Exilliteratur und deren Epochenmerkmale

2 Antworten

Hallo lolaloo!

Es gibt außer der Tatsache, dass die Autoren nach der Ergreifung der Nazis 1933 ins Exil gingen, und zum Teil auch nach dem 2. Weltkrieg im Exil blieben kein weiteres sicheres Merkmal. Das ist es, was man als Exilliteratur bezeichnet. Unter den Exilanten selbst gibt es himmelweite Unterschiede, sowohl was Stil und Sprache angeht, als auch in ihrem Verhältnis zu Widerstand und Politik. Von daher kann man auch nicht von einer Epoche "Exilliteratur" sprechen, bzw. wenn man das tut, ist "Epoche" kein inhaltlicher, sondern ein rein zeitlicher Begriff.

Gruß Friedemann

Dankeschön, hat mir sehr weiter geholfen. :-)

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Meist wurde sie ja während politisch, rassisch oder religiöser Begründung erzwungenen oder freiwilligen Exils geschrieben. Im weiteren Sinn auch solche von nicht exilierten Schreibern, die nur im Ausland publizierten konnten/wollten. Exilliteratur gibt es seit frühester Zeit, immer da wo Unterdrückung, Zensur, Schreibverbot oder Verbannung zur Emigration zwangen (z.B. Hipponax & Ovid in der Antike, Dante im MA). Moderne ist ein großer Teil der Werke G.Büchners, H.Heines und L.Börnes, genauso des Polen A.Mickiewicz.

Das läßt sich also Epochal schwer eingrenzen. Exilliteratur kann man als repräsentative dt. Literatur der Jahre 1933- 45 ansehen, weil im Heimatland fast nur NS Literatur Anerkennung fanden & auch Werke der Autoren der inneren Emigration (u.a. E.Wiechert, R.Schneider, E.Kästner) unterdrückt wurden. Die neue Emigrationsbewegung kam in Dtl oder besser innerhalb Dtl´s. als sich viele Autoren von der DDR distanzierten & darum in ihren Publikationsmöglichkeiten beschränkt waren.

Momentan ist v.a. die regimekritische Literatur vieler Länder der 3. Welt Exilliteratur. Eine andere widerrum nimmt die jiddische Literatur ein. Zu einmaliger Form der Emigration mit geheimen, wechselnden Orten kams z.B. bei der gegen den Schriftsteller S.Rushdie gerichtete Mordaufruf des Ayatollah Khomeini.

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