Eurofighter Vorteile?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ich denke, dass da ein direkter Vergleich nur sehr eingeschränkt möglich ist, da die Flugzeuge für völlig unterschiedliche Anforderungen entwickelt wurden und die Entwicklungen gut 20 Jahre auseinanderliegen.

Der Tornado ist noch Blechschmiedearbeit, der EF besteht zu rund 40 % aus Verbundfasern (CFK), die zu einem geringen Leergewicht führen. Dazu kommt die moderne Avionik, die den Piloten vom Fliegen entlastet und ihn dafür bei taktischen Manövern unterstützt. 

Der Tornado war ja als Mehrzweckkampfflugzeug konzipiert, wurde aber praktisch nur als Jagdbomber eingesetzt. Dafür war auch die Avionik gedacht. In der ADV-Version für die RAF schnitt er im Luftkampf gegen russische Jets aber gar nicht so toll ab. Die Steigleistung liegt zwischen 10.000 m/Minute und 12.000 m/Minute bei der ADV-Version.

Der Eurofighter wiederum wurde als Abfangjäger entwickelt und hat dadurch eine enorme Steigleistung, die für einen Jäger wichtig ist. 

Die Nutzlast liegt, wie bei fast allen Fightern, bei etwa 8.000 kg. 

Der EF kann Waffen für beide Einsätze mitnehmen und die Avionik kann ganz einfach (?) während des Fluges von Luft-Luft auf Luft-Boden und wieder zurück schalten. 

Die Bordkanone ist bei beiden Flugzeugen eine Mauser im Kaliber 27 mm mit einer Kadenz von rund 1.500 bis 1.700 Schuss/Minute. Gegenüber den 6.000 Schuss/Minute einer Phantom ist das aber nur etwas für Weicheier! Und die Recce-Version des Tornado hat gar keine Kanone, dafür hat die IDS-Version zwei. 

Der Tornado ist ein Jagdbomber, der in einer Nebenrolle Luftverteidigung macht und der EF ist ein Abfangjäger, der in der Zweitrolle Jaboaufgaben wahrnimmt. 

Beim EF wurde Wert gelegt auf die Integration aller derzeitigen  Luft/Luft und Luft-Boden-Bewaffnungen. Er verfügt darüber hinaus über eine zukunftsorientierte, modulare Avionik und digitale Flugsteuerung sowie eine 
hochmoderne Mensch-Maschine-Schnittstelle. 

Dazu kann der EF 9 G-Manöver im Überschallbereich (bis M 1,2) fliegen, bietet dem Piloten ein Helmvisier mit Visiereinrichtung unabhängig von der Blickrichtung, hat mit etwa 250 Wörtern die beste Sprachsteuerung unkritischer Flugzeugsysteme; etwas, woran zu Zeiten des Tornado noch nicht einmal gedacht wurde. 

Also, ein Vergleich beider Flugzeuge macht einfach keinen Sinn, da sie unterschiedlichen "Jahrgängen" angehören und die Aufgaben nicht einfach vergleichbar sind. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zum ersten wären da natürlich die tollen Triebwerke zu nennen, die ein mehrfaches des Schubs liefern können, was das Flugzeug für die Vorwärtsbewegung eigentlich bräuchte. Das macht das Flugzeug, nicht auch zuletzt wegen der Vorflügel (Enten-Flügel) extrem wendig und agil!

Zum anderen natürlich die Verwendung hochmoderner Verbundwerkstoffen um Gewicht zu sparen und die Stabilität trotzdem zu erhalten. Dazu noch hocheffiziente Bordsysteme, die den Piloten zu jeder Zeit mit allen wirklich wichtigen Informationen versorgen. Auch ein Luft-Luft-Raketenstart "über die Schulter" ist heute möglich!

Vor allem anderen aber hat die Entwicklung des Eurofighters eine ganz andere Basis gehabt als der Tornado. Der GR Tornado sollte vor allem "billige" Bomben mit hoher Präzision ins Ziel bringen. Das tut er bis heute. die ADV-Varianten sollen ihn dabei beschützen und den Luftraum freihalten. Dabei bekamen sie auch von der Phantom Rückendeckung.

Als klar wurde, das die Tage des "Knickflügels" gezählt waren, musste Ersatz her. Daher ist der Eurofighter auch mehr zur Luftüberlegenheit gedacht und ausgerüstet. Erst das hohe Alter der Tornados zwingt ihn jetzt auch in die Rolle des "Multi-Role-Fighters" zu schlüpfen. Dasselbe Schicksal ereilte vorher schon die F-18 und auch die MiG-29.

Der Eurofighter "kann" natürlich auch Bodenziele bekämpfen, aber das ist ohne das TFR des Tornados weitaus schwieriger. Im Gegensatz dazu wird ein Tornado wohl nie als klarer Sieger in zahllosen Luftkämpfen hervorgehen. Er "kann" Luftziele bekämpfen, überrascht aber lieber seine Gegner am Boden, die ihn erst sehen wenns zu spät ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Darüber könnte man ein Buch schreiben. Ein wichtiger Unterschied ist, dass beim Typhoon eine Canardkonfiguration gewählt wurde, welche ihn extrem wendig und reaktionsschnell macht, auch wenn er dadurch flugmechanisch instabil ist. Aber das gleicht der Fluglageregler aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?