Eure Erfahrungen mit verlagerten Zähnen?

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2 Antworten

Bei mir waren auch beide oberen Eckzähne retiniert/verlagert. Das ist relativ häufig (jedenfalls häufiger, als man erwartet).

1) Nein, das ist kein Problem. Direkt nach dem Eingriff muss man natürlich mit einer speziellen Mundspülung spülen, aber danach muss man sich keine Sorgen machen, dass sich etwas entzündet oder so. Es wandert auch nichts dem Draht entlang unter das Zahnfleisch. Da hängt auch gar nicht zentimeterweise Kette raus, sondern nur ein ganz kurzes Stück. Das ist beim Nachziehen natürlich unangenehm (weil man gezwungenermassen am Zahnfleisch rumreissen muss), aber es geht halt nicht anders.

2) Das wird schwierig. Je nach dem, wo der Zahn genau liegt, kann man eine Teilspange einsetzen (zum Beispiel einen Gaumenbogen und einen beweglichen Bogen aussen rum, der Backenzahn und Eckzahn-Kette verbindet). Meistens braucht man aber mehr Platz, um sich abzustützen, zum Beispiel zusätzlich noch Brackets und stabile Drähte auf allen Seitenzähnen und einen Headgear über Nacht. Kommt auch immer darauf an, wie heftig man am Zahn ziehen muss. Um die Zähne am Ende schön hinzustellen, braucht man ohnehin eine feste Spange. Beim Sport stört eine feste Spange gar nicht, die Freunde und anderen Leute gewöhnen sich schnell daran, und die Spange rausnehmen, sobald sie weh tut, ist ja sehr kontraproduktiv. Man möchte möglichst den ganzen Tag lang am Zahn ziehen, damit er sich auch wirklich verschiebt. Mehr als drei Tage wird die Spange aber ohnehin nicht weh tun, das hält man mit 15/16 ja schon aus. Und Zähneputzen ist mit fester Spange auch kein Problem.

3) Ein eigener Eckzahn ist sicher besser als ein künstlicher. Wenn man lange wartet, kann es sein, dass der Zahn mit dem Kieferknochen verwächst und man ihn nicht mehr rauskriegt. Röntgenbilder macht man natürlich noch, wenn man sich für die Behandlung entscheidet. Man braucht eh Bilder aus verschiedenen Ebenen, um die Lage des Zahns zu bestimmen (es mag zwar so aussehen, als liege der Zahn "unter der Nase", in Wirklichkeit liegt er aber einfach irgendwo relativ flach im Gaumen). Dass sich der Zahn quasi als Zauberheilung selbstständig über den Milchzahn geschoben hat, ist sehr unwahrscheinlich. Von so einem Fall habe ich noch nie gehört. Die Behandlung ist übrigens Kassenleistung, anders als eine Implantatversorgung später, wenn man jetzt nichts macht. Wenn Junior und seine Eltern die Behandlung nicht durchführen lassen wollen - nur zu. Es kann sein, dass der Milchzahn noch 40 Jahre hält. Es kann aber auch sein, dass er in zwei Jahren locker wird und ausfällt. Und dann ärgert man sich, dass man's nicht einfach hat machen lassen...

Holt euch doch bitte unbedingt eine zweite Meinung ein, wo ein aktuelles Röntgenbild gemacht wird. Die doppelte Strahlung dafür steht in keinem Verhältnis zu dem Informationsgewinn.

Ich hab auch noch einen Milchzahn, und der darunterliegende Backenzahn lag quer im Kiefer. Mir wurden auch Horrorszenarien ausgemalt - ich lebe jetzt seit Jahrzehnten schmerzlos damit und ein erneutes Röntgenbild zeigte, daß sich der Zahn von allein im Kiefer aufgerichtet hat und jetzt gerade liegt. Jetzt besteht erst wieder Handlungsbedarf, wenn der Milchzahn kaputt geht.

Zum Spangetragen kann ich nur sagen, daß das überhaupt kein Problem ist. Fast jeder Teenager trägt eine Spange, und es gibt hier sogar Fragen "Ich will eine Zahnspange aber meine Zähne sind gerade! Wie kann ich trotzdem eine kriegen!".

Wenn er später gerade Zähne hat, wird er stolz darauf sein, also das Argument "Pubertät - Zahnspange - Selbstfindung" ist kein Argument. Da muß er durch, wie alle.

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