Fahren ohne Führerschein, alkoholisiert, was kann man erwarten?

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7 Antworten

In dem Alter sollte der Verstand schon so weit sein, dass das kein Jugendstreich mehr ist und die volle Härte des Gesetzes spüren sollte. Wahrscheinlich wird er wohl nie den Führerschein machen dürfen, was natürlich für etliche Verkehrsteilnehmer nur Recht sein kann. Wahrscheinlich bekommt er eine Gefängnisstrafe und zur Abschreckung ein Praktikum in der Gerichtsmedizin. Danach dürfte er wohl für sein Leben gezeichnet sein. 

alphonso 30.08.2015, 08:13

Bist du Jurist, oder warum kennst du dich so gut aus?

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Muss man mit einer Gefängnisstrafe rechnen

Ja :-O

besteht die Möglichkeit das die auf Bewährung ausgesetzt wird?

Nein :-(

Im Einzelnen: Für mehrere Delikte, hier Trunkenheitsfahrt mit anschließender Unfallflucht und wiederholtem (!) Fahren ohne Fahrerlaubnis, erfolgt für jede einzelne Straftat n. §§ 316, 142 StGB,  § 21 StVG i. V. m. § 315c StGB eine Einzelstrafe, die anschließend zu einer die Umstände würdigenden Gesamtstrafe zusammengefasst werden.

Ich gehe bei der besonderen Schwere der Schuld, gerade als Wiederholungstäter und in Anbetracht des erheblichen Schadens, auf dem der geschädigte Fahrzeughalter und VN bezogen auf dem Kaskoschaden mangels Haftung des Vers. wohl eher sitzen bleiben dürfte davon aus, dass hier insgesamt eine Haftstrafe von mehr als 2 Jahren ausgeurteilt werden dürfte, die dann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann :-(

Nach meiner Einschätzung der Fallschilderung nach erkenne ich einen (günstigstenfalls bedingten) Vorsatz schon allein bei der Trunkenheitsfahrt, bewusst und gewollt trotz Einschätzung, gar Kenntnis der eigenen Fahruntüchtigkeit unter billigender Inkaufnahme eines erwartbaren Unfalls am Verkehr teilzunehmen, ab dem es zappenduster wird, noch mit einer Geldstrafe davonzukommen, zumal es einer Fahrerlaubnis mangelt.

Da kann man deinem "Freund" nur raten, einen Anwalt (mit Tatätigkeitsschwerpunkt oder Fachausbildung) für Verkehsrerecht mit Wahrnehmung seiner Interessen zu mandatieren und sich als Beschuldigter nicht mehr zu äußern - IMHO kann es nur noch um die Höhe der Gefängnisstrafe gehen :-O

G imager761


skyfly71 30.08.2015, 10:54

Hast Du was geraucht?^^ Das klingt zwar alles sehr kompetent, ist aber eigentlich fast komplett Unsinn. Weder ist das Geschehen hier tatmehrheitlich noch wird bei so einem Sachverhalt eine Freiheitsstrafe verhängt. Und dass eine Trunkenheitsfahrt mit Vorsatz erfolgt, ist kein Strafschärfungsgrund - und im Übrigen sowieso der Regelfall^^

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imager761 30.08.2015, 12:15
@skyfly71

"Kompletter Unsinn" ist deine flache Polemik ohne substantiierten Sachvortrag :-O Hälst du das für eine "ernst gemeinte, klar formulierte und auf die Frage eingehende Antwort", die dem Fragesteller nützt?

Tatsächlich ist das "Geschehen hier tatmehrheitlich" und zwar genauso, wie ich es formuliert habe:

Hier hat eine Bestrafung wegen zweier selbständiger Handlungen zu erfolgen, Führen eines nicht haftpflichtversicherten Fahrzeugs ohne Fahrerlaubnis einerseits sowie Trunkenheitsfahrt in Tateinheit mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis und Führen eines nichtversicherten Fahrzeugs andererseits :-O

  1. Hier wird dann eine sog. Gesamtstrafe verhängt, ob du das anders siehst oder nicht, steht dem § 53 StGB nun nicht entgegen :-)
  2. Deinen Mutmaßung, ein Wiederholungstäter (!) könnte erneut mit einer nur höheren Geldstrafe davonkommen, darfst du gern äußern, der Regelfall ist sie gem. § 53 II 1 StGB gerade nicht, zumal dann, wenn dabei erheblicher Sachschaden zu beklagen wäre.

G imager761

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AalFred2 31.08.2015, 11:20
@imager761

Es gibt hierfür aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch keine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren.

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imager761 31.08.2015, 11:57
@AalFred2

Da komme ich (so wie du!) mit 24-27 Monaten eben zu einer anderen Einschätzung.

Mehr kann und will ich dazu auch garnicht abgeben. Der Vorsitzende wird da sein eigenen Erfahrungswerte und Familie im Blick haben, fruchtlose Einwirkung der Sozialstunden, Sozialprognose, die Schadenshöhe, glaubwürdige Reue des Angeklagten, einen Opferausgleich u. v. m. abwägen, die wir unmöglich voraussehen können.

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Moraluser 01.09.2015, 19:39
@imager761

Hälst du das für eine.....>

skyfly71 hat hier lediglich auf deine fragwürdige Antwort reagiert. Diese Reaktion in Form eines Kommentars muss nicht dem Fragesteller nutzen, sondern soll einer sachlichen Auseinandersetzung dienen und eventuelle Missstände korrigieren.

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Google mal nach Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Fahren ohne Führerschein ist es, wenn du den Führerschein vergessen hast.

Haft ist unwahrscheinlich. Aber es wird sicher sehr teuer und zusätzlich gibt es Punkte und eine Sperre für den Führerscheinerwerb.

Abcdefgh12391 30.08.2015, 07:33

Sorry meinte natürlich fahren ohne fahr Erlaubnis. 

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Irgendwann ist es mit der Bewährungsstrafe mal vorbei. Die nächsten Jahre braucht er nicht damit rechnen einen Führerschein machen zu dürfen. Was er konkret an Strafe bekommt wird das Gericht im Einzelfall fest legen. War er wieder da bevor die Polizei gekommen ist? Der Stiefvater hat auch noch eine Strafe (Geld) zu erwarten weil er ihm den Schlüssel zugänglich gemacht hat obwohl er schon mal ohne Führerschein gefahren ist. Der Stiefvater wird erfreut sein wenn er aus dem Urlaub zurück kommt. Das wäre ein guter Anlaß ihn raus zu schmeißen.

Abcdefgh12391 30.08.2015, 07:32

Nein da war die Polizei leider schon da. 

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diroda 30.08.2015, 07:36
@Abcdefgh12391

Dann kommt auch noch unerlaubtes Entfernen vom Unfallort auf die schon lange Rechnung. Das kann den Ausschlag zur Haftstrafe aus machen.

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Mit 21 Jahren ist die Anwendung von Jugendstrafrecht rein rechtlich nicht mehr möglích.

Er hat sich wegen Trunkenheit im Verkehr, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar gemacht. Zu erwarten ist hier eine Geldstrafe in Höhe von 2-3 Netto-Monatsgehältern. Aber die Sache hat noch weitere Folgen:

Gegen ihn ist eine Sperrfrist festzusetzen, innerhalb derer er keine Fahrerlaubnis bekommt. Diese Frist beträgt mindestens 6 Monate, in diesem Fall dürfte sie mindestens 12, eher 18 Monate betragen. Da er zudem mehr als 1,6 Promille hatte, bekommt er eine Fahrerlaubnis erst nach bestandener MPU. Das ist in diesem Fall zwingend.

Versicherungsrechtlich sieht es auch nicht so gut aus: .Die Vollkaskoversicherung zahlt nicht und auch die Haftpflicht wird ihn für Fremdschäden mit bis zu 10000,-€ in Regreß nehmen, da er zwei Obliegenheitsverletzungen begangen hat (Alkohol und fehlende Fahrerlaubnis).

Und last but not least ist (zumindest theoretisch) der Stiefvater auch gleich noch wegen Gewährenlassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis dran. Dazu muss man nämlich nicht jemanden zum Fahren auffordern - es reicht, dass man nicht sorgfältig mit den Autoschlüsseln umgegangen ist.

ginatilan 30.08.2015, 16:26

sorry, lieber skyfly

normalerweise sind deine Antworten immer tiptop, aber du hast hier einen Fehler einschleichen lassen:-)

und auch die Haftpflicht wird ihn für Fremdschäden mit bis zu 10000,-€ in Regreß nehmen,

die Regressobergrenze ist 5000€

http://www.verkehrslexikon.de/Module/RegressBegrenzung.php

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skyfly71 30.08.2015, 17:26
@ginatilan

Hallo ginatillan, ich meine mich zu erinnern, dass die 5000,- je Obliegenheitsverletzung gelten. Hier wäre es aber sowohl FoF als auch Fahren unter Alkoholeinfluss, also 2 x 5000,- Und da irre ich, ja?

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AalFred2 31.08.2015, 11:23

Jetzt mal interessehalber: Wie sieht denn die nötige Sorgfalt bzgl. der Autoschlüssel in meiner eigenen Wohnung aus? Bei mir hängen die nämlich am Schlüsselbrett. Dürfen die da nicht sein?

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skyfly71 31.08.2015, 17:07
@AalFred2

:-) Es kommt auf das Kind an... Ganz generell muß nicht per se einem Kind unterstellt werden, es werde die Schlüssel missbrauchen, um damit das Fahrzeug zu nutzen.. Gibt es allerdings konkrete Umstände, die dies befürchten lassen, sieht die Sache schon ganz anders aus.. Und in diesem Fall gab es ja bereits eine Verurteilung wegen FoF, mithin also einen konkreten Anlass zu erhöhter Sorgfalt. Müßte man dem Stiefvater nur noch beweisen, dass er davon wußte.

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AalFred2 01.09.2015, 09:16
@skyfly71

Nochmal für mein Verständnis. Weil der Jugendliche einmal Mist gebaut hat, müsste der Autobesitzer seinen Autoschlüssel permanent verschlossen aufbewahren?

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skyfly71 01.09.2015, 20:10
@AalFred2

So, wie ich die aktuelle Rechtsprechung verstehe, ist das so, ja.

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Eine Haftstrafe ist sehr wahrscheinlich, aber das sie zu Bewährung ausgesetzt wird ist ebenfalls zu erwarten. Auch nach Berücksichtigung aller drei Straftaten.

imager761 30.08.2015, 11:35

Falsch, eine Gesamtstrafe als Ersttäter von 2 oder mehr Jahren darf nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Allein die Fahrerflucht wäre aber schon mit 3 Jahren belegt, § 142 I StGB :-O

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Artus01 30.08.2015, 16:12
@imager761

Nein, nicht falsch.

Nun wollen wir mal nicht so übertreiben, bei Fahrerflucht ist die Höchststrafe drei Jahre, oder eben Geldstrafe. Bleiben wir bei den Höchststrafen, da gibt es dann für Trunkenheit auch noch ein Jahr. In den vorgenannten Fällen ist er Ersttäter. Beim wiederholten F.o.F. ist er Wiederholungstäter, hier beträgt die Höchststrafe ein Jahr.  Gehen wir hier mal davon aus das er sich für das F.o.F. neun Monate einfängt, was schon recht hoch ist. Für das Saufen wird es auch nochmal sechs Monate dazu geben. Die Flucht rechnen wir auch mal mit 12 Monaten, auch das ist schon recht hoch. Macht zusammen 27 Monate. Bei solch vielfältigen Straftaten wird Mengenrabatt (Gesamtstrafenbildung) gewährt. Dabei wird irgendwas zwischen 18 und 24 Monate herauskommen, die relativ sicher zu Bewährung ausgesetzt werden.

Kein deutsches Gericht wird, in einem solchen Fall, einen jungen Menschen der zum ersten Mal richtig in der Sch... steckt hinter Gitter bringen. Ich denke ohnehin nicht das die Strafe ingesamt so hoch werden wird.

Wenn ich hier über Bewährungsstrafen rede ist das durchaus ok, denn der § 56 StGB ist mir durchaus bekannt.

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imager761 31.08.2015, 11:51
@Artus01

Wenn ich hier über Bewährungsstrafen rede ist das durchaus ok, denn der § 56 StGB ist mir durchaus bekannt.

Das bezweifle ich: "Bei der Verurteilung zu Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr setzt das Gericht die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus, wenn zu erwarten ist, daß der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird."

Wie man da bei F.o.F als Wiederholungstäter auf mildernde Umstände und einer Verurteilung unter einem Jahr hofft, gar eine begünstigende Bewährung annimmt, weil er sich das - anders als die erste Verhängung von Sozialstunden - wohl  jetzt wirklich zu Herzen nimmt, sich nicht ein drittes Mal hinters Steuer zu setzen, ist nun mehr als abenteuerlich. Nach meiner Erfahrung ticken Richter da ganz anders.

Sei es drum: Auch ich komme da auf locker 24-27 Monate, und die  schliesst eben eine Bewährung aus: " Das Gericht kann (...)  auch die Vollstreckung einer höheren Freiheitsstrafe, die zwei Jahre nicht übersteigt, zur Bewährung aussetzen, (...)" meint eben: Ab 2 Jahren darf sie es gerade nicht mehr, § 56 II 1 StGB, sofen keine "besonderen Umstände" vorliegen. Siehst du die allein in jungendlichen Alter des Straftäters und seinen düsteren Zukunftsaussichten als Vorbetrafter, wonach er eine Chance nach der anderen verdient, die den schützendwerte(re)n möglichen Opfern nicht zusteht?
Die bliebe dir unbenommen, aber deine Sicht der Dinge.

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Artus01 31.08.2015, 18:16
@imager761

Deine Sichtweise sei Dir unbenommen. Ich habe genügend Urteile gelesen in denen noch für ganz andere Sachen Bewährungen förmlich* aus dem Kreuz geleiert* wurden. In diesem Fall wird es immer eine Bewährung geben, ich behaupte sogar in Bayern.

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Moraluser 01.09.2015, 21:06
@imager761

Falsch,...

Da ist nichts falsch! Artus hat geschrieben, dass eine Haftstrafe sehr wahrscheinlich ist. Hat dazu betont das es ebenso sehr wahrscheinlich wäre, dass die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Er hat nichts davon geschrieben, dass es unbedingt und überhaupt eine Bewährungsstrafe sein wird. Bzw. schrieb er nichts dazu, dass nur und ausdrücklich eine Bewährungsstrafe raus kommen könnte.

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Deine Frage kann sich Dein 21jähriger Kumpel selbst beantworten. Wie Du schreibst ,ist er kein unbeschriebenes Blatt.

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