Existiert in DEU eine Parallelgesellschaft?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hier ist alles dazu gesagt:

"Parallelgesellschaften im klassischen Sinne gibt es in Deutschland gar nicht. Dafür müssten mehrere Punkte zusammenkommen: eine monokulturelle Identität, ein freiwilliger und bewusster sozialer Rückzug auch in Siedlung und Lebensalltag, eine weitgehende wirtschaftliche Abgrenzung, eine Doppelung der Institutionen des Staates. Bei uns sind die Einwandererviertel meist ethnisch gemischt, der Rückzug ist sozial bedingt, eine Doppelung von Institutionen fehlt. Die Parallelgesellschaften gibt es in den Köpfen derer, die Angst davor haben: Ich habe Angst, und glaube, dass der andere daran Schuld ist. Wenn das ebenso simple wie gefährliche Gerede über Parallelgesellschaften so weitergeht, wird sich die Situation verschärfen. Dieses Gerede ist also nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems."

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/leitkultur-debatte-zuwanderung-wird-als-bedrohung-empfunden-a-329285-druck.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde es interessant, dass du hier gegensätzliche Gruppen konstruierst.

Zunächst mal ist der Begriff "Parallelgesellschaft" in erster Linie eines: ein politischer Kampfbegriff, der das Bild einer außerhalb der Gesellschaft stehenden Minorität (gewöhnlich die Ausländer) beschreibt, die von dieser unabhängig, in eigener Selbstversorgung, mit eigenen Werten und Traditionen leben. Das ist natürlich Blödsinn. Es kann rein kausal schon keine Gesellschaft neben der Gesellschaft existieren. Solch eine Gesellschaft müsste auf sich nicht nur wohnräumlich, sondern auch wirtschaftlich komplett abgrenzen lassen und zudem auch noch eigene Institutionen ausbilden. Was das angeht, haben viele Leute dann auch gleich ein ganzes Arsenal an Argumenten parat von Stadtteilen mit 80% Ausländeranteil bis zur Versorgung türkischer Migranten über türkische Lebensmittelläden bis zur muslimischen Streitschlichtern, die ja auch quasi eine rechtliche Institution darstellen würden. Nützt aber auch alles nüscht. Die 100%igen Migrantenghettos existieren in D nur gefühlt, türkische Läden können die Leute z.B. mit allem Möglichen versorgen, aber trotzdem kommt kein Mensch nur damit aus. Früher oder später muss man auch mal in ein deutsches Möbelhaus, oder kauft sich ein deutsches Auto oder ne deutsche Wintersportjacke und ein eigenes Grundgesetz + eigene Verwaltungen haben die Ausländer (TM) auch noch nicht durchgeboxt. Deine Aufzählungen passen da also schonmal generell nicht.

Zudem ist die Denke hinter dem Begriff Parallelgesellschaft m.E. eigentlich ziemlich inhaltsleer, weil die Gesellschaft selbst total vielschichtig ist. Im Grunde könnte man dir in deinen Gegenüberstellungen also insofern entgegenkommen, indem man sagt, dass im Grunde genommen jeder in einer Parallelgesellschaft lebt. Jedenfalls sieht meine Lebenwelt ganz schön anders aus als die meiner Großeltern und die Lebenswelt meiner Großeltern sieht nochmal komplett anders aus, als das Leben meines Profs.

In der Soziologie spricht man diesbezüglich lieber von Milieus, denn auch wenn diese beschriebenen Lebenswelten mit allen Konsequenzen (Lebensweise, Ressourcen, Alltag, Ansichten, Normen, Werte, wirtschaftliche Lage, etc.) vollkommen unterschiedlich sind, so gibt es doch Überschneidungen: Ich bin von meiner Herkunft, also der Lebenswelt meiner Großeltern, ihren Ansichten und Wertvorstellungen geprägt. Dadurch, dass ich aber in einer anderen Zeit aufgewachsen und bildungstechnisch aufgestiegen bin, sieht mein Leben völlig anders aus, als das meiner Großeltern. Ich habe andere Werte und Normen entwickelt als sie. Mein Prof hat durch die Bildung die er mir vermittelt z.B. einen Einfluss darauf. Trotzdem wurde auch er durch seine Herkunft geprägt und hat andere soziale Normen verinnerlicht als ich. Er lebt in einem anderen Milieu als ich und nochmal in einem ganz anderen Mileu als meine Großeltern. Das ganze könnte man also eher als Spektrum von Lebensformen sehen. Abgeschlossene "Parallelgesellschaften" sind da ziemlich unrealistisch.

Was man landläufig unter "Parallelgesellschaft" versteht, ist nichts weiter als Millieus (Also Ebenen innerhalb der Gesellschaft selbt) die angeblich ziemlich weit von der, durch den Diskurs propagierten, Lebensweise entfernt sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist schon so, dass es eine Parallelgesellschaft z.B unter Migranten gibt. Sie wurden nicht richtig in die Gesellschaft eingeführt und leben einfach nach ihren Richtlinien. Das gilt natürlich nicht für alle.

Ähnlich ist das bei vielen reichen. Sie kaufen in Luxusläden, in denen sich ein Mensch aus dem mittelständischen Bereich nicht verirren würde. Sie haben Ferienhäuser und haben ganz andere Lebensumstände wie der Rest der deutschen Bevölkerung.

Sowas sehe ich zumindest als Parallelgesellschaft.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

du meinst glaube ich eine Klassen Gesellschaft und ja die gibt es. Es gibt die Unterschicht (schlecht verdienend) die Mittelschicht (besserverdienend aber nicht reich) stirbt aber nach und nach aus und dann gibt es noch die Oberschicht (die Reichen)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?