Evangelikale...Protestanten?

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11 Antworten

Hi fans!

Die Frage lässt sich nicht ganz klar mit Ja oder Nein beantworten. Zum einen ist nicht ganz genau definiert, was der Protestantismus ist, denn je nach Sichtweise umfasst dieser Begriff nur die reformatorischen Kirchen (also Lutheraner und Calvinisten, auch Mennoniten) oder -das weitere Verständnis- auch die nachreformatorisch entstandenen Kirchen, die sich auf die guten Grundsätze der Reformatoren berufen und weitergehende Änderungen aufgrund weiterer Entdeckungen in der Bibel für notwendig erachteten (Baptisten, Brüderbewegung etc.). Das weite Verständnis des Protestantismus ist das gebräuchlichere.

Für den Begriff

Prägend sind die Konzentration auf die Bibel, die Anerkennung von Jesus Christus als alleiniger Autorität für die Kirche und den einzelnen Glaubenden sowie die Lehre, dass der Mensch „allein aus Gnade“ – und nicht aufgrund eigenen Handelns – errettet wird. Rechtfertigung erfährt der Mensch „allein durch den Glauben“. Wikipedia:Protestantismus

Die meisten Pastoren der EKD sind heute der liberalen Theologie zuzuschlagen. Eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, die durch deren Protagonisten kluger Hochschulpolitik die EKD durchseucht hat. Betrachten wir das, was die Reformatoren als Grundlage des Protestantismus definiert haben, dann sind sie es die naturgemäß weder evangelikal noch protestantisch sind. Sie sind Fremdkörper in der Kirche. Eigentlich sind sie nicht einmal Kirche. Luther würde sich dieser Leute sicher heftig schämen und sie von den Kanzeln kicken, ist er doch für seine herzhafte Sprache bekannt.

Luther ist es auch gewesen, der die Idee einer ecclesiola in ecclesia hatte, die er leider nicht mehr vorantreiben konnte. Am Ende seines Lebens war er enttäuscht, dass die wenigsten Leute das Evangelium mit Freuden für sich annehmen. Man könnte sicher nicht zu unrecht vermuten, dass er sich eine evangelikalere Kirche gewünscht hätte bzw. evangelikale Kreise in derselben.

Die meisten Evangelikalen in der BRD sind heute Mitglied einer der Gliedkirchen der EKD. Innerhalb der EKD bilden sie allerdings eine Minderheit. Die Verteilung in den einzelnen Gliedkirchen ist aber auch sehr unterschiedlich. In Württemberg sind etwa 40% der Synodalen dem evangelikalen Lager zuzuschlagen in anderen Landeskirchen deutlich weniger.

In den verschiedenen Freikirchen in Deutschland www.vef.de bilden die Evangelikalen die deutliche Mehrheit.

Man könnte also sagen, dass Evangelikale (auch) Protestanten sind. Eher sollte man sich die Frage stellen, ob es Nichtevangelikale Protestanten geben kann. Die Bezeichnung wurde ja erst populär, als sich kirchliche Kreise von den Grundsätzen der Reformatoren verabschiedeten. Schärfer formuliert könnte man auch fragen, ob Menschen, die sich meinetwegen unberechtigt in protestantischer Tradition sehen überhaupt noch Christen sind, wenn sie das, was den Reformatoren als heilige Schrift, als von Gott offenbartes Wissen nur noch als Mythensammlung sehen überhaupt noch als Christen bezeichnen dürfen sollten. Und es ist gerade diese Ecke der "Christenheit", die Vorbehalte gegenüber den Evangelikalen äußert. Menschen, die Gott als Fabelwesen und Jesus auf einen guten Menschen reduzieren wollen. Die Menschheit ist gut genug um zu erkennen, was gut oder schlecht ist. Aber gut genug um vor Gott zu bestehen sind wir nicht.

Also jede Menge dieser vermeintlich "schlechten und nicht richtig an Gott glaubenden" Menschen kann man über den Link oben absolut sicher finden. Ich würde mir die an Deiner Stelle mal persönlich anschauen. Vielleicht so vier, fünf Gemeinden. Da kann man auch fragen, ob die eine Gemeinde der EKD empfehlen können und sie werden es machen. Man kann auch fragen, ob sie etwas gegen die Menschen in anderen VEF-Gemeinden haben. Sie werden immer antworten, dass es nur auf die Beziehung zu Jesus ankommt. Denn wie Du geschrieben hast, vertrauen (glauben an) Christen auf Jesus als Person und auf das, was er gesagt hat. Nur auf diese Beziehung kommt es an. Und wenn Du das erkannt hast, dann stehst Du auf dem Fundament der Reformatoren und bist evangelikal.

Übrigens: Eine Schülerin von R. Bultmann, dem bedeutendsten Verbreiter der liberalen Theologie (sie war selbst lange Zeit liberaltheologische Theologieprofessorin) wurde bezeugt, dass Bultmann sich am Ende seines Wirkens für seine Irrtümer entschuldigt hat. Diese Frau war Eta Linnemann. Sie hat sich auch von der liberalen Theologie abgewandt und alle ihre Methoden und Schlussfolgerungen verworfen und wurde evangelikal. Sie hatte aufgedeckt, wie unwissenschaftlich die angeblich wissenschaftliche liberale Theologie war und ist.

God bless!

"Evangelikale" werden die Christen genannt, die die Bibel im Wortsinn auslegen und ihr Leben in großen Teilen streng nach dem ausrichten, was sie aus der Bibel und ihren Ge- und Verboten interpretieren. Sie gehören zu den Kirchen der Reformation und deshalb auch zu den Protestanten. Sie leben aber häufig ein strengeres und konservativeres Christentum als evangelische Christen, die der lutherischen oder der reformierten Kirche angehören.

Ob das schlecht ist oder nicht oder ob die anderen schlechter glauben oder besser, läßt sich frei Hand nicht beurteilen. Beide Gruppen von Christen sind sich jedenfalls darin einig, daß sie sich nicht einig sind. ;-) Evangelische Christen praktizieren einen eher liberalen Glauben und deuten die Bibel - insbesondere die Evangelien und die Briefe - nicht im wortwörtlichen Sinn allein. Sie beziehen den zeitlichen und sozialen Kontext einer Schrift in ihre Auslegung mit ein, so daß die Auslegung und die Praxis des Glaubenslebens auch Anpassungen an das Hier und Heute erfahren können. Evangelikale Christen beachten den historischen Kontext wenig und halten sich stärker an den Wortsinn einer Schrift. Ein verbreitetes Beispiel ist die Erzählung von der Erschaffung der Welt: Viele Evangelikale glauben fest an die Erschaffung der Welt in sieben Tagen. Evangelische lesen die Erzählung meist eher als Metapher und deuten sie nicht als historischen Bericht. Für sie ist die Evolutionslehre historisch, die Erschaffung in sieben Tagen ein Bild, das völlig andere Aspekte der Weltentstehung erklärt als die Physik und die Anthropologie es tun. Gruß, q.

Evangelikale ist ein von den Gegnern der christlichen Organisationen, die sie darunter einsortieren, fast so verwendeter Begriff, wie andere den Begriff "Sekte" verwenden. Er wird nur etwas spezieller dadurch, dass man wohl richtiger "evangelische Sekte" sagen würde.

Die Diskriminierung von Christen ist ein Phänomen, dass so lange existiert, wie es Christen gibt, die sich in unterschiedliche religiöse Richtungen entwickelt haben. In der Bibel ist von der Sekte der Nazarener die rede. Im Sinne der Pharisäer war diese Sekte Evangelikal. Natürlich wurde diese Bewertung von Pharisäern auf alle damaligen Nachfolger Jesu angewendet. Aus diesem Grunde ist es nicht gut, Menschen nach ihrer Kirchenzugehörigkeit einzustufen.

Im Sinne ihres Selbstverständnisses wäre sogar die Katholische Kirche evangelikal. Unter Berücksichtigung des Unfehlbarkeitsdogmas des Papstes in Lehrfragen, wäre sie zum Beispiel sogar als extrem einzuordnen. Letztlich entscheidet sich das Schicksal eines Christen nach der biblischen Lehre. Stößt man sie um, fügt hinzu, dann tut man genau das, wovor in der Offenbarung gewarnt wird. Die Bibel sagt, dass "Hinzufügen" bedeutet: Hinzufügen der Plagen aus Offenbarung 16, und "Abtun" von der Bibel bedeutet, Abtun seines Anteils am Baum des Lebens.

Die Bibel ist kein naturwissenschaftliches Buch. Aber als göttliche Offenbarung ist sie in Lehrfragen und Grundsatzfragen verbindlich. Wenn man das Wort von Luther: "Das Wort sie sollen lassen stahn" anwendet, dann wäre er nach heutiger Vorstellung evangelikal gewesen. Dennoch wäre das eine falsche, zumindest ungenaue Interpretation. Aber eines ist sicher: Gott ist in dem Sinne seines Evangeliums konservativ. In diesem Sinne will ich gerne auch konservativ - meineswegen auch evangelikal - sein.

helmutwk 26.10.2012, 21:12

Evangelikale ist ein von den Gegnern der christlichen Organisationen, die sie darunter einsortieren, fast so verwendeter Begriff, wie andere den Begriff "Sekte" verwenden.

Es war der damalige Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Fritz Laubach, der mit dem Buch "Aufbruch der Evangelikalen" den Begriff gerade auch als Selbstbezeichnung der Evangelikalen n Deutschland eingeführt hat. Vor ca. 30 Jahren wurde noch eine evangelikale Studentin, die in einem Referat den Begriff "evangelikal" verwendete, darüber belehrt, dass das auf deutsch "pietistisch" heißt.

Der "Aufbruch", den Laubach meinte, war der Ausbruch der amerikanischen Evangelikalen aus ihrem frommen Ghetto: sie begannen, sich gesellschaftlich zu engagieren. Ein nicht unbeträchtlicher teil dieses "Aufbruchs" landete dann bei den religious rights, denen der nicht evangelikale Ronald Reagan (der "politische Stiefvater" von G.W. Bush) näher war als der evangelikale Jimmy Carter. Dies und anderes hat dazu beigetragen, dass linke Evangelikale marginalisiert wurden, und vor allem in Europa mit "evangelikal" vor allem die religious rights assoziiert wurden.

Hab vor einigen Monaten gehört, dass es immer mehr US-Evangelikale gibt, die sich für Obama einsetzen.

Im Sinne ihres Selbstverständnisses wäre sogar die Katholische Kirche evangelikal.

Nö. Die Betonung des persönlichen Glaubens, der durch keine Bindung an eine Kirche ersetzt werden kann, die Vorrangstellung der Bibel, an der alles, also auch der Papst und Luther, sich messen lassen müssen, und das (nicht nur, aber eben auch von Evangelikalen vertretene) Priestertum aller Gläubigen, das von den Evangelikalen meist auch in die Praxis umgesetzt wird, wären alles Sprengkörper in der rkk, wo die Bibel gemäß dem Lehramt auszulegen ist, ein Priester durch seine Weihe ein "unauslöschliches Merkmal" erhält und natürlich jeder Gläubiger der Kirche zu gehorchen hat.

Wenn man das Wort von Luther: "Das Wort sie sollen lassen stahn" anwendet, dann wäre er nach heutiger Vorstellung evangelikal gewesen.

Na ja, eher fast evangelikal.

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Sind damit Protestanten gemeint?

Ja, aber nicht irgendwelche Protestanten, sondern Protestanten, die meinen, dass sich jeder zu Jesus bekehren (oder jedenfalls eine persönliche Beziehung zu Jesus haben) muss, um gerettet zu sein, und danach auch entsprechend leben sollte.

Außer "evangelikal" gibt es noch "evangelisch", und das ist das gleiche wie "protestantisch". Historisch gesehen, ist "Protestant" das Schimpfwort der Anhänger des Papstes für die evangelischen Christen, ursprünglich bezeichnete es die evangelischen Fürsten, die die "Protestation" von 1526 unterschrieben. Das Gegenstück zu protestantisch ist "papistisch", das Schimpfwort der evangelischen Christen für die Anhänger des Papstes.

Zurück zu den Evangelikalen: in Deutschland hießen die bis vor wenige Jahrzehnten meist Pietisten.

Wenn ja, warum schreiben dann Menschen das sie schlecht sind und nicht richtig an Gott glauben?

Das hat in den USA angefangen. Mit der Kritik an den religiösen Rechten dort, die sich gerne als die wahren Evangelikalen sahen und in Europa oft einfach mit "den Evangelikalen" gleichgesetzt werden. Dabei kann ich als (deutscher) Evangelikaler die religiösen rechten nur mit Abstrichen, falls überhaupt, als evangelikal ansehen. Der letzte wirklich evangelikale Präsident der USA hieß Jimmy Carter.

Ich bin Protestant und ich glaube an Jesus und das was er gesagt hat.

Und hast du dich schon bekehrt? ;-)

ALATI 27.10.2012, 21:21

Ja, aber nicht irgendwelche Protestanten, sondern Protestanten, die meinen, dass sich jeder zu Jesus bekehren (oder jedenfalls eine persönliche Beziehung zu Jesus haben) muss, um gerettet zu sein, und danach auch entsprechend leben sollte.

Also ich bin römische Katholisch und stell dir vor ...ich glaube das auch ...

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ALATI 27.10.2012, 21:21

Ja, aber nicht irgendwelche Protestanten, sondern Protestanten, die meinen, dass sich jeder zu Jesus bekehren (oder jedenfalls eine persönliche Beziehung zu Jesus haben) muss, um gerettet zu sein, und danach auch entsprechend leben sollte.

Also ich bin Römisch Katholisch und stell dir vor ...ich glaube das auch ...

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helmutwk 29.10.2012, 16:37
@ALATI

Also ich bin römische Katholisch und stell dir vor ...ich glaube das auch ...

Tja, die römische Kirche wird immer evangelikaler. ;-)

Aber vergiss nicht die allgemein evangelische Auffassung, dass die Bibel der Maßstab in allen Fragen des Lebens und Glaubens ist, und es deshalb keine unfehlbaren Lehrsätze einer Kirche geben kann, sondern alles an der Bibel zu prüfen ist? Das gehört natürlich zu evangelikal dazu.

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Evangelikal ist mitnichten Evangelisch, obwohl der Ursprung der Bezeichnung tatsächlich darin steckt. Evangelikal ist -meiner Meinung nach- ein mehr oder minder offener Hinweis auf eine besondere, strenggläübige Ausprägung des Christentums, welches hauptsächlich in den USA geprägt wurde (Prediger, Massenpredigten etc.) siehe hierzu auch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikalismus

DIes hat nicht viel mit den hiesigen evangelischen Kirchen gemein ;), obwohl der Zulauf zugegebener Weise größer ist (oder zu sein scheint).

helmutwk 26.10.2012, 20:45

Evangelikal ist -meiner Meinung nach- ein mehr oder minder offener Hinweis auf eine besondere, strenggläübige Ausprägung des Christentums, welches hauptsächlich in den USA geprägt wurde

Nein, die Wurzeln liegen in Deutschland (Spener, 1635–1705) und Großbritannien (Methodismus).

DIes hat nicht viel mit den hiesigen evangelischen Kirchen gemein

Ungefähr die Hälfte der Evangelikalen in Deutschland sind Mitglied einer Kirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, die anderen in verschiedenen evangelischen Freikirchen (neben Methodisten z.B. Baptisten und freie evangelische Gemeinden). Es hat also seht viel mit den "hiesigen evangelischen Kirchen" zu tun. Und in den letzten Jahren ist der Konflikt zwischen der evangelikalen Basis und den Amtskirchen der EKD deutlich entschärft worden.

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lugsciath 28.10.2012, 19:43
@helmutwk

Nein, die Wurzeln liegen in Deutschland (Spener, 1635–1705) und Großbritannien (Methodismus).

Ich sprach von einer Prägung, nicht von der Entstehung. Imho ist es so, das diese "evangelikale" Welle aus den USA herüberschwappte bzw. diese Richtung neu belebte. Allerdings - meines Erachtens nach - sehr missionarisch und fundamentalistisch

Ungefähr die Hälfte der Evangelikalen in Deutschland sind Mitglied einer Kirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, ... ist der Konflikt zwischen der evangelikalen Basis und den Amtskirchen der EKD deutlich entschärft worden.

Na ja, ich seh das so nicht, eher das sich die EKD an evangelikale Standpunkte um des Mitgliederschwundes willen annähert. Da mögen sicher Evangelikale drunter sein, aber mittlerweile bestehen die evangelischen Kirchen aus einem ohnehin eher bunten Gemisch sehr unterschiedlicher Glaubensausrichtungen, so mein Eindruck.

Auch erachte ich einige Standpunkte für wichtig, z.B.

In "Four Views on the Spectrum of Evangelicalism" setzen sich drei US-evangelikale Theologen (Albert Mohler, John G. Stackhouse, Roger E. Olson) und ein selbsterklärter fundamentalistischer Theologe (Kevin T. Bauder) mit den beiden Bezeichnungen auseinander. Sie stimmen überein, dass es in Lehrfragen keinen wesentlichen Unterschied zwischen Fundamentalismus und konservativem Evangelikalismus gebe. ... In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe der diesbezügliche Lackmustest für christliche Fundamentalisten in den USA darin bestanden, ob jemand mit dem evangelikalen Prediger Billy Graham (der zusammen mit Katholiken und Mainstream-Kirchen evangelisierte) zusammenarbeitete oder nicht.[23]

http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikalismus

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helmutwk 29.10.2012, 17:10
@lugsciath

Allerdings - meines Erachtens nach - sehr missionarisch und fundamentalistisch

Missionarisch waren die Evangelikalen schon immer, nicht nur was Missoon in Übersee angeht (die Evangelikalen in GB und D waren die ersten Protestanten, die Missionare nach Übersee sandten), sondern auch die "Mission" bzw. Evangelisation im eigenen Land. Weshalb sich z.B. die pietistischen "Gemeinschaften" im "Gnadauer Verband für Gemeinschaftspflege und Evangelisation" zusammenfanden. Auch solche Einrichtungen wie die Deutsche Zeltmission oder der ERF sind evangelikale Gründungen.

Na ja, ich seh das so nicht, eher das sich die EKD an evangelikale Standpunkte um des Mitgliederschwundes willen annähert.

Das widerspricht nicht dem, was ich geschrieben habe, über die Gründe für die Entspannung hab ich lieber nicht spekulieren wollen.

Da mögen sicher Evangelikale drunter sein

Im Gnadauer Verband sind fast alle Mitgliedsverbände als sog. "freie Werke" teil der EKD. Das ist die Hälfte der Evangelikalen, von der ich sprach.

aber mittlerweile bestehen die evangelischen Kirchen aus einem ohnehin eher bunten Gemisch sehr unterschiedlicher Glaubensausrichtungen

Wie ein Bonmot besagt, darf ein evangelischer Pfarrer alles über alles predigen - nur nicht über 20 Minuten ;-) Wenn es mal zu Eingriffen der Kirchenleitung kommt, sind die meist eher formal und nicht inhaltlich begründet.

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lugsciath 01.11.2012, 10:11
@helmutwk

Na, dann sind wir uns ja einig :) ... auch was die Predigt betrifft (die mit 20 Minuten Länge m.E. nach auch eine Idealempfehlung ist). Leider stimmt die Anmerkung über die Kirchenleitung und da wundert sich die EKD warum der Abstand zur röm. kath. Kirche immer größer wird... aber das ist ein anderes Thema ;)

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Das wird ni cht nur den Evangelikalen nachgesagt. Es ist schon seltsam, dass gerade an Gott glaubende Menschen sich da gegenseitig diskriminieren. Es sind ausgerechnet die Evangelikalen, die Katholiken und Mormonen vorwerfen, gar keine Christen zu sein. Nein, nicht alle, aber genug. Lass uns den Tag feiern, wenn das aufhören sollte.

Nein! auch nicht evangelisch! Es sind wohl eher mosaisch messianische Sektierer, die mangels wissenschaftlich, theologischer Kompentenz, die Bibel Wort für Wort nehmen. Deshalb ist unter diesen auch der Kreationismus verbreitet, also jener Schwachsinn, daß die Welt vor etwa 6000 Jahren erschaffen wurde. Sie sind fundamentalistisch und radikal geprägt und gehen mit missionarischem Eifer vor und hätten am liebsten einen "Gottesstaat" u.a.mit den Gesetzen des Alten Testaments, siehe hier u.a. Leviticus. Unter diesem Gesichtspunkt sind sie auch staatspolitisch gefährlich und gehörten auch unter die Beobachtung des Verfassungschutzes. Im wesentlichen sind Evangelikale in den Freikirchlichen Gemeinden zu finden, in der EKD auch, aber dort halten sie sich mit ihren Vorstellungen verständlicherweise bedeckt. Es gibt die Evangelikale Allianz, eine lose Gruppierung, die aber von evangelikalen Kreisen aus den USA gesteuert und finanziell unterstützt wird. Sie haben leider durch den "Kuschelkurs" des EKD Ratspräsidenten Huber Eingang in die Diakonie gefunden, wo unter diesem Dach leider einige Organisationen ihr Unwesen treiben können. So z.B. das Angebot von Heilungstherapien für Homosexuelle. Über eine entsprechende Lobby-Arbeit versucht die Evangelikale Allianz Einfluß auf die Politik zu nehmen. Mit der Familienministerin Schröder, eine Anhängerin der SELK, einer Freikirche, sind schon höchste Regierungskreise unterwandert. Zwar können die radikalen Ansichten (noch) nicht durchgesetzt werden....aber wehret den Anfängen! In Afrika sind die Evangelikalen sehr aktiv und haben z.B. Einfluß auf Regierungen gewonnen. So wurde z.B. in Uganda ein Gesetz erlassen, welches Homosexualität mit der Todesstrafe ahndet.

Protestant ist ein zu reduzierender Begriff.

Da drängt sich sofort die Frage auf: "Na, wogegen denn?"

Christus Jesus, an den wir glauben und dessen Lehre wir befolgen, hat zwar die Heuchelei der religiösen Kaste entlarvt und verurteilt, sein Lebenswerk war es jedoch, bis zu seinem Opfertod, die Gute Botschaft, das Evangelium zu verkünden.

Wenn Du nach dem Gesetz des Christus lebst und wie er und seine Jünger das Evangelium verkündest - in Wort und Werk - darfst Du Dich Christ nennen.

kdd1945 30.10.2012, 14:46

Apostelgeschichte 11:26

"Es war zuerst in Antiochia, dass die Jünger durch Gottes Vorsehung Christen genannt wurden."

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Evangelikale sind Mitglieder einer evangelischen Freikirche. Sie finanzieren sich nicht aus Kirchensteuergeldern, sonder nur über Spenden.

HugoGuth 26.10.2012, 11:05

Das ist nicht richtig! Auch in den evangelischen Landeskirchen gibt es viele "Evangelikale" (Schwulen- und Islamhasser)!

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Velbert2 26.10.2012, 11:56
@HugoGuth

Mag sein, aber nicht jeder Evangelikale ist ein Schwulen- und Islamhasser. Evangelikale leben halt mehr mit Gott und der Bibel als viele Mitglieder der Landeskirche, sind also im Grunde genommen, rein formal gesehen, näher an den Muslimen, die oftmals den Koran mehr beachten als Christen die Bibel.

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KaeteK 29.10.2012, 11:37
@HugoGuth

Ich persönlich gehe davon aus, dass kein wahrer Christ ein Schwuen- und Islamhasser ist. Hass ist nicht vereinbar mit der Liebe zum Nächsten. Du solltest dich besser informieren, bevor du so einen Unsinn verbreitest.

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HugoGuth 29.10.2012, 12:48
@KaeteK

Es gibt sogar evangelikale Gruppen, die homosexuellen Menschen eine "Therapie" empfehlen, um normal zu werden!

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kdd1945 30.10.2012, 14:04
@HugoGuth

1. Korinther 6:9-11

"Weder Hurer, noch Gotzendiener, noch Ehebrecher,... noch Männer, die bei männlichen Personen liegen,...werden Gottes Königreich erben. Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden..."

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Ich schätze evangelikal bedeutet Evangelium und radikal in einem Wort. Quopiam hat das eigentlich am schönsten gesagt.

Im englischen Sprachraum verwendet man den Begriff "evangelical" oft in einem Sinne, der dem deutschen Begriff "evangelisch" entspricht! Im deutschen Sprachraum meint man mit "Evangelikalen" explizit sog. "bibeltreue Christen", also dezidierte Islam- und Schwulenhasser! Das führt z.B. auch zu dem Kuriosum, dass die deutsche Sektion der internationalen "United evangelical Mission" "Vereinigte evangelische Mission" heißt!

helmutwk 26.10.2012, 20:51

Im englischen Sprachraum verwendet man den Begriff "evangelical" oft in einem Sinne, der dem deutschen Begriff "evangelisch" entspricht!

Aber nicht allzu häufig. "Evangelisch" heißt auf Englisch protestant.

Im deutschen Sprachraum meint man mit "Evangelikalen" explizit sog. "bibeltreue Christen", also dezidierte Islam- und Schwulenhasser!

Andere Menschen zu hassen ist nach evangelikaler Auffassung Sünde.

Das führt z.B. auch zu dem Kuriosum, dass die deutsche Sektion der internationalen "United evangelical Mission" "Vereinigte evangelische Mission" heißt!

So kurios ist das nicht. Die VEM hat evangelikale Wurzeln (z.B. Bodelschwingh), auch wenn sie inzwischen nicht mehr evangelikal ist (oder?).

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HugoGuth 27.10.2012, 09:12
@helmutwk

Bodelschwingh war nicht evangelikal, sondern pietistisch! Richtig ist, dass sich in manchen Orten und Vereinigungen schlechte Pietisten und Evangelikale verbinden! Siehe das Bengel-Haus in Tübingen! Oder die Hofacker-Konferenz! Es gibt im Pietismus aber auch eine gute Richtung - zu der ich mich als bekennender Diaspora-Schwabe rechne!

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helmutwk 29.10.2012, 16:41
@HugoGuth

Bodelschwingh war nicht evangelikal, sondern pietistisch!

Das sind nur zwei Ausdrücke für die gleiche Sache.

Es gibt im Pietismus aber auch eine gute Richtung - zu der ich mich als bekennender Diaspora-Schwabe rechne!

Ein Pietismus, der sich von der Allianz, von Gnadau und von der Vereinigung evangelischer Freikirchen distanziert (um mal die wichtigsten evangelikalen Dachverbände in Deutschland zu nennen)? Du machst mich neugierig.

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izreflexxx 27.10.2012, 22:35

Selten habe ich von Dir einen so unbrauchbaren, weil unzutreffenden und extrem verengenden Beitrag gelesen. Möglicherweise fehlt es Dir auch einfach an persönlichen Erfahrungen. Ich bin derzeit Gruppenbetreuer bei einem Alphakurs (wohl eine eher evangelikale Einrichtung). Meine Mitarbeiterin läuft gerade durch die Straßen eines unwirtlichen Stadtteils, in dem sie auch selbstgewünscht eine Wohnung genommen hat und wünscht Muslimen ein gesegnetes Opferfest (ca 25% Migrantenanteil). Sie empfindet große Liebe für die Muslime und versucht ihnen eine christologische Deutung nur vorzustellen. Sie hasst Muslime nicht, sie redet mit ihnen. Und das ist weitaus mehr, als viele Normalbürger tun. Wir haben einen jungen Mann aus Irak im Kurs, der hat in Jesus erstmals Hoffnung gefunden für sein Leben. Er ist von Alkohol und Gewalt losgekommen und ist so froh. Wir haben drogenabhängige interessierte, Menschen fast ohne Sozialkompetenz. Es ist ein konfesionsübergreifendes Projekt Menschen mit der Botschaft von Jesus zu erreichen, die nie in eine normale Kirche gehen würden... In meiner Gemeinde wurde gerade ein homosexueller Mensch aufgenommen, weil er Jesus kennen- und lieben gelernt hat, demnächst möglicherweise einer, der das Opfer von Kindesmisshandlungen in DDR-Heimen geworden ist und heute mit Gewaltphantasie kämpft.

Sei doch nicht so voreingenommen und geh doch lieber mit uns einfachen Evangelikalen zu den wirklich verlorenen Menschen (sowohl materiell als auch geistlich), wie Jesus es auch tat und gib ihnen Hoffnung. Du kannst das Wunder sehen, dass Jesus durch seinen Geist in diesen Menschen tut und du wirst ihn loben! Mach doch mal so ein Jesus-Experiment und lass Dich auf unser Niveau herab...

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HugoGuth 29.10.2012, 12:46
@izreflexxx

Diese Art von Mission ist es ja gerade, was ich ablehne! Gerade weiL ich mit "Evangelikalen" auch schlechte Erfahrungen gemacht habe! Warum läuft denn Deine Mitarbeiterin?!?

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