Fahrlässige Trunkenheit im Straßenverkehr?

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6 Antworten

Der Straftatbestand der Trunkenheit im Straßenverkehr kann gem. § 316 Abs. 1 StGB vorsätzlich ("absichtlich") und nach Abs. 2 auch fahrlässig begangen werden.

Fahrlässig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass du nicht wusstest, dass du fahruntüchtig warst, obwohl du dies hättest erkennen können.

Grundsätzlich wiegt die Vorsatztat natürlich schlimmer und wird dementsprechend härter bestraft. Bei dieser Straftat wird insbesondere bei Ersttätern jedoch in der Regel kein bzw. nur ein geringfügiger Unterschied gemacht.

Üblicherweise gibt es hierfür eine Geldstrafe von ca. 30 Tagessätzen. Das kann aber je nach Region auch mal variieren. Zudem wird der Führerschein für ca. 9 - 12 Monate entzogen, wobei die Zeit einer etwaigen vorläufigen Entziehung in der Regel angerechnet wird.

Da es Deine Ersttat ist, Du erwachsen (21Jahre alt) bist und ausserhalb der Probezeit bist wird Dir dies als fahrlässig angelastet, also man geht davon aus dass Du Dir gar nicht darüber bewusst warst.

Es gibt auch eine vorsätzliche Trunkenheitsfahrt, das wäre zB wenn Du Dich maßlos betrinkst obwohl Du genau weisst noch fahren zu müssen und dies dann auch tust.

Bei 1,03 Promille liegst Du noch im Bereich der Ordnungswidrigkeiten und würdest eigentlich 500,-€ Bussgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot bekommen. Dummerweise gibt es da aber diese Parkkollision, das ist Verursachen eines Unfalls unter Alkoholeinwirkung bzw kann zu einer Gefährdung des Strassenverkehrs ausgelegt werden was dann eine Straftat wäre.

Nach bestehender Rechtsprechung und ganz hoheitlicher Meinung ist Fahrlässigkeit regelmäßig gegeben, sofern der Fahrer infolge bewusster Aufnahme von Alkohol in relevanter Menge objektiv fahrunsicher geworden ist (BGH DAR 52, 43).

Tritt er die Fahrt trotz objektiv gegebener Fahrtuntersicherheit an, so liegt ein sogenanntes Übernahmeverschulden vor, das Fahrlässigkeit begründet (LK-König, RZ210).

Quelle: Straßenverkehrsrecht zu § 316 StGB, RZ: 81


Das Gegenteil wäre vorsätzliche Trunkenheit am Steuer und das würde noch viel teurer werden.

Jetzt wird noch unterstellt, das wolltest du eigentlich gar nicht und bist da irgendwie reingerutscht.

Ja es gibt Fahrlässig und Vorsatz
Vorsatz 316 c Abs 2 fahrlässig und 316c Abs 1 Vorsatz (mit Absicht).
Vorsatz heist ,wenn du es hättest wissen müssen.

Bley 1914

Eigentlich gibt es keine fahrlässige Trunkenheit. Wer betrunken ist, war vorher nüchtern und hat im vollen Bewusstsein Alkohol getrunken. Wer dann noch Auto fährt ...

Aufgrund der Tatsache, dass Dein Promillespiegel doch recht hoch war, könnte es Dich - trotz "Fahrlässigkeit" - den Lappen kosten.

bronkhorst 23.01.2017, 18:56


Wer betrunken ist, war vorher nüchtern und hat im vollen Bewusstsein Alkohol getrunken.




Nicht unbedingt.

Eine Kollegin erzählte mal, dass sie aus Jux einem Revisor immer etwas Alk in den Kaffee gemixt hatte - und am nächsten Tag dann zu ihrem Schrecken erfuhr, dass der nicht nebenan ins Hotel ging, sondern 200 km mit dem Auto nach Hause gefahren war.

So etwas ist zugegebenermaßen selten - aber Scherzkekse lauern überall.

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wolfgang1956 24.01.2017, 08:17
@bronkhorst

Mit mir könnte das eine Kollegin nicht machen! Den Alkohol alkoholhaltiger Getränke kann man durchaus riechen und spätestens nach dem ersten Schluck schmecken! So etwas ist kein Spass und kann sogar den Arbeitsplatz kosten, wenn der oder die Beglückte dies anzeigt! Mit Alkohol sollte man nicht spaßen. Wenn man den Kollegen nicht kennt, könnte der Spaß durchaus tödlich enden, wenn eine Allergie gegen Alkohol vorliegt. Auch das sollte man bei „Späßen“ bedenken!

Von daher stimmt es, wenn der Fragant schreibt:

Wer betrunken ist, war vorher nüchtern und hat im vollen Bewusstsein Alkohol getrunken. Wer dann noch Auto fährt ...

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machhehniker 24.01.2017, 08:34

Du musst schon den gesamten Text nehmen und nicht nur einen kurzen Ausschnitt!

Fahrlässige Trunkenheit im Strassenverkehr bedeutet sich nicht dessen Bewusst gewesen zu sein einen verkehrsbeeinträchtigenden Alkoholspiegel (der FS ist erwachsen und ausserhalb der Probezeit, also darf der mit einer geringen Menge Alkohol fahren) angetrunken zu haben oder kann auch bedeuten ohne Absicht oder Nötigkeit einer Fahrt getrunken zu haben (es ist ja nicht grundlegend verboten betrunken zu sein) und dann ausserhalb seiner Zurechnungsfähigkeit doch gefahren zu sein.

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