Fahrerflucht und die Folgen

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9 Antworten

Dieses Mal meine ich, skyfly widersprechen zu müssen.

Ich halte die Sache für ernster, als das hier rumkommt. Den Verpflichtungen nach § 142 Abs. 1 wurde nicht nachgekommen. Auch das nachträgliche Ermöglichen der notwendigen Feststellungen nach Abs. 3 würde ich erst einmal bestreiten, zum Einen wurde das nicht "unverzüglich" getan, zum Anderen wurde z.B. die Feststellung bezüglich möglicher Beeinflussung durch "psychoaktive Substanzen" ggf. vereitelt.

Selbst wenn ggf. anerkannt würde, dass der Geschädigte nicht unbedingt morgens um vier zu wecken ist, blieben noch mehrere Möglichkeiten, seinen Verpflichtungen als Unfallbeteiligter nachzukommen. Nahe liegend wäre es, entweder per Zettel alle notwendigen Angaben mitzuteilen, oder die Polizei zu rufen. Beides ist nicht geschehen und dafür sind glaubhafte Gründe anzuführen.

Was jetzt im Zusammenhang mit dem nächtlichen Unfall 04:00 Uhr, die Angabe bedeutet, "am nächsten Morgen", ist mir ein bisschen schleierhaft. Ich gehe mal davon aus, dass es noch am gleichen Tag war, allerdings erst, nachdem geschlafen wurde.

Die Höhe möglicher Sachschäden beurteilen zu wollen, ist immer gefährlich. Ein kleiner Maschendrahtzaun kann durchaus die (in der Praxis meist genannte) Grenze für einen "bedeutenden" Schaden von 1.300,- € übersteigen. Schließlich hat der Geschädigte Anspruch auf fachgerechte Wiedergutmachung - wenn der Zaun erneuert werden muss (Pfosten in Fundamente … etc.), werden ggf. zwei Facharbeiter mind. einen Tag Arbeit haben und Material brauchen.

Die Behauptung, sich "unter Schock" vom Unfallort entfernt zu haben, kann ebenfalls sehr zweischneidig werden, denn offensichtlich war der Schock nicht groß genug, dass das verunfallte Fahrzeug zurück gelassen wurde. Damit könnten für einen Staatsanwalt u. ggf. die Verkehrsbehörden Zweifel an der Fahreignung entstehen – was bis zur MPU-Auflage Folgen haben kann.

Wenn du dich z.B. als fahrfähig (nach dem Unfall) bezeichnest, relativiert sich die Angabe zum Schockzustand und wird als Schutzbehauptung gewertet, warst du nicht fahrfähig, hast du nach dem bereits erfolgten Unfall weiterhin den Verkehr gefährdet.

Ich rate dazu, vorerst keine Angaben zur Sache zu machen, bzw. vorher einen Anwalt (selbst wenn es nur ein Beratungsgespräch wird) zu konsultieren. Wenigstens die Sachangaben sollten juristisch abgesichert sein, wenn Widersprüche oder klare Unglaubwürdigkeiten ersichtlich sind, werden die Konsequenzen teuer.

Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die selbst mir sofort einfallen und die äußerst unbequem werden können. Sich darauf einzurichten, dass solche gestellt werden, kann keinesfalls ein Fehler sein - und dabei kann dir eigentlich nur ein Fachanwalt ernsthaft zur Seite stehen.

Wer glaubt, jedem guten Verhör in jedem Moment standhalten zu können, hat noch nie eines erlebt. Ich warne ausdrücklich davor, das Ganze auf die leichte Schulter zu nehmen.

Angaben über einen Schockzustand, oder nicht getrunken, bzw. nichts verbotenes konsumiert zu haben, sind zu hören, glauben muss sie allerdings niemand. Staatsanwälte ermitteln nach dem Grundsatz „in dubio pro duriore“ (im Zweifel das Härtere) und Gerichte haben bei Unfallflucht-Sachen einen relativ breiten Handlungsspielraum.

Du hast ein Recht, bzw. bist nicht verpflichtet, selbst an einer möglichen Strafverfolgung gegen dich mitzuwirken. Bei Unfallflucht-Dingen ist das ziemlich umstritten, denn einerseits darfst du die Verfolgung wegen einer Sachbeschädigung durch Flucht verhindern, dich andererseits aber nicht unerlaubt vom Unfallort entfernen.

Danke Peter für die sehr sachlich und detaillierte Antwort. Ich unterschätze die Sache zu keiner Zeit. Nur sollte man dennoch den Ball flachhalten. Ein 8 Meter langer Maschendrahtzaun der sowieso schon die besten Tage hinter sich hat, wird wohl kaum 1300 Euro kosten. Lediglich 2 Stangen und ein wenig Zaun ist demoliert. Die Straftat bleibt dennoch. Wenn man das so hört, versteh ich jeden, der bei einem Sachschaden flüchtet. Demnach drohen mir Kosten von 3-4000 Euro, für ein einfachen Zaun, der meinetwegen auch 1000 Euro kosten soll. Am besten dazu noch 6 Monate Fahrverbot und Nachschulung. Im Endeffekt kann man es ja dann auch probieren komplett Fahrerflucht zu begehen , viel schlimmer kann es ja kaum kommen. Wie gesagt ich stehe zu der Tat und bin auch gern bereit dafür einen saftigen Denkzettel zu bekommen. Nicht vorbestraft und keine Punkte, ein Fehler mit Reue und man ist finanziell am Ende. Wenn es soweit kommt wie du schilderst Peter, was ja gut aus sein kann, dann kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Armes Deutschland ..

Nun, ich ging von einem deiner Kommentare aus, in welchem du von Schock sprachst und davon, dass lediglich ein Bierchen getrunken wurde. Beides klingt in meinen Ohren eher gefährlich als hilfreich in deiner Situation.

Bei einem Unfall reichen 0,3 Promille um relative Fahruntüchtigkeit zu unterstellen - allein dafür könnte schon ein kurzes Fahrverbot drohen. Die Annahme, dass es nicht bei einem Bierchen geblieben sein könnte, liegt ebenfalls schon durch die unerlaubte Entfernung nahe - erste Frage:

"Wenn Sie nichts zu befürchten hatten, weshalb haben Sie sich entfernt?" Ein Anruf bei der Polizei wäre sicher zeitnah möglich gewesen. Den Schock sehe ich - wie schon gesagt - als zweischneidig, weil der im Zusammenhang mit dem Nachtatverhalten auch negativ gesehen werden kann.

Es ist wenig glaubwürdig (meiner Ansicht nach), wenn jemand von einer zu glatten Straße abkommt, dadurch schon einen Schaden verursacht — und es dann im Schock zustande bringt, das Fahrzeug (ohne Hilfe?) wieder auf die Straße zu bewegen um dann die Strecke X ohne weitere Probleme (auf der zu glatten Fahrbahn) zurück zu legen.

Ich würde weder Schock (als Begriff), Alk, noch sonstige Drogen überhaupt erwähnen und meine Einlassung zur Sache ausschließlich schriftlich abgeben. Dass du sowas lieber mit einem Juristen absprechen solltest, entnehme ich vor allem diesbezüglichen Angaben.

Natürlich spielt die Schadenshöhe ebenfalls eine Rolle, und dabei kommt es eben weniger auf den möglichen Materialwert an, sondern auf alle Kosten, die damit zusammenhängen. Nach reichlich Erfahrung in solchen Sachen gehe ich davon aus, dass der Grundstücksbesitzer sich im persönlichen Umfeld über die Geschichte unterhalten wird. Auf ein erstes persönliches Gespräch und den da entstandenen Eindruck würde ich mich nicht mehr verlassen, das kann sich schon nach einem Gespräch mit der Gattin geändert haben.

Den Einfluss dieses Umfelds kann niemand einschätzen, befinden sich da "Ratgeber" der unangenehmen Sorte, gehen die Kosten vielleicht schon bei der Erstellung eines Schadensgutachtens los. Wird dazu noch ein vorläufiges Provisorium zum "Schutz des Grundstücks" für nötig befunden, kommen die nächsten Kosten, durch den Unfall ist ja eine gewisse Gefährdung schon belegt. Möglicherweise könnte der Geschädigte auch einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner zivilrechtlichen Interessen beauftragen.

Selbstverständlich male ich hier sehr schwarz und es kann im günstigen Fall deutlich einfacher für dich werden - hoffe ich jedenfalls. Nur meine ich eben, du solltest dich nicht auf Laien oder die eigene Rechtsauffassung verlassen, sondern das mit einem echten Profi besprechen. Wie schon geschrieben, reicht ja vielleicht schon ein Beratungsgespräch - bei dem ggf. auch deine komplette Einlassung in der passendsten Form protokolliert wird.

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Das siehst Du schon ganz richtig. Ca. 1 Netto-Monatsgehalt Geldstrafe wirds geben. Außerdem 7 Punkte, da Straftat im Straßenverkehr. Dazu kommt noch, daß die Versicherung sich das Geld von DIr wiederholt. Fahrerflucht ist nämlich eine Obliegenheitsverletzung.

Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist hier nicht zu erwarten. Einen Anwalt brauchst Du nicht, der kann die Sache auch nicht rückgängig machen und wird voraussichtlich rein GAR nix bewirken können. Allerdings 500,-€ kosten^^

Hi Ich würde mir auf jeeden fall nen guten Anwalt holen. Zum einen kannst du noch darauf hoffen, dass deine Strafe geringer ausfällt wenn du denen irgendwie klarmachen kannst, dass du unter Schock standest und deswegen nach Hause Gefahren bist, darüber muss und kann dir der Anwalt aber Auskunft geben. (Frag im Freundeskreis nach nen guten Anwalt für Verkehrsrecht, vllt wurde einer deiner Freunde schonmal rausgehauen nach Alkohol oder Blitzer) Und zum anderen, hast du dir Gedanken gemacht, dass du deinen Schein los bist? Kollege, Fahrerflucht!!!! Wenn du einen schlechtgelaunten Richter hast, es geht nicht darum, wie groß der Schaden war, sondern um die Tatsache, dass du abgehauen bist, dann darf dein Schein in den Urlaub... Deswegen, guten Anwalt suchen und auf Schock festbeißen. Ich hoffe, falls es zu Untersuchungen kommt, dass die keine Reststoffe irgendwelcher Substanzen in deinem Blut finden. Wenn du jetzt schon weißt, dass sie was finden, pn. Ansonsten drück ich dir die Daumen, und immer Reue zeigen und sagen, dass es dir leid tut... Lg

Genau da ist der Punkt. Brauch ich einen Anwalt, wenn die Strafe so oder so gemildert wird. Im Anhörungsbogen oder Vorladung kann ich natürlich auch auf Schock plädieren, was ja nun auch vorhanden war, nach dem ersten Unfall. Drogen oder dergleichen wurden natürlich nicht genommen, betrunken war ich zudem auch nicht. Lediglich ein Bier wurde sich an dem Abend gegönnt, was ja nun auch kein Strafbestand ist.

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@tuuui

Deine Behauptungen wie "kein Alk, keine Drogen …" werden natürlich gehört, ob sie geglaubt werden, steht auf einem anderen Blatt, du darfst ja schließlich als Beschuldigter lügen, bis sich die Balken biegen - und wer würde freiwillig was anderes sagen? Wer sagt eigentlich, dass die Strafe "sowieso gemildert" würde?

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Du solltest auf jeden fall nen Anwalt für verkehrsrecht nehmen. Der kann dir das alles ausführlich und genau erklären. Mach dir einen Termin, ein Beratungsgespräch. Das kostet erstmal nicht sooo viel und der kann dir besser sls ich weiterhelfen. Der sagt dir dann auch, ob es nötig ist, ihn weiter in Anspruch zu nehmen oder du ohne weiteres ohne Unterstützung gut dabei wegkommst. Es geht immer besser aus, wenn man im schlimmsten Falle einen Anwalt hat. Mit ihm kannst du dann auch das Urteil besprechen, ob du Widerspruch einlegen kannst oder solltest weil er ja schon vertraut ist mit dem fall.

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Nun ich gehe mal davon aus, dass der Besitzer des Zauns seine Anzeige zurückzieht. Du hast dich bei ihm gemeldet und dich entschuldigt und wirst den Schaden berappen. Es bleibt also kein Grund die Anzeige aufrecht zu erhalten.

Stimmt auch wieder. Machst ihm seinen Zaun neu.... dann paßt die Geschichte hoffentlich. Bist von Dir aus selber hin und hast Deine Schuld zugegeben, sowas kommt bei Gericht immer gut an, falls soweit kommt, was ich net glaube. ;) Bleib cool! Häst auch abhauen können und nix sagen.... hast ja net gemacht. Find ich gut von Dir!

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@Ruppi1979

Danke. Hab mich auch sehr gut mit dem beschädigten Verstanden, der es ebenfalls sehr gut fand. Wird auch gut für mich Aussagen. Nun bleibt trotzdem der Strafbestand einer Fahrerflucht. Nur brauch man für so einen Fall nen Anwalt, ich denke der kostet mich ja dann vielleicht mehr als der ganze Schaden ?

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@tuuui

Wird wegen Geringfügigkeit und nicht öffentlichen Interesses zu 90% eingestellt werden. Dein Verhalten war ja auch gut! Selber beim Geschädigten gemeldet etc. Mach Dir kein Kopf.... Höchstens Geldstrafe und Lappen 1-3 Monate weg, was ich aber net glaube!!!!!!

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Hab gerade mal Google bemüht: Das Gericht kann von einer Strafe absehen, wenn der Unfall ausserhalb des fahrenden Verkehrs geschah, nur ein geringfügiger Schaden entstanden ist und der Fahrer sich innerhalb von 24 Stunden selbst gemeldet hat. Sieht also gut für dich aus.

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Auch wenn der geschädigte die Anzeige zurückzieht kann der Staatsanwalt bei einer Straftat die Klage weiter durchziehen. Straftaten werden vom Staat immer verfolgt. Die Polizei nimmt den Hergang nur auf und leitet ihn an die Staatsanwaltschaft weiter. Diese entscheidet dann ob eine Strafverfolgung eingeleitet wird. Wie der Richter dann auf Grund der Daten entscheidet ist eine andere Sache.

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§ 142 StGB mit Sachschaden bis 250 EUR 15 Tagessätze und ein Fahrverbot zwischen 1 und 3 Monaten.

Mehr als 250€ kann der Maschedragtzaun eh net kosten.... ;)

Ich hatte 50sozialstunden hatte einen zettel mit namen und telnr ans geschädigte auto gemacht und bin shoppen gegangen da war ich Grad fahranfaengerin .

wirst wohl mit ner kleinen geldstrafe davon kommen da du dich zum einen entschuldigt hast und dich freiwillig gemeldet hast... wennde pech hast kriegstn fahrverbot und punkte... aber warte erstma ab

Hol dir einen Anwalt und verklage den Typen, bis sich die Balken biegen.

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