Evangelischer Pfarrer, Voraussetzungen?

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7 Antworten

Voraussetzung für das Theologiestudium ist das Abitur. Man kann aber bei der Uni nachfragen, ob man eine Ausnahmegenehmigung bekommt, um mit Fachabitur zu studieren.

Die alten Sprachen kann man am Anfang des Studiums nachholen. Man braucht sie, um dann die Bibel und die Kirchenschriften im Original lesen zu können. Besonders Hebräisch und Griechisch spielt eine grosse Rolle.

Dann studiert man meist um die 12 Semester (6 Jahre). Dann legt man das Erste Kirchliche Examen ab.

Mit diesem bewirbt man sich für das Vikariat, dem Vorbereitungsdienst für Pfarrer. Während dieser Zeit bekommt man auch schon etwas Geld. Das Vikariat dauert meist 2 Jahre. Dann legt man das Zweite Kirchliche Examen ab.

Damit bewirbt man sich dann um eine Anstellung in der jeweiligen Landeskirche und ist nach ca. 3 weiteren Jahren (je nach Landeskirche) beamteter Pfarrer auf Lebenszeit und kann sich selbständig auf freie Stellen bewerben (vorher wird man Gemeinden zugewiesen, wobei persönliche Wünsche mehr oder minder berücksichtigt werden.)

Ein Fachabitur reicht nicht, das Studium ist aber sicher nicht schwerer als so manch anderes Studium und die alten Fremdsprachen kann man sicher im Studium nachholen. Wirklich kräftezehrend stelle ich mir den Berufsalltag vor: Heutzutage z.B. betreuen die Pfarrer - zumindest auf dem Land - ihre Gemeinde verteilt auf mehrere Dörfer, so müssen sie evtl. bis zu 3 Predigten jeden Sonntag halten usw. und entsprechend viele weit verteilte Menschen seelisch betreuen. Auch das Familienleben ist davon ziemlich beeinträchtigt, d.h. die Pfarrersfamilie soll immer ein Musterbeispiel sein, es darf keine "Skandale" geben - dabei ist es ja auch nur eine ganz normale Familie. Meist ist es auch so, dass die Frau nicht arbeitet und ehrenamtlich in der Gemeinde mitarbeitet. Auf jeden Fall ist Pfarrersein viel mehr als ein Job, es ist eine Berufung, die man 200-prozentig ausübt. Ich würde Dir auf jeden FAll raten, trotz Kind und trotz studierendem Mann Dein Studium zu beginnen. Ihr könnt sicher Bafög beantragen (beide) ihr bekommt Kindergeld - lass Dich auf jeden Fall zum Thema Studium mit Kind beraten. (Ich habe selbst mit Kindern studiert und sogar AlgII bekommen! - klingt komisch, ist aber für einen Studenten viel Geld) Ganz ganz wichtig ist auch die Betreuung des Kindes, die muss zuverlässig sein und gut. Da bist Du (Entschuldigung) an den ostdeutschen Unis besser beraten, in Dresden z.B. gibt es eine KiTa an der Uni, die nicht schon 16 Uhr schließt und wo man die Kinder zwischen den Vorlesungen stillen kann usw.. Wie auch immer: Zieh Dein Studium durch, auch wenn es ein paar Jahre länger dauert. Ich würde mich auf keinen Fall schon jetzt nur auf den Mann fixieren. Unterstützt euch gegenseitig und liebt euch. Alles Gute!

Du machst Abitur. Wenn Du das hast, dann meldest Du Dich umgehend bei der für Dich zuständigen Landeskirche (nämlich der, in deren Gebiet auch Deine Schule liegt, an der Du Abitur gemacht hast.) Dort beantragst Du die Aufnahme in die Liste der Theologiestudierenden. Das ist deshalb so wichtig, damit Du nach (!) dem Studium in den Vorbereitungsdienst übernommen werden kannst. Dann Studium (4-6 Jahre, je nachdem, ob Du die drei Pflichtsprachen Latein, Altgriechisch und Hebräisch an der Uni nachholen mußt) bis zum 1. Theologischen Examen. Anschließend Vikariat (also der Vorbereitungsdienst in der Landeskirche), nochmal so roundabaut 2 - 2,5 Jahre. Dann: Drei Jahre Probedienst. Erst danach wirst Du endgültig zum Pastor in Deiner Landeskirche. Alles in allem: Vom ersten Tag Deiner Ausbildung bis zum "Ende" des Ausblidungs- und Prüfungsprozesses sind es mindestens 9 Jahre; realistischer sind aber eher 11 bis 12 Jahre. Dann hast Du anschließend eine 68 Studen-Woche bei einem A13 Gehalt.

http://www.gutefrage.net/frage/evangelischer-pfarrer-werden

Ob die nun folgenden Antworten bundesweit gültig sind, weiß ich nicht. Allerdings nehme ich an, dass die Landeskirchen das relativ ähnlich handhaben.

  1. Das Fachabitur reicht nicht.

  2. Die Regelstudienzeit kenne ich aus dem Kopf nicht. Allerdings sollte man (auch aufgrund der Sprachen) mit 12 Semestern oder mehr rechnen.

  3. Hebräisch, Altgriechisch und Latein sind nach wie vor verbindlich zu erlernen. Das kann aber auch während des Studiums getan werden.

  4. Als Laienprediger wirst du wohl kaum finanziell über die Runden kommen. Als Ehrenamt kann das aber sich er reizvoll sein.

  5. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn ihr gestaffelt studiert. Die Studiengänge um die es bei euch geht sind beide sehr fordernd. Wenn ihr einen Weg findet, euch gegenseitig zu unterstützen, sollte doch euren Wünschen nichts im Weg stehen, wenn es vielleicht auch etwas länger dauert sie zu verwirklichen.

Latein ist schon nützlich. Es gibt doch die Möglichkeit sich mit dem Vikaramt auseinanderzusetzen. Es muß nicht gleich Pfarrer oder Pastor sein. Ein Vikaramt ist die geeignete Vorstufe und eine Art Praktikum.

Aber ich kann dir nur eins sagen, als Pastor kannst du verheiratet sein, was als katholischer Priester nicht möglich ist.

Außerdem kann ich noch in die Wagschale werfen, ein Schulkamerad, leider schon verstorben hat das Pastorenamt lange innegehabt. Der hat dieses Amt ernstgenommen.

Er hatte Multible Sklerose. Er hat trotz dieser Krankheit noch an unserem 25 Jährigen Konfirmationsjubiläum teilgenommen.

Von der Schulbildung glaube ich, dürfte Mitlere Reife reichen, bin mir aber nicht sicher. Und ein Fachabitur aus einer Abendschule ist doch genauso gut, wie das von der Hochschule. Viel wichtiger ist die Bibelkenntnis. Die Gottesdienste KANN man, aber muß nicht, in Latein abhalten. Es ist doch besser wenn die Leute eine Predigt verstehen.

Wenn er meint, das ist sein Ding, dann gebe ihm Rückendeckung, unterstütze ihn, nicht anzweifeln, nur gemeinsam seid ihr stark und schafft es auch.

ich möchte nicht an ihm Zweifeln, ich möchte nur sichergehen, dass die Hürden zu Bewältigen sind :)

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Am besten ist es, wenn dein Freund zu einem Pastor geht und sich bei ihm erkundigt. Der kann es ihm besser erklären. Alles Gute!

Nicht zwingend, er ist ja Beispielsweise schon 20 Jahre aus dem Studium heraus und weiß nicht wie es zur Zeit gehandhabt wird mit den Sprachen z.B.

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