Europäische Privat-Krankenversicherung: ERFAHRUNGEN?

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4 Antworten

Dazu zweierlei Gedanken:

  1. Bitte ganz genau die Vor- und Nachteile abwägen. Die europäischen Krankenversicherungen werden weltweit angeboten und viele hunderttausende Menschen sind damit sehr zufrieden (auch viele internationale Manager, die von Deutschland aus ins Ausland gehen). Aber es gibt, genau wie bei deutschen PKV, gewaltige unterschiede in der Qualität und Leistung/Deckung. Auch hier gilt: man bekommt was man zahlt. Der Vorteil gegenüber deutschen PKV ist, dass man sofort richtiger Privatpatient ist bei Arzt und Krankenhaus - das gitl für viele deutsche PKV-Tarife nicht. Der Nachteil ist, dass in den ersten zwei Jahren alles ausgeschlossen ist, was an Erkrankungen in den letzten 5 Jahren stattfand oder was noch akut bzw chronisch vorhanden ist. Daher sollte man sich hier sehr gut und genau beraten lassen.

  2. Wichtig ist auch für den fairen Vergleich, wie Du jetzt versichert bist. Wenn Du, wie viele, immer noch ohne VErsicherung bist, ist eine europäische Krankenversicherung derzeit mit die beste Lösung, weil die deutschen PKV lt deren Annahmerichtlinien Dich derzeit nur im Basis-Tarif versichern würden. Auch lässt sich mit einem Abschluss eine privaten Krankenversicherung (auch europäische!) vor dem Jahresende durch die jüngste Gesetzgebeung das Thema "Strafbeiträge" für die VErgangenheit komplett beerdigen, was auch gut ist. Wer aber derzeit in einer deutschen PKV oder gar in einer GKV/Krankenkasse versichert ist, sollte sich den Schritt sehr genau überlegen und die Vor- und Nachteile, wie gesagt, genau abwägen ----und das geht vermutlich nur mit qualifizierter Beratung von jemandem, der sowohl deutsche wie europäische Krankenversicherungen beraten und vermitteln kann. DAvon gibt es aber auch schon eine ganze Reihe Makler in Deutschland.

ZUm Thema Erfahrungen: in Deutschland sind es bisher überwiegend Expats, die diese Versicherungen nutzen und langjährige Erfahrungen haben. Wenn du etwas Englisch kannst, schau doch mal bei Toytown Germany vorbei zum Beispiel. Insgesamt gibt es überall auf der WElt Millionen von Menschen, die diese Versicherungen nutzen und man kann zu den einzelnen Versicherungen, die auch in Deutschland anbieten (tun nicht alle, BUPA zum Beispiel leider nicht) Infos im Netz finden.

Da die europäischen Krankenversicherungen in einem sehr harten Wettbewerb zu einander stehen - anders als die deutschen PKV, bei denen die Altersrückstellungen als Wettbewerbsbremse dienen für Bestandskunden, nur um Neukunden findet Wettbewerb statt, sind die europäischen Krankenversicherungen sehr viel besser beim Thema Service und schnelle Leistung, denn davon leben die.

Hallo Gettysburg,

vielen Dank für diese - meiner Meinung nach - professionelle Antwort :)

Ich bin derzeit noch GK-versichert, muss mich aber ab September PK-versichern (da selbstständig). Ich habe dazu bereits im Jahr 2012 eine PKV bei der AXA abgeschlosen (um mir die Unisex-Tarife zu ersparen; dafür zahle ich jetzt €6,-/Monat als Sicherung des alten Tarifs).

Dort würde ich dann €211,95 zahlen, habe (bei Nachweis) bis zu 100% Zahn und noch zusätzlich €600,- SB.

Bei einer EU-Versicherung würde mich ein vergleichbares Paket (Premium-Pakete mit noch ein bisschen Schnick-Schnack, den ich zwar nicht brauche, aber bei der AXA nicht hätte) im Jahr €1.900,- zahlen; bei nur €180,- SB.

Ersparnis somit ca €1.000,- pro Jahr.

Mein Gesundheitszustand ist 1A. Ich habe keine Vorerkrankungen und kein Leiden, ich habe noch nicht mal eine Plombe oder ein Loch im Zahn. Naja, bin ja auch "erst" 32 ;-)

Ich glaub bei €1.000,- Ersparnis im Jahr kann man schon mal was riskieren. Eine Rückstellung fürs Alter hätte ich bei der Axa übrigens auch nicht.

BUPA versichert aber nicht EU-weit, kann das sein? Da muss man nämlich eine UK-Postleitzahl eingeben...

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@Desecrator

Ich kann Ihren Wunsch gut verstehen und wenn Sie sich mit den Vor- und Nachteilen der EUKV gegenüber deutscher PKV beschäftigt haben, dann steht einer Entscheidung pro EU-Versicherung nichts entgegen. Bitte noch berücksichtigen, dass Sie die Pflegepflichtversicherung entweder bei der alten deutschen PKV weiterlaufen lassen (müssen) oder bei einer anderen deutschen PKV eine neue PVN abschließen müssen.

PS: richtig, BUPA bietet derzeit in Deutschland nicht an....leider!

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Hallo,

die Kosten einer Versicherung bestehen aus den Beiträgen und den nicht versicherten Leistungen.

Bei Privatversicherungen sollte man sich diese Punkte näher ansehen:

  • Beiträge für Ehegatte/Kinder

  • Reha/Kuren

  • Hilfsmittel

Verzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen:

http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverzeichnis/hilfsmittelverzeichnis.jsp

  • Psychotherapie (z.B. bei Burnout)

  • Fahrkosten/Krankenwagen/Hubschrauber

  • Heilmittel (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Podologie)

Als Gesunder mag das ggf. als Schnickschnack erscheinen. Wenn man diese Leistungen wirklich braucht, gibt es dann oft ungläubiges Staunen, dass keine Stelle in Deutschland diese Leistungen, wenn man an der privaten Krankenversicherung gespart hat.

Ganz wesentlich sind in der Privatversicherung die Gesundheitsfragen. Diese sind zu 100% korrekt zu beantworten. Kopfschmerzen? Knieschmerzen? Rückenschmerzen? Angaben immer für den abgefragten Zeitraum. Bei falschen Angaben kann die Versicherung den Vertrag beenden. Falsche Angaben fallen erst im Krankheitsfall auf.

.test.de/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-0/

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

RHW: im Primzip sind wir uns ja immer einig, dass viele Leute besser nicht in eine PKV sollten bzw genau abwägen sollten. Nur eine Korrektur hier, weil die FRage sich auf "europäische Krankenversicherungen", also EWR-Dienstleister bezieht: die arbeiten nicht mit Gesundheitsfragen sondern mit der Moratoriumsregel. Mehr dazu hier: (Seite 2, Punkt 5) http://www.neuekv.de/vergleich-angebote/

Cheerio

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Es gibt schon deutliche Unterschiede in dem Schutz der VErsicherungen. Kommt halt immer auf die jeweilige Versicherung an. Wenn man damit leben kann, dass gewisse Sachen eben nicht versichert bzw. z.B. Vorerkrankungen erstmal komplett ausgeschlossen sind, kann man das schon machen! Es muss ich aber unbedingt um eine Versicherung handeln, die in Deutschland zum GEschäftsbetrieb zugelassen ist

Guten Tag,

das ist ein sehr interessanter Thread geworden. Es ist verwunderlich, dass deutsche Manager in ausländische Krankenversicherungen investieren. Es ist bekannt das diese nicht immer die Kosten für die deutschen Behandlungen übernehmen. Auch sind viele in Deutschland unbekannte Leistungsausschlüsse enthalten. Laut http://privatekrankenkasse-testsieger.de/2014/03/27/allianz-private-krankenversicherung-ausland/ können zwar Ausländische Anbieter in Deutschland Abschlüsse generieren, jedoch sollten diese auch Zertifiziert sein. Damit besteht für den Versicherten auch ein entsprechender Schutz.

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