Fällt ein verschenktes Haus nach dem Tod des Schenkers wieder in die Erbmasse zurück?

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4 Antworten

Mit Einsetzung der Tochter als Alleinerbin hat die Witwe zunächst einen Pflichtteilsanspruch: Im gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet gewesen, wäre sie über die Hälfte ihres gesetzl. Erbrechts, § 1931 I 1 BGB, mithin zu 1/8 plus 1/4 pauschaliertem Zugewinn, § 1371 I BGB, insgesamt also 3/8 in Geld als Pflichtteilsberechtigte berufen.

Darüberhinaus steht ihr der sog. Voraus an Hausratsgegenständen und dem Familienauto zu, § 1932 BGB.

Drittens der sog. Pflichteilsergänzungsanspruch, § 2325 BGB. Demnach werden alle innerhalb von 10 Jahre verschenkten Werte, ab dem zweiten Jahr jeweils jährlich um 1/10 im Schenkungswert abschmelzend, dem Nachlass hinzugerechnet.

Demnach ergibt sich eine stichtagsgenaue Bewertung der Anspruchsgrundlage zum Datum des Erbfalls: (Vermögen + abgeschmolzener Hauswert) ./. (Verbindlichkeiten + angemessene Bestattungskosten) = Reinnachlass.

Richtigerweise gingen die Prozesskosten einer sog. Strufenklage, sofern der Anspruch nicht oder nicht rechtzeitig innerhalb von 30 Tagen bezahlt würde, zu Lasten der rechtnachfolgenden Erbin, also der Tochter.

G imager761

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Kommentar von Marithe
17.07.2017, 15:35

Hm, stimmt nicht ganz... denn bis zu 10 Jahren dürfen nur der Schenker selbst und Amt bzw. Behörden rückfordern. Alle anderen, die das anfechten, können nur bis zu 4 Jahren rückfordern.

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Ich würde mich auf alle Fälle an einen guten Anwalt für Erbrecht wenden.

Meiner Meinung nach hat die Witwe keinerlei Anspruch auf das Haus, da das Haus bereits weit vor der zweiten Eheschließung, nach dem Tod des Vaters und Ehemannes, testamentarisch an die Tochter vererbt wurde. Daher fällt es nicht in die Erbmasse.

Die Witwe hat lediglich einen Anspruch auf die Barmittel, falls keine weiteren Vermögenswerte vorhanden sein sollten. Da bedauerlicherweise, nach Abzug der Beerdigungskosten und der Schulden des Mannes, keine weiteren Vermögenswerte vorhanden sind, geht die zweite Ehefrau leer aus1

Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die Anderen!

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Kommentar von almutweber
17.07.2017, 07:50

Das ist nicht richtig. Die Witwe hat den Pflichtteilsergänzungsanspruch und wie der Erbe diesen befriedigt, ist nicht ihr Problem. Sie hat Anspruch auf Barauszahlung, selbst wenn dazu ein Haus verkauft werden muss.

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Jeder Gerichtsfall ist in der Regel wegen seiner Begleitumstände einzigartig......Deshalb nutzen die besten Tipps der GFUser nichts...Wenn das Ganze, denn so klingt es,...dein eigenes Problem ist,...dann würde lediglich ein Anwalt für Erbrecht deine Frage beantworten können und gegebenfalls deine Zukunftsorgen in die Winde zerstreuen können.....

Kostet nicht die Welt......auf alle Fälle sollten es dir deine Nerven wert sein.

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Kommentar von smileyfragt
16.07.2017, 22:52

Ja, das ist schon richtig - tatsächlich wußten 2 Anwälte nicht, dass die Pflichtergänzung nur 1/8 ist ....ein Freund fand dies im Erbgesetzbuch und bekam Recht. Vorab mal im Forum fragen, ist ja eine gute Sache und darum habe ich sie genutzt

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Kennst du nicht das Sprichwort: Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen.

'tschuldigung, ich hab am Ende meines Postings den Smiley vergessen :-) 

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Kommentar von smileyfragt
16.07.2017, 22:50

Kenne das Sprichwort, aber leider ist es nicht so....Rechtsanwalt und Landgericht sehen das verschenkte Haus so, dass davon Pflichtteile gezahlt werden müssen. Bin eine Freundin der Tochter und frage für sie....Für meine Freundin wäre es besser, das Haus würde wieder in die Erbmasse fallen, dann kann sie eben Beerdigungskosten etc. abziehen. Wenn es nicht in die Erbmasse fällt, dann ist sie sich unsicher...Einen Anwalt zu nehmen um diese Frage zu klären, kostet gut Geld - vielleicht weiß einer der Leser hier Bescheid, das wäre prima

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