Evangelikale...Protestanten?

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Hi fans!

Die Frage lässt sich nicht ganz klar mit Ja oder Nein beantworten. Zum einen ist nicht ganz genau definiert, was der Protestantismus ist, denn je nach Sichtweise umfasst dieser Begriff nur die reformatorischen Kirchen (also Lutheraner und Calvinisten, auch Mennoniten) oder -das weitere Verständnis- auch die nachreformatorisch entstandenen Kirchen, die sich auf die guten Grundsätze der Reformatoren berufen und weitergehende Änderungen aufgrund weiterer Entdeckungen in der Bibel für notwendig erachteten (Baptisten, Brüderbewegung etc.). Das weite Verständnis des Protestantismus ist das gebräuchlichere.

Für den Begriff

Prägend sind die Konzentration auf die Bibel, die Anerkennung von Jesus Christus als alleiniger Autorität für die Kirche und den einzelnen Glaubenden sowie die Lehre, dass der Mensch „allein aus Gnade“ – und nicht aufgrund eigenen Handelns – errettet wird. Rechtfertigung erfährt der Mensch „allein durch den Glauben“. Wikipedia:Protestantismus

Die meisten Pastoren der EKD sind heute der liberalen Theologie zuzuschlagen. Eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, die durch deren Protagonisten kluger Hochschulpolitik die EKD durchseucht hat. Betrachten wir das, was die Reformatoren als Grundlage des Protestantismus definiert haben, dann sind sie es die naturgemäß weder evangelikal noch protestantisch sind. Sie sind Fremdkörper in der Kirche. Eigentlich sind sie nicht einmal Kirche. Luther würde sich dieser Leute sicher heftig schämen und sie von den Kanzeln kicken, ist er doch für seine herzhafte Sprache bekannt.

Luther ist es auch gewesen, der die Idee einer ecclesiola in ecclesia hatte, die er leider nicht mehr vorantreiben konnte. Am Ende seines Lebens war er enttäuscht, dass die wenigsten Leute das Evangelium mit Freuden für sich annehmen. Man könnte sicher nicht zu unrecht vermuten, dass er sich eine evangelikalere Kirche gewünscht hätte bzw. evangelikale Kreise in derselben.

Die meisten Evangelikalen in der BRD sind heute Mitglied einer der Gliedkirchen der EKD. Innerhalb der EKD bilden sie allerdings eine Minderheit. Die Verteilung in den einzelnen Gliedkirchen ist aber auch sehr unterschiedlich. In Württemberg sind etwa 40% der Synodalen dem evangelikalen Lager zuzuschlagen in anderen Landeskirchen deutlich weniger.

In den verschiedenen Freikirchen in Deutschland www.vef.de bilden die Evangelikalen die deutliche Mehrheit.

Man könnte also sagen, dass Evangelikale (auch) Protestanten sind. Eher sollte man sich die Frage stellen, ob es Nichtevangelikale Protestanten geben kann. Die Bezeichnung wurde ja erst populär, als sich kirchliche Kreise von den Grundsätzen der Reformatoren verabschiedeten. Schärfer formuliert könnte man auch fragen, ob Menschen, die sich meinetwegen unberechtigt in protestantischer Tradition sehen überhaupt noch Christen sind, wenn sie das, was den Reformatoren als heilige Schrift, als von Gott offenbartes Wissen nur noch als Mythensammlung sehen überhaupt noch als Christen bezeichnen dürfen sollten. Und es ist gerade diese Ecke der "Christenheit", die Vorbehalte gegenüber den Evangelikalen äußert. Menschen, die Gott als Fabelwesen und Jesus auf einen guten Menschen reduzieren wollen. Die Menschheit ist gut genug um zu erkennen, was gut oder schlecht ist. Aber gut genug um vor Gott zu bestehen sind wir nicht.

Also jede Menge dieser vermeintlich "schlechten und nicht richtig an Gott glaubenden" Menschen kann man über den Link oben absolut sicher finden. Ich würde mir die an Deiner Stelle mal persönlich anschauen. Vielleicht so vier, fünf Gemeinden. Da kann man auch fragen, ob die eine Gemeinde der EKD empfehlen können und sie werden es machen. Man kann auch fragen, ob sie etwas gegen die Menschen in anderen VEF-Gemeinden haben. Sie werden immer antworten, dass es nur auf die Beziehung zu Jesus ankommt. Denn wie Du geschrieben hast, vertrauen (glauben an) Christen auf Jesus als Person und auf das, was er gesagt hat. Nur auf diese Beziehung kommt es an. Und wenn Du das erkannt hast, dann stehst Du auf dem Fundament der Reformatoren und bist evangelikal.

Übrigens: Eine Schülerin von R. Bultmann, dem bedeutendsten Verbreiter der liberalen Theologie (sie war selbst lange Zeit liberaltheologische Theologieprofessorin) wurde bezeugt, dass Bultmann sich am Ende seines Wirkens für seine Irrtümer entschuldigt hat. Diese Frau war Eta Linnemann. Sie hat sich auch von der liberalen Theologie abgewandt und alle ihre Methoden und Schlussfolgerungen verworfen und wurde evangelikal. Sie hatte aufgedeckt, wie unwissenschaftlich die angeblich wissenschaftliche liberale Theologie war und ist.

God bless!

"Evangelikale" werden die Christen genannt, die die Bibel im Wortsinn auslegen und ihr Leben in großen Teilen streng nach dem ausrichten, was sie aus der Bibel und ihren Ge- und Verboten interpretieren. Sie gehören zu den Kirchen der Reformation und deshalb auch zu den Protestanten. Sie leben aber häufig ein strengeres und konservativeres Christentum als evangelische Christen, die der lutherischen oder der reformierten Kirche angehören.

Ob das schlecht ist oder nicht oder ob die anderen schlechter glauben oder besser, läßt sich frei Hand nicht beurteilen. Beide Gruppen von Christen sind sich jedenfalls darin einig, daß sie sich nicht einig sind. ;-) Evangelische Christen praktizieren einen eher liberalen Glauben und deuten die Bibel - insbesondere die Evangelien und die Briefe - nicht im wortwörtlichen Sinn allein. Sie beziehen den zeitlichen und sozialen Kontext einer Schrift in ihre Auslegung mit ein, so daß die Auslegung und die Praxis des Glaubenslebens auch Anpassungen an das Hier und Heute erfahren können. Evangelikale Christen beachten den historischen Kontext wenig und halten sich stärker an den Wortsinn einer Schrift. Ein verbreitetes Beispiel ist die Erzählung von der Erschaffung der Welt: Viele Evangelikale glauben fest an die Erschaffung der Welt in sieben Tagen. Evangelische lesen die Erzählung meist eher als Metapher und deuten sie nicht als historischen Bericht. Für sie ist die Evolutionslehre historisch, die Erschaffung in sieben Tagen ein Bild, das völlig andere Aspekte der Weltentstehung erklärt als die Physik und die Anthropologie es tun. Gruß, q.

Evangelikale ist ein von den Gegnern der christlichen Organisationen, die sie darunter einsortieren, fast so verwendeter Begriff, wie andere den Begriff "Sekte" verwenden. Er wird nur etwas spezieller dadurch, dass man wohl richtiger "evangelische Sekte" sagen würde.

Die Diskriminierung von Christen ist ein Phänomen, dass so lange existiert, wie es Christen gibt, die sich in unterschiedliche religiöse Richtungen entwickelt haben. In der Bibel ist von der Sekte der Nazarener die rede. Im Sinne der Pharisäer war diese Sekte Evangelikal. Natürlich wurde diese Bewertung von Pharisäern auf alle damaligen Nachfolger Jesu angewendet. Aus diesem Grunde ist es nicht gut, Menschen nach ihrer Kirchenzugehörigkeit einzustufen.

Im Sinne ihres Selbstverständnisses wäre sogar die Katholische Kirche evangelikal. Unter Berücksichtigung des Unfehlbarkeitsdogmas des Papstes in Lehrfragen, wäre sie zum Beispiel sogar als extrem einzuordnen. Letztlich entscheidet sich das Schicksal eines Christen nach der biblischen Lehre. Stößt man sie um, fügt hinzu, dann tut man genau das, wovor in der Offenbarung gewarnt wird. Die Bibel sagt, dass "Hinzufügen" bedeutet: Hinzufügen der Plagen aus Offenbarung 16, und "Abtun" von der Bibel bedeutet, Abtun seines Anteils am Baum des Lebens.

Die Bibel ist kein naturwissenschaftliches Buch. Aber als göttliche Offenbarung ist sie in Lehrfragen und Grundsatzfragen verbindlich. Wenn man das Wort von Luther: "Das Wort sie sollen lassen stahn" anwendet, dann wäre er nach heutiger Vorstellung evangelikal gewesen. Dennoch wäre das eine falsche, zumindest ungenaue Interpretation. Aber eines ist sicher: Gott ist in dem Sinne seines Evangeliums konservativ. In diesem Sinne will ich gerne auch konservativ - meineswegen auch evangelikal - sein.

Evangelikale ist ein von den Gegnern der christlichen Organisationen, die sie darunter einsortieren, fast so verwendeter Begriff, wie andere den Begriff "Sekte" verwenden.

Es war der damalige Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Fritz Laubach, der mit dem Buch "Aufbruch der Evangelikalen" den Begriff gerade auch als Selbstbezeichnung der Evangelikalen n Deutschland eingeführt hat. Vor ca. 30 Jahren wurde noch eine evangelikale Studentin, die in einem Referat den Begriff "evangelikal" verwendete, darüber belehrt, dass das auf deutsch "pietistisch" heißt.

Der "Aufbruch", den Laubach meinte, war der Ausbruch der amerikanischen Evangelikalen aus ihrem frommen Ghetto: sie begannen, sich gesellschaftlich zu engagieren. Ein nicht unbeträchtlicher teil dieses "Aufbruchs" landete dann bei den religious rights, denen der nicht evangelikale Ronald Reagan (der "politische Stiefvater" von G.W. Bush) näher war als der evangelikale Jimmy Carter. Dies und anderes hat dazu beigetragen, dass linke Evangelikale marginalisiert wurden, und vor allem in Europa mit "evangelikal" vor allem die religious rights assoziiert wurden.

Hab vor einigen Monaten gehört, dass es immer mehr US-Evangelikale gibt, die sich für Obama einsetzen.

Im Sinne ihres Selbstverständnisses wäre sogar die Katholische Kirche evangelikal.

Nö. Die Betonung des persönlichen Glaubens, der durch keine Bindung an eine Kirche ersetzt werden kann, die Vorrangstellung der Bibel, an der alles, also auch der Papst und Luther, sich messen lassen müssen, und das (nicht nur, aber eben auch von Evangelikalen vertretene) Priestertum aller Gläubigen, das von den Evangelikalen meist auch in die Praxis umgesetzt wird, wären alles Sprengkörper in der rkk, wo die Bibel gemäß dem Lehramt auszulegen ist, ein Priester durch seine Weihe ein "unauslöschliches Merkmal" erhält und natürlich jeder Gläubiger der Kirche zu gehorchen hat.

Wenn man das Wort von Luther: "Das Wort sie sollen lassen stahn" anwendet, dann wäre er nach heutiger Vorstellung evangelikal gewesen.

Na ja, eher fast evangelikal.

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