Europa im Jahr 2071 - Aussagen realistisch?

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8 Antworten

Der Artikel auf den Du Dich beziehst stammt von 2007 und zitiert ein Studie der EU aus dem gleichen Jahr, die ich leider nicht gefunden habe. Die Szenarios und die dafür zugrunde liegenden Modelle sind inzwischen also etwa 8 Jahre alt.

Solche Szenarien beziehen sich immer jeweils auf bestimmte Voraussetzungen (man weiß ja nicht, wie sich z.B. die Treibhausgasemissionen tatsächlich entwickeln, ob Vulkane ausbrechen, ob ein technologischer Sprung kommt oder vieles andere).

So wie das beschrieben ist, ist das wohl ein Szenario, das gar keine Klimaschutzbemühungen beinhaltet - also ein business as usual BAU oder sogar eines mit noch stärker steigenden Emissionen.

Das mit dem gegenwärtigen Stand der Forschung zu vergleichen ist zudem etwas schwierig - die meisten aktuellen Szenarien beziehen sich nicht aufs Jahr 2071, sondern entweder auf 2050 oder 2100.

Hier also meine recht subjektive Einschätzung, mit der Annahme eines BAU-Szenarios, also ohne jegliche Klimaschutzmaßnahme:

  • 2°C wärmer im Durchschnitt: könnte hinkommen. "In den von IPCC untersuchten Szenarien, die von strengem Klimaschutz bis zu ungebremsten Emissionen reichen, könnte die mittlere globale Erdoberflächentemperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts wahrscheinlich um 0,9 bis 5,4 °C gegenüber vorindustriellen Bedingungen ansteigen." (ww.de-ipcc.de/de/200.php , dort pdf Kernaussagen)

  • Dürren: wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit Extremwetterlagen wie von Hitzewellen und Dürren oder im Gegensatz dazu Starkregenereignissen mit Überschwemmungen steigt überall - dass die südlichen Länder mehr Dürren haben ist wahrscheinlich.

  • 90.000 Tote: zu niedrig. für den Hitzesommer 2003 allein geht man von 20.000 – 70.000 Opfern und einer Schadenssumme von etwa 13 Milliarden US-$ volkswirtschaftlich aus (WP "Hitzewelle in Europa 2003) Hitzewellen bei einer um 2 °C höheren Durchschnittstemperaur würden noch deutlich schlimmer werden.

  • Tourismus:** Für den Tourismus m.E. zu hoch**; (obwohl; Venedig wäre wohl abgesoffen...) insgesamt für die Volkswirtschaften deutlich zu niedrig http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/38487/kosten-des-klimawandels "Ohne stärkere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels könnten sich die Kosten der Auswirkungen in Deutschland laut DIW bis zum Jahr 2050 auf insgesamt knapp 800 Milliarden Euro belaufen."

  • Ernteerträge:** von wegen höhere Ernten**, auch nicht in Deutschland! siehe vorherige Quelle von 2013. Bei einzelnen Feldfrüchten an Standorten mit guter Wasserversorgung sind sicher Erhöhungen drin, insgesamt durch die Risiken bei Extremwetterlagen und Dürrestress eher nicht.

  • Meeresspiegelanstieg 1 Meter: wird wahrscheinlich weniger sein. ww.scilogs.de/klimalounge/meeresspiegel-das-erwarten-die-experten/ Die Kosten für den Umzug ganzer Gemeinden und Gebiete dürften horrend sein. interaktive Karte flood.firetree.net/

insgesamt also leider realistisch, solange wir nichts unternehmen.

Risiken und 2 Grad-Ziel - (Europa, Hitze, EU) Wetterkatastrophen in Deutschland 1970 bis 2011 - (Europa, Hitze, EU)

klingt schon sehr extrem aber ich könnte mir es vorstellen denn die ozonschicht geht immer mehr kapput aber es ist die frage ob es nicht schon dann irgendetwas zur rettung der ozonschicht gibt vor 50 Jahren dachte nimand das es tablets gibt oder so etwas und heute hat fasst jeder ein tablet also kann es möglich sein aber auch nicht das weis eigentlich noch keiner genau

Markgraf 01.02.2015, 08:24

Nein sie geht nicht kaputt, sie wird dünner. Die kann aber auch wieder dicker werden.

Es soll auch eine kleine Eiszeit bald geben.

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Es gibt zum Thema Klimaerwärmung und EU noch eine andere Theorie, stark vereinfacht:

Was passiert, wenn es global gesehen wärmer wird? Pole schmälzen – das ist bekannt. Auch Grönland könnte betroffen sein. Wo fließt dieses kalte "Tauwasser" hin? Alle sagen der Meeresspiegel steigt, ja logisch klar. Aber wo fließt es hin im wahrsten Sinne? Es entsteht eine neue Meeresströmung. Sie wird den zirkulierenden Golfstrom im Atlantik tangieren und beeinflussen, vllt sogar halbwegs zum Erliegen bringen. Für was war der Golfstrom nochmal gut? Ach ja: dafür, dass wie in Europa so ein mildes Klima haben...

Mit anderen Worten: Wenn Grönland und die Pole schmelzen, wird es, weil der Golfstrom beeinträchtig wird, in Europa kälter...

Ist auch nur eine Theorie unter vielen, finde sie aber nicht unrealistisch.

Ich denke, dass die Konsequenzen der Klimaänderung bisher unterschätzt wurden, sodass ich vermute, dass dieses Szenario von der Realität noch übertroffen werden wird. - zumal nicht gesagt ist, was mit den Regionen in Nordafrika beispielsweise los ist...

Markgraf 01.02.2015, 08:21

Glaub ich nicht. Eher werden wir uns selbst vernichten.

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Ich beurteile diese Aussagen als halb-realistisch, denn auch Teile von Norddeutschland werden unter Wasser stehen, die Winter, welche wir sonst in Deutschland hatten, werden in den heutigen Sunshinestaaten stattfinden. Ich werde dieses allerdings nicht mehr erleben. Und mit den Atomkraftwerken hat das leider nichts zu tun, denn diese verändern das Klima mehr zum Positiven; hier liegen die Gefahren ganz woanders. Macht es puff, dann generell.... Auf Wiedersehen. Vielen Dank fürs Lesen.

Ja ich glaube das könnte passiere

Es kommt darauf an ob die atomkraftweke noch länger laufen oder abgeschaltet werden

LongJohn555 18.02.2015, 10:06

genau davon ist es abhängig :D danke für den Lacher am Morgen

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