Facharbeit .. Interview zu Bulimie

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3 Antworten

Hallo Tut mir Leid, dass die Antwort erst jetzt kommt, ich hatte nicht mitbekommen, dass du geantwortet hast.. Ich hoffe, dass ich dir immer noch weiterhelfen kann

  1. Ich war 17 und die Bulimie wurde ausgelöst, als ich wegen Magersucht eine Sonde bekam. Ich habe die Zwangsnahrung heimlich in diverse Gefäße unter meinem Bett erbrochen. Ich habe trotzdem zugenommen und die Magensonde wurde entfernt. Ich hatte den Willen, durch leckeres Essen normal zuzunehmen und gesund zu werden. Ich habe aber beim Essen die Kontrolle verloren und habe quasi alles "nachgeholt". Ich habe häufig Fressatacken bekommen, mir in der Klinik heimlich Essen besorgt und aus der Küche geklaut, um es hinter verschlossenen Türen in mich reinzustopfen und zu erbrechen.
  2. Ich habe den Wandel selbst mitbekommen und mich wahnsinnig dafür geschämt. Die etreuer und Ärzte haben es erst nach einigen Wochen gemerkt.
  3. Die Therapie war halb freiwillig. Ich wollte glücklich werden, aber nicht zunehmen. Mir war nicht klar, dass die Kombi nicht funktioniert, aber das ist das paradoxe Krankheitsdenken.
  4. Meine Gedanken in der Therapie waren zweigeteilt. Ich wollte eigentlich ehrlich über mich sprechen, damit es mir besser geht, aber ich bin dann konkreten Fragen doch immer wieder ausgewichen. Außerdem hatte ich komischerweise Angst, dass der Therapeut mich für nicht krank genug hält und deshalb nicht ernst nimmt. Und das trotz einem BMI von 13. Gleichzeitig habe ich mich aber dann doch nicht getraut, zuzugeben, wie krank ich wirklich war.
  5. Ich hatte das Gefühl, die Magersucht kann man verstehen, aber die Bulimie nicht. Über die Magersucht habe ich gesprochen, aber über die Bulimie nicht, da ich dachte, ich würde dann für schwach, ekelig, undiszilpiniert und "falsch" gehalten werden.
  6. wird ja eigentlich von der 5 beantwortet :D Also teilweise. Nach einigen Monaten in der Klinik habe ich zum ersten und einzigen Mal unter Tränen von den bulimischen Anteilen erzählt, aber mich sehr dafür geschämt.
  7. Ich wollte es eigentlich ständig ändern, aber habe den Ausbruch aus dem Teufelskreis nicht geschafft, da es mir irgendwie doch noch zu viel gegeben hat. Eine Sucht bringt einem ja auch immer irgendwas..Man ist ständig zweigeteilt. Ich wollte nichts dringender, als die Krankheit loszuwerden, aber ich konnte nicht zulassen, sie zu verlieren. Paradox, ich weiß..
  8. Ich bin nach einem halben Jahr mit meinem Zielgewicht aus der Klinik entlassen worden, aber war immer noch in der Sucht gefangen. Ich habe mehrmals versucht, da herauszukommen und bin immer gescheitert. Wenn ich mir gesagt habe : Nie wieder, morgen hörst du auf! ..dann habe ich erstrecht eine Fressatacke bekommen, um es noch "ein letztes Mal zu haben" Ich habe aufgehört, meine Rückfälle zu zählen. Es war auf jeden Fall mehrmals täglich.
  9. Ich glaube, diese Frage kann ich nicht so passend beantworten, da ich nicht als Bulimikerin eingewiesen worden war. Ich hatte ja eine Magersucht-Therapie. Mit Gewichtsvertrag, Zielgewichten und festen Regeln. Ich wollte ja die Bulimie auch eigentlich nicht zugeben. Außerdem war ich in der Kinder-und Jugendpsychiatrie. Zum ersten Mal wegen Depressionen, SVV und Suizidversuch. Das zweite Mal erst wegen der Essstörung.
  10. Nach den 6 Monaten Klinik hing ich noch ca. 4 Monate lang in der Sucht gefangen, obwohl ich täglich versucht habe, da herauszukommen. Dann hat es von 0 auf hundert hingehauen und die "echte" Genesung geht jetzt ca 3-4 Monate und seitdem bin ich auch 100% rückfallfrei. Ich habe mir den Druck rausgenommen. Ich habe nicht gesagt, nie wieder! Sondern ich habe mir einfach gesagt, "nicht jetzt. Morgen hast du immer noch Zeit." Und das habe ich jeden Tag zu mir gesagt. Es war wie ein Experiment. Ich wollte ausprobieren, wie lange ich es ohne meine Sucht aushalte. Ich hatte auch keine Angst mehr vor einem Rückfall ,da ich mir ihn ja nicht verboten habe, sondern nur hinausgezögert. So gab es kein "noch ein letztes Mal, dann hör ich auf". Denn irgendwo möchte und kann man seine Sucht nicht loslassen, obwohl man es so unbedingt loslassen will. Irgendwann, so nach 3-4 Wochen ist das Verlangen verschwunden und es wäre mittlerweile für mich total abwegig, zu essen&erbrechen. Ich habe aber auch einen SEHR starken Willen, gesund zu sein, da ich diese Sucht hasse.
  11. Ich habe mich die meiste Zeit isoliert. Wenn ich wusste, dass für bestimmte Personen meine Krankheit offensichtlich ist, habe ich versucht, es zu erklären. Aber es war mit viiiiel zu unangenehm, um es wirklich von mir aus offen anzusprechen.
  12. Ich habe das Gefühl, geheilt zu sein. Ich lebe ohne Magersucht und ohne Bulimie. Ich habe noch ein Bisschen Untergewicht und will sogar langfristig gesehen, Normalgewicht erreichen, um einfach stärker, stabiler, gesünder zu werden und meine Periode wiederzubekommen. Allerdings hat diese Zeit mich gezeichnet. Die Essstörung, die Psychiatrie, der Selbstmordversuch und die Gedanken dieser ganzen Zeit. Ich habe mich verändert. Die Essstör

Die Essstörung hat mich tendenziell zum Einzelgänger gemacht, obwohl ich vorher gerne das Herzstück und der Komiker einer Gruppe war. Im Moment arbeite ich sehr daran, dass ich wieder spontaner, lebensfroher, aktiver und einfach unbeschwerter werde. Es ist ein Stück Arbeit und ich komme voran, aber es ist im Gegensatz zu früher viel schwieriger, Freude zu empfinden und ich muss mich dazu aufraffen, unter Leute zu gehen.

Fragen kannst du gerne stellen :) LG Elli

Sry hat nicht alles hingepasst :)

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Vielen Dank! Du hast mir sehr geholfen!

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Hallo,

Ich hatte insgesamt 3 Jahre lang Anorexie und 1 Jahr lang Bulimie. Ich habe 2 stationäre Therapien hinter mir und habe mich sehr intensiv mit der Krankheit auseinandergesetzt.

Ich würde dir gerne ein Interview geben. Soll ich einfach die Fragen als Kommentar beantworten? Wenn du willst, könnte ich es auch ausführlicher machen, z. B. über E-Mail oder etwas anderes :)

Schreib einfach zurück ;-) LG Elli

Hallo Elli,

Mir würde es schon reichen, wenn du nur die Fragen als Kommentar beantworten würdest. Jedoch wenn du magst kannst du es natürlich auch ausführlicher machen :)

LG Caro

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Bist du in der 11. Klasse?

Ja genau.

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