12 bis 13 kg. Der Preis für so ein Rad dürfte sich dann irgendwo ab ca. 1.500 Euro bewegen.

Die meisten Räder haben heute in der Regel einen Alurahmen. Leichtere Rahmen, z.B. aus Carbon kann man auch kaufen, sie sind aber in der Regel deutlich teurer. Es gibt sogar ein Trekkingrad mit Titanrahmen: den "TiRohler" von der Firma Idworx für knapp 6.000 Euro.
Wichtiger als ein extrem leichter Rahmen ist aber, dass das Gesamtkonzept stimmt.
Außerdem kann auch ein gutes 16 kg-Trekkingrad sehr leicht laufen.

Eine Nabenschaltung ist grundsätzlich praktischer, als eine Kettenschaltung, weil man hier die Gänge auch im Stand schalten kann. Eine bezahlbare Nabenschaltung von Shimano oder SRAM hat aber nur 8, 9 oder maximal 11 Gänge, mit entsprechend hohen Gangsprüngen. Eine 14-Gang Nabenschaltung von der Firma Rohloff (die Speedhub 500/14) hat zwar diesen Nachteil nicht, kostet aber auch gleich mal 900 Euro - ohne Rad, wohlbemerkt! Wenn man Wert auf ein möglichst geringes Gewicht legt, empfiehlt sich sowieso eine Kettenschaltung, in der Regel beim guten Trekkingrad mit 27 oder 30 Gängen.

Wenn es ein richtig leichtes Trekkingrad sein soll, fällt mir das nur 9,9 kg leichte Stevens Xenith ein, welches aber leider im aktuellen Angebot von 2013 nicht mehr auftaucht und außerdem mit ca. 2.400 Euro deutlich teurer ist.
Ein Link zum Stevens-Rad hier - noch dürfte der eine oder andere Händler so eines auf Lager haben:

http://www.stevensbikes.de/2012/index.php?bik_id=79&cou=DE&lang=de_DE

Mit viel Geld kann man geringe Unterschiede in Gewicht und Leichtgängigkeit kaufen, das Hilft dir bei langen Fahrten absolut beinahe nichts. zB: ein Kilo eingespart bei 75Kg gesamt ist grad mal 1,5% die sich nur bei steilem Bergauf auswirken. 95% der Kraft geht verloren in Reibungsarbeit gegen den Wind und Reifen gegen die Straße inclusive Walkarbeit. Der rest dann in die Arbeit der Kette und Schaltung gegten fett und Staub. Die Lagerreibung der Räder und Tretlager ist normalerweise vernachlässigbar, da verbraucht das Klicken hinten am meisten. Nabenschaltungen sind schon viel besser geworden aber die vielen Zahnräder der Planetengetriebe, die sich im Fett drehen, die verbrauchen auch mehr an Energie als eine Aussengangschaltung trotz längerer Kette und Schaltungsrädchen. Profis auf Tour de France, Paris Roubaix usw werden nie das leichteste Material verwenden. Du sparst ein Gramm ein und hast einen Rahmen der ein paar Prozent leichter ist. Bist du kräftig dann verbiegst du bei jedem Tritt den Rahmen um so viel mehr dass du bergauf durch Biegearbeit mehr verlierst als du durch Gewicht einsparst. Bei all den Komponenten spoielt sich das meiste im nur im Kopf ab. Ausnahme sind natürlich Radrennen, speziell auf der Bahn, wo man von einem Antritt bis zum Ziel in wenigen Sekunden, oft nur in den letzten 50 Metern Entscheidungen um Millimeter herbeiführen muss.

  • Wichtigst für dich sind Reifen ohne grobes Profil richtig aufgepumpt. Der Zustand und vor allem die Luft gehört TÄGLICH kontrolliert. Wenn ich am 1. Mai bei der Vorbereitungsfahrt allen meinen Teilnehmern der Viertagesfahrt die Reifen richtig aufpumpe dann kommen sie nach 2 Wochen mit bis zu nur mehr halbem Luftdruck. Das macht echten Unterschied und nicht die Komponenten die sie verbaut haben.
  • wichtiger als Leichtgängigkeit und Gewicht ist die Einstellung. Meist ist der Sattel zu tief oder/und der Abstand zum Lenker falsch. Da sind laut elektronischer radanlyse oft Unterschiede bis zu 20% drinnen ohne Kosten und nicht lächerliche 2Proent um Komponenten für 500.-€
  • Gute und gut eingestellte Bremsen sind auch wichtig, helfen aber nicht beim Vortrieb.
  • Gute Wartung am Rad, vor allem gute Schmierung ist wichtig, hilfreich ist außerdem die richtige Speichenspannung. Bei kräftigen Tritten hast bei jeder Umdrehung mehrere Millimeter Änderung der Speichenlänge. Schlecht gespannte Speichen werden dann nicht nur gedehnt sondern auch gestaucht und brechen mit der zeit. außerdem verbrauchen sie dabei auch Kraft, mehr als du mit Geld an besseren Komponenten wieder zurückkaufen kannst.

Der wichtigeste Faktor sind natürlich die Reifen. Dicke Reifen verursachen sehr viel mehr widerstand. Kaufe dir am Besten ein Trekkingrad. Im Gegensatz zu herkömmlichen "Straßenfahrrädern" haben die schon wesentlich weniger Kontakt mit dem Boden. Sie sind sozusagen ein Kompromiss zwischen Citybike und Rennrad

Ok, guter Hinweis. Danke! Also sind Reifen und Rahmen am wichtigsten? Gibt es da spezielle Rahmentypen für den Selbstzusammenbau? Würde es gern aus selbstgewählten Komponenten zusammenstellen.

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@budist

irgendwie ja, aber ganz anders als das da so ankommt. das wichtigste am Rahmen ist dass er zum Körper passt und dann soll er für den Zweck geeignet sein. Die Reifen wiederum am stärksten vom Einsatzzweck. Fang mal an bei SRAMI zu lesen.

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Dicke Reifen verursachen nicht unbedingt mehr Rollwiderstand - im Gegenteil: Bei gleichem Luftdruck verursachen sie geringeren Rollwiderstand! Der geringere Rollwiderstand eines schmalen Reifens entsteht nur dadurch, dass diese in der Regel mit höherem Luftdruck gefahren werden.
Nachzulesen hier unter Punkt 1.0:

http://www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Tipps_reifen.htm

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Bei einem Fahrrad die leichtgängigkeit / fahrbarkeit nur auf die Komponenten zu reduzieren geht an der eigentlichen Materie vorbei.

Ich kann ein Stadtrad mit den teuersten XTR-Gruppe von Shimano ausstatten. Eine Schnelligkeitspokal werde ich damit aber nie gewinnen. Weshalb?

Ein Rad ist auf den jeweiligen Einsatzzweck ausgerichtet. verantwortlich dafür sind verschiedene Geometriedaten (Lenkwinkel, Sitzrohrwinkel, Oberrohrlänge, Kettenstrebenlänge, Steuerrohrlänge). Mithilfe dieser Daten kann ich ein Rad von der Geometrie her sportlicher oder auf ein Citybike hin auslegen. Leichtlaufende Komponenten sind erst Schritt zwei oder drei.

Insgesamt kann man sagen, dass fast alle Komponenten die nicht aus dem Discounter stammen sehr gute leichtlaufeigenschaften haben. Schwergängig werden diese erst durch die fehlerhafte Nutzung und Nichtwartung des Nutzers.

Rahmen: Geometrie vor Gewicht. Das Gewicht des Rahmens und auch der Komponenten haben einen geringeren Einfluss auf die Schnelligkeit als man sich vorstellt - siehe meine Ausführung zu Beginn.

Bevor hier also über Rahmenmaterialen und Komponentenwahl versucht wird zu fachsimpeln, sollte erst einmal klar sein für welchen Einsatzzweck das rad gebraucht wird und ob dran sein müssen: Schutzbleche (fest / steckbar), Nabendynamo, Gepäckträger, Einkaufskorb, Gepäckträgertaschen; täglicher Arbeitseinsatz oder Sporteinsatz.

Sobald du hierzu alles gesagt hast, geht es zum Eingemachten. Jede andere Vorgehensweise ist nicht insich schlüssig bzw. voreingenommen.

fast vergessen: Wichtig ist natürlich auch die Körpergröße, Körpergewicht in Bezug auf die Laufradgröße und die Lauradkomponenten.

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