Eurokrise in Griechenland

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4 Antworten

zu 1: vollkomen richtig erkannt---der euro ist halt nicht bloß europas währung sondern sollte bei der einführung auch ein zeichen für den immer weiter führenden zusammenschluss europas sein

zu 2: definitiv richtig

zu 3: die anderen euroländer wollen griechenland nich unbedingt retten, sie müssen es viel mehr...griechenland hat halt einen großteil seiner schulden bei den anderen euroländern...wenn jetzt griechenland quasi insolvenz anmelden würde müssten die anderen länder auf die rück- und vorallem zinszahlungen verzichten und falls das passieren sollte ginge es einer ganzen reihe anderer länder ganz schnell ähnlich schlecht (spanien, italien, irland zb)

außerdem hätte es ungewollte auswirkungen auf die inflation vom euro und infolge der wegfallenden einnahmen (die zinsen) würde sich das kredit-rating verschlechtern, was wiederum höhere abschläge bei den staatsanleihen zufolge hätte, was wiederum geringe einnahmen bedeuten würde womit wir ganz schnell in einem teufelskreis wären

zu 4: glaub nicht alles was irgendwelche dahergelaufenen politiker, die von dieser materie absolut keine ahnung haben (die haben dafür meist von irgendwas anderem ahnung) erzählen

zu 5: ja ist richtig...es wurden einige schulden erlassen, bürgschaften übernommen und jede menge stellen gestrichen...alles mit dem ziel den schuldenberg griechenlands zu verkleinern um es so weitere zinszashlungen zu ermöglichen

Noch ein Nachtrag zum Punkt 3:

Wäre Griechenland kein Euro-Land oder würde es den Euro gar nicht geben (Deutschland wäre bei der Mark geblieben, Frankreich beim Franc usw.), so hätten wir das Problem wahrscheinlich trotzdem.

Das Problem ist, dass die Bankmanager versucht haben, möglichst viel Profite zu machen. Dies konnte man beispielsweise dadurch erreichen, dass man der Griechischen Regierung Kredite zu Wucherzinsen verliehen hat - in der Hoffnung, die Kredite würden einschließlich der hohen Zinsen zurückgezahlt werden.

Wenn Griechenland nun pleite geht, stehen die Banken - auch die Deutschen - ganz dumm da - egal ob diese Kredite in Euro, D-Mark, Drachmen oder Dollar ausgegeben worden sind. Die Folge wäre: Das Geld auf den Sparbüchern könnte gefährdet sein, was die Deutsche Regierung natürlich nicht will.

Es ist meiner Meinung nach daher eine Unwahrheit, wenn man in diesem Zusammenhang von der "Euro-Krise" oder "Euro-Rettung" spricht, denn der Euro hat mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun.

Nur eine persönliche Meinung (etwas off-topic): Die Bank-Manager, die durch ihre Geldgier das ganze verursacht haben, müsste man zur Rechenschaft ziehen. Ich bin mir sicher, dass es irgendwelche Gesetze gibt, aufgrund derer man diese Leute vor Gericht stellen kann.

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@martin7812

Das Problem ist, dass die Bankmanager versucht haben, möglichst viel Profite zu machen. Dies konnte man beispielsweise dadurch erreichen, dass man der Griechischen Regierung Kredite zu Wucherzinsen verliehen hat

Die Höhe der Zinsen ist auch vom Risiko anhängig. Bei Griecheland war das Ausfallrisiko für Kredite schon immer höher als z.B. bei Deutschland.

Es ist meiner Meinung nach daher eine Unwahrheit, wenn man in diesem Zusammenhang von der "Euro-Krise" oder "Euro-Rettung" spricht, denn der Euro hat mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun

Doch. Wenn Griechenland nicht den Euro, sondern eine eigene Währung hätte, wären die Probleme zumindest teilweise durch eine Abwertung der Währung möglich gewesen.

. Ich bin mir sicher, dass es irgendwelche Gesetze gibt, aufgrund derer man diese Leute vor Gericht stellen kann.

Eher nicht.

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@PatrickLassan

Die Höhe der Zinsen ist auch vom Risiko anhängig.

Stimmt, aber das Problem ist nicht die Höhe der Zinsen, sondern die Tatsache, dass die Banken überhaupt sehr große Geldmengen an risikoreichen Krediten vergeben haben.

Wenn Griechenland nicht den Euro, sondern eine eigene Währung hätte..., wäre eine Abwertung der Währung ...

Das würde das Problem nicht beheben, denn die Kredite (die eigentlich gerettet werden sollen) hätten in Euro (bzw. D-Mark) oder US-Dollar zurückgezahlt werden müssen.

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@martin7812

Zum1. Punkt: Das machen Banken gerne, und haben es in der Geschichte IMMER wieder gemacht, damit sie vom Staat rausgeboxt werden können. Die Banken sollten einfach haften! Sie sind Risiken eingegangen, und müssten jetzt auch dafür bezahlen! Kommt eine Bank dann trotzdem ernsthaft ins trudel, so kann man immernoch gucken, was man machen könnte.

zu2. Durch aber dann Steigende Wirtschaftskraft Griechenland, könnten die Kredite wieder zum Teil bedient werden. Es ist trotzdem besser JETZT ein Ende zu machen, als noch 10 weitere wirkungslose Rettungspakete abzuschicken. Wir werden die Gelder so oder so nicht vollständig zurückbekommen.

In Zypern müsste sonst jeder Brüger mehr als 12.000 Euro blechen, und das geht nicht. dadurch würde zu viel geld vernichtet werden, und die wirtschaft würde wieder zu grunde gehen.

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Bei Punkt 2: Die Misswirtschaft entstand DURCH die Staatsverschuldung.

Der Staat hat schulden bei den Banken gemacht und dieses Geld im Inland ausgegeben. Dadurch kam die Wirtschaft in Schwung. Das Problem war, dass dieses Geld nur geliehen war und keine echte Nachfrage bestand. Als die Absurd hohe Verschuldung ans Licht kam konnte sich Griechenland kein Geld mehr leihen und damit auch keine Staatsausgaben mehr tätigen, von denen die Wirtschaft ja abhängig war. Und dadruch ging die Wirtschaft zu Bruch. Wichtig ist, dass sich Griechenland das Geld nur leuihen konnte weil der Euro die Zinsen gedrückt hat.

Am besten du hörst dir mal diesen Vortrag an, da müsstest du alles erfahren (ich glaub das es der war, bin mir aber nicht sicher, mein PC hat grad keinen sound):

an dem hab ich das auch gelernt.

Einiges an dem Vortrag von Prof. Sinn in dem youtube-Video sind anhörenswert und einiges wird auch korrekt von ihm dargestellt. Aber bei Sinn muss man sehr aufpassen: er bezweckt mit seinen Argumentationen auch "Stimmung zu machen". Die Bundesbank hat mehrere seiner Argumentationen nach und nach korrigiert und/oder zurecht gerückt.

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@MehrWissen

Das Problem bei der Ökonomie ist, dass es an sich kaum präzise Aussagen zu treffen gibt, da sie keine exakte Wissenschaft ist. Ich würde wetten, dass man, wenn man sucht, auch eine Wiederlegung der Wiederlegung der Bundesbank findet. Ich habe den Vortrag vor allem deshalb gepostet, weil er eine gute Grundlage von dem vermittelt, was vorgegangen ist. Je weiter man sich ab da vorarbeitet, desto mehr wird man von den Meinungen anderer Ökonomen abweichen und desto mehr Wiederlegungen gibt es, die man dann selbst wiederlegen will. So zumindest meine bisherigen Erfahrungen mit dieser Wissenschaft.^^

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Warum sie Griechenland helfen?

Zunächst einmal sind die europäischen Staaten eng miteinander verflochten - und auch die Wirtschaftssysteme sind voneinander abhängig. Wir exportieren viel nach Griechenland und bekommen dafür Geld und haben hier Arbeitsplätze. Auf der anderen Seiten geben unsere Banken in Griechenland Kredite. Wenn diese nicht zurückbezahlt werden können, haben die deutschen Banken ein Problem (natürlich nicht nur die deutschen Banken). Wenn Banken ein Problem haben, bekommen Versicherungen Probleme und so weiter und so fort.

Das ist einer der Gründe. Ein anderer, in meinen Augen WESENTLICHER Grund, ist die Solidargemeinschaft. Wir sollten in Europa solidarisch sein. Das heißt nicht, dass wir alle Fehler von anderen ausbügeln, aber wir sollten unseren Freunden dabei helfen, aus ihrer Notsituaiton rauszukommen. Deutschland würde bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 % auch Hilfe wollen.

Nun sagen so viele immer, dass sie nicht helfen wollen, das wäre unverschämt, wir hätten unser Geld hart erarbeitet und gespart, das geben wir doch nun nicht den doofen Griechen! Diesen Leuten fehlt der Weitblick... liebe Menschen, denkt bitte mal 60 Jahre zurück. Deutschland lag in Trümmern, wir hatten NICHTS! Wir waren in keiner Solidargemeinschaft, viel eher hatten wir überall in der Welt Feinde (!!!). Nur was machten diese Feinde, hauptsächlich die USA? Liesen sie Deutschland am Boden und die Wirtschaft absterben, damit es uns schlecht geht und wir uns in jahrzehntelanger Abschufterei wieder nach oben arbeiten können?

NEIN! Der Marshallplan trat in kraft, 13,1 Mrd. Dollar (entspricht heute knapp 80 Mrd) überwiesen die Amerikaner den Menschen in Europa als Hilfe. Obwohl wir ein paar Tage vorher Feinde waren! Davon haben wir Deutsche enorm profitiert. Und nun stellen wir uns so an, wenn wir FREUNDEN helfen sollen? Das finde ich peinlich.

NEIN! Der Marshallplan trat in kraft, 13,1 Mrd. Dollar (entspricht heute knapp 80 Mrd) überwiesen die Amerikaner den Menschen in Europa als Hilfe. Obwohl wir ein paar Tage vorher Feinde waren! Davon haben wir Deutsche enorm profitiert. Und nun stellen wir uns so an, wenn wir FREUNDEN helfen sollen? Das finde ich peinlich.

Wir sind schon lange bei einem vielfachen von 80Mrd und tatsächlich den Menschen in Griechenland hilft unser Geld genau NULL.

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@sejler

Was wir damals bekamen, waren keine Kredite! Was wir rausgeben, sind Kredite - und wenn es gut läuft (jaa, ich weiß, unwahrscheinlich etc), bekommen wir das Geld zurück, außerdem erhalten wir momentan dafür sogar Zinsen und gewinnen Geld aus der Krise der anderen Länder.

Und doch, es hilft Griechenland. Nur es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass jahrzehntelange Fehlentwicklungen in zwei oder drei Jahren ausgemerzt werden können. Das wird lange dauern und ein harter Prozess sein, ein verlustreicher Prozess.

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@MaxPower89

Was wir damals bekamen, waren keine Kredite!

So?

Die Geldleistungen waren Kredite, die Sachleistungen nicht.

Wieviele Care-Pakete hast du denn schon nach Griechenland geschickt und an welche Adresse?

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@Maxieu

Es stimmt, dass die Geldleistungen Kredite waren, da hast du recht, das habe ich zu undifferenziert ausgedrückt.

Und dass man die Art und Weisen der Hilfen nicht vergleichen kann, soltle ja nicht angezweielt werden, da es komplett unterschiedliche Ausgangssituationen waren. Was ich betonen wollte, war die Solidarität die damals herrschte und die auch heute wieder herrschen sollte.

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  1. Exakt richtig!

  2. Stimmt so nicht ganz: Durch den Euro, ist der Marktzins in Griechenland extrem gesunken, teilweise auf Deutsches Niveau. Griechenland wurde so verleitet, über die Verhältnisse zu leben. Dies ging aber nicht lange gut, bis sich immer mehr herauskristallisierte, dass Grichenlands Wirtschaft langsam aber sicher gegen die Wand fährt. Grund dafür war, dass in Griechenland die Inflation viel höher war/ist, als z.B. in Deutschland. Dies Spiegelte sich aber nicht in der Kaufkraft wieder. Folge: In Griechenland konnte man für einen Euro weniger kaufen als in Deutschland. Frür Griechenland war die Währung Euro einfach zu Stark und schwer. Das war dann die sog. Misswirtschaft, die aber als Grund nicht politische Probleme innerhalb Griechenlands hatte, sondern den Euro an sich. Denn hätte Griechenland eine eigene Währung, könnten sie wieder abwerten und wettbewerbsfähig werden.

Der Euro ist das Problem-> Deswegen AfD wählen!:D

3.Weil sie meinen, dass das Problem nicht der Euro ist. Man kann die Länder nicht Retten. Abgesehen davon aber mal, dass die Rettungen ALLE fehlgeschlagen sind, und die Krise nur verschlimmerten, meinten die Länder, dass sie den Dominoeffekt verhindern könnten.

Dies ist nicht gelungen: Man sieht, dass erst Griechenland pleite gegangen ist, dass Portugal uns Spanien, schließlich Zypern, und bald kommen auch alle anderen, wenn der Euro nicht weggeht.

Jedenfalls wollte man diesen Dominoeffekt verhindern, und Griechenland schnellstmöglich wieder Wettbewerbsfähig machen, damit es wieder in der Eurozone wirtschaften kann.

4.Hat ja nicht geklappt, wollte man auch nie machen. Der Maastrichtvertrag wurde mehr als 60 mal gebrochen, die No-Bailout-klausel wurde mit den Füßen getreten. Der ESM ist nicht verklagbar, und man kann aus ihm nicht austreten.

  1. Treffend zusammengefasst. Jedoch spart Griechenland nicht.

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