fahrerflucht trotz Unwissenheit?

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16 Antworten

Dann wirst Du in einem kommenden Verfahren zunächst einmal glaubhaft machen müssen, wegen der plötzlichen Blendung von dem Unfall wirklich nichts mitbekommen zu haben. Wenn Dir Das gelingt, wäre zumindest schon mal der Straftatbestand der Unfallflucht vom Tisch. Dann bliebe nur noch die fahrlässige Körperverletzung. In wie weit Du hier verurteilt wirst, richtet sich auch danach, ob und wie weit Dir hier ein ( Mit ) - Verschulden des Unfalles zugesprochen würde. Bei grober Fahrlässigkeit des Fussgängers ( ohne sich umzusehen den Zebrastreifen betreten ) und nachvollziehbarer ( plötzlicher / totaler ) Blendwirkung könnte auch hier eine Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld oder grober Fahrlässigkeit des Fussgängers möglich sein. Da es hier aber allgemein um viel geht, würde ich einen Anwalt aufsuchen und zumindest erst einmal Rechtsberatung einholen. Bis dahin besser nichts bei der Polizei aussagen. Unfallflucht mit Personenschaden ist an sich ein schwerwiegendes Delikt ( Straftat ) Das würde bei erwiesener Schuld zu einer Entziehung der Fahrerlaubnis ab ~4-6 Monaten oder je nach Schwere der Schuld auch länger führen. 3 Punkte, Geldstrafe von etwa 40-60 Tagessätzen und noch zivilrechtliche Folgen wie Schmerzensgeld. Der Personenschaden würde die möglichen Konsequenzen natürlich eher nach oben verschärfen. Zudem wäre die Anordnung einer MPU vor der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bei voller Schuld sehr wahrscheinlich.

Hallo michelli951,

schauen wir uns als erstes mal an, was das Gesetz zur "Fahrerflucht" sagt:


§ 142 StGB - Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder

  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 69 StGB - Entziehung der Fahrerlaubnis

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht.

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen

  1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c),

  2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316),

  3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder

  4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht,

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen.


§ 69a StGB - Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis

(1) Entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis, so bestimmt es zugleich, daß für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (Sperre). Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht. Hat der Täter keine Fahrerlaubnis, so wird nur die Sperre angeordnet.


Die drei Paragraphen bedeuten, dass demjenigen der sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, nicht nur eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe die zwar sicherlich noch zur Bewährung ausgesetzt wird erwartet, sondern, dass ihm auch noch der Entzug der Fahrerlaubnis von mindestens 6 Monaten bis zu fünf Jahren erwarten kann.

Allerdings kann man den Straftatbestand des "unerlaubten Entfernens vom Unfallort" nicht fahrlässig begehen. Damit eine Bestrafung möglich ist muss Dir nachgewiesen werden, dass Du den Unfall bemerkt hast Dich dann absichtlich vom Unfallort entfernt hast.

Ich denke bei dem von Dir geschilderten Sachverhalt wird Dir zugunsten ausgelegt, dass es durchaus möglich ist, dass Du wirklich nicht bemerkt hast, dass Du Jemanden über den Fuß gefahren bist.

Ob im Falle einer zumindest denkbaren Verurteilung hier eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe die sicherlich noch zur Bewährung ausgesetzt wird, verhängt wird, muss dann der Richter genauso wie über den Entzug der Fahrerlaubnis entscheiden.

Ich möchte hier aber noch anmerken, dass hier auch ein weiterer Straftatbestand in Frage kommt, nämlich:


§ 323c StGB - Unterlassene Hilfeleistung

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.


Aber auch wegen diesen Straftatbestand kannst Du nur bestraft werden, wenn Du den Unfall bemerkt hast.

Das war jetzt die strafrechtliche Seite.


Zivilrechtlich kommt im Falle einer Verurteilung aber auch noch was auf Dich zu. Deine Versicherung muss zwar erst einmal den Unfallschaden voll und ganz begleichen, wird Dich aber bis zu einer Höhe von 5.000,- in Regress nehmen. Bei unterlassener Hilfeleistung können noch einmal weitere 5.000 ,- Euro Regressforderung auf Dich zukommen.

Schöne Grüße
TheGrow

Bedeutet das dass ich dann 5000 € an meine Versicherung zahlen muss? Ich als Schüler hsbe ja garkein Einkommen...

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@michelli951

Die Versicherung kann Dich aber wie geschrieben nur dann in Regress nehmen, wenn Dir nachgewiesen werden kann, dass Du den Unfall auch wirklich bemerkt hast und Du es diesbezüglich auch zu einer Verurteilung kam.

Die Regresshöhe kann bis zu 5000,- Euro betragen, aber nie mehr als der entstandene Schaden.

Allerdings können bei Verletzungen recht schnell höhere Schadenssummen zustande kommen.

Ich würde mir an Deiner Stelle einen Rechtsanwalt nehmen, der Dir dabei hilft, zu widerlegen, dass Du den Unfall bemerkt hast, denn dann droht Dir weder eine Verurteilung wegen des Unerlaubten Entfernens vom Unfallort, noch wegen unterlassener Hilfeleistung und somit auch keine Regressforderung seitens der Versicherung.

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Keiner von Euch hat bislang erwähnt, dass der Fussgänger jedoch zumindest mit einer Teilschuld mit drin hängen "kann".

Nämlich dann, wenn das Gericht der Auffassung ist er hätte sich vor überqueren der Straße auch vergewissern sollen dass Autos anhalten. Ein Zebrastreifen priorisiert korrekterweise Fußgänger zum überqueren der Straße, ein Freifahrtschein ist es deswegen aber auch nicht. Hat man uns allen doch immer so beigebracht, oder nicht? Vor dem überqueren der Straße schauen und sicherstellen, dass das Auto auch an hält.

Warst' eine Minute schneller fertig mit Deiner Antwort als ich...😉

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das ist richtig. Hier gehts aber um Fahrflucht. Um unerlaubtes Verlassen des Unfallortes und nicht darum, wer Schuld ist am Unfall. Das ist ne andere Baustelle. Auch, wenn ich unschuldig bin an einem Unfall, darf ich den Unfallort nicht verlassen.

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@Bitterkraut

Und wie u.A. auch ich in meiner Antwort zumindest theoretisch erwog, ist ( ugs. ) Unfallflucht nur dann ein Straftatbestand, wenn Der Delinquent das Gericht nicht davon überzeugen könnte, es wirklich ( nachvollziebar ) nicht bemerkt haben zu können. Wie gesagt, es sind rein theoretische Gedankenansätze, wie sie u.A. auch @theGrow in seiner Antwort zumindest als möglich erwog.

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@Parhalia
Auch, wenn ich unschuldig bin an einem Unfall, darf ich den Unfallort nicht verlassen

Es sei denn, du bist kein Unfallbeteiligter im Sinne des § 142 Abs. 6 StGB. Das ist dann der Fall, wenn dein Verhalten nicht zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.

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Wenn es Zeugen dafür gibt, kommst du aus der Nummer nicht heraus. Fahlässige Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen von der Unfallstelle.

Dabei kann der Führerschein weg sein. Deine Haftpflichtversicherung wird dich mit bis zu 5.000 € in Regress nehmen.

Übrigens, wenn du nichts sehen kannst - aus welchem Grund auch immer - darfst du überhaupt nicht fahren.

Wenn es Zeugen dafür gibt, kommst du aus der Nummer nicht heraus.

Wieder eine Antwort von Dir die nicht zutreffend ist.

Der Fragesteller hat die Fußgänger angefahren hat, und nicht angehalten hat, bedeutet weder, dass automatisch ein Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorliegt, noch eine Unterlassene Hilfeleistung vorliegt, den beide Straftatbestände kann man nur erfüllen, wenn man den Unfall auch bemerkt hat, was im Falle des Fragesteller nicht nachzuweisen sein dürfte, weil wie will man was nachweisen, was nicht der Fall gewesen ist?

Also selbst wenn es Zeugen gegeben hat, können diese allenfalls bezeugen, dass der Fragesteller den Fußgänger angefahren hat, aber wohl kaum, dass er es bemerkt hat, dass er ihm über den Fuß gefahren ist.

Und wenn ich eine Person nur angefahren haben, weil ich sie aufgrund kurzfristiger Blendung nicht gesehen habe, mag hier vielleicht wirklich eine fahrlässige Körperverletzung vorliegen, aber hier dürfte nicht einmal eine grobe Fahrlässigkeit vorliegen, denn wenn ich kurzfristig geblendet werde, muss ich nicht gleich eine Vollbremsung hinlegen. Und solange keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt oder gar Vorsatz vorliegt, kann einen die Versicherung auch nicht in Regress nehmen.

Ich denke nicht einmal das eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung erfolgt, weil das verschulden eher gering anzusehen ist, wenn man aufgrund kurzfristiger Blendung nichts sehen kann und deshalb einen Fußgänger anfährt.

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Die "eine" Anzeige sind eigentlich zwei, denn die Fahrlässige Körperverletzung und die Unfallflucht sind zwei verschiedene, unabhängige Sachverhalte und damit im Grunde getrennte Verfahren.

Aus der "fahrlässigen Körperverletzung" wirst Du kaum 'raus kommen - es sei denn, Du kannst nachweisen, dass der Geschädigte nur simuliert oder dass die Verletzung nicht von Deinem Fahrzeug stammen kann.

Den Vorwurf der Unfallflucht kannst Du aber loswerden, wenn DU glaubhaft begründen kannst, dass Du den Unfall nicht bemerkt hast. Das sollte möglich sein, wenn die Sichtverhältnisse tatsächlich so schlecht waren, den "Hubbel" vom Fuß muss man nicht unbedingt bewusst wahrnehmen (zumindest nicht, wenn's nur die Zehen waren) oder kann in für eine andere Unebenheit gehalten haben, davon gibt es auf einem Parkplatz meist reichlich (Gullys, Rinnen, Markierungen, Kiesel, ..)


Mir ist es (leider) schon mehr als einmal passiert, dass ich an besonders engen Stellen mit meinem Bus ein parkendes Fahrzeug leicht berührt habe und dann weiter gefahren bin, weil ich es gar nicht bemerkt hatte. Ich konnte jeweils klar machen, dass die Übersicht über einen Bus nun mal schwierig ist (man kann im Grunde gar nicht gleichzeitig vorne links und hinten rechts im Auge behalten) und dass es drinnen auch laut genug ist, einen kleinen Rempler nicht zu hören. Daraufhin wurde jeweils der Vorwurf der Unfallflucht fallen gelassen. Der Schaden am anderen Fahrzeug musste natürlich trotzdem geregelt werden.

Aus der "fahrlässigen Körperverletzung" wirst Du kaum 'raus kommen

Es kann aber zu einer Verfahrenseinstellung wegen geringer Schuld kommen.

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@JotEs

Ja, das wäre evtl. möglich ... aber m. E. unwahrscheinlicher als bei der Unfallflucht.

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Du hast nicht mitbekommen, daß du einem Fußgänger über den Fuß gefahren bist? Unglaubwürdig. Und das wird dein Problem sein. Wenn man geblendet ist und nicht sehen kann, kann man auch nicht losfahren. Da bleibt man stehen, bis man wieder was sieht.

Anonsten setzt Fahrerflucht, korrekt "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" Vorsatz voraus. Wenn man einen Unfall nicht bemerkt, kann man keine Fahrerflucht begehen - aber ob dir ein Richter glaubt, daß du den Fußgänger nicht gesehen hast, wenn er praktisch vor dir stand, bezweifle ich. Und wenn du quasi blind bist, darfst du eben nicht losfahren.

Dumm gelaufen ! Es ist ganz gleich, ob geblendet wurde oder nicht. Du hast stets bremsbereit zu sein und dich den Straßen- und Witterungsbedingungen anzupassen. Außerdem sollte man in dieser Jahreszeit ohnehin vorsichtig fahren, da die meisten Fußgänger dunkle Kleidung tragen. Das gilt vor allem für Helden, die sich in der Probezeit befinden.

Da musst du nun durch, wenn die Anzeige mal steht, musst du alles andere abwarten, und bei der Vernehmung einfach die Wahrheit sagen

Du kannst nur Deine Aussage so machen, wie Du sie für richtig hältst.

Allerdings finde ich es schon reichlich merkwürdig, daß man es nicht "merkt", wenn man jemanden über den Fuß fährt... Man fährt bei Dunkelheit mit Licht und auf einem Parkplatz im Schrittempo - selbst wenn man geblendet wird, sollte man sowas mitbekommen. An einem Zebrastreifen hält man IMMER an, wenn jemand die Straße überqueren will. Ansonsten sind Deine Fahrkünste sehr anzuzweifeln. Du wirst sicher eine Strafe bekommen.

In schritttempo bin ich gefahren. Die person war keines falls vor meinem auto och konnte nur links an der Seite nichts erkennen.Es tut mir so leid und gemerkt habe ich ea jixht da dort ein kleiner Bürgersteig ist ich dachte da wäre ich riber gefahren, da mir sas da schon öfters passiert ist. Auch mein freund der mit im wagen saß hat nichts bemerkt.

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@michelli951

Dann sag einfach die Wahrheit - Du hast ja immerhin einen Zeugen. Wie das Urteil dann ausfällt, wirst Du ja sehen. Dennoch bekommt der Autofahrer immer eine Schuld, weil er einfach der "Stärkere" ist - das ist mit Fahrrad-Autounfällen auch meist so. Nimm Dir einen guten Anwalt, ich hoffe, Du hast eine Rechtsschutzversicherung...

Da Du noch in der Probezeit bist, schätze ich, daß es einfach an Erfahrung fehlt. Das werden sie Dir auch vorwerfen.

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@michelli951

du fähst öfter über einen Bürgersteig? Dann mußt du doppelt aufpassen. So oder so, es wird schwierig werden, aus der Fahrerfluchtnummer rauszukommen, wird eine Frage der Glaubwürdigkeit werden. Bleib bei der Wahrheit und warte ab, was dabei rauskommt. Wenn du angeklat wirst, wirst du einen vermutlich einen Anwalt brauchen

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@Ginger1970

Die Schuld am Unfall hat nix mit der Fahrerflucht zu tun. das sind 2 verschiedene Baustellen.

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@michelli951
  1. Wie kam die Verletzung zustande. 2.Woher kennt der Fußgänger dein Kennzeichen? 3. Wie blöd muß man wirklich sein, um sich hier und daß auch noch als Beschuldigter, zu informieren? 4.Solche Foren können auch als Beweismittel zugelassen werden! 5.Ich habe dafür kein Verständnis, denn ich habe schon einige Unfalltote gesehen. 6. Hoffentlich wirst du für lange Zeit zu Fuß gehen müssen.
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Mit probezeit meinte ich meinen Führerschein nicht mein Arbeitsverhältnis...bin noch Schüler.

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Auf parkplätzen gilt erhöhte Aufmerksamkeit. An der hast du es offensichtlich fehlen lassen, da du trotz Blendung quasi blind weitergefahren bist und nicht sofort angehalten hast. Und das an einem Zebrastreifen! Das ist grob pflichtwidrig und an deiner Schuld besteht kaum ein Zweifel. Komm bloß nicht auf die Idee, vor Gericht auch noch deine "Unwissenheit" in den Vordergrund zu schieben. Gerade die macht es eher noch schlimmer...

Auf unerlaubtes Entfernen vom Unfallort steht Geldstrafe bis 3 Jahre Gefängnis...

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__142.html

Dass du nichts mitbekommen hast zeugt nicht gerade von deiner Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen. Wenn du das so angibst, ist dir eine MPU so gut wie sicher...

Quark, es gibt tausende von guten Gründen, warum man einen (kleinen) Unfall vielleicht nicht bemerkt hat.

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Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Ignorantia legis non excusat http://de.wikipedia.org/wiki/Ignorantia_legis_non_excusat

Diese alte Volksweisheit ist im heutigen Rechtsalltag – bis auf die wenigen Ausnahmen des unvermeidbaren Verbotsirrtums - überwiegend gültig. Im Unterschied zu einem Irrtum über die tatsächlichen Verhältnisse („ignorantia facti“) schließt ein Rechtsirrtum, insbesondere ein Verbotsirrtum, die Schuld eines Täters nach deutschem Recht nur dann aus, wenn der Irrtum nicht vermeidbar war

In diesem Fall schütz Unwissenheit schon, weil es fahrlässige "Faherflucht" nicht gibt. Wer eine Unfall nicht bemerkt, kann auch keine Fahrerflucht begehen. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort setzt Absicht voraus.

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@Bitterkraut

Wie willst du bitte beweisen dass du nicht gemerkt hast das ein Fußgänger da im Weg stand und du ihn über den Fuß gefahren bist. Das halte ich für sehr unrealistisch.

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@AlexMars

das ist eine andere Sache - aber Fakt ist, wenn ich einen Unfall nicht bemerke, kann ich auch keine Fahrerflucht begehen. Der FS sagt, er habe den Unfall nicht bemerkt. Es geht also um die Glaubwürdikeit dieser Schilderung und nicht un "Unwissenheit schütz vor Strafe nicht" Diese Redewendung ist hier völlig falsch angebracht, hat mit dem Fall nix zu tun.

Du hast nicht verstanden, worum es geht. Und du hast nicht verstanden, was mit der Redewendung gemeint sit. Die meint, nicht zu wissen, daß etwas verboten ist, schütz vor Strafe nicht. Hätte der Fs argumenteiert, ich hab nicht gewußt, daß ich den Unfallort nicht verlassen darf, dann würde der spruch greifen. Du hast mit deiner Antwort das Thema verfehlt.

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@Bitterkraut
"Unwissenheit schütz vor Strafe nicht" Diese Redewendung ist hier völlig falsch angebracht, hat mit dem Fall nix zu tun.

Achso? Dann hast du wohl die Überschrift der Frage völlig überlesen!

fahrerflucht trotz Unwissenheit?
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@AlexMars

das bezieht sich darauf, daß der FS den Unfall nicht bemerkt hat. Hättest du den Fragetext gelesen, hättest du das verstanden. So hast du nur ne Floskel rausgehauen.

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@Bitterkraut

Ich stimme @Bitterkraut Voll und Ganz zu.

Unerlaubt vom Unfallort entfernen kann ich mich nur dann wenn mir bewusst ist das ich in einen Unfall verwickelt bin. Habe ich den Unfall nicht bemerkt dann weiß ich nichts davon und kann aus diesem Grund dafür auch nicht bestraft werden - meine Unwissenheit schützt mich also vor der Strafe.

Im Übrigen muss ich auch nicht beweisen das ich nichts bemerkt habe [diesen Beweis kann man überhaupt nicht erbringen] - man muss mir beweisen das ich den Unfall bemerkt haben muss.

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@Crack

Ich stimme @Bitterkraut Voll und Ganz zu.

Ich auch. Und das gilt auch für deine zusätzlichen Anmerkungen.

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Ach du sch.... wenn du jemandem über den Fuss gefahren bist dann ist e snatürlich Fahrerflucht und auch Körperverletzung. Wenn du nichts siehst dann darfst du nicht fahren.

Ziehe einen Anwalt hinzu, den wirst du jetzt brauchen.

Viel Glück!

Mit deinem Arbeitsverhältnis (Probezeit) hat das STrafverfahren zunächst nichts zu tun. Wie dein Arbeitgeber reagiert, wenn du rechtskräftig verurteilt bist, weiß man nicht. Das hängt davon ab, ob du deinen Führerschein beruflich benötigst. Für mich ist es sehr unwahrscheinlich, dass man nichts bemerkt, wenn man jemandem über den Fuß fährt. Schließlich ist die geschädigte Person sehr nahe an deinem Fahrzeug gewesen. Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat, deinen einschlägigen Vorstrafen und dem Gericht. Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt. Du könntest deine Strafe sicherlich vermindern, wenn du geständig bist und wenn du dich um das Opfer kümmerst. Immerhin ist ein Mensch verletzt worden. Denk nicht nur egoistisch an dich. Du wirst es schwer haben, dem Gericht zu beweisen, dass du tatsächlich nichts bemerkt hast. Konsultiere einen Rechtsanwalt.

Du mußt dich jetzt zuerst zu dem Tatvorwurf äußern, das heißt, deine Sichtweise schildern und dann abwarten, ob von der Staatsanwaltschaft tatsächlich Anklage erhoben wird.

Ich gehe mal davon aus, dass in der Fragestellung die Probezeit auf die Fahrerlaubnis bezogen ist. ( Fahrerlaubnis auf Probe...also Fahranfänger /-in )😉

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-> Anwalt

Führerschein ist weg. Definitiv. Min ein halbes Jahr. Dazu kommt noch Geldstrafe.

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