Europäische Union - Was ist denn daran gut oder schlecht?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

jetzt schaue ich mir die Frage zum zweiten Mal an und werde doch meinen Senf dazu geben...

EU hat natürlich Vorteile. Reisefreiheit (in einem Teil), Handelsfreiheit, Verlagerung der Zollschranken auf die Außengrenzen (das bringt enorme Einsparungen!).

Im Moment kann ich (Ökonom) aber nur noch sehen dass die Nachteile bei Weitem überwiegen:

  • Keine demokratische Legitimation der Entscheidungsträger (in den Kommissionen);
  • Fortschreitende Entfremdung der Politik von den Bürgern (die Politiker sind einfach zu weit weg!).
  • Zu schnell Aufnahme von zu vielen Ländern die eigentlich die Kriterien nicht erfüllen (sowohl EU allgemein als auch Euro).
  • Eine Bürokratie die einen schon zweifeln lässt ob die noch richtig im Kopf sind. Standardisierte Krümmungsmaße für Bananen und Gurken, ich meine, haben die sonst nichts zu tun?
  • Einheitsdenken, von Dänemark bis Griechenland. Der Einheitskondom, z.B. (jawohl, alle Männer in der EU haben ihn gleichlang). Haben die sonst nichts zu tun? Kann man das nicht dem Markt überlassen in einer freien Marktwirtschaft?
  • Und weiter Reglementierungswahn: Weichkäse sollten verboten werden, entsprächen nicht den Hygienestandarts. Das wäre das aus gewesen für Camembert, Brie und hunderte weitere irrsinnig leckere vor allem französische Käsespezialitäten. DE-Reinheitsgebot beim Bier: Geht nicht, ist angeblich ein ungesetzliches Handelshemmnis. Usw.
  • Immer und immer wieder Bruch der Verträge, am schlimmsten beim Euro, dieser traurigen Geschichte. "Kein Land wird für die Schulden eines anderen einstehen!" "Die EZB darf keine Länderanleihen aufkaufen!". Ha ha. Da fühle ich mich doch ziemlich über den Tisch gezogen.

Bei all diesem kommt einem schon mal die Frage ob das eigentlich so richtig ist, oder ob diese Fehlentwicklungen nicht doch dazu führen dass die ganze Sache irgendwann einmal auseinander fliegt und uns in eine Situation wie in den 60igern zurück katapultiert. Und dass wäre eigentlich schade, die Grundidee ist ja nicht schlecht.

Kann ich nur allem zustimmen. Wenn man diese Kritik äußert wird man allerdings gleich auf die Schiene der Ablehnung des europäischen Gedankens gestellt. Dabei ist es ein Unterschied, ob man für den europäischen Gedanken ist oder ob man die institutionelle Ausführung miserabel findet, ja sogar mit den vielen Macken selbst für den europäischen Gedanken schädlich. Denn die Euro-Bürokratie mit ihren Eskapaden ist irre teuer. Darüber hinaus verschwendet sie Gelder in Milliardenhöhe ohne demokratische Kontrolle. So jetzt in Griechenland, gerade heute in den Nachrichten. Die bekommen mal locker die Freigabe für 15 Milliarden!, die für Infrastrukturprojekte auf Eis lagen, weil sie von Griechenland nicht abgerufen wurden, weil sie keine ausführbaren Projekte nachweisen konnten. Jetzt werden die Milliarden einfach mal so freigegeben!

"Griechenland soll möglichst schnell 15 Milliarden Euro aus den EU-Strukturfonds ausgeben. Allein bis Jahresende sollen 100 Projekte angestoßen werden. Bürokratische Abläufe werden vereinfacht, die nationale Kofinanzierung wird abgesenkt." (von euaktiv dot de)

Dazu dann aber folgende Meldung von SPIEGEL ONLINE:

"Griechenland bekommt für seine Infrastruktur Milliarden aus Brüssel - doch viele Projekte wurden noch nicht einmal begonnen. Die EU ist empört und wirft den Behörden im Land Schlamperei vor. Bei der Brandbekämpfung muss die Athener Regierung sogar die italienische Feuerwehr um Hilfe bitten."

Der ganze Beitrag unter: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-chaos-in-behoerden-behindert-eu-foerderprojekte-a-844279.html

Das war am 13. Juli 2013. Und da soll sich jetzt soviel geändert haben, dass man mal so einfach 15 Milliarden locker macht? Da wird mit unseren Steuergeldern herumgechmissen, als ob sie uns aus dem Ärmel wachsen würden. Wer will dieses verschwenderische Europa?

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@berkersheim

Hallo Berkersheim,

danke für diese Unterstützung, das tut richtig gut. Man wird ja sonst, außer am Stammtisch (deren Mitglieder dann trotzdem dieselben wählen...), wegen solchen Äußerungen sofort als Europafeind abgestempelt, wie Du auch schreibst. Das ist wie in anderen Themen. Sagt man "Es gibt in DE ein Problem mit Ausländern" ist man gleich ein Rechtsradikaler. Es scheint, als glauben die Leute dass durch Gutreden die Probleme verschwinden. Tun sie aber nicht.

Hoffentlich denkt bei der Wahl mal jemand dran.

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Hei Ismail91, die Europäische Union verkörpert eine Idee: Die von Frieden und Freiheit in Europa, wo zwei verheerende Weltkriege ausgeöst wurden. Die EU schafft einen fast grezenlosen Fluß des Austauschs von Waren, Dienstleistungen und Meinungen - sie fördert damit Wohlstand und Bildung. Oder gäbe es auch nur einen Grund, warum Menschen in - zum Beispiel - Portugal ärmer und "dümmer" sein sollen als die in Finnland? In der heutigen EU-Diskussion werden diese Grundlagen der europäischen Völkergemeinschaft leider stets unterbewertet, und es wird höchste Zeit, sich ihrer wieder zu erinnern. Grüße!

Nein, die Portugiesen sind nicht dümmer als die Finnen. Aber wenn sie weniger erwirtschaften als sie ausgeben, warum sollen die Finnen dann die Differenz bezahlen?

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Ich würde gerade am liebsten einen Ausländerwitz erzählen, aber den hat mir ein Pole gestohlen.

Hat den nicht eher die NSA abgefischt?

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