Fahrraddiebstahl und Besitzter meldet sich?

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17 Antworten

Sollte das Fahrrad angekettet gewesen oder in einem verschlossenen Raum untergebracht gewesen sein, dann stünde zunächst besonders schwerer Diebstahl im Raum, § 243 StGB, durch das Lackieren eine Sachbeschädigung in Tatmehrheit, was ein relatives Antragsdelikt wäre. (Ach ja: Besitzer meintest Du wohl nicht, sondern Eigentümer, denn Besitzer ist jene Person, die aktuell die tatsächliche Herrschaft über eine Sache inne hat).

Eine Sachbeschädigung aber ist immer auch mit Ansprüchen auf Schadensersatz verknüpft, wobei hier die Frage wäre, ob 120 € angemessen wären, was aber auch mit dem Wert des Rades zusammenhängt. Doch würde ich hier den Ball eher flach halten, denn der Eigentümer hat sich in seinem Verhalten äußerst kulant gezeigt und 120 € erscheint durchaus angemessen. Eine Selbstanzeige verhinderte nicht, daß zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz gestellt werden könnten, ggf. könnten sie sogar höher ausfallen als 120 €, zumal dann noch die Kosten des Rechtsstreits hinzu kämen.

Eine Quittung als Schadensregulierung sollte aber gefordert werden. Dabei ist eine Aussage, daß man von einer Anzeige absähe, auch dann nur bezüglich eines Strafantrags (Sachbeschädigung) wirksam zu beschließen (bezüglich des Diebstahls wäre es nur eine Absichtserklärung, da hier ein Offizialdelikt vorliegt, also reine Kenntnisnahme unabhängig von der Quelle für eine Verfolgung reichte). Auch sollte man die Jungs nicht so einfach davon kommen lassen, denn es lag ja wahrscheinlich ein besonders schwerer Diebstahl vor und "Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis" ist hier ein unangebrachter Euphemismus. Man sollte es nicht einfach als "Jugendsünde" abtun, denn es ist schon eine Stufe heftiger als einfacher Diebstahl.

Hinzu kommt, daß die Aussage, daß der Junge so etwas noch nie gemacht habe, eher fraglich ist, denn man kann nur sagen, daß man keine Kenntnis davon habe, ob der eigene Sohn schon zuvor Diebstähle begangen habe. Es ist eher unüblich, daß man mit einem besonders schweren Diebstahl "einsteigt", sofern nicht der andere Beteiligte eine entsprechende Vorgeschichte hat. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.

Vorsicht ist geboten! Wenn darauf eingegangen wird, dann nur schriftlich und mit Angabe des Hintergrundes. Sozusagen als vorab außergerichtliche Einigung. Nicht, dass der gute dann doch noch Anzeige erstatten möchte. Löblich ist, dass er es auf den einfachsten Weg regeln möchte. Trotzdem sollte er nachweisen, dass es sich tatsächlich um sein Eigentum handelt. Und deinen Sohn... Grrrrrrrhhh Jugendsünden harte und ungerechte Bestrafung! ;) Alles Gute

aber ist es richtig das Geld zu geben oder sollte man lieber eine Selbstanzeige machen?

Warum "oder"? Das klingt fast so, als ob du davon ausgehst, dass die Selbstanzeige irgendeine Alternative zur Schadensersatzzahlung wäre. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Zahlen werdet ihr so oder so. Wenn ihr euch weigert, gehts halt den offiziellen Weg. Der Geschädigte übergibt den ganzen Kram einem Anwalt, das Fahrrad kommt in eine Werkstatt, die Kosten explodieren.

Spätestens ab dem Umlackieren war es eben kein "Dummerjungenstreich" mehr, sondern eine durchdachte kriminelle Handlung.

Leider wird bei einer Selbstanzeige nicht viel passieren - ein offiziell erhobener Zeigefinger, vielleicht ein paar Sozialstunden im Tierheim, und eine tolle Geschichte für die Freunde...

Bestraf ihn selbst, und zwar so, dass es wehtut. Verbiete ihm z.B. für eine Weile den Sportverein und zwinge ihn, Trainer und Mannschaft zu erklären, warum er die nächsten paar Monate nicht mitspielen darf.

Mir tun die 70€ nicht weh 

Müssen sie auch nicht, weil ER sie mit Zins und Zinseszins bezahlt! Mit dem Geld, dass er, wegen Taschengeldsperre, selbst erarbeiten muss, und zwar auf die "unangenehme" Art: Schnee schippen, Auto freikratzen, Mülltonnen auswaschen, Keller entrümpeln, Socken stopfen, Hemden bügeln usw. Für 5€ die Stunde - unter 18 gibt es keinen Mindestlohn!

Vergiss den Esel auf dem Eis - da testet jemand seine Grenzen aus! Je "verständnisvoller" du bist, desto länger dauert diese Testphase, und desto weiter wird er beim nächsten Mal gehen...

Auf jeden Fall würde ich mich privat einigen. Klar ist aber auch, dass ich einen Reparaturservice einbeziehen würde und wegen der Kosten nachfragen.

Dann kannst du sicher sein, dass du angemessen bezahlst.

Die Jungs sollten dabei sein und mit ihrem  Taschengeld dafür gerade stehen und dem Geschädigten helfen, vor allem aber, sich bei ihm aufrichtig entschuldigen.

Die Wiedergutmachung darf nicht von den Eltern getragen werden, auch wenn es finanziell nicht wehtut. Die Jungs müssen lernen, dass Taten Folgen haben und nicht nur mit ein paar Scheinchen aus der Welt verschwinden.

Heute ist es ein kleiner Diebstahl. Bleibt er ohne spürbare Folgen, könnten die Jungs auf weitere Ideen kommen und Wege aus der Langeweile durch kriminelle Machenschaften suchen.....

Klar, die Eltern werden es schon richten, mit Geld. Beim nächsten Mal wird es ein Einbruch sein und die Eltern werden es mit Geld gerade biegen. Falscher Ansatzpunkt, die Erziehung ist wohl schief gelaufen und der Sohn sollte eine Selbstanzeige machen, damit er daraus lernt. Das ist kein Jugendstreich mehr, sondern auf dem Weg ein Krimineller zu werden.

regel das einvernehmlich mit dem Eigentümer und haltet es exakt schriftlich fest, damit er im nachhinein nicht nochmal kommt.

die 70€ würde ich meinem sohn grade abziehen, und ihm klar machen das er mehr als nur glück damit hatte.

 Ich denke auch man sollte die Sache ohne die Polizei regeln ,  allerdings sollte dein Sohn die Sache auch spüren in Form von Taschen Geld oder irgend etwas , kürzen oder stoppen  👍

Shadyluder1989 30.11.2016, 08:05

Genau das wollte ich auch gerade schreiben🖒

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Also das Fahrrad natürlich zurück geben. Wenn er es umlackiert hat, dann ha er eine Sachbeschädigung zu dem durchgeführt.

Ich persönlich würde mich mit dem Eigentümer versuchen zu einigen. Wenn das Rad kein alter Kasten war gebt ihm das Geld dann ist die Sache aus der Welt.

Mit 15 ist der Junge strafmündig, d. h., er könnte strafrechtlich belangt werden. Wird eine Selbstanzeige gemacht ist es trotzdem noch möglich, dass der Geschädigte wegen den Dingen am Fahrrad einen geldwerten Ersatz fordert.

"Mir tun die 70€ nicht weh und Polizei muss ja auch nicht sein."


Durch die Tatsache, dass das Fahrrad umlackiert und auch noch beschädigt wurden, sind die erwähnten 120,-- € (gesamt) wohl nicht übertrieben. Bei einer Selbstanzeige dürfte der "Spaß" noch etwas teurer werden. Aus dem Grund wäre es wohl schon die beste Lösung sich mit dem Eigentümer in diese Richtung zu einigen. Du solltest noch auf "Nummer sicher" gehen und Dir den Betrag quittieren lassen, in der Art "für Reparaturkosten an Fahrrad"...

Hoffe jedoch, dass nicht Du, sondern Dein Sohnemann die 70,-- € bezahlt, ansonsten macht es eher keinen Sinn... 


Ich würde bezahlen und würde das Geld vom meinem Kind zurück verlangen bzw kein Taschengeld mehr. Und ihm klar machen das er dankbar seien kann das er nicht angezeigt wird, den Strafmündig ist er schon.

Ok, danke für die schnellen Antworten. Natürlich nicht mein Geld. Mir ging es nur darum, nicht das das irgendeine Masche ist. Ich kenne die Leute nicht weil ich gestern noch auf Arbeit war. Ich werde heute ein Schriftstück aufsetzten und dann bezahlen.

dann wird dein sohn bestraft

DU, als erwachsener, reifer erziehungsberechtigter musst wissen, ob es euch 70€ wert ist, dass dein sohn keine probleme wegen diebstahls bekommt

also ICH, als vater, der auf der höhe ist, wüsste, was ich tu

und dann musst du den schadensersatz auch noch zahlen

das geld zahlst du immer, zusätzlich zur strafe dann

also wenn du dich dafür entscheidest das Geld zu zahlen sollte dein Sohne es unbedingt von SEINEM TASCHENGELD bezahlen und icht du!! So lernt er ja nur draus: Mama / Papa wird's schon richten.

Warum muss der Kumpel weniger zahlen als dein Sohn? Kennt ihr den Besitzer des Rades?

Ganz einfach :

DEIN SOHN muss ihm den Schaden ersetzen und bezahlen, nicht Du !

-Weil Du schreibst "Mir tun die 70 € nicht weh..."

dandy100 30.11.2016, 08:06

Da er erst 15 ist, wird er das Geld wohl kaum haben.....

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GMMediadesign 30.11.2016, 08:30

Dann muss er sich das halt zusammenarbeiten

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Eine Selbstanzeige?

Sorry, aber was ist das denn für eine absurde Idee?

Was soll denn das bringen, ausser dass Dein Sohn dann aktenkundig ist?

Wenn er das Fahrrad umlackiert hat, ist es ja nur recht und billig, für den "Schaden" zu bezahlen - ist doch ok, sowas zu regeln, ohne mit dem Gesetzbuch zu wedeln.

Statt froh darüber zu sein, willst Du Deinen Sohn jetzt noch absichtlich in Schwierigkeiten bringen? Versteh ich nicht


Muhtant 30.11.2016, 08:08

Aktenkundig...hahaha...ich lache mich weg.

Relevant ist nur das, was im Führungszeugnis steht und im Führungszeugnis stehen wiederum nur die Taten, bei denen Du zu:

- einer Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten


oder zu einer

- Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen verurteilt wurdest.

Sowas gibt maximal 30 Sozialstunden.



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dandy100 30.11.2016, 08:09
@Muhtant

Bei der Polizei ist er defintiv aktenkundig, und falls er nochmal was anstellen sollte, würde das völlig anders bewertet - da gibts absolut nichts zu lachen!!!

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PolluxHH 30.11.2016, 11:39
@dandy100

"Aktenkundig" bedeutet einen Eintrag in das Bundeszentralregister BZR, wobei Erziehungsmaßregelungen nach §§ 9 ff. JGG und Zuchtmittel nach §§ 12 ff. nicht zur Eintragung in das BZR kämen. Hier aber ginge es wahrscheinlich um einen besonders schweren Diebstahl []in Verbindung mit Sachbeschädigung, Strafmaß 3 Monate bis 10 Jahre (was auf etwas mehr als 30 Sozialstunden schließen ließe), also ist eine der oben genannten Maßnahmen nicht anzunehmen, also ist von einer Eintragung in das BZR bei Selbstanzeige mehr als wahrscheinlich. Der Eintrag bliebe 5 bzw. 10 Jahre erhalten und wäre auch Bestandteil eines behördlichen Führungszeugnisses. Eine Beamtenkarriere im unteren oder mittleren Dienst könnte also schwierig werden.

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