Explosive Dekompression im Flugzeug ( Überleben? )

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8 Antworten

Hallo,

generell lässt sich das weder in die eine noch in die andere Richtung beantworten. Außerdem werden die wenigsten GF-User so etwas schon mal am eigenen Leib erlebt haben. Da ist also jede andere Recherche beim DLR, dem FMI, der ESA, der NASA oder der FAA wahrscheinlich besser geeignet.

Beispiele, wo Leute überlebt haben, sind Aloha, bei der das halbe Dach weggeflogen ist und United, bei der sich eine Frachtraumtür selbstständig gemacht hatte. Der Alohaunfall war auch deshalb spektakulär, weil ja mit dem Kabinendach auch die O2-Masken weg waren. Trotzdem gab es nur ein Todesopfer.

Es hängt also von der Art der Beschädigung und auch von der Höhe ab. Bei Aloha waren das 7.000 m. In 11.000 m hätte das vielleicht ganz anders ausgesehen: Größere Druckdifferenz und 3.000 m Höhendifferenz zusätzlich zu überwinden, wo doch alles zeitkritisch ist; da hätte es möglicherweise mehr Tote gegeben.

Also, überlebbar ist eine Dekompression schon, aber bei einem Abschuss kommen ja andere Faktoren dazu. Die Maschine wird komplett auseinandergerissen. Die mechanische Zerstörung ist also eine andere als durch Materialermüdung oder -bruch. Da haben ja die Flugzeuge bewiesen, wie gut sie konstruiert sind.

Grundsätzlich ist es so, dass die Luft schlagartig aus der Lunge entweicht; der Blutfluss steigert sich, die Kapillaren in Fingerspitzen, Augen und Ohren platzen, aber solange das Gehirn noch mit Sauerstoff versorgt wird, kannst Du auch noch denken, also für vielleicht 10 bis 15 Sekunden.

Das ist so in etwa die Zeit, die Flugmediziner ansetzen, bevor Du handlungsunfähig wirst. Und 15 Sekunden über den eigenen Tod nachdenken zu können, erscheint mir einfach zu lang, auch wenn dann am Ende die Ewigkeit steht. Vielleicht wurden aber viele Insassen auch durch die Explosion getötet, das werden die Obduktionen ergeben.

Andererseits gibt es auch einen ICAO-Bericht über einen Zusammenprall in der Luft (oder auch einem Abschuss über der Tschechoslowakei) von 1972, bei dem eine Flugbegleiterin der damaligen jugoslawischen JAT einen freien Fall aus 10.000 m Höhe in schneebedeckte Tannen überlebt hat.

jorgang 31.08.2014, 20:07

Bei 11 km Höhe hat man knapp 300 hPa, bei 7 km 420 hPa. Gegenüber 1000 hPa sollten zwischen den beiden Zuständen in 7 km oder 11 km keine extrem unterschiedlichen Effekte erkennbar sein. Zumindest nicht im betrachteten Sekunden-Zeitraum

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rudim1950 31.08.2014, 23:07
@jorgang

Hi, nein, ich meinte nicht Sekunden, sondern dass es ein Unterschied ist, ob der Flieger (wie bei der Aloha) aus 7.000 m oder aus 11.000 m absteigt. Die zusätzliche Differenz von 4.000 m legt er ja auch bei einem Strukturschaden nicht in wenigen Sekunden zurück, sondern die Crew muss versuchen, das Flugzeug an einem Strück ohne weitere Belastung auf eine atembare Höhe von 3.000 m zu bringen.

Das dauert halt und über die Zeit könnten noch ein paar Passagiere sterben. Aber wenn ich dran denke, werde ich mal unseren Flugmediziner fragen.

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rudim1950 01.09.2014, 21:25

Danke für den Stern!

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Den Druckunterschied wird niemanden umbringen, aber man verliert recht schnell das Bewusstsein. Den Aufprall selbst erlebt man nicht mehr aktiv mit.

Etwas problematischer wird das in geringerer Höhe. In 7 km gab es Vorfälle, wo die Passagiere trotz explosionsartigem Druckabfall bei vollem Bewusstsein waren (Aloha Airlines Flug 243)

Wenn dies passieren würde keiner Überleben, weil bei dieser Höhe,sobald der Mensch nicht komprimierte Luft einatmen würde seine Lunge explodieren würde.

Du kannst bei langsamer Dekompression da oben ein paar Minuten überleben. Bei explosiven Dekompressionen zerreist es die Lunge, das tötet relativ schnell.

Zumindest dürfte man innerhalb kürzester Zeit ohnmächtig werden...Zeit zum Erschrecken hast du wohl noch, aber das war's dann auch. Zum Boden dürfte man es aufgrund des Sauerstoffmangels, des niedrigen Luftdrucks und der niedrigen Temperatur nicht mehr lebend schaffen. Aber wie oft passiert sowas schon, mach dir da mal keine Sorgen ^^

Ich denke mal, man wird besinnungslos oder stirbt vorher an Herzversagen. Die haben gesagt, ein Mensch fällt ca 10 Minuten, bis er unten auf kommt. Gruselige Vorstellung. Genieße dein Leben und denke nicht über solche Sachen nach. Gute Besserung.

KuechenGalerist 01.09.2014, 14:11

Auszuschließen ist nicht, dass man während des freien Falls wieder das Bewusstsein erlangt.

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Ist schwer zu beantworten ob man gleich tot ist im Normalfall klar aber es gibt bestimmt welche die vlt. Noch ne kurze zeit Leben aber spätestens beim Aufprall ist es gleich 0-1% Überlebenschance..

Am Boden bist Du längst erstickt und/oder erfroren.

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