Fahrlässig oder Vorsätzlich in diesem Fall?

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4 Antworten

maßgebend bei einem Schadensfall ist immer die Schadensschilderung.

Wenn also ein VN einen Schaden einreicht und schreibt ich habe mit Wut einen Stein aus dem Fenster geworfen, bedeutet dies, dass er auch damit rechnen musste, dass damit ein Kind verletzt werden kann.

Hätte er jetzt geschrieben ich habe meine Jacke aus der Tür geworfen und dabei ist die Tür beschädigt worden, würde die Versicherung ja auch zahlen, denn dann wäre es max. grob fahrlässig.

Allerdings wie bei dem Fall auf den du dich beziehst, würde mich mal interessieren, wie eine Wohnungstür komplett zerstört werden kann in dem man eine Stoff-Jacke dagegen wirft.

War evt. ein Ziegelstein in der Stoff-Jacke versteckt ?

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Kommentar von Flohrianus
03.02.2016, 16:40

Der Vermutung dass die Schilderung eventuell ein Täuschungsversuch ist... da würde ich Ihnen nicht wiedersprechen.

Bei der Schilderung, schwere Lederjacke und dünne Glasscheibe könnte ich mir Vorgang allerdings vorstellen.

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Hatte der Werfer die Absicht die Türe zu beschädigen? Nein! Also fahrlässige Sachbeschädigung.

Hatte der Werfer nicht die Absicht, die Tür zu beschädigen, nahm aber eine eventuelle Beschädigung in kauf? Ja. Bedingter Vorsatz. 

Wollte der Werfer die Tür beschädigen?  Ja. Vorsätzliche Sachbeschädigung.

Aber: Wie kann man mit einer Jacke eine Türe beschädigen?

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Das war sicher kein Vorsatz. Die Jacke wurde nicht mit dem Ziel die Tür kaputt zu machen geworfen. Niemand geht davon aus, dass deshalb eine Tür Kaputt geht. Einfach ein dummer Zufall für den die Haftpflichtversicherung zuständig ist, sofern man eine hat.

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Der subjektive Tatbestand, also der Vorsatz  wäre nicht erfüllt.

Ein etwas extremeres Beispiel: du schießt mit einem Gewehr auf einen Schatten, den du für den eines Tieres hältst. Tatsächlich aber ist es der eines Menschen. Durch den Schuss kommt der Mensch um, von der Straftat her ist es aber versuchter Totschlag und kein Mord/Totschlag

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Kommentar von SchizoSync
03.02.2016, 16:27

Fahrlässiger und nicht versuchter*

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Kommentar von furbo
03.02.2016, 17:15

von der Straftat her ist es aber versuchter Totschlag und kein Mord/Totschlag

weder noch. Es wäre fahrlässige Tötung. 

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Kommentar von Apolon
03.02.2016, 17:56

Hier ist es völlig egal, wie das Urteil lauten würde.

Eine Privathaftpflichtversicherung würde hier nicht  leisten!

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