Fahrprüfung für Senioren?

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10 Antworten

Hallo!

Mein Opa ist Auto gefahren, bis er 87/88 Jahre alt war. Er verursachte sein Leben lang nie einen Unfall, hat sein letztes Auto (ältere Mercedes E-Klasse) auch nie irgendwie verkratzt (noch nicht mal an der Garageneinfahrt), beherrschte auch den Stadtverkehr von Frankfurt/Main noch absolut perfekt & ich fühlte mich bei ihm nie unsicher. Im Gegenteil ---------> ohne zu übertreiben, einen umsichtigeren Autofahrer als meinen Opa habe ich nie erlebt und nie mehr wieder kennengelernt. Ich fühlte mich bei ihm deutlich sicherer als bei den meisten Autofahrern in meinem Alter (bin jetzt knapp 26). Ein Verkehrshindernis war er trotzdem nicht... er fuhr nicht ständig im Grenzbereich, aber auch nicht extrem langsam. Er fuhr vorausschauend. 

Mein Opa hat das Fahren aufgegeben, als sein Benz den TÜV nicht mehr schaffte, ohnehin schon über 20 Jahre alt war & er selbst auch zum Schluss keinen echten Spaß mehr am Autofahren hatte. Ein neues Auto wollte er sich auch nicht mehr kaufen... er hat sich zwar den Kauf einer neueren gebrauchten E-Klasse kurzzeitig überlegt, da war ich mit ihm beim Mercedes-Händler.. aber er schlug es dann doch aus, weil er zum Schluss höchstens 3000 Km im Jahr fuhr & sich ein eigenes Auto nicht mehr lohnte. Außerdem war in der Familie immer jemand da, der ihn im Zweifelsfall womit mitnahm. Zu Fuß war er auch noch gut & konnte kleine "Gänge" wie zum Einkaufen selbst erledigen. Für ihn war das kein Einschnitt. Den Führerschein hat er aber nie abgegeben, hätte er auch nicht gehabt.

Nun... lange Rede, kurzer Sinn ----------> ich bin eigentlich weder für noch gegen solche Tests. Grundsätzlich ist das schon eine sinnvolle Idee, aber zu kurzsichtig: Wer heute vllt. in meinem Alter ist, sich über langsam fahrende Opas usw. aufregt, der wird i.wann selber in dem Alter sein, wo er solche Tests dann durchlaufen muss.. und da viele Senioren im Alter entsprechend beratungsresistent sind & nie auf das Auto verzichten würden, wäre dann Terz vorprogrammiert ---------> wer diese Tests heute will wird wenn er mal selber so alt ist wahrscheinlich genauso rumschreien und sich rechtfertigen wie es die Senioren heute tun, denen die Fahrtüchtigkeit angezweifelt wird. Wir bleiben alle nicht ewig jung, agil & flink!

Und wenn man alte Fahrer doch testet, sollte man definitiv auch junge Risikofahrer prüfen --------> und diese bitte sogar jährlich. Ich kenne viele Leute in meinem Alter, von denen eine weitaus weitaus größere Gefahr ausgeht als z.B. von einem Opa, der seinen alten Omega einmal pro Woche aus der Garage holt & 3 Kilometer zum Einkaufen ins Industriegebiet fährt.. echt wahr! Mit meinem Bruder z.B. fahre ich garnicht mehr Auto, weil er so unsicher & beinahe kriminell fährt. Junge Leute vor allem mit zu starken Autos fehlt oft die Erfahrung & die Beherrschung ihres Fahrzeugs.. und die Opas machen langsames Fahren & schlechtere Reaktionsfähigkeit durch ihre Erfahrung aus 40-50 Jahren Fahrtätigkeit wieder wett. Bei uns in der Gegend passieren schwere Unfälle immer von Fahranfängern oder Leuten unter 25.. es ist erst tragischerweise wieder 'ne 19-Jährige gestorben bei einem solchen (selbst verschuldeten) Unfall.. während die ganzen Opas unauffällig sind. Und gerade solche Unfälle werden ja oft ausgeschlachtet bis zum Ende um diese Diskussionen über alte Fahrer anzustacheln ---------> ist auch nicht okay, finde ich.

Ich wäre eher dafür, für Fahranfänger Dinge wie ein Sicherheitstraining etwa vom ADAC verpflichtend zu machen. Das hilft viel mehr & macht außerdem echt Spaß.. ich hatte das auch mal absolviert ;)

Außerdem fahren nicht alle Senioren wirklich schlecht Auto ---------> pauschalisieren sollte man nicht. Man sollte höchstens dann die Leute zum Test schicken, wenn sie auffällig werden, etwa wenn es ständig Versicherungsschäden gibt oder Ähnliches. Dann sollte man eingreifen.. also nur wenn es einen Grund gibt!

Allerdings hat so ein Vorhaben keine Chancen: Politisch ist das in einer Welt, in der Leute immer älter werden, sowieso nicht umsetzbar. Wird sowas eingeführt, sind auch die Rentner als Gruppe die noch einigermaßen zu den Wahlen geht & oft die selbe Partei wählt "wie früher" auch nicht mehr gut auf die Partei zu sprechen, die sowas anregt & das kann sich in Zeiten von Politikverdrossenheit keiner mehr leisten. Wer den Senioren irgendwas Derartiges vorsetzt, schießt sich & seine Partei ins Abseits.

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Ich bin der Meinung, dass Menschen vielleicht so ab dem 70. Lebensjahr alle fünf Jahre ihren Führerschein erneuern lassen sollten. Bestehen sie dann die Prüfung nicht, könnte man ihnen eine zweite Chance geben, hat man bei der Erstprüfung ja auch. Klappt es dann wieder nicht, sollte der Führerschein weg sein.

Junge Menschen und Führerscheinneulinge überschätzen sich oft und sind deshalb (noch) ein Risiko für die Allgemeinheit, ältere Menschen fahren umsichtiger und haben mehr Erfahrung.

Allerdings erlebe ich sie leider sehr oft auch als Verkehrshindernis, sie kommen nicht in die Pötte, fahren zu vorsichtig und behindern dadurch den Verkehr. Oft hört man ja auch von Geisterfahrern - meistens sind das alte Menschen, die mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen und dem Schilderwald und den teilweise neuen Regeln nicht mehr klar kommen.

Andere Länder, auch in der EU, haben es längst eingeführt, dass man ab einem bestimmten Alter seinen Führerschein erneuern muss. Wegen mir könnte man das gerne auch hier in Deutschland machen.

Es ist ja nicht, um die Leute zu ärgern. Es geht hierbei ja vorwiegend ums Thema Sicherheit - ihre eigene und die der Allgemeinheit.

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Kommentar von DieKatzeMitHut
19.05.2016, 11:58

Geisterfahrer fahren in den meisten Fällen nicht "aus Versehen" in die falsche Richtung, das stimmt so nicht.

Und "zu vorsichtiges Fahren" ist vielleicht nervig, aber kein Grund jemandem den Führerschein zu entziehen.

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Ganz generell denke ich, dass regelmäßige Fahrprüfungen (inklusive Sehtest) alle paar Jahre sehr sinnvoll wären - unabhängig vom Alter.

Alle 10 Jahre würden hier sicherlich schon ausreichen.


Letztendlich sollte aber vor allem jeder selbst so verantwortungsvoll sein sein Fahrverhalten regelmäßig zu reflektieren und dann auch nicht mehr fahren, wenn es nicht mehr gefahrlos möglich ist - aber natürlich ist das immer schwierig, gerade wenn man auf ein Auto angewiesen ist.



Woher nimmst du eigentlich die Aussage, dass das Risiko bei alten Menschen genauso hoch sei wie bei Fahranfängern?

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Leute, ihr tut alle so, als ob ihr niemals alt werdet. Aber ich kann euch versichern: Der Tag wird kommen. Und ich kann euch auch versprechen: Die meisten von euch werden dann anders denken.

Man kann nicht pauschal sagen, dass es ein Alter gebe, dann fällt eine Klappe, und er kann nicht mehr fahren. Wie viele Menschen in den "besten Jahren" erleiden am Steuer einen Herzinfarkt, fahren irgendwo ein und gefährden so andere Menschen.

Man kann über eine Gesundheitsprüfung und eine Nachschulung ohne Prüfung nachdenken. Die muss dann aber für alle kommen, ohne Ausnahme.

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Ich wäre für eine Fahrprüfung ab 60 und dann vll. alle 4, 5 Jahre. Allerdings würde ich dann aber auch nur eine praktische Prüfung für sinnvoll halten.

Wer noch gut fährt kommt ja ohne Prob. durch aber so könnte man gut rausfiltern wer vll. nicht mehr ganz so geeignet ist.

LG :)

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Ich bin der Meinung, dass man ab 65 alle 3 Jahre eine Fahrprüfung bzw Fahrkontrolle machen sollte. Ab 75 dann jedes Jahr. Sollte man nicht bestehen, sollte man den Führerschein verlieren. Das muss eine Pflicht sein, damit man sich nicht davor drücken kann. 

Klar alte Menschen sind nicht das Hauptproblem auf den Straßen, Jugendliche sind da kein Stück besser. Allerdings minimiert man schon mal ein Problem.

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Da üblicherweise bis zum "finalen Crash" gefahren wird, würde ich eine Nachprüfung generell befürworten, wobei junge Fahrer trotzt aller Auflagen viel öfter schwere Unfälle verursachen.

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Ich fände das sinnvoll. Z.B. ab dem 70 Lebensjahr alle zwei Jahre eine Überprüfung. Natürlich sollte der Führerschein bei gravierendem Fehlverhalten entzogen werden

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Ja wäre ich dafür. Wie oft mir schon ein Opi fast reingefahren ist weil er mich nicht gesehen hat. Aber das gilt auch für junge Leute. Wobei ich denke, dass ältere Personen einfach nicht mehr so schnell reagieren können. Mein Opa hat mit 70 aufgehört Auto zu fahren und das finde ich gut so :)

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Ab einem gewissen Alter fänd ich das schon sinnvoll, muss ich sagen. Darf aber natürlich auch nicht so viel kosten dann, würde ich sagen. 

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