Fahrerflucht oder Rufschädigung?

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Wahrscheinlich keine Unfallflucht. Unfallflucht ist es - grob gesagt - immer nur, wenn der Unfall wahrnehmbar war. Außerdem müsste er sich vom Unfallort entfernt haben. Daran bestehen hier zusätzlich Zweifel, wenn er nämlich das Auto dort belassen hat und (vielleicht) nur wenige Meter weit weg war. Hinzu kommt, dass bei kleineren Schäden, selbst wenn diese sofort bemerkt werden, auch noch innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden kann. Man weiß halt nicht, wie hoch der Schaden jetzt war.

Dass der Haftpflichtversicherer den Schaden nicht regulieren würde, ist Unsinn. Der zahlt erstmal an den Geschädigten und holt sich dann im Wege des Regresses die Kohle beim Versicherungsnehmer zurück (beschränkt auf 2.500,00 € in diesem Fall).

Bei dem Sachverhalt sollte es kein Problem darstellen, eine Einstellung des Strafverfahrens zu erwirken. Dann lässt der Haftpflichtversicherer in aller Regel auch die Finger vom Regress, denn er muss ja zivilrechtlich beweisen, dass es Unfallflucht war.

Schau dir mal die Rechtsfolgen einer Unfallflucht an:

http://knoellchen.eu/german/?p=809

Und jetzt entscheide selbst, ob es sich lohnt, zum Anwalt zu gehen ...

Hallo,

faktisch handelt es sich um eine Verkehrsunfallflucht!

Wenn es auch jedem von uns passieren kann, so ändert das nichts an der Tatsache, dass es hier bei einem Unfall zu einem Fremdschaden kam, der nicht sofort und unverzüglich angezeigt wurde. Der Vorwurf einer Unfallflucht ist daher vollkommen berechtigt und von einer Rufschädigung kann keine Rede sein!

Sollte es zu einer Anzeige bei der Polizei kommen, so würde diese in Form einer Verkehrsvergehensanzeige zu Papier gebracht. Ich nehme aber sehr stark an, dass diese Strafanzeige nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft, möglicher weise nach Zahlung einer Geldbuße, eingestellt würde.

Die Versicherung könnte sich da etwas uneinsichtiger zeigen. Sie sucht ja, unterstellt man als Betroffener zumindest, immer nach einem Grund aus der Pflicht der Zahlung heraus zu kommen. Und die Schadensregulierung aus Unfallfluchten haben die meisten Versicherungen in ihren ABG's ausgeschlossen. Dies wäre dann auf dem Wege der Privatklage zu klären. Man müsste also die Versicherung, wenn sie sich dann zahlungsunwillig zeigt, auf Zahlung des Schaden verklagen.

Aus dem Bauch heraus würde ich dieses Unterfangen als schwierig erachten.

Hier gilt, wie so oft:

"Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand."

Viel Erfolg,

     der Quicky

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort liegt nur vor wenn man auch einen Unfall bemerkt hat.

Wenn der Fahrer nach eigener Aussage hier nur einen Schaden an seinem PKW bemerkt hat, aber keinen Fremdschaden, dann ist der Vorwurf nicht haltbar.

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@Crack

Hallo,

das wäre aber schön einfach für alle Unfallflüchtigen:

"Ich habe das nicht bemerkt." und schon kann man nicht mehr angezeigt werden!?!?!

Ich hatte ja schon die Vermutung geäußert, dass eine Einstellung zu erwarten sei.

Ein Anfangsverdacht liegt aber ganz sicher vor, so dass eine Anzeige wegen Unfallflucht zunächst erst einmal auf den Weg gebracht würde...

...und dann, viel Glück

Gruß, der Quicky

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Und vergiss das mit der Rufschädigung ganz schnell. Das ist Unsinn.

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