Existenzgründung als Freiberufler. Firmenwagen entstehende Kosten senken, Steuern maximal senken

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5 Antworten

Du solltest Dich dringend zu einer Gründungsberatung begeben. Gehe nicht über Los, und ziehe keine € 4000.-- ein.
Dein geringstes Problem ist die EST. Zunächst solltest Du erstmal soviel verdienen, dass Du überhaupt Steuern zahlen musst/darfst. Alles Andere kann Dir dann (sobald Du entsprechend Gewinn machst) Dein StB erklären.

hjfried hat im Großen und Ganzen Recht, allerdings gibt es keine "Werbungskosten" bei der EÜR, das nennt sich dann Betriebsausgaben.

Desweiteren gibt es bei Kfz, die betrieblich und privat genutzt werden 3 Optionen:

a) das Fahrzeug ist Betriebsvermögen, dann sind alle Kosten dafür Betriebsausgaben (Anschaffungskosten nur über die Abschreibung), aber 1% des Listenpreises pro Monat wird angesetzt für die private Nutzung.

b) das Fahrzeug ist Betriebsvermögen, dann sind alle Kosten Betriebsausgaben (Anschaffungskosten nur über die Abschreibung), man führt ein Fahrtenbuch und kann so am Ende des Jahres exakt bestimmen, wie hoch der berufliche und private Anteil an den Kosten ist.

c) das Fahrzeug befindet sich im Privateigentum, die beruflichen Fahrten werden mit 30 Cent je gefahrenem Kilometer angesetzt. Hierfür muss wieder ein Buch geführt werden, in dem die beruflichen Kilometer aufgeschrieben werden.

Wird das Fahrzeug als Betriebsvermögen behandelt, muss man bei einem Verkauf den erzielten Erlös abzgl. des Buchwertes als Betriebseinnahmen ansetzen!

Evtl. ist für den Anfang die Regelung mit den 30 Cent pro gefahrenem Kilometer nicht ganz so schlecht, da sie recht einfach ist. Wechseln zu einer der anderen Methoden kann man dann immer noch.

Bevor Du Dich mit Abschreibungs/Finanzierungsmodellen beschäftigst, beherzige den Tip(p) von FordPerfect. Um hier und auch anderswo wirklich guten Rat bekommen zu können mußt Du schon verraten, mit welcher Art Tätigkeit Du Dich selbstständig zu tun gedenkst. Was mich in meinem früheren Unternehmerdasein in den Wahnsinn gebracht hat waren Steuer/Unternehmensberater/Banken/sonst. Finanzierer/sonst. Berater. Das Schlimmste was es gibt ist ein nicht erfüllter "Plan" - egal, mit wem Du ihn erstellst. Weißt Du, wer mein bester Berater war? Ein Insolvenzberater, der mich vor einer Pleite gerettet hat - gefördert von Vater Staat! Er hat mich auf den Boden zurückgeholt und sämtliche Steuer/Finanzierungsmodelle radikal "überarbeitet" - sprich plattgemacht mit dem Hinweis "vielleicht zahlst Du ein wenig mehr Steuern aber viel weniger für Steuerberater". Per Saldo - glaub' mir ist's ein Geschäft für Dich! P.S. Bitte nicht überrascht sein - selbst Finanzämter können dort sehr gut helfen ;-)

Grundsätzlich gibt es zwei Optionen: 1. Du kaufst das Auto privat und rechnest die geschäftliche Nutzung mit 30 Cent pro gefarenem Kilometer pauschal ab. Dann kannst du ca. 7500 Euro als Werbungskosten bei der EÜR absetzen. 2. Du kaufst das Auto als Geschäftswagen. Dann kannst du die 10.000 Euro anteilig abschreiben. Wie hoch die Abschreibung ist, hängt von der angenommenen Nutzungsdauer ab. Dazu kannst du die Betriebskosten und die Finanzierungskosten absetzen. Allerdings musst du dir bei gleichzzeitiger privater Nutzung nach der 1-Prozent-Regel jeden Monat ein Prozent vom Neuwert, also 300 Euro zurechnen lassen. Das macht die Nutzung von älteren Autos schnell unattraktiv.

FordPrefect 02.06.2010, 08:34

Richtig. Wobei er je nach Art der freiberuflichen Tätigkeit mit Leasing ohnehin günstiger fahren würde (Stichwort UST).

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EnnoBecker 02.06.2010, 10:49
@FordPrefect

"je nach Art der freiberuflichen Tätigkeit"
 
Genau so ist es. So dürfte es beispielweise bei einem Arzt eher unsinnig sein, umsatzsteuerliche Aspekte mit einzubeziehen.
 
Aber auch manche Gewerbetreibende stehen vor demselben Problem: Versicherungsmakler beispielsweise.

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Egal ob du es hören willst oder nicht, gehe zum Steuerberater. Oder meinst du, dieses Forum hier ist der richtige Ansatzpunkt? Schaue dir einfach mal eine halbe Stunde die neuen Fragen an und entscheide dann......

Steuerlaie 01.06.2010, 19:43

Es geht nur um eine ungefähre Aussage, vorallem um zu wissen in wie weit die Steuerlast so verringert werden kann. Logisch ist es sinnvoll zu einem steuerberater zu gehen, was ich auch machen werde doch vorab wäre es schon toll zu wissen was man ungefähr an einnahmen haben muss um einen betrag x als "netto" zu haben. deswegen eben die frage nach abzugsfähig und verringerung des zu versteuernden einkommens

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Chrischtian68 01.06.2010, 19:52
@Steuerlaie

Und du meinst diese Antworten in einem Forum zu bekommen, wo Kiddies Fragen für das erste mal stellen? Vor allem seriöse Antworten?

Ich hoffe du stellst deinen Businessplan/Geschäftsidee nicht auf genauso unseriöse Quellen....

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Steuerlaie 01.06.2010, 19:56
@Chrischtian68

Es geht darum das ich nach meiner bisherigen Recherche als Freiberufler inklusive aller Abgaben weit weniger "netto" zur Verfügung habe als als Angestellter. Bei einem Vergleichbarem Bruttogehalt und einem vergleichbarem zu versteurndem Einkommen, das scheint mir so unreal

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Chrischtian68 01.06.2010, 20:09
@Steuerlaie

Das ist halt so, du zahlst als Freiberufler mehr. Rente/Krankenkasse zahlt der AG 50%, diese musst du z.B. selbst tragen

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FordPrefect 02.06.2010, 08:35
@Steuerlaie

Alte Faustregel: Als Selbstständiger muss man wenigstens das 4- bis 5-fache eines Angestelltengehalts derselben Branche verdienen, sonst lohnt es sich nicht.

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EnnoBecker 02.06.2010, 10:46
@FordPrefect

Kannst du dich wegen dieser Faustregel mal bitte mit meinen Auftraggebern in Verbindung setzen? Ich würde mich auch dankbar zeigen.

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FordPrefect 02.06.2010, 17:30
@EnnoBecker

grins
Es kommt auch auf die Größe der Faust an. Wir Selbstständigen sind halt auch alle Selbstausbeuter - bzw. wir bewerten die Freiheiten so hoch, dass wir auf vieles verzichten. Nichtsdestotrotz hat die angegebene Daumengröße schon einen Sinn - denn der Selbstständige muss ja nicht nur alle Abgaben selbst tragen, sondern auch auf eigene Kosten Vorsorge betreiben, für Urlaubsvertretung zhlen, den gleichzeitigen Umsatzausfall bei höheren Kosten (Urlaubsvertretung!) auffangen etc.pp...

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