F90 Vorsatzschale mit Ansetzbinder

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4 Antworten

Eine F90 Wand oder Vorsatzschale ist ein zugelassenes System, dass kannst du nicht einfach bauen wie du möchtest. Du musst dich da an die Systeme der Hersteller halten. Am besten schaust du dir einfach mal die Kataloge von Knauf und Rigips an, die haben auch Merkblätter etc. dort siehst du gleich welches System am platzsparensten ist. Da du eh Schallschutz erfüllen musst, würdest du mit dem ankleben an die bestehende Wand wahrscheinlich eh nicht weit kommen. Wie gesagt, halte dich an die zugelassenen Systeme bzw. Wandaufbauten!

hlohse 06.09.2014, 10:00

Hallo, vielen Dank für Deine Antwort und Mühe. Die Broschüren der jeweiligen Hersteller habe ich schon gesichtet und ich hatte ja durchaus vor mich daran zu halten. Das Problem ist halt, dass daraus nicht hervorgeht ob ein Ständerwerk notwendig ist oder nicht. Zumindest ist nirgends ausgeschlossen, dass man auch zB 3 lagig beplankt aber dies eben direkt mit der bestehenden Wand verbindet (Ansetzbinder)

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Seehausen 06.09.2014, 10:35
@hlohse

Mit Bauaufsichtsämtern diskutiert man nicht, sondern verlangt richtige und begründete Verfügungen. Das haben die nicht so gern, denn dann müssen sie die konkreten Vorschriften benennen und ihr könnt die Rechtmäßigkeit der Anordnungen überprüfen.

Die "Broschüren" der Hersteller (wie z.B. Promat) beschreiben die baurechtlich zulässigen Konstruktionen (Bauartzulassung). Wenn ihr Euch daran haltet kann nichts schief gehen.

Bei GF könnt ihr dazu keine zuverlässigen und verbindlichen Antworten erhalten.

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Fragen die Du vorab klären mußt sind u. a.:

Was ist das für eine Wand? Welche Qualität hat die Wand? Handelt es sich um eine Brandwand? Ist es eine allgemeine Trennwand in einem Brandabschnitt? Wie ist der obere Anschluß an die Decke konstruiert? Welche Qualität hat (haben) die beiden Decke(n) oder die Anschlußwände? Besteht im "Fall der Fälle" ein Brandüberschlag über die Decke(n)? Wie sind die Zugänge zu den derzeitigen zwei Räumen gestaltet? Wie ist der (sind die) erforderliche(n) Flucht- und Rettungsweg(e) ausgeführt? Wie groß sind die Fenster und welche Lage haben diese? Wie ist deren Erreichbarkeit mit Mitteln der Feuerwehr von außen? Sind beide Räume als Aufenthaltsräume bauaufsichtlich genehmigt oder nur sind es nur Abstellräume? Was ist in der ursprünglichen Baubeschreibung und dem Bauplan ausgesagt und bauaufsichtlich genehmigt?

Eine Trennwand z. B. als Brandwand oder als F 90-Wand etc. bedarf der in DIN 4103 festgelegten Normen. Alle Abweichungen müssen vom DIBt, Berlin, geprüft und zur Ausführung freigegeben sein. Das betrifft u. a. die Mauerstärke, das Baumaterial, die oberen, unteren und seitlichen Anschlüsse.

Die von Dir vorgesehene 2 x 12,5 mm Wandplatten sind, ohne Prüfung der Baupläne und der Baubeschreibung, für mich einfach zu dünn und für ihre Ausführung und Anbringung ungeeignet. Siehe DIN 4103 aber auch Ausführungsbeschreibungen der Firmen Rigips, Knauf etc.

hlohse 06.09.2014, 10:08

Hallo, vielen Dank für Deine Antwort und Mühe. Es ist möglicherweise der Eindruck entstanden, dass ich ml einfach so drauf los eine Brandschutzwand bauen will. So ist es nicht. Der Architekt hat in dem Raum in den "hineingebrochen" wird eine Vorsatzschale mit 2 x 12,5 mm Trockenbauplatten vorgesehen (Schallschutzgründe). Nachdem das Bauamt dies geprüft und genehmigt hat wurde lediglich (wie üblich in grün) ein Pfeil auf die Zeichnung der Vorsatzschale gesetzt und F90 drangeschrieben - das ist alles. Die Broschüren der jeweiligen Hersteller habe ich schon gesichtet und ich hatte ja durchaus vor mich daran zu halten. Es gibt dort auch 12,5 mm Platten die bei doppelter Beplankung als F90 sicher gelten - nur das Problem ist halt, dass daraus nicht hervorgeht ob ein Ständerwerk notwendig ist oder nicht. Zumindest ist nirgends ausgeschlossen, dass man auch zB 2 lagig beplankt aber dies eben direkt mit der bestehenden Wand verbindet (Ansetzbinder) Daher rührt eigentlich meine Frage. Um noch einmal auf deine Antwort einzugehen. Die betreffenden Wohnungen befinden sich im selben Hausaufgang. Die zu durchbrechende Wand hat 22cm und ist wohl keine Brandwand. Die Wand an die die Vorsatzschale soll hat 11cm und ist eine normale Zimmerwand. Danke noch einmal für die Mühe die Du Dir gemacht hast.

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Mit Bauaufsichtsämtern diskutiert man nicht, sondern verlangt richtige und begründete Verfügungen. Das haben die nicht so gern, denn dann müssen sie die konkreten Vorschriften benennen und ihr könnt die Rechtmäßigkeit der Anordnungen überprüfen.

Die Grüneintragung im Bauschein ist lediglich ein Hinweis, dass die gesamte Wand und nicht nur die Vorsatzschale einen Brandschutzwiderstand von F-90 haben muss. Es kommt also auch darauf an, was die vorhandene Wand erreicht und in welchen Baumaterialien sie errichtet wurde (Fachwerk, Beton, Mauerwerk??)

Ansonsten kann die Forderung nach F - 90 nur für tragende Wände erhoben werden, da die Wand weder eine Brandwand noch eine Wohnungstrennwand ist.

Die "Broschüren" der Hersteller (wie z.B. Promat) beschreiben die baurechtlich zulässigen Konstruktionen (Bauartzulassung). Wenn ihr Euch daran haltet kann nichts schief gehen.

Bei GF könnt ihr dazu keine zuverlässigen und verbindlichen Antworten erhalten.

Erstens ist zu bezweifeln, dass die Bauaufsicht für eine innenliegende Wand, die keine Brandwand ist, diese Forderung erheben kann. Ich sehe dazu weder eine Rechtsgrundlage noch eine sachliche Notwendigkeit; außerdem sind derartige Wanddurchbrüche in vielen Bundesländern baugenehmigungsfrei.

Zweitens muss für ein Verbundsystem in F 90 eine Bauartzulassung vorhanden sein, an die du Dich halten musst. Dazu haben Knauf und Promat entsprechend zugelassene Systeme. Kannst Sie beim Verkäufer oder Hersteller anfordern; teilweise auch im Internet ausdrucken.

hlohse 06.09.2014, 10:11

Hallo, vielen Dank für Deine Antwort und Mühe. Die Broschüren der jeweiligen Hersteller habe ich schon gesichtet und ich hatte ja durchaus vor mich daran zu halten. Das Problem ist halt, dass daraus nicht hervorgeht ob ein Ständerwerk notwendig ist oder nicht. Zumindest ist nirgends ausgeschlossen, dass man auch zB 3 lagig beplankt aber dies eben direkt mit der bestehenden Wand verbindet (Ansetzbinder)

Leider ist Hamburg extrem restriktiv es Brandschutz betrifft. wir haben schönen einmal im selben Haus einen Durchbruch gemacht und auch da mussten wir - trotz nach Architektenmeinung nicht bestehender sachlicher Notwendigkeit eine F90 Tür einbauen. Alle Diskussionen mit Bauamt halfen da nix :-( Danke noch einmal für Deine Mühe

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Seehausen 06.09.2014, 10:41
@hlohse

Mit Bauaufsichtsämtern diskutiert man nicht, sondern verlangt richtige und begründete Verfügungen. Das haben die nicht so gern, denn dann müssen sie die konkreten Vorschriften benennen und ihr könnt die Rechtmäßigkeit der Anordnungen überprüfen.

Die Grüneintragung im Bauschein ist lediglich ein Hinweis, dass die gesamte Wand und nicht nur die Vorsatzschale einen Brandschutzwiderstand von F-90 haben muss. Es kommt also auch darauf an, was die vorhandene Wand erreicht und in welchen Baumaterialien sie errichtet wurde (Fachwerk, Beton, Mauerwerk??)

Ansonsten kann die Forderung nach F - 90 nur für tragende Wände erhoben werden, da die Wand weder eine Brandwand noch eine Wohnungstrennwand ist.

Die "Broschüren" der Hersteller (wie z.B. Promat) beschreiben die baurechtlich zulässigen Konstruktionen (Bauartzulassung). Wenn ihr Euch daran haltet kann nichts schief gehen.

Bei GF könnt ihr dazu keine zuverlässigen und verbindlichen Antworten erhalten.

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