Europäisches Mächtesystem nach 1871?!

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3 Antworten

England war damals bis ca. 1930 die Weltmacht Nr. 1 und wurde erst danach von den USA abgelöst. Mit Frankreich als damalige Weltmacht Nr.2 hatte sich England arrangiert. Nach 1871 wurde Frankreich von Deutschland abgelöst. Dies führte zur ersten europaweiten Wirtschaftskrise

http://suite101.de/article/die-gruenderkrise-1873-a85075#axzz2JISTVRbd

Gründerkrise 1873. Der Übergang von der „ersten“ zur „zweiten“ Industriellen Revolution wurde von der Gründerkrise, die bis 1879 andauerte, überschattet. Kohle, Stahl und Dampfmaschinen waren die Folgen der „ersten“ Industriellen Revolution, die Elektroindustrie und die Chemieindustrie die Gewinner der „zweiten“ Industriellen Revolution. Hierbei seien Düngemittel, Arzneimittel, Kunststoffe oder Explosivstoffe zu erwähnen.

Die Krise wurde aber ganz gut durch die Sozialpolitik des deutschen Kaisertums gemeistert. Außerdem setzte das deutsche Kaisertum (Bismarck war als "Reichskanzler" nur ausführendes Organ der Kaiser) auf Naturwissenschaften, Technik und Erfindungen. So kam es, dass zu Beginn der Verleihung des Nobelpreises fast ausschließlich deutsche und österreichische Wissenschaftler geehrt wurden. Bis zum 1. Weltkrieg entwickelte sich die deutsche Wirtschaft und Wohlstand der Volksmassen, trotz seines relativen Mangels an Kolonien, viel besser als in England und Frankreich.

sandroo7 28.01.2013, 20:10

Danke, Könntest du mir vielleicht auch sagen wie es mit Russland aussah? und zu welchen Problemen (außer der Krise) kam es für Deutschland?

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strandparty 28.01.2013, 23:39
@sandroo7

Rußland war noch kaum industrialisiert. Das war sogar noch zum Ausbruch des Krieges 1914 so. Deshalb hat Wilhelm II auch fest damit gerechnet, Rußland würde seine Garantien für Serbien wieder zurückziehen. Was er nicht wissen konnte war, dass Rußland seinerseits Garantien von England und Frankreich hatte.

Was man noch wissen sollte. Wilhelm II wurde eigentlich seit seinem Amtsantritt von mehreren Parteien aufgefordert, vor allem von der SPD, gegen den russischen Zar aus humanitären Gründen Krieg zu führen. Der russische Zar wurde von der SPD nur der "Blutzar" genannt, weil er sehr viele Todesurteile aussprach und vollstrecken ließ. Wilhelm II wollte aber nicht gegen ihn Krieg führen, was militärtechnisch lange Zeit ein Leichtes gewesen wäre, weil Nikolaus II sein blutsverwandter Neffe war.

Deutschland hatte von kleineren Wirtschaftskrisen abgesehen keine Probleme. Das fast vollständige Fehlen von Kolonien wirkte sich nicht negativ aus. Im Gegenteil, Deutschland entwickelte sich viel schneller und besser als die umliegenden und vergleichbaren Staaten, vor allem auf Grund seiner guten Sozialpolitik und der Förderung der Wissenschaften.

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Das einzige Problem für das neue Deutsche Reich war, dass GB, Frankreich, USA und Rußland die Entwicklung Deutschlands zur sozialen und wissenschaftlichen Supermacht irgendwie stoppen wollten. Gegen alle 4 auf einmal, kannst du keinen Krieg gewinnen. Da hätten selbst die Chinesen Probleme.

Denk doch mal selbst nach!

Wenn Preussen Frankreich besiegt und sich mit kleineren Staaten vereinigt, was ändert sich dann wohl?

strandparty 29.01.2013, 14:07

Dan steigt in Preußen der Bierkonsum und in Frankreich der Weinkonsum, oder?

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