Extrem hohe Inkassogebühren. Muss ich zahlen?

12 Antworten

Niemand muss die hohen Gebühren des Inkassos zahlen. Im Masseninkasso findet keine Rechtsberatung statt und die wird auch nicht beauftragt. Deswegen ist eine 1,3 Gebühr Unsinn. Zudem kauft der Gläubiger eine Flatrate, ihm wird vertraglich garantiert, dass kein Schaden entsteht. Wo aber auch kein Schaden entsteht, kann auch kein Schadensersatz gefordert werden. Ansonsten gibt es noch viele Gericht, die Inkassogebühren auf 3€ oder eine sogenannte 0,3 Gebühr "Schreiben einfacher Art" zusammenstreichen (rund 15€ inkl. Auslagen). Schließlich gibt es noch den Grund der Gesetzesänderung vom Herbst 2013. Demnach darf das Inkasso nur fordern, was als Aufwand für 100 Mahnungen des gleichen Gläubigers im gleichen Monat entsteht. Das sind irgendwelche einstelligen Euro-Beträge. Auch wenn hier die Gebühr noch vom zuständigen Ministerium festgelegt werden muss, ist das eindeutig im Gesetz formuliert.

Ich würde hier die 18€ samt den 2€ Mahngebühr, vielleicht noch 1€ für Zinsen und weiteres Briefporto zweckgebunden an den Gläubiger bezahlen. Also an den Händler. Zweckgebunden heißt: Im Verwendungszweck der Überweisung "Nur Hauptforderung + Mahnung + Zinsen + Briefporto" ergänzen.

Beim Inkasso dann abwarten bis denen aufgeht, dass man überwiesen hat. Dort dann ein Einschreiben hin "Ich weise die Forderung mangels Vorlage einer Vollmacht und einer Vertragskopie zwischen Ihnen und dem Gläubiger vollumfänglich zurück. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien."

Ab da sind dem Inkasso die Hände gebunden. Es selbst darf nicht klagen, das darf nur der Gläubiger. Der Gläubiger hat aber das Geld bekommen und kriegt vom Inkasso nie eine Rechnung präsentiert, wieso sollte also der Gläubiger klagen? Nach einigen weiteren Bettelbriefen schläft das dann zumeist ein. Selten kommt es zum gerichtlichen Mahnbescheid (gelber Umschlag von einem Gericht). Dann ist eigentlich immer Ruhe. Gegenüber dem Inkasso reicht ein einziger Brief. Danach kann man sich ruhig tot stellen. Brieffreundschaften pflegt man besser mit anderen.

Die arbeitet kostenlos - Kein Richter würde da einen Cent als erstattungsfähig erachten

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Ja, die schlagen ordentlich zu! Das du die Rechnung jetzt an den Verkäufer überwiesen hast, nützt nichts. Der hat nämlich den Vorgang an das Inkassobüro weiter gegeben und deswegen ist dein Ansprechpartner jetzt ausschließlich das Inkassobüro. Du wirst die hohen Gebühren zahlen müssen und bei jeder weiteren Erinnerung hauen die nochmal hohe Gebühren drauf. Schreib das Inkassobüro an und bitte um Ratenzahlung, meist lassen die sich darauf ein. Aber warte nicht zu lange, sonst wird es immer teurer.

Niemand MUSS Inkassogebühren bezahlen. Es gibt auch zu viele Urteile, wonach die außergerichtlichen Inkassogebühren gegen die Schadensminderungspflicht des Inkassos verstoßen.

Um Ratenzahlung zu bitten, ist der größte Blödsinn, den man machen kann. Damit würden sogar noch weitere Gebühren ausgelöst und am Ende sind wir bei den doppelten gebühren daheim.

Aber warte nicht zu lange, sonst wird es immer teurer.

Auch das ist schlichtweg falsch. Auch wenn Inkassos das behaupten: Hier nun weitere Gebühren zu verlangen für weitere Bettelbriefe ist Unfug und streng genommen gesetzlich verboten.

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@kandahar

Stimmt nicht - nur der Forderungseinzug ist an den Inkassoladen abgetreten worden ;)

Forderungsinhaber ist nach wie der Versandhändler

Unstrittige zahlung deshalb an den Gläubiger und nicht ans Inkassobüro

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Das stimmt nur, falls das Inkassobüro die Forderung aufgekauft hat. Wäre dass der Fall, dürfen sie aber keine Mahngebühren in einer solchen Höhe verlangen.

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@Helmi123

Richtig. Tatsächlich dürften sie sogar außer Briefporto keinerlei eigene Gebühren verlangen im Fall des Forderungsaufkaufs.

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Wie setzen sich denn die 92€ zusamen? Evt. umgezogen nach der Trennung und noch Einwohnermeldeamtanfragen dabei? Für einen einfachen Brief ohne weitere Dinge dürfte das zu hoch sein, aber es die Inkassokosten dürften auch über dem Warenwert liegen.

Das Versäumnis liegt erstmal bei dir, der Stress mit der Trennung ist ja nicht Sache des Anbieters. Wenn nachvollziehbare kosten dabei sind (wie z.B. Einwohnermeldeamtabfragen etc) solltest du es zahlen, wenn es wirklich nur für den ersten Inkassobrief ohne weitere dinge ist würde ich aber auch nochmal Nachhaken.

Hinsichtlich der Einwohnermeldeanfrage: Nur dann, wenn die Briefe unzustellbar waren. Wenn man sie stets weitergeleitet bekam, ist auch kein Grund für eine Anfrage ans Meldeamt gegeben. Das nur am Rande. Ansonsten ja, die Kosten für die Meldeamtanfrage (dermeist im einstelligen Euro-Bereich, je nach Stadt/Gemeinde) würde ich mir per Kopie der Rechnung nachweisen lassen und dann ggf. zusätzlich bezahlen, wenn es gerechtfertigt ist.

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@mepeisen

gerade beim thema "von freund getrennt" hab ich so einige fälle... bei der extremsten waren insg. 4 EMA notwendig da nie Nachsendeantrag, und schneller umgezogen wie das Gericht was zuschicken konnte. Bis zur Zustellung des Kostenfeststellungsbeschlusses hatte ich 6 oder 7 Anschriften. Und natürlich ne Schuldnerin die das alles total gemein und für Abzocke hält (ach ja... natürlich alle möglichen Tricks vorher versucht nicht zu zahlen). Daher die große frage wie die 92€ sich zusammen setzen, je nach Verfahren ist das auch schnell mal möglich.

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@Geheim0815

Wer so oft umzieht, muss halt mit Zusatzkosten rechnen. Solange keine Fantasiegebühren dabei sind... Wir können froh sein, dass die Meldeämter da nur wenige Euros für nehmen. Banken nehmen für eine Adressauskunft bei einer EC-Karte mal locker 15€...

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