Facharbeit Atome Moleküle Ionen?

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3 Antworten

Moin,

hmmm, das sagen eigentlich die Begriffe selbst...

Atomare Stoffe sind solche, die sich aus (ungebundenen) Atomen zusammensetzen.
Das könnten Reinstoffe sein (also Stoffe, die nur aus einer einzigen Atomsorte bestehen), wobei man sie dann als "Element" ansprechen würde. Reines Eisen besteht ausschließlich aus Eisenatomen. Reines Aluminium nur aus Aluminiumatomen, reines Helium nur aus Heliumatomen usw., verstehst du?
Das könnten aber auch Stoffgemische sein. Die Stoffgemische können wiederum heterogen sein (heterogenen Gemischen kann man ansehen, dass sie aus mindestens zwei Bestandteilen bestehen). So wäre ein Gefäß, in dem Eisen- und Goldstückchen miteinander vermischt wären, ein heterogenes Gemisch, das man als "Eisen-Gold-Gemenge" bezeichnen würde. In den kleinen (oder großen) Eisenstückchen wären nur Eisenatome enthalten, während sich in den Goldstücken nur Goldatome befänden.
Die Gemische könnten indes auch homogen sein (einem homogenen Gemisch sieht man nicht an, dass es aus mindestens zwei Stoffen besteht). In Messing wären zum Beispiel (vor allem) Zinkatome in ein Gitter aus Kupferatomen eingebettet. Solch eine Mischung bezeichnet man als "Legierung". In einem Gefäß, in dem nur Atome von Helium, Neon, Argon und Krypton enthalten wären, würde man wiederum als ein "Gasgemisch aus Edelgasen" bezeichnen.

Molekulare Stoffe sind nun wieder Stoffe, die sich aus Teilchen zusammensetzen, in denen Atome miteinander verbunden sind. Das können erneut "Elemente" sein, wie zum Beispiel Wasserstoff. Im Wasserstoff sind die kleinsten Teilchen nicht einsame Wasserstoffatome, sondern Minimoleküle, die aus zwei miteinander verbundenen Wasserstoffatomen bestehen. Weil hier nur eine Atomsorte vorhanden ist (nämlich nur Wasserstoffatome), spricht man von einem "Element". Aber weil die Atome nicht einzeln vorliegen, sondern in Form von Minimolekülen, handelt es sich auch um einen molekularen Stoff, verstehst du? Das gleiche träfe auch auf Stickstoff, Sauerstoff, Fluor, Chlor, Brom oder Iod zu.

Wenn man es sehr genau nimmt, müsste man auch die oben genannten elementaren Metalle (Eisen, Aluminium, Gold, Kupfer, Zink) zu den "molekulare Stoffe" rechnen, weil in ihnen eigentlich keine einzelnen Atome vorliegen, sondern diese Atome über eine sogenannte metallische Bindung zu einem "Riesenmolekül" vereinigt sind (eben einem Stück Eisen, Aluminium, Gold...). Aber das wäre ziemlich spitzfindig...
So ist es in diesem Zusammenhang auch üblich, andere Elemente wie Schwefel oder Kohlenstoff als Stoffe anzusehen, die atomar vorliegen, obwohl das so nicht stimmt (im Schwefel bilden zum Beispiel acht Schwefelatome kleine Ringe; Kohlenstoff verbindet sich mit sich selbst und bildet einen Diamanten oder Graphit...). Aber auch hier - glaube ich - würde es dir deine Lehrkraft kaum ankreiden, wenn du behaupten würdest, dass elementarer Schwefel (oder Kohlenstoff oder Eisen oder Gold...) zu den atomaren Stoffen (siehe oben) gehören.

Ungleich viel öfter als in Form der Elemente kommen molekulare Stoffe jedoch als Atomverbindungen vor. Praktisch alle organischen Stoffe sind solche molekularen Stoffe. Zum Beispiel Haushaltszucker (Saccharose; Rohrzucker) oder (Trink-)Alkohol und massenhaft mehr. Es gibt aber auch etliche anorganische Stoffe, die zu den molekularen Stoffen gehören, wie zum Beispiel Wasser (H2O), Ammoniak (NH3), Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Schwefeltrioxid (SO3) und vieles, vieles mehr.
Das, was die molekularen Stoffe kennzeichnet, ist, dass ihre kleinsten Teilchen Moleküle sind (ich sagte ja oben bereits, dass die Begriffe eigentlich für sich sprechen!).
Moleküle wiederum zeichnen sich ihrerseits dadurch aus, dass die in ihnen vorkommenden Atome über sogenannte "Atombindungen" (= "kovalente Bindungen" = "Elektronenpaarbindungen") miteinander verbunden sind. Was das genau heißt (und warum es für diesen Bindungstyp drei verschiedene Bezeichnungen gibt), solltest du nun selbst herausfinden; schließlich ist es ja deine Facharbeit... - Kleiner Tipp: du kannst dazu auch hier im Forum suchen... Das wurde nämlich schon sehr oft beantwortet, so auch unter anderem von mir... ;o)

Kommen wir nun noch zum letzten Begriff, dem der Ionenkristalle (auch "ionische Stoffe" oder "Ionenverbindungen"). Wie auch hier der Name schon sagt, bestehen solche Verbindungen aus Ionen. Ionen sind geladene Teilchen. Wenn sie positiv geladen sind, werden sie auch "Kationen" genannt. Sind sie negativ geladen, bezeichnet man sie als "Anionen".
Unterschiedlich geladene Ionen haben die Eigenschaft, dass sie sich gegenseitig anziehen. Gleich geladene Ionen stoßen sich dagegen voneinander ab. Da nun eine Ionenladung nicht nur in eine bestimmte Raumrichtung wirkt, sondern in alle, zieht ein Ion auch aus allen Raumrichtungen die entgegengesetzt geladenen anderen Ionen an. Diese angezogenen Ionen lagern sich also so lange um ein entgegengesetzt geladenes Ion, wie Platz vorhanden ist. Der Platz wird nämlich auch dadurch begrenzt, dass sich irgendwann die gleich geladenen Ionen gegenseitig abstoßen und auf Abstand halten. Jedenfalls entsteht auf diese Weise ein großes Ionengitter, in dem stets Kationen von Anionen umlagert werden und umgekehrt. Ein solches Ionengitter kann leicht sehr groß werden. Ab einer bestimmten Größe können wir es mit bloßem Auge sehen. Solche Gitter bezeichnet man auch als Kristall. Und weil sich so ein Kristall aus Ionen zusammensetzt, nennt man ihn "Ionenkristall".
Auch zu der Frage, wie es zur Bildung von geladenen Ionen kommt, oder dem Umstand, dass es einfache Ionen und zusammengesetzte Ionen gibt, findest du hier im Forum an anderer Stelle jede Menge Auskünfte (oder du musst es anders herausfinden), denn  - wie gesagt - es ist ja deine Facharbeit.

Fazit:
• In atomaren Stoffen sind die kleinsten Teilchen Atome. Das können Elemente oder Gemische sein. Die Gemische können heterogen oder homogen sein.

• In molekularen Stoffen sind die kleinsten Teilchen Moleküle. Auch das können Elemente sein. Oder es handelt sich um Verbindungen, deren Kennzeichen es ist, dass die darin vorkommenden Atome über Atombindungen miteinander verbunden sind.

• In ionischen Stoffen (Ionenkristallen) sind geladene Teilchen (= Ionen) vorhanden. Diese können positiv geladen sein (= Kationen) oder negativ (= Anionen). Da sich entgegengesetzt geladene Ionen anziehen, entstehen riesige Ionengitter, die man Kristalle nennt.

LG von der Waterkant.

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Kommentar von bob12371
04.02.2017, 17:57

danke für die hilfreiche Antwort :)

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leider weiß ich nicht was Atomare Stoffe oder Molekulare Stoffe und Ionenkristalle sind kann mir das vielleicht jemand erklären

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