EXPILIZIT: Arbeitsrecht?

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4 Antworten

Zuerst beantworte ich Deine Frage, dann zu Deiner eigenen Antwort:

Wenn eine Kündigung fristgerecht beim AN eingegangen ist, spielt es keine Rolle ob dieser den Briefkasten noch am gleichen Tag leert oder z.B. eine Woche im Urlaub ist. Es ist auch egal ob Du in Timbuktu oder auf Geschäftsreise bist, solange Du rein theoretisch die Möglichkeit zur Kenntnisnahme der Kündigung hättest.

 Ich hatte im Bekanntenkreis schon mal den Fall dass die Kündigung während des Urlaubs eingegangen ist und der AG wusste, dass der AN einige tausend Kilometer weit weg ist. Der Bekannte hatte Glück dass er drei Tage vor Ablauf der Drei-Wochen-Frist zur Klageerhebung wieder im Land war und seine Post angeschaut hat. Er konnte so noch rechtzeitig Kündigungsschutzklage erheben.

Hier mal ein Beispiel, Urteil des BAG:

https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/bag-zugang-einer-kuendigung_144_137436.html

Jetzt geibt es gerade von zu Hause die Meldung, dass heute (22.37) noch keine Kündigung einging.

Somit, wenn Sie morgen noch nicht vor liegt, wäre die beendigung des Arbeitsverhältnises frühstens 30.04.2016?

Sollte die schriftliche Kündigung heute eingehen (egal um welche Uhrzeit), kann der AG Dir nicht mehr mit der verkürzten Kündigungsfrist während der Probezeit kündigen, wenn diese gestern abgelaufen ist.

Jetzt muss der AG die "normale" vereinbarte oder tarifliche Kündigungsfrist einhalten. Sollten das vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats sein, kann er Dir zum 15. April kündigen, wenn Du die Kündigung noch heute erhältst.

Kommt die Kündigung erst morgen oder beträgt die Kündigungsfrist einen Monat zum Monatsende, ist der 30. April der früheste Termin zu dem Du gekündigt werden kannst.

Wenn es sich nicht um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt und Du dann schon länger als 6 Monate beschäftigt bist, kannst Du Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen.

Greift das Kündigungsschutzgesetz nicht aber die Kündigungsfrist ist nicht korrekt (Frist nicht eingehalten), kannst Du auch klagen.

Klage muss aber innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eingereicht werden. Wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast und auch kein Gewerkschaftsmitglied bist und damit einen Anwalt beauftragen kannst, kannst Du auch selbst zum Arbeitsgericht gehen.

In der ersten Instanz ist ein Anwalt nicht vorgeschrieben und bei der Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts kannst Du kostenlos Deine Klage einreichen. Bei der Formulierung wird Dir auch geholfen.

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Entscheidend ist der Zugang der SCHRIFTLICHEN Kündigung. 

Ich würde in deinem Fall sogar noch einen Schritt weiter gehen. Wenn die Dienstreise von deinem Arbeitgeber veranlasst wurde, wovon ich ausgehe, reicht der Einwurf an einem Tag der Dienstreise in deinen Briefkasten nicht aus, denn du bist aus beruflichem Grund nicht da und kannst während dieser Zeit auch keine Post empfangen. Dieser Umstand ist dem Arbeitgeber bekannt, er hat ihn ja selbst herbeigeführt. Das heisst, die Kündigung kommt an diesem Tag nicht in deinen Empfangsbereich und gilt somit auch nicht als zugegangen. 

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Kommentar von Metalwillig
17.03.2016, 22:40

Ich hoffe das wird aus rechtlicher Sicht auch so geshen, da ich diese unglaublich hinterlistige, kurzfristige Art und weise der Kündigung so nicht hinnehmen möchte.

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Da auf Schadensersatz zu klagen ist problematisch. Und häufig sind mündliche Nebenabreden durch den Vertrag für unwirksam erklärt, k.A. ob dass bei dir auch so ist. Selbst wenn nicht lässt sich sowas sehr leicht abstreiten, da du ja nichts beweisen kannst.

Das wirst du wohl vermutlich hinnehmen müssen. Bitte doch den Arbeitgeber dir eine Schreiben aufzusetzen in dem steht, dass du mangels eines freien Arbeitsplatzes gekündigt wurdest und nicht aufgrund deiner Leistungen.

Und nächstes Mal alles schriflich festhalten !

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Kommentar von Metalwillig
17.03.2016, 22:50

Wie gesagt,

bis jetzt ist noch keine Schriftliche Kündigung eingegangen.

Deshalb sollte die Kündigung unwirksam sein, sollten die das Datum von heute drauf schreiben, obwohl der Brief erst morgen eingeht meinst du nicht?

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In der Probezeit darf der Arbeitgeber dich kündigen, ohne Angaben machen zu müssen. Mit einer Klage wirst du nicht weit kommen. Wärst du nicht mehr in der Probezeit, dann hätte das nicht funktioniert mit der Kündigung.


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