Eure Meinung zum Schulsystem?

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8 Antworten

Ich hab darüber mal ne Rede geschrieben. Ich kopier sie dir mal hier rein.^^

Sehr geehrte Damen & Herren, liebe Schulpolitiker,
liebe Schulleiter, liebe Lehrer, Schüler & Eltern.

Psychische Erkrankungen unter Schülern haben in den
letzten Jahren stark  zugenommen. Das mag
verschiedene Ursachen haben. Was von den betroffenen Schülern jedoch genannt
wird, hat meistens etwas mit der Schule zu tun. Daher stellt sich nun die
Frage: Sollten wir das Schulsystem ändern?

Ein Grund für psychische Erkrankungen ist der teils sehr
große Leistungsdruck. Wir Kinder werden schon mit acht Jahren (also mit
Einführung der Noten) daran gewöhnt, viel zu hohe Leistungen zu erbringen &
so produktiv zu sein wie eine Maschine. Wenn wir dies nicht mehr können, wenn
wir unter dem Druck wirklich fast zusammenbrechen, werden wir mit Medikamenten
wie Ritalin vollgepumpt. Mit anderen Worten: Wir sollen einfach funktionieren,
ansonsten sind wir für die Gesellschaft einfach nur wertloser Abschaum, der –
laut Vorurteil – nur auf Kosten Anderer lebt.

Apropos Leistungsdruck & Noten: Es sind viel zu viele
Noten & die guten Noten sind viel zu schwer zu erreichen. Schweden
beispielsweise hat nur 3 Noten: „durchgefallen“, „bestanden“ & „sehr gut“.
Für ein „sehr gut“ muss man dort nur 75% richtig haben, während wir uns z. T.
in den Tests höchstens einen einzigen Rechtschreibfehler erlauben dürfen. Dazu
kommt, dass Lehrer nicht 100%ig fair bewerten können. Sie gehören nämlich zu
der selben Gattung wie wir Schüler auch: zu den Menschen. Und können wir
Menschen komplett fair bewerten? Ob der Lehrer den Schüler mag oder nicht
fließt immer mit in die Note ein. Deswegen
sollten fremde Lehrer die Arbeiten korrigieren & Referate bewerten.

Zudem müssen wir für die Arbeiten bzw. Abschlüsse viel zu
viel Mist lernen. Mist, den wir später nicht brauchen werden & der uns zum
Großteil auch nicht interessiert. Müssen wir wirklich alle wissen, dass die
Welt aus Atomen besteht? Müssen wir wirklich alle wissen, dass der
Scheitelpunkt irgendeiner Parabel S(-1,25/+17,36) ist? Müssen wir wirklich alle
wissen, wie ein Vulkan entsteht? Nein. Und wenn uns diese Themen interessieren,
gibt es andere Möglichkeiten, an diese Infos zu kommen. Eigentlich brauchen wir
nur die vier Grundrechenarten, den Dreisatz, Rechtschreibung, Grammatik,
Englisch und vollständige Sexualkunde. Oder hat irgendwer in der Schule
gelernt, was Asexualtität ist? Nein. Dennoch kommen wir öfter damit in
Berührung, als erwartet.

Was den Stoff auch nicht wichtiger (oder interessanter)
macht, ist die Tatsache, dass viele Lehrer noch nicht einmal so tun als wüssten sie, wovon sie
reden. Außerdem erhalten wir Schüler viele Infos zu spät. So haben wir zum
Beispiel einmal erst nach dem Elternsprechtag erfahren, dass Elternsprechtag
war oder ein paarmal neue Stundenpläne zu spät erhalten.

Wenn sich dann mal ein Schüler während des Unterrichts
darüber aufregt oder aus anderen Gründen mit seinem Sitznachbarn redet, wird er
einmal ermahnt. Ein zweites Mal und er muss in den Trainingsraum. Dieser ist
wie eine Belohnung für den Schüler. Er muss dem Unterricht für eine gewisse
Zeit nicht mehr beiwohnen, muss nicht in das in dem Moment verhasste Gesicht
des Lehrers blicken. Er hat also sein Ziel erreicht.

Auf die Stunde folgt die Pause. An den meisten Schulen
können wir nun nicht viel mehr machen, als mit Freunden reden oder uns
langweilen. Es sollte freiwillige Aktivitäten geben und das Handyverbot sollte
aufgehoben werden, zum Beispiel zum Musikhören. Das wäre besonders für
Introvertierte gut, denn das jetzige Schulsystem ist sowieso nur für
Extrovertierte geeignet. Schule ist für Introvertierte Stress pur. In den
ersten beiden Stunden können sie nicht richtig arbeiten, weil sie müde sind, in
den folgenden Stunden können sie nicht richtig arbeiten, weil es ihnen zu viele
Leute sind. In den Pausen können sie auch nicht entspannen, denn dann ist es
laut wie ein Gewitter.

Um unter anderem Introvertierte besser zu verstehen,
sollten Fächer wie zum Beispiel Selbstkunde und Psychologie eingeführt werden.
In ihnen könnten wir lernen, uns selbst und unsere Kameraden besser zu
verstehen. Wir könnten unsere Stärken und Schwächen (sowohl charakterliche als
auch von den Fähigkeiten her) besser kennenlernen und die Schule könnte lernen,
unsere Stärken besser zu fördern. Wenn zum Beispiel jemand gut darin ist, offen
zu seiner Meinung zu stehen, sollte diese Fähigkeit gefördert werden. Gerade
mit der eigenen Meinung ist das so eine Sache, denn viele Lehrer dulden keine
andere Meinung, als ihre eigene. Egal, wie gut unsere Argumente sind.

Dass unsere Stärken nicht gefördert werden, führt zu
Langeweile im Unterricht, welche wiederum zu schlechten Noten und einem
schlechten Abschluss führt. Ein schlechter Abschluss führt zu einem schlechten
Job, wodurch wir dann nicht genug Geld zum Leben haben. Dadurch sind wir
gezwungen, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen, was dem Staat und den
Steuerzahlern Geld kostet. Ein Schnitt ins eigene Fleisch also. Denn dann
schaden wir dem Staat ja, obwohl wir ihm eigentlich nutzen sollten.

Was uns beim Einstieg ins Berufsleben noch mehr Steine in
den Weg legt, ist, dass unsere Intelligenz an unseren Noten gemessen wird. Es
ist ziemlich leicht, einen überforderten Schüler zu erkennen, dafür aber so gut
wie unmöglich, einen unterforderten zu erkennen. Beide haben schlechte Noten.
Beide beteiligen sich kaum bis gar nicht am Unterricht. Beide werden als dumm
abgestempelt.

Zu allem Überfluss kam dann irgendein Genie vor einigen
Jahren darauf, G8 einzuführen. Nun könnte man sagen: "Freut euch doch. Ein
Jahr weniger Langeweile.“ Die Betonung liegt aber auf „könnte“. Für die
Unterforderten mag das stimmen, nur gibt es mehr Überforderte. Auf sie wird
jetzt nicht nur der Stoff regelrecht eingeprügelt, nein, jetzt müssen sie sich
zum Teil sogar ihre Hobbys abschminken. Sie brauchen die Zeit zum Lernen. G8
macht es uns schwerer, das Abitur zu bestehen. Fallen wir durch, haben wir
schlimmstenfalls keinen Abschluss und bekommen einen schlechten Job. Bei diesem
verdienen wir kaum Geld und müssen Sozialhilfe beantragen. Das kostet dem Staat
und den Steuerzahlern wiederum Geld. Abermals ein Schnitt ins eigene Fleisch.
Zudem sind Depressionen und Burn – out bei Kindern und Jugendlichen heute
leider keine Seltenheit mehr. Ich habe im Internet mal etwas über einen sechsjährigen
Jungen gelesen, der bereits im Verdacht stand, depressiv zu sein.

Alles in allem finde ich, dass wir nicht nur das
Schulsystem, sondern auch die gesamte Gesellschaft ändern müssen. Denn das
Schulsystem ist irgendwo ein Teil der Gesellschaft. Das Schulsystem zu ändern,
könnte jedoch der erste Schritt sein. Der YouTuber Andre Teilzeit hatte sogar
mal eine Idee für ein alternatives Schulsystem. Man würde sich sein Wissen und
seine Fähigkeiten selber aneignen und nur noch in die Schule gehen, um in
Gruppen oder einzeln offene Fragen zu klären. Es gibt sogar einen Psychologen,
der diese Idee aufgrund von Gesprächen mit erfolgreichen Personen unterstützt.
Diese Personen gaben in den Gesprächen an, sich ihre Fähigkeiten selbst
angeeignet zu haben. Nicht wie ein Roboter, bei dem alles programmiert wird,
denn das sind wir nicht. Ich hoffe, ich konnte Sie ein wenig wachrütteln. Damit
bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und verabschiede mich.

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Hallo!

Ich selbst mache gerade mein Abi (G8) und bin eine leicht überdurchschnittliche gute Schülerin. Was spiegeln diese Noten wider? Stumpfes Auswendiglernen und das Gelernte wieder auskotzen - in dieser Hinsicht Fleiß, Anpassung (!) an den Lehrern, die Fähigkeit sich einzudchleimen bei einem Großteil der Lehrer, ihnen nur nach dem Mund reden (wobei Lehrer selbst nur Opfer des Systems sind). Mein Allgemeinwissen grenzt an Null, teilweise würde ich sagen habe ich einen deutlichen Hang zu Depressionen aufgrund der Schule.

 Ich denke das sagt alles über das System aus. 

Liebe Grüße, thereisasoul!

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weiß zwar nicht ob du auch in Österreich wohnst, aber prinzipiell ist es in Deutschland trotzdem gleich. Ich werd jetz keine großen reden schwingen, das haben andere schon getan, aber ich denke auch, dass es ein völliger Blödsinn ist, Kinder im ALter von 10 Jahren auf verschiedene Schultypen zu schicken. Ausserßdem ist der enorme Leistungsdruck lächerlich, genauso wie der Stoff. Lies einmal ein anständiges Buch über ein Thema das ihr im unterricht durchgemacht hast und du wirst sehen, dass das, was die Lehrer da vorne erzählen, oftmals nur eine Sichtweise ist und manchmal sogar relativ subjektiv. Außerdem haben Schulnoten auch nichts mit tatsächlicher Intelligenz zu tun und auch selten wirklich mit Wissen, sondern einfach damit, ob du brav den Prüfstoff lernst, unabhängig davon, ob du ihn dann zwei Monate später schon wieder vergessen hast oder nicht. Um noch einen Appell abzugeben, wie man es in deutsch so schön lernt (Was übrigens ein klassischer Fall von ziemlicher Einschränkung ist, wenn alle immer eine bestimmte Form überall einhalten müssen), würde ich sagen, dass ich erstens für eine gemeinsame Schule bis 14, zweitens ein völlig neues Notensystem, drittens besseres Eingehen auf einzelne Schüler und ihre individuellen Interessen und auch eine Überarbeitung des Lehrstoffes, da meiner Meinung nach etliche Dinge fehlen und dafür unglaublich viel völlig sinnloses Wissen eingetrichtert wird.

Okay, war vlt doch ne Rede ;)

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Es ist die reinste Hölle. Druck ohne Ende. Mir wurde mit einem Heim, sollte ich die  10. Klasse nicht schaffen.

DE sollte sich mal an den skandinavischen Ländern orientieren.

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Unser Schulsystem sortiert Kinder aus, ja es stempelt sie ab. Es trennt die „Guten“ von den „Schlechten“.

Deshalb haben wir ein System mit Haupt- und Realschulen und den Gymnasien.

Unserem System zufolge gibt es Kinder, die intelligenter sind als die anderen. Und es gibt Noten, die das angeblich belegen.

Es gibt Zeugnisse auf denen steht, dass aus dem einen Kind mal etwas werden kann – und aus dem anderen nie etwas werden wird.

Dieses System unterstützt die Auffassung, dass es eben dumme und intelligente Kinder gibt und dass einige talentiert sind und andere nicht.

Ich halte das für falsch.

Wir sollten Kinder keinen Stempel aufdrücken, von dem sie sich nur schwer oder gar nicht mehr befreien können.

Wir sollten Kinder motivieren, dass sie gut werden können in dem was sie tun.

Wir sollten sie motivieren, dass sie gut werden können, auch wenn ihnen nicht alles zufliegt.

Oft hört man als Schüler folgende Sätze:

„Wenn Du kein ordentliches Abi machst, dann kann auch nichts aus dir werden.“

„Wie willst du mal einen Job finden, wenn Du keine guten Noten hast?“

Und so weiter.

Aus meiner Sicht sind diese Fragen super gefährlich. Sie schrecken uns davon ab, mündige und eigenständige junge Menschen zu werden.

Die Aussage der System-Lüge ist, dass wir jemand anderen brauchen, der uns unter seine Fittiche nimmt. Wir müssen uns durch die Schule quälen. Dann müssen wir möglichst eine Uni besuchen. Und zu guter Letzt sollen wir uns anbiedern und uns einen Job suchen.

Allein sind wir wertlos und ohne gute Noten kann unser Leben nur eine Richtung kennen. Steil nach unten.

Das ist natürlich Humbug.

Ich frage mich, warum uns nicht beigebracht wird, dass wir selbst Dinge bewegen können.

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Kommentar von Aminfraj1
28.11.2016, 18:09

Sehe ich genauso!

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Unser Schulsystem ist schlecht, weil es individuelle Eigenschaften oder Talente nicht fördert. Die Chancen stehen gut, dass beispielsweise ein begnadeter Arzt aufm Bau landet, nur weil er Mathe nicht richtig begreift.

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Die Schulen sind zu stark auf Leistung ausgebaut.

Den Kindern wird meist erst zu spät klar, wie wichtig es ist, gute Noten zu schreiben.

Bereits mit 10 Jahren wird man in einer neue Schule "rein gesteckt" die man dann nur schwieriger wechseln kann.

Ebenfalls gibt es zu wenig Lehrer, um Kinder individuell fördern zu können.

Ich hatte/habe Beispielsweise eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Diese Wurde von meiner Grundschullehrern nicht erkannt zB Ignoriert.

Gut nach der 4ten Klasse ist es dann raus gekommen, aber meines Achtens heutzutage zu spät.

Ich würde mir eine Schulstunde zur Lernförderung an sämtlichen Grundschulen wünschen, doch ist dieses nicht so leicht umzusetzen. Grund hierfür ist natürlich wieder das Geld schuld.

Schulen haben viele Probleme. Sei es Unterbesetzung oder Lehrmittel. Aber diese Probleme sind leider nicht so leicht zu lösen. Egtl schade.

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Unser Schulsystem ist schlecht, denn es trennt die Kinder, wegen ihrer Schulform in gute und schlechte und das ist ungerecht und dumm. Das Amerikanische Schulsystem sollte sich Deutschland mal anschauen ist tausendmal besser. 

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