Fahrrad Scheibenbremsen

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8 Antworten

Welches Fahrrad? Ofrroad ist eine Scheibenbremse besser da die Felge oft im Dreck eintaucht und dann eine Umdrehung braucht bis der meiste Dreck weg ist und die Bremswirkung einsetzt. Sonst ist eine Felgenbremse praktischer und leichter zu warten. Auch der Fahrradtransport im Kofferraum wird leichter.

Es gibt V-Brakes (Felgenbremsen), mechanische und hydraulische Scheibenbremsen. Es gibt noch andere Typen, dass sind aber Spezialfälle oder veraltete Methoden.

Von mechanischen Scheibenbremsen rate ich eher ab, da sie meist weniger Bremskraft haben als V-brakes. Hydraulische Bremsen bieten eine hohe Bremskraft und lassen sich besser dosieren als V-Brakes (Es gibt auch hydraulische V-Brakes, glaube ich, ist aber ein Spezialfall), da der Bremshebel weniger Widerstand hat als beim mechanischen System.

Für die Stadt und den normalen Alltagsnutzen reichen V-Brakes völlig, die höhere Bremskraft von hydraulischen Scheibenbremsen ist sinnlos, da man die Reifen auch mit ordentlich eingestellten V-Brakes zum Blockieren kriegt. Außerdem lassen sich V-brakes leichter reparieren / einstellen und sind insgesamt günstiger. Lediglich wenn man an Atrose leidet oder aus anderen Gründen keine so hohe Kraft in den Händen entwickeln kann, sind hydraulische Bremssysteme in der Stadt nötig.

Naja, die Cross-Cantis sind meiner Meinung nach schon noch eine Erwähnung wert. Die bremsen gut und sind noch einfacher einzustellen als eine V-Brake. Man hat etwas mehr Spiel an der Felge. Außerdem setzen sie sich nicht so leicht zu.

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es gibt noch Trommelbremsen (gerne auf dem Hollandrad, aber auch die schnellsten Räder überhaupt, werden trommelgebremst) Rollenbremsen (gerne bei mittleren Shimanos für City und Trecking) und natürlich die Rennradbremsen, wobei es hier erste Versuche Richtung Scheiben gibt.

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@espressionant

Die schnellsten Räder überhaupt haben keine (nennenswerten) Bremsen. Deswegen haben die ja bei den Rekordversuchen immer so einen Spaß, ihre Fahrer einzufangen, wenn sie im Ziel ankommen (die können die Beine nicht "mal eben auf den Boden stellen"). Allgemein taugen Trommelbremsen fast gar nicht.

Um mal auf Deine "schnellen Räder" abzuheben: Die sind nur dann schnell, wenn man sie nicht oft bremsen und beschleunigen muß. In dem Moment, da man mit einem Velomobil in richtigen Verkehr (oder in die Nähe einer Stadt) gerät, ist man mit Trommelbremsen gezwungen, vorsorglich abzubremsen, weil ja etwas kommen könnte, während der sich Scheibenbremsen-Benutzer bis zum letzten Moment Zeit lassen kann und deswegen weniger Arbeit vorzeitig vernichtet.

Scheibenbremsen am Rennrad waren bis vor kurzem kein Thema, weil sie von der UCI verboten waren (warum auch immer, die Begründung habe ich nicht kapiert) (das Gewicht ist es auch nicht, Räder müssen ja schon künstlich schwerer gemacht werden, um die vorgeschriebenen 6500g Minimalgewicht zu erreichen). Das Problem ist hier die Stelle, an der die Kraft ansetzt – unten herum sind Rennrad-Gabeln ein wenig filigran.

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@espressionant

Weit ab vom Thema, aber: Ich fahre ein Strada und hatte eine Zeit lang parallel ein Quest (--> Gewichtsunterschied 2kg). Ich war auf typischen Strecken (im Schnitt jeden km eine Ampel oder ein anderes Hindernis) mit dem Strada schneller, weil ich wesentlich später bremsen mußte und soweit ich weiß, dürfte ich der einzige sein, der diesen Vergleich überhaupt hatte, die Teilnehmer ihm VM-Forum haben – wie meistens – ihre "Erfahrungen" aus der hohlen Hand gegriffen (siehe auch die Messung zur Frage "wieviel Kraft verschwenden Kettenleitrohre" oder ähnliche Gerüchte).

Es ist auch klar, daß Trommelbremsen besser als gar nichts sind, also beschwert sich auch keiner, der in dem Zusammenhang noch nie etwas besseres erlebt hat. "Tut es doch." Aber gut werden diese Bremsen davon auch nicht.

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Bei Mountainbikes und Trekkingbikes gibt im Moment drei nenneswerte Systeme: mechanische V-Brakes, hydaulische Felgenbremsen und hydraulische Scheibenbremsen. Bei allen drei Systemen ist die Bremskraft sehr gut und völlig ausreichend, auch wenn sie bei den hydraulischen Systemen doch noch etwas besser ist. Die Dosierbarkeit ist bei den hydraulischen Systemen ebenfalls etwas besser. Der ganz große Vorteil von Scheibenbremsen gegenüber den Felgenbremsen ist die wesentlich bessere Leistung bei Nässe und Schmutz, da das Wasser zwar schnell auf die Felge gelangt, aber nicht so schnell auf die Scheibe in der Mitte des Rads. darüber hinaus werden Wasser und Schmutz über den hohen Anpressdruck und die Löcher der Scheibe abgeleitet. Fazit: Bei trockenen Bedingungen haben Scheibenbremsen keine nennenswerten Vorteile, bei Nässe jedoch sind die Vorteile deutlich spürbar. Letzter Hinweis: Finger weg von mechanischen Scheibenbremsen, die taugen nichts.

wieviel Geld willst Du den ausgeben? Und wieviel willst du fahren?

wenig Geld => dann empfehle ich V-Brakes oder Cantis (achtung, der Hebel ist anders). Die Bremsen kann man schon für weniger als 20 Tacken bekommen. Wichtig sind dabei die Beläge. Man muss einen Kompromiss aus Nassbremsverhalten und Felgenabnutzung finden.

Bei mehr Geld würde ich auf Scheiben umsteigen, einfach weil es mehr Spaß macht. Einfache Hydrauliker gibt es schon für weniger als 100 komplett. Nach oben ist dann keine Grenze offen...

Prinzipiell bestimmt die Bremse noch die Auswahl des Laufrades mit. Mit Scheiben kann man fast alle Felgen fahren. Man kann sogar eine kleineres oder größeres Rad einspannen. Fast alle hochwertigen Laufräder sind auf Scheiben ausgelegt. Ausnahme sind sind Rennrad-Räder. Räder mit wenig Speichen oder Radial gespeichte Rder lassen sich mit Scheiben nicht fahren. Carbonräder haben gewöhnlich Naben ohne Scheibenaufnahme.

Das beste ist, dass Du Dir Deinen Anwendungsfall überlegst, und Dich dann beraten lässt. Gehe dazu am besten in das passende Forum. Wundere Dich aber nicht, zu Scheibenbremsen gibt es sehr ausgeprägte Meinungen....

Scheibenbremsen sehen besser aus, sind schwerer und teurer. Dazu ist die Wartung komplizierter. Die Bremsleistung ist nicht besser, da die Felge, die bei den Standardbremsen die Aufgabe der Scheibe übernimmt, einen viel größeren Durchmesser hat.

Nachteil der Felgenbremsen ist, dass sie sich schneller mit Dreck oder Schnee zu setzen und man deshalb im Schneesturm immer wieder wenigstens die Vorderbremse frei bremsen muss.

nicht zu vergessen, dass Felgenbremsen die Felge abnutzen. Eine durchgebremste Felge ist dabei komplizierter zu wechseln, als eine Scheibe.

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@FelixLingelbach

Ich habe dafür weniger als zwei Jahre gebraucht und als die Felge versagte, war ich gerade bergab unterwegs... Merke: Nicht alle Felgen sind auf Haltbarkeit optimiert.

"Das Rennrad arg den Fahrer foppt Wenn der zu spät vorm Abgrund stoppt."

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@espressionant

Wer bremst verliert. wie seid Ihr unterwegs? Als Radrennfahrer habe ich früher mehr als 20000 km im Jahr zurückgelegt und auch danach war ich in der Nähe von 10000. Bin nun 64 Jahre alt und habe noch nie eine gefährlich angebremste Felge gesehen. Offensichtlich habt ihr immer viel Dreck und Sand auf der Felge. Offensichtlich seid ihr eher offroad unterwegs.

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@FelixLingelbach

Nein, aber 104 kg auf meiner Waage. Dazu kommt, daß ich mit dem Ding in ziemlich schlechten Wetter auf nicht zu sauberen Straßen unterwegs war. Das ist nicht wirklich lebensbejahend für die Felge.

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@kuku27

Ich kann ja nicht für die anderen sprechen, aber für mich haben 600 km in Frankreich und Luxemburg gereicht, um einen Satz Bremsklötze wegzuhobeln und in der Felge Riefen zu hinterlassen; mit Straßenreinigung haben die es da nicht so und bei Regen hat man den Dreck in der Bremse. Wenn man das öfter macht (auf etwas über 19000 km bin ich in diesem Jahr auch schon, allerdings fahre ich schon lange kein Rennrad mehr) geht das auf das Material.

Natürlich kann man auch auf das Bremsen verzichten, aber mir persönlich ist es lieber, nicht in irgendein Auto zu fahren, das wird sehr schnell sehr teuer.

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@kuku27

Doch, Kuku, ich kann da Noses nur beipflichten. Hätte ich meinen alten Job noch, wäre ich heute schon 35 km auf dreckigen und teileweise verschneiten Rad- und Wirtschaftswegen unterwegs gewesen bei einem Geamtgewicht (Fahrer + Fahrrad + Winterklamotten + Gepäck) von 120 kg. Diesen Einsatz haben meine sehr guten MA 40 nicht lange überlebt. Die platzen an der Seite auf, was zum Glück erst einmal nicht sehr gefährlich ist. Erst danach reißt die Flanke und wickelt sich ab, sollte man so blöd sein, mit der Felge noch weiter zu fahren.

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@kuku27

meine 600er mit Mavic Felgen von '91 haben es noch nicht mal geschaft, das Ceramic anzukratzen. Soviel wie Du fahre ich nicht, aber mehr als 30k habe ich damit schon runter. Ist auch noch die erste Kette und sind 12kg für ein RR

Den LX-Shimpansos kann man zuschauen wie sie die einfachen Alu-MTB-Felgen futtern. In denen habe ich Aluspäne gefunden. Jetzt habe ich gelbe Jagwire Beläge (nur wegen des Aussehens) und der Belag ist auf einem sauberen Rad nach weniger als 100km schwarz!

Es kommt also nicht nur auf den Dreck an!

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@espressionant

Habe bei meinem Cityradl die billigsten Nonamefelgen drauf, habe das Radl seit 8 Jahren, dürfte mittlerweile 12-15Jahre alt sein, grob über den Daumen bin ich damit 40.000-50.000km gefahren, von Straße über Feldwege und auch mal pure Schlammwüste war alles dabei. Und meine Felgen haben noch viel drauf (sieht man ja an dieser Rille). Ich habe vielleicht schon viele Reifen durchgefahren (5-8, glaube ich), aber die Felgen sind immer die gleichen geblieben, interessanterweise ebenso der komplette Antrieb ...

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Scheibenbremsen wirken wesentlich besser als alle anderen Methoden (ggf. mit Ausnahme des Abwurfs eines Ankers, aber der hat dafür ganz andere Nachteile). Dazu kommt, daß Felgenkneifer auch immer zu einem Abrieb der Felge führen und ich schon selber erlebt habe, was passieren kann, wenn die Felge irgendwann zu dünn wird; bei einer Scheibenbremse bekommt man die Verluste an der Bremsscheibe wenigstens mit.

Egal welche Technik eingesetzt wird, sollte man dringend Ahnung davon haben, wie sie funktioniert und wie man sie wartet (oder wer sie warten kann). Bei Scheibenbremsen (egal ob hydraulisch oder mit Seilzug) muß man den Einbau neuer Bremsklötze üben, weil die präzise Einstellung ein wenig fummelig ist (von ihr hängt aber der Material-Verschleiß ab – der Satz Bremsklötze, den ich nicht gut zentriert hatte, hat nur halb so lange wie die anderen gehalten).

Bei der Wahl des Bremssystems sollte man auch seine Wartungsanfälligkeit im Hinterkopf behalten. Trommelbremsen halten wahrscheinlich 50000 km ohne Wechsel der Bremsbeläge durch, irgendwelche hyper-leichten Scheibenbremsen sparen die 2g Bremsbelag ein, die ein Wartungsintervall von mehr als 2000 km erlaubt hätten. Hydraulische Systeme (mit Öl oder Schwefelsäure als Übertragungsmedium) brauchen ab und zu komplexere Wartung während Züge im Winter gerne mal einfrieren, weil Wasser in die Zughüllen eingedrungen ist..

Ich selbst neige zu mechanischen Scheibenbremsen, weil ich es mir auf langen Strecken nicht leisten kann, meine Ausrüstung nicht selber reparieren zu können.

Mechanische? Die BB7?

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@FelixLingelbach

Ja. Mit BBB-Belägen (weil die Originale echt nicht taugen) oder mit (wenn ich sie finde) Swisstop. Die kann man unterwegs nachstellen, wenn man muß, ich kann einen neuen Zug verfädeln, wen etwas reißen sollte und mir läuft die Bremsflüssigkeit nicht heraus, wenn ich den Lenker in die falsche Richtung drehe. Alles in allem ideal, weil ich alle Stellen, wo Wasser in den Zug laufen könnten, eh abgedeckt habe oder sie Öffnung nach unten zeigt. Und wo der Mitfahrer mit den Trommelbremsen schon 30 Sekunden vor der Ampel am Anker zieht, habe ich noch 25 Sekunden Zeit, mir zu überlegen, ob das überhaupt notwendig wird. Das einzige, was mir fehlt, ist eine größere Scheibe, aber die paßt nich zu den Rädern, man will ja keine Regenwürmer skalpieren.

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Scheibenbremsen beim Fahrrad? Das geht gar nicht, weil das Fahrrad-Rad Speichen hat...

Meinst du das jetzt ernst?

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@ghost40

Natürlich. Scheibenbremsen hat man beim Auto, damit mehr Widerstand und somit eine grössere Verzögerung entsteht. Beim Fahrrad macht das wenig Sinn. Undbich weiss nicht, wie man beim Fahrrad eine Scheibenbremse anbringen soll/kann.

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@fserenade

"Undbich weiss nicht, wie man beim Fahrrad eine Scheibenbremse anbringen soll/kann." ok, Antwort erübrigt sich...

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dämliche Antwort ...

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Hallo,

Meiner Meinung nach kann man besser mit Scheibenbremsen bremsen und die nutzen nicht so schnell ab. Die Bremsklötze wechselt man doch von Zeit zu Zeit mal aus, weil die abgenutzt sind. Sonst frage doch einfach mal einen Fahrradhändler, der hat doch Ahnung davon.

VG

Der Händler verdient an der Scheibenbremse doppelt, erst beim Verkauf des teuren Teils, später noch beim Entlüften, was allein nicht so einfach ist. Was wird er also empfehlen?

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