Fahrradbekleidung für Winter / Regen, Schuwerk? etc

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Das Bandera ist wie ein Schlauch. Man kann es einfach über den Hals ziehen und es ersetzt den Schal perfekt. Zudem kann dass Bandera am Hinterkopf hochgezogen werden wie eine Kaputze. Das mache ich immer so im Winter. So wird das Mittelohr und das Ohr gegen Kälte und Wind geschützt, gleichzeitig ist es dünn genug, um unter den Helm zu passen und ist nicht zu warm beim Fahren. Ohne Helm kannst Du es wie eine Pudelmütze tragen, wenn Du oben einen Knoten rein machst. Damit ist es sehr universal! Gibt es oft zum Anfang der kalten Jahreszeit bei den Discountern, kostet unter 3 €.

Hier ein Anbieter: http://www.roseversand.de/artikel/had-funktionstuch-keeps-fresh/aid:140145

Nun, ich hatte in meinem Outdoor-Leben so einiges an Funktionskleidung an. Für das Radtrekking würde ich eine Outdoor-Jacke empfehlen. Diese ist zwar nicht sooo windschnittig wie Radbekleidung, allerdings oftmals wesentlich robuster. Der weite Schnitt ist besser für das Zwiebelprinzip. Wie gut Funktionswäsche und Jacken aus dem Discounter sind ist schwer zu vermitteln. Das Prinzip gegen Feuchte aller atmungsaktiver Bekleidung setzt auf einen gewissen Wasserdampf-Überdruck den Du haben musst, damit die Feuchtigkeit nach aussen transportiert wird. Je kälter es ist, desto besser sollte es funktionieren. Allerdings setzt sich IN der Aussenjacke die Transpiration oft ab, die Jacke ist dann innen feucht. Grund ist, das hier bereits das Kondensationsniveau erreicht ist, das heisst, hier ist die Wärme bereits so gering geworden, dass die Feuchtigkeit nicht mehr gehalten werden kann. Das ist meiner Erfahrung nach bei teurer Markenwaren ebenso der Fall, wie bei Jacken aus dem Lebensmitteldiscouter für 15 Euro. In der Verarbeitung und dem Tragekonfort werden sie sich bestimmt unterscheiden.

Im Sommer über den Winter nachzudenken funktioniert nie ganz. Dafür ist es grade zu angenehm. Vielleicht daher kurz meine tägliche Kleiderordnung für die ekeligen kalten Tage: Langes Funktionsunterhemd mit langen Rücken, darüber langes Radtrikot für den Winter, dann die Softshell-Jacke, dann die Regenjacke. Lange Ski-Unterhose, dann Winter-Radsporthose, gegen Regen noch eine Regen-Überhose (evtl. die Unterhose weglassen) Schuhe: Dicke Socken, Überschuhe, normale/Outdoor-Sportschuhe, keine Clickies wg. Rutschgefahr. Kopf/Hals: Bandera, evtl. Radmütze, Helm. Gegen Regen evt. Helmüberzug. Hände: Lange Radfahrhandschuhe für den Winer, eine Nummer größer mit Inlets.

Gute Erfahrung habe ich mit der Radsportbekleidung aus A***-Süd gemacht. Alles auch Funktionswäsche, die Sitzpolster sind gut, der Rest solide. Für 1/10 des Preises, den Radkleidung sonst wo kostet. Allerdings gibt es nicht immer auch Damenmodelle.

Das Bandera ist zwar nicht schön, aber praktisch. Und darauf kommt es ja an.

Ich denke die Winddichte ich besonders wichtig, gerade beim Fahrrad fahren. Werde wohl an so einer Jacke nicht drum herum kommen. Oder kommt durch das Zwiebelprinzio auch bei einer normalen Outdoorjacke kein Wind mehr durch?

Muss die Regenjacke auch atmungsaktiv sein? Oder ist das nicht machbar, winddicht und wasserdicht?

Merkt man bei der Skiunterhose die Nähte? Stören Nähte überhaupt? Oder ist das einfach bei jedem unterschiedlich?

Ich habe bis jetzt immer gelesen, dass die Kleidung an den Beinen eng anliegen sollte, um keine Reibung und Druckstellen zu haben. Hast du mit Regenhose damit nach einiger Zeit Probleme?

Vielen Dank für den Tipp. :) Sind dort die Nähte an den Unterhosen und Hosen sauber und flach gearbeitet?

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@sunshine1992

Outdoorjacken sind heute i.d.R. atmungsaktiv, regendicht, winddicht. Bei den Nähten für U-Hosen und Regenhosen musst du selbst das angebotenen Material prüfen. Meine Ski-U-Hose reicht, die Regenhose hat ihren Job getan. Das generelle Problem: Bei all dem Zeug, das Du anhast sinkt die Möglichkeit völlig reibungsfrei auf dem Sattel zu sitzen. Und bei dem zu erwartenden Wetter hat Radfahren nur noch einen Spaßfaktor wenn Du trocken bleibst. Im Winter kommen ja noch die vielen ungeräumten Straßen dazu. Also flache Nähte ist da fast ein sekundäres Thema :) Hast Du schon Tourenerfahrung mit dem Bike?

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@CaptainSpoke

Was genau versteht man unter "windschnittig"? Ich habe gegoogelt, aber ich finde nichts, was mir weiter hilft.

Ich bin höchstens mal 15 km gefahren. Also Erfahrung habe ich nicht wirklich. Deswegen stelle ich ja so viele Fragen. :P Bin für jeden Tipp oder Erfahrungsberichte dankbar! :)

Du hast mir schon sehr weiter geholfen, danke!

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@sunshine1992

Hi, "windschnittig" ist es, dem Wind möglichst wenig Widerstand zu geben; Das ist die große Kunst, die uns Radfahrer auszeichnet ;) Du fährst von einer Familie zur nächsten, schreibst Du. Wie oft wirst Du das machen und auf welche Dauer? Wie weit werden Deine Strecken sein? Falls das Radfahren ein wesentlicher Bestandteil Deiner Reise ist, wäre mehr Erfahrung nicht schlecht. Grade schlechtes Wetter fordert mentale Stärke auch durchzuhalten, wenn es körperlich nicht so anstrengend ist. Sind es auch noch lange Distanzen, brauchst Du Selbsteinschätzung und ein wenig Disziplin, ebenso dicke Nerven. Auch das Fahrrad technisch zu beherrschen (richtige Gänge, Handling in brenzligen Situationen) erfordern Erfahrung. Idealer Weise kannst Du Dein Rad selbst reparieren. Damit will ich Dir keine Angst machen, aber diese Dinge sind m.E. genau so wichtig, wie die Klamotten. BTW: Niemand lernt aus, man macht immer Erfahrungen.

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@CaptainSpoke

Ich habe vor nach circa drei Wochen zu der nächsten Familie zu fahren. Also bin ich monatlich unterwegs. Die Dauer weiß ich noch nicht. Kommt drauf an, wo ich genau arbeite... ich denke die Strecke kann auch mal etwas länger werden. Aber ich mache zwischendurch Stopps, sodass ich nicht ein oder zwei Tage den ganzen Tag fahren muss.

Ich habe 4 Fahrradtaschen am Rad - windschnittig hat sich wohl damit erledigt. ^^

Vielen Dank für diesen Ratschlag! Darüber habe ich noch gar nicht so genau nachgedacht. Ich denke ich bin dem gewachsen. Sobald ich die Radbekleidung habe, werde ich längere Strecken fahren, um selbst Erfahrung zu sammeln. :)

Du hattest ja geschrieben, dass du ein langes Funktionsunterhemd und ein langes Radtrikot für den Winter trägst. Meinst du mit "langes Radtrikot" ein Langärmliges oder eines, dass am Oberkörper länger ist?
Trägst du die langen Oberteile nur im Winter?
Wie viele Oberteile sollte ich dabei haben? Zwei Tops und zwei T-Shirts müssten doch reichen oder?
Mir wurde geraten eine dünne Sportjacke oder eine Fleecejacke unter die Softshell-Jacke im Winter anzuziehen. Trägst du sowas gar nicht? Bist kälteempfindlich? Ich friere bei kalten Temperaturen nämlich recht schnell. Schütz eine Fahrradbrille auch gegen Regen, damit ich ausreichend sehen kann?
Was trägst du für Socken? Brauche ich spezielle?

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Sunshine, lieben Dank für den Stern. Ich freue mich, dir weitergeholfen zu haben. Viel Erfolg und Spaß in GB und Irland!

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Hi, Du hast sehr viele Fragen, die Du mit ein wenig Radler-Erfahrung selbst beantworten könntest. Generell machen Dir kalte Bedingungen zu schaffen? Da ist nicht nur das Problem der richtigen Kleidung, sondern auch des "bescheidenen" Wetters. Vielleicht sagst Du, wo es lang gehen soll? Globetrotter haben seltener Clicpedale an. Überschuhe halten warm, auch wenn sie ungefüttert sind, es kommt aber auf die Umgebungstemp. an. Bei unseren Wintern, die ja durchaus streng sind (NRW) waren die Überschuhe hilfreich. Zwiebelprinzip beginnt mit einem Funktionsunterhemd aus einer Kunstfaser, dann Oberhemd/Fleece (beides Kunstfaser), dann Atmungsaktive Oberjacke. Baumwolle saugt sich voll Nässe und gibt diese leider nicht mehr ab, das Zwiegelprinzip bedeutet: Man schält sich, je nach Temperatur aus den Klamotten. Die Atmungsaktivität der Sachen sollte durch Baumwolle nicht unterbrochen werden. Wie viele Schichten Du trägst hängt vom Klima (Temp + Niederschlag) ab. Je mehr, desto weniger frei beweglich sitzt Du im Sattel. Im Winter sind das locker zwei Gänge langsamer bei mir. Fingerhandschuhe sind vielleicht besser beim Schalten/Bremsen, Fäustlinge sind wärmer. Anstelle eines Schals empfehle ich ein Bandera. Das dünne Ende kann auch unter dem Helm getragen werden, wenn es von hinten übergezogen wird, wie ein Kaputze. Der dicke, warme Teil ersetzt den Schal, ist aber dünner und sitzt dicht. Regenhauben / Capes nutzen nichts, da sie perfekte Segel für den Wind sind. Ich denke, einige paar Socken wären hilfreich. Mache dich den Sommer über mit mehrtägigen Radfahrten vertraut und Du wirst sicherer in der Wahl der Mittel. BTW: Die Discouter haben oft gute Klamotten, die ich auch nach Jahren noch nicht zerschlissen bekomme, grade für das Rad. Also, auf die Angebote von A*** schauen.

Danke für die hifreichen Tipps. :)

Klar kann ich die Erfahrung selbst machen, aber ich möchte trotzdem alles organisieren und mich informieren, soweit wie es geht. Ja, ich bin eigentlich ein ziemlicher Frostköttel. :D Ich fahre nach England und Irland.

Das mit dem Bandera klingt gut. Ich finde nur leider kein Foto im Netz. Gibt es dafür auch eine andere Bezeichnung? Oder kannst du mir einen Link schicken?

Ist die Kleidung von Discountern auch genügend atmungsaktiv?

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Waschen kannst du täglich, indem du etwas mit unter die Dusche nimmst. Also reicht Wäsche/Shirts dreifach. Bei Regen würde ich grundsätzlich nicht fahren. Dein Gepäckbedarf würde sich fast verdoppeln, das Unfallrisiko steigt erheblich, und Spaß macht es kaum. Ausserdem gibt es keine Fahrradbekleidung, die es wirklich schafft, genügend luftig und gleichzeitig warm und wasserdicht zu sein. Du kannst besser bei Regen Tempo machen, um dich warm zu halten, solange du Kraft hast, als unter einem Regenschutz durch die Gegend zu eiern.

Hm ich wollte nicht unbegingt auf einem Campingplatz zelten. :P Wie gesagt: Ich habe begrenztes Budget. Trotzdem eine gute Idee mit der Dusche, danke. =)

Ich muss aber auch im Winter fahren; also MUSS ich ja so viel mitnehmen. :/

Würdest du trotzdem raten eine Jacke mit Regenschutz an der Kapuze zu kaufen? Oder sonstigen Kleidungsstücke?

Hast du schon mal eine Tour gemacht? Oder hast du die Infos aus dritter Hand?

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@sunshine1992

Touren mache ich nur im Sommer. Unter Regenbekleidung kann man dann nicht zügig fahren, weil einem zu warm wird. Das könnte im Winter etwas anders aussehen, aber gut ist es auf keinen Fall. Bergauf wird dir schnell zu warm, und bergab wirst du zum Eiszapfen. Einen Regenschutz braucht man natürlich immer, schon damit man trocken die nächste Unterkunft erreicht. Aber eine ganze Etappe trotz Regen zu fahren, ist nicht zu empfehlen.

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@jobul

Ich werde natürlich versuchen nicht zu fahren, wenn Regen fällt. Aber ich bin monatelang unterwegs und fahre von einer Familie zur anderen, um dort zu arbeiten. Ich denke da muss ich den oder anderen Tag auch bei strömenden Regen fahren.

Vielen Dank für deine Hilfe! :)

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