Fahrradfahrer auf Fahrbahn - trotz Radweg

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20 Antworten

Bzgl. der Sicherheit von Radwegen mal was vom Norddeutschen Rundfunk - gilt für Hamburg; ist jedoch übertragbar:

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_video/0,,OID4131416_VID4133166,00.html

Problem: Auch wenn das Schild illegal ist, ist es bindend, bis es entfernt wird.

Ich habe leider nicht alle Vorredner gelesen.

Fakt ist: Bezogen auf alle deutschen Straßen gibt es inner- wie außerorts nur an den wenigsten überhaupt Radwege (Rw). Rw müssen nur benutzt werden, wenn sie benutzungspflichtig ausgeschildert sind (amtliche Verkehrszeichen: "Radweg, gemischter Radweg oder getrennter Radweg"), nicht aber "Gehweg, mit weißem Zusatzzeichen Radfahrer frei". Es gibt sehr viele Ausnahmen, wann ein benutzungspflichtiger Rw trotzdem nicht benutzt werden muss (v.a. Rechtsprechung).

Wenn Autofahrer meinen, Radler kritisieren (oder sogar absichtlich knapp überholen zu müssen, nach dem Motto: Dir zeig ichs, wo du zu fahren hast), ist dies im schlimmsten Falle strafbar (dann bitte Kennzeichen aufschreiben und der Polizei unbedingt melden!).

Zurück zu meiner Ausgangsthese: Die meisten Rw hören schon nach wenigen hundert Metern wieder auf, deshalb ist eine "Behinderung" des Verkehrs nur sehr kurzfristig und daher hinzunehmen. Rw sind vom Gesetzgeber nicht konzipiert, um die Autofahrer vor Radlern zu schützen, sondern umgekehrt. Deshalb ist es eine Unverschämtheit, wenn Autofahrer glauben, sich ihr Recht nehmen zu dürfen. Radler fahren nun mal auf der Fahrbahn, spätestens nach der nächsten Kreuzung, wenn sie in die Straße einbiegen, wo es weit und breit keinen Rw gibt.

Ich möchte mal einen gedanklichen "Ausflug" in die Fliegerei unternehmen: Dort ist ausschließlich der Pilot verantwortlich, für alles, also wo und wie er fliegt. Radfahrer sollen aber irgendwo fahren, wo sie gar nicht fahren möchten (aus objektivierbaren oder auch nur subjektiven Gründen). Autofahrer dagegen fahren einfach immer auf der Fahrbahn. Radler sollten sich heraussuchen können, wo sie fahren, und zwar aus Sicherheitsgründen.

An den Fragenden, der vermutlich Autofahrer ist: Bitte einfach kurz vom Gas geben, warten bis sich eine gefahrlose Überholmöglichkeit gibt und dann (mit 2 m Seitenabstand: auf der Gegenspur!) mit großem Bogen überholen. Alles andere ist verboten. Spätestens in einigen hundert Metern ist die nächste rote Ampel, da hat Sie der Radler oft schon wieder eingeholt. Das Ärgern über Radler ist deshalb völlig sinnlos. Fahren Sie doch einfach selbst öfter mal mit dem Rad.

Es ist nicht erlaubt, bei einem straßenbegleitetenden, benutzungspflichtigen Radweg auf der Straße zu fahren - kostet EUR 15 und ist eine Ordnungswidrigkeit. (Welche Benutzungspflichtig sind, ist gar nicht so einfach - ohne blaues Schild "Radweg" geht schonmal gar nix - auch mit blauem Schild gibts Ausnahmen). Also sind viele der kindischen "Strafaktionen" sowieso zu Unrecht - UND:

Es ist zu Recht strafbar, vorsätzlich Menschen zu gefährden - wa auch immer sie "angestellt" haben. Darauf stehen im Zweifelsfall schwedische Gardinen ohne Bewährung und danach ist man auf längere Zeit dann selber Radfahrer und sieht deren Verhalten dann vermutlich ein - tja, zu spät.

Soweit sollte es jedoch nicht kommen, oder?

Weiterführung:

Radwege sind oft unkomfortabel und gefährlich (eng, verschenkt, zugestellt, rumpelig) - also vergleichbar mit den typischen Tempo-30-Zonen/verkehrsberuhigten Bereichen.

Und direkt daneben ist die Straße, die für Radfahrer wie eine Autobahn ist - man kommt schnell, viel sicherer und wesentlich komfortabler vorran.

Wenn man dieses bedenkt, versteht man die Radfahrer vielleicht besser.

P.S: Ich fahre selber Auto und die ganze Zeit mit 20 km/h durch die Stadt tuckern zu müssen, ginge mir auch auf den Zünder.

Aber Menschen gefährden ist KEIN Ausweg.

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