Eunuche

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Es gibt da 2 verschiedenen Definitionen. Nach dem röm.-kath. Kirchenrecht wurden Männer, denen nur die Hoden entfernt wurden als Kastraten bezeichnet, wogegen Männer, denen zusätzlich der Penis entfernt wurde, als Eunuchen bezeichnet wurden. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber Eunuchen und Kastraten gleichgesetzt, d.h. man meint einen Mann, dem nur die Hoden entfernt wurden. Historisch wurde das unterschiedlich in den einzelnen Kulturen gehandhabt. Im chinesischen Kaiserreich wurde über 3000 Jahre lang den Eunuchen auch noch zusätzlich der Penis entfernt (Penektomie), also eine totale Entfernung aller männlichen Geschlechtsorgane, damit jegliche verbleibende Erektionsfähigkeit ausgeschlossen werden konnte. In anderen Kulturen, wie dem alten Indien oder dem Osmanischen Reich wurden den Eunuchen lediglich die Hoden entfernt. Meistens geschah dies vor der Pubertät, so dass Eunuchen einen schwachen Knochenwuchs, die markante hohe Stimme, fehlende Scham- und Körperbehaarung aufwiesen. Mit zunehemdem Alter litten sie an Fettleibigkeit. In Europa, speziell Italien gab es bis ins 19 Jhd. die als Opernsänger berühmten Kastraten, denen vor der Pubertät die Hoden entfernt wurden, um die hohe Stimme für den Opern- und Kirchengesang zu erhalten. Heutzutage gibt es nur noch Eunuchen in Indien, die dort als Priester tätig sind.

Entsprechend den jeweiligen Gesetzten oder Ritualen der verschiedenen Länder, Religionen oder Sekten wurden den Männern entweder nur die Hoden oder Hoden und Penis entfernt, um eine Fortpflanzung dauerhaft zu verhindern. Das geschah aus den unterschiedlichsten Gründen.

Bei Eunuchen wird beides entfernt. Nur ohne Hoden ist Kastrat. Nur kastriert.

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