Extreme Suizidgedanken. Wie weiter machen?

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5 Antworten

Hallo Soeintyp111,

Du schreibst, dass Du bereits seit etwa Deinem 12. Lebensjahr an Depressionen leidest, aber nicht in Behandlung gehen könntest. Bedenke jedoch: Depressionen sind eine Krankheit, für die sich niemand zu schämen braucht. Außerdem kann sie jeden treffen! Wie man bei jeder anderen Krankheit auch einen Arzt aufsucht, sollte man auch eine Depression nicht unbehandelt lassen. Vor allem schwere Depressionen können so sehr in den Alltag übergreifen, dass Hilfe von außen dringend erforderlich ist. Dein Arzt kann Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und Dir helfen, Dir ein genaues Bild Deiner Krankheit zu machen. Versuche Deinen Eltern klar zu machen, wie wichtig diese Behandlung für Dein weiters Leben ist!

Du kennst ganz sicher das Gefühl, tiefer Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. Du hast auch möglicherweise das Empfinden, dass der Schmerz nie aufhört und hast die Aussicht auf Besserung aufgegeben. Das kommt daher, dass man in eine Art Negativspirale geraten kann, die einen mehr und mehr nach unten ziehen kann. Vergiss jedoch eines bitte nicht, auch wenn es sich momentan anders anfühlt: Deine Situation ist nicht hoffnungslos! Es gibt einen Weg aus der Depression!

Neben der Hilfe durch Ärzte oder Therapeuten kannst Du auch selbst eine Menge gegen Deine Depression tun. Nachfolgend möchte ich Dir einige Strategien aufzeigen, die im Kampf gegen Depressionen nützlich sind.

Es kann z.B. sehr hilfreich und heilsam sein, sich an einen vertrauenswürdigen, einfühlsamen Menschen zu wenden. Es könnte ein guter Freund/Freundin, ein Verwandter oder ein fähiger Berater sein. Wenn Du es lernst, über Deine Gefühle zu sprechen, wirst Du merken, dass allein das schon eine heilende Wirkung hat. Ein Problem zu verleugnen und es nicht zu bearbeiten, macht alles nur noch schlimmer. Dein Gesprächspartner könnte Dir auch dabei helfen, verkehrte Denkmuster zu korrigieren. Dadurch magst Du mit der Zeit einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

In den meisten Fällen sind bei Depressionen auch Minderwertigkeitsgefühle mit im Spiel. Wie kann man diesen Gefühlen geschickt entgegenwirken? Oftmals haben wir in uns eine innere Stimme, die überkritisch ist und uns zu unrecht verurteilt. Das kann zu verzerrten Denkmustern führen, die dann letztendlich in eine Depression münden. Hier sind einige Beispiele für solche verzerrten Denkmuster:

- Du siehst Dich in Schwarzweißkategorien. Du fühlst Dich als Versager, wenn Du nicht alles perfekt hinbekommst.

- Aus einem einzigen negativen Erlebnis wird ein endloses Misserfolgsmuster gemacht. Beispiel: Du machst einen Fehler und sagst dann: Bei mir läuft immer alles schief. Positives wird heruntergespielt. Machst Du einmal eine positive Erfahrung, magst Du diese herabwürdigen und zu Dir sagen: Das habe ich gar nicht verdient.

- Ohne einen wirklichen Grund zu haben, wird gefolgert, dass jemand einen nicht leiden kann. Man ist auch völlig davon überzeugt, das alles immer nur schlecht ausgeht.

Es geht also darum, solche falsche Denkweisen zu erkennen und gedanklich dagegen anzugehen. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein.

Manche emotionale Probleme reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Es könnte z. B. sein, dass Dir früher jemand schweres Unrecht oder sonst wie Schaden zugefügt hat. Damit die Sache nicht immer wieder hoch kommt, wäre es ratsam zum Vergeben bereit zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, etwas herunter zu spielen oder so zu tun, als sei nichts geschehen. Es geht eher darum, alle negativen Gefühle "fortgehen zu lassen". Wenn man wegen früherer Fehler anderer zu Verbitterung neigt, schadet man sich nur selbst. Schließe, soweit irgend möglich, mit der Vergangenheit ab und grübele nicht immer wieder darüber nach. Dadurch durchlebst Du alles erneut und gibst dem Verursacher die Macht, Dir immer wieder erneut Schmerz zuzufügen.

Wenn Du in Deinem Kampf gegen die Depressionen erfolgreich sein möchtest, benötigst Du unbedingt eine ausgeglichene Einschätzung Deines eigenen Wertes. Das bedeutet, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst ist und von sich keinen Perfektionismus abverlangt. Es ist jedoch auch nicht ratsam, ins andere Extrem zu verfallen und Deinen eigenen Wert herunterzuspielen. Messe auch Deinen Wert nie an der Anerkennung oder Ablehnung durch andere. Lass Dir durch die Bewertungen von anderen nie Dein Selbstwertgefühl rauben.

Ich möchte Dich bei dem Thema Depressionen noch auf einen anderen, wichtigen Aspekt aufmerksam machen. Obwohl die Bibel kein medizinischer Ratgeber ist enthält sie dennoch einige sehr ermunternde Aussagen und eine kostbare Hoffnung. Immer wieder zeigt die Bibel, dass Gott besonders Niedergedrückte sehr am Herzen liegen. In den Psalmen heißt es:" Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen. Ist es nicht schön zu wissen, dass Gott an Deinem Leid nicht einfach vorbei sieht? Er verspricht uns, zu helfen, sofern wir an ihn glauben und bereit sind, seinen Willen zu tun. Viele, die unter Depressionen litten, haben gemerkt, dass ihnen ein enges Verhältnis zu Gott sehr geholfen hat, nicht mehr so bedrückt und hoffnungslos zu sein.

Darüber hinaus ist es, wie bereits erwähnt, auch sehr wichtig, das Gespräch zu jemandem zu suchen, der Dir einfühlsam zuhören kann und der auch reif genug ist, Dir zu helfen. Vielleicht gibt es ja in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden, zu dem Du Vertrauen hast und an den Du Dich wenden könntest. Ja, schöpfe alle Hilfen aus, die Dir zur Verfügung stehen! Dann, so hoffe ich, wird es Dir gelingen, Deine Depressionen zu überwinden. Alles Gute und viel Kraft dabei!

LG Philipp

Philipp59 01.07.2017, 14:15

 Vielen Dank für den Stern! 

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Als durch und durch positiver Mensch finde ich es ja immer schwer auf sowas zu reagieren bzw. es zu verstehen..

Die Bilanz deines Lebens klingt echt nicht schön aber ich bin dagegen alles aufzugeben! Ob du glaubst oder nicht, du kannst dich aus diesem Mist auch wieder retten. Wie wäre es denn, wenn mal alles in deinem Leben umkrempelst.

Neue Stadt, neues Umfeld, neuer Job, neue Menschen, Freunde, weg von der Familie und Umgebung, die dich so krank gemacht hat!

Jeder Mensch kann Freunde und eine Arbeit finden! Glaub selbst daran und stell dein Leben radikal auf den Kopf! Mehr Tipps kann ich dir nicht geben, wenn selbst Therapien nichts bringen :/

Ich wünsche dir viel Kraft dafür!

Ich weiß nicht ob es unangebracht ist das ich jetzt heule...aber du erzählst grade meine Lebensgeschichte. Das bin eindeutig ich in drei Jahren!!!
Habe auch Depression und Sozialphobie bin introvertiert und hasse die Gesellschaft und kann mich beruflich für nichts begeistern und bin Single. Aber so krasse suizidgedanken hatte ich noch nicht. Ich kann dir nur raten dich in eine Psychiatrie einweisen zu lassen denn so kann es auf keinen Fall weiter gehen! Scheiß drauf ob das dem Stolz deiner Familie schadet. Du bist wichtiger! Bitte lass dir helfen! Wir können in den Kommentaren reden wenn du willst♡ bin in Gedanken bei dir hehe
Alles Gute :x
N

Hör auf zu jammern! Das wäre schon mal ein Anfang!

Ich kenne jemand, der auf die richtigen Pillen eingestellt wurde - demjenigen geht es jetzt prima! Auch wenn Deine Eltern Dich nicht akzeptieren wollen wie Du bist: Mach DU einen Termin beim Psychdoktor! Es KÖNNTE Dir gut gehen. Nun kommt es darauf an, ob Du auch willst!

Niyan 30.06.2017, 00:06

halt den Mund wenn du nichts hilfreiches beigetragen hast. herzlichen Glückwunsch damit hast du warscheinlich erreicht das er sich noch nutzloser fühlt und sich noch mehr umbringen will👏 Menschen wie du machen mich krank!!! Es ist keine Frage der Einstellung ob es einem gut geht wenn man die Wahl hätte würde doch jeder regenbogen kotzend auf Einhörnern reiten... aber so einfach ist das eben nicht! Und über seine Probleme zu reden und nach Hilfe zu fragen ist verdammt mutig! das hat absolut nichts mit jammern zu tun. ich will dich mal sehen wie du versuchst einrn einzigeb Tag mit seinen Gedanken zu überleben du würdest keinen halben Tag schaffen...

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AriZona04 30.06.2017, 21:19
@Niyan

@Niyan: Du hast keine Ahnung von mir! Ich fühle mich stark. Warum tue ich das? Kann das jeder erreichen? JA!! Aber dazu muss man aufhören zu jammern! Und DANN sein Leben in den Griff kriegen! SO einfach! Ist das ganz allein MIR vorbehalten?? Das glaube ich nicht.

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Dein Leben hört sich ganz normal an.

Nur, dass du seit du 12 bist depressiv bist und seitdem nicht in Behandlung bist verstehe ich nicht.

Gehst du denn zum Zahnarzt oder wollen deine Eltern keinen Sohn, der eine Blombe hat?

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