Fachhochschulreife besser als Fachgebundene Hochschulreife? (Germanistikstudium in Hessen)

3 Antworten

Hallo,

das stellt nun schon eine ziemliche Verwerfung dar, wenn ein Gymnasiast mit nur einer Fremdsprache der die Oberstufe nur mit Fachhochschulreife verlässt z.B. in Marburg Germanistik auf Bachelor studieren kann, wenn er aber bis zur fachgebundenen Hochschulreife weitermacht aber nicht.

Noch schlimmer finde ich übrigens, dass neuerdings gar eine Verkäuferin (auch mit Hauptschulabschluss nach Kl. 9) in nur 50 Tagen den Handesfachwirt machen kann und sich damit nunmehr als Beruflich Qualifizierte sogar ins Lehramt Germanistik für Gymnasien einschreiben kann. Was um Himmels Willen hätte sie da zu suchen ? Vermittelt etwa dieser Fachwirt die Lese- und Schreibkompetenz die im Abitur verlangt wird ?

Nach meinen Infos bekommt man in Deutschland auch die Allgemeine Hochschulreife, wenn man zwar in der Oberstufe keine zweite Fremdsprache hatte, aber in der Mittelstufe 4 Jahre Fremdsprachenunterricht nachweisen kann (vielleicht hast Du das ja ?). Auch kann man aus der fachgebundenen Hochschulreife noch eine Allgemeine Hochschulreife machen, indem man die zweite Fremdsprache noch nachholt, z.B. an einer Volkshochschule in einer grösseren Stadt. Jedenfalls würde ich mich dort mal erkundigen.

Da nun aber Deine Hochschulreife aus Luxemburg stammt, wirst Du Dich vermutlich mit dem hessischen Schulministerium in Verbindung setzten müssen, wenn Du da noch mit einer extern erlernten Fremdsprache die Allgemeine Hochschulreife zuerkannt haben möchtest.

...und sich damit nunmehr als Beruflich Qualifizierte sogar ins Lehramt Germanistik für Gymnasien einschreiben kann.

Grauenhafter Gedanke.

Was um Himmels Willen hätte sie da zu suchen ? Vermittelt etwa dieser Fachwirt die Lese- und Schreibkompetenz die im Abitur verlangt wird ?

Damit wird das Abitur doch ad absurdum geführt. :-(

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Hallo KleinerGnom6,

das siehst du richtig. Die Fachgebundene Hochschulreife ist Deutschlands zweithöchster Schulabschluss und höherwertig als die Fachhochschulreife. Allerdings steckt bei deinem Abschluss ja das "fachgebunden" im Namen. Das war mal so, dass du an die Uni kannst, die mit FH-Reife jedoch nur an die FH. In Hessen hat sich letzteres jedoch geändert. Nun dürfen theoretisch auch FOS-Abgänger für den Bachelor bereits an die Uni, können aber mit den Abiturienten nicht mithalten.

Von daher ist es auch in meinen Augen sehr ungerecht, dass du mit einem höherwertigen Abschluss nun im Nachteil bist. Aber kannst du deinen Fall nicht den Unis in Hessen mal schildern? Hessen ist ja (m.E. leider) das liberalste Land, wenn es um die Aufnahme an die Uni und FH geht. Für Germanistik sehe ich allerdings tatsächlich schwarz für dich. Germanistik gibt es lediglich an der Uni. Du könntest vllt. etwas fernab deines Faches studieren, dann aber eher auf einer FH oder ein Studiengang, den sowohl Unis und FH anbieten. Meine Gedanken sind für dich vllt. schwer nachvollziehen, aber was man auf dem Gymnasium in Deutsch durchnimmt ist schon sehr viel. Das hat man weder auf der FOS noch bei der Fachgebundenen Hochschulreife. Deshalb müssten alle mit diesen Abschlüssen für Germanistik ausgeschlossen werden.

Ich weiß nicht, ob du tats. keine Chancen hast, aber so müsste es m.E. sein. Stimmt das denn, das FOSler wirklich Germanistik in Hessen studieren dürfen. Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen... Mit unserem Land geht's echt bergab... Wär ich doch nur nach Bayern gegangen...

Btw.: Wo kann man denn noch die fachgebundene Hochschulreife erlangen?

Huhu

Vielen Dank für deine Antwort.

Ja es stimmt, dass man dort Germanistik studieren kann mit einer Fachhochschulreife. Man kann nur nicht fürs Lehramt studieren.

So steht es auf deren Internetseite:

Die Fachhochschulreife berechtigt zu einem Studium an einer Fachhochschule oder zu einem Studium in einem Bachelorstudiengang an einer hessischen Universität.

Die Fachhochschulreife berechtigt an der Universität Gießen NICHT zum Studium der Lehramtsstudiengänge, der Medizin, Zahn- und Tiermedizin sowie der Rechtswissenschaft (Studiengänge mit dem Abschluss Staatsexamen/Staatsprüfung).

Ich finde es wirklich eine Unverschämtheit, dass die Leute dann dort studieren dürfen, wobei die meiner Meinung nach doch auch eine fachlisch orientierte Schule besucht haben. Die müssen dann nicht Wirtschaft studieren oder Gesundheitswesen, aber ich schon. Ich verstehe irgendwie die Logik hinter dieser ganzen Sache nicht. Was ich auch noch gefunden habe war folgendes:

"Die hessische Vergabeverordnung beschränkt mit eine Quote von 3% den Zugang zu zulassungsbeschränkten Studiengängen für Personen mit einer durch Studienleistungen erworbenen fachgebundenen Hochschulreife. Dementsprechend steht nur eine relativ geringe Zahl an Studienplätzen für Personen mit einer der fachgebundenen Hochschulreife entsprechenden Qualifikation zur Verfügung."

Wo ich mich dann auch frage, wieso haben die nur eine 3 prozentige Chance? Wobei ich davon ausgehe, dass es sich da halt auf Studienleistungen bezieht. Dann kann ich es halbwegs nachvollziehen.

Ich werde auf jedenfall noch einmal anrufen und die mal fragen, was das denn für ein merkwürdiges System sein soll.

Also ich habe meine fachgebundene Hochschulreife hier in Luxemburg erworben. Da gibt es leider sowas. Das Problem ist, unser Schulsystem ist fast komplett auf Französisch. Ich hätte auch eine allgemeine Hochschulreife schaffen können auf einem Wirtschaftsgymnasium, nur war dort Französisch leider ein Hauptfach und für mich unmöglich dies zu schaffen. Und unser Französisch ist gar nicht mal so leicht. Immerhin lernen wir diese Sprache neben der deutschen auch 12 Jahre.. Es gab schon Gerüchte, dass die die fachgebundene hier abschaffen wollen. Halte ich sogar für eine super Idee, denn man sieht wo dies hinführt.

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Übrigens fand ich auch noch dies:

"Während die Lehramtsstudiengänge der Universität Kassel, die mit einem Bachelor enden (Wirtschafts- und Berufspädagogik), mit Fachhochschulreife studierbar sind, wird hingegen für das Studium der Lehramtsstudiengänge, die mit einem Staatsexamen abschließen (Grundschule, Haupt- und Realschule, Gymnasium), das Abitur oder die fachgebundene Hochschulreife (fgHR) benötigt."

Also darf ich Lehramt, aber sonst nichts? Versteh ich nicht -_-

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@KleinerGnom6

Ja, es gibt einfach zu viele verschiedene Abschlüsse im deutschsprachigen Raum.

In Hessen wurde die fachgebundene Hochschulreife bestimmt bei den ganzen Reformen vergessen und außen vor gelassen, denn hier gibt es diesen Abschluss meines Wissens schon lange nicht mehr.

Vielleicht kannst du auf Lehramt anfangen und dann wechseln zu nicht Lehramtgermanistik...

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Und sorry für die zahlreichen Fehler, ich habe etwas sehr schnell getippt. Besser ich erwähne es gleich, bevor wieder ein Shitstorm ausbricht von wegen: "Du machst so viele Fehler und du möchtest Germanistik studieren?". Das vermeiden wir dann mal lieber ~.~

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