Euer Abnehmweg?

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Lauf Gorrest, lauf! ;-))

Spaß beiseite: Durch Joggen nimmt man so schnell nicht ab. Zwar ist Sport gut, weil er den Kreislauf und den Stoffwechsel in Schwung bringt. Aber Kalorien verbrennt man damit kaum. Um eine Tafel Schokolade zu "verbrennen" musst du ne Stunde joggen - danach hast du auch schon wieder Hunger auf die nächste Tafel...

Deshalb ist für die Fettverbrennung auch die Ernährung viel wichtiger als der Sport. Zum Vergleich: Nach einer Tafel Schokolade bist du nicht lange satt. Du kriegst höchstens Durst und trinkst ne Cola hinterher. Ein Döner wäre die bessere Wahl - hat etwa gleich viel Kalorien und macht dich für Stunden satt.

Wenn du aber wirklich willst, dass die Fettpolster schmelzen, dann musst du Kohlenhydrate von deinem Speiseplan verbannen. Nicht nur Schokolade, sondern auch Nudeln, Brot, etc. Weil nämlich Kohlenhydrate die Fettverbrennung effektiv verhindern.

Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, und Insulin schaltet die Fettdepots auf "Speichern". Die geben dann kein Fett her, sondern (sofern man welches isst) schlucken es und lagern es ein.

Deshalb Low Carb. Aber bloß nicht an den (Low-Carb-)Kalorien sparen. Sonst wird der Stoffwechsel gedrosselt, und du nimmst wieder nicht ab. Im Umkehrschluss musst du also mehr Fett und Eiweiß essen.

Von zuviel Eiweiß rate ich ab. Ein Überschuss belastet den Körper und wird am Ende auch nur in Zucker umgewandelt. Daher besser am Tagesbedarf orientieren (ca. 0.8g pro kg Körpergewicht). Fett dagegen kann man unbegrenzt viel futtern - solange man die Kohlenhydrate weglässt. Und zwar ruhig auch die als ungesund verschrienen tierischen Fette. Die sind besser als ihr Ruf, und sehr viel gesünder als Omega-6-Pflanzenöle.

Gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren sind die zur Energieversorgung idealen Fettsäuren. Unser Depotfett, ebenso wie das von Tieren (Schmalz, ...) und auch Milchfett besteht größtenteils aus diesen beiden. Mehrfach ungesättigte (Omega-3/-6) benötigen wir nur in geringen Mengen, und vor allem ist da auf das korrekte Omega-3/-6-Verhältnis (möglichst 1:1) zu achten. Die üblichen Pflanzenöle (Sonnenblumenöl, Distelöl, Keimöle) ist daher meist ungeeignet. Olivenöl, Kokosöl, Leinöl und ggf. Rapsöl gehen.

Übrigens ist Kokosöl besonders hilfreich, weil es die Fettverbrennung ankurbelt. Die reichlich enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren werden bevorzugt verbrannt, nicht gespeichert. Mittelfristig werden so auch die Enzyme vermehrt ausgebildet, die die Fettverbrennung besorgen. D.h. der Stoffwechsel geht von fast ausschließlicher Kohlenhydratverbrennung zu einer verstärkten Fettverbrennung über. Im Fall von Kokosöl sogar, wenn man die Kohlenhydrate nur moderat reduziert!

Nochmal: Kalorien oder Fett einsparen muss man nur, wenn man Kohlenhydrate isst!

http://www.dietdoctor.com/lchf

Durch Joggen nimmt man so schnell nicht ab. Zwar ist Sport gut, weil er den Kreislauf und den Stoffwechsel in Schwung bringt. Aber Kalorien verbrennt man damit kaum. Um eine Tafel Schokolade zu "verbrennen" musst du ne Stunde joggen - danach hast du auch schon wieder Hunger auf die nächste Tafel...

Da bin ich ganz andere Meinung...aber das weißt du ja! Sport begünstigt die Produktion von Braunen Fettzellen, die wiederum wie Kraftwerke funktionieren und den Abbau der weißen Fettzellen beschleunigen. Säuglinge zb. haben viele Braune Fettzellen um Ihre Körpertemperatur zu regulieren, ebenso Ausdauer Sportler.

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@Andreas Romeyke

So arg gehen unsere Meinungen da nicht auseinander. Dass sportliche Betätigung mittelfristig die Fettverbrennung steigert ist naheliegend. Nur wird die Fettverbrennung damit eben grundsätzlich (auch z.B. im Schlaf) verbessert.

Es sind halt nicht die beim Sport verbrannten Kalorien, die den Ausschlag geben. Sondern die Stoffwechselumstellung im Hintergrund. Darauf wollte ich raus. ;-)

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@ArchEnema

Hast du mal den Artikel gelesen ;-)) Schon lustig, ich habe einen ähnlichen Artikel bereits schon 1999 gelesen. Aber man erfindet das Rad immer wieder von neuem.

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@Andreas Romeyke

Noch eine Anmerkung zum Sport: Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass Sport nichts bringt. Der bringt natürlich was!

Nur, ohne passende Ernährung kriegt man den Hintern erst gar nicht hoch. Wenn man starkes Übergewicht/Metabolisches Syndrom hat, dann ist man ultimativ schlapp, hat Hunger, friert. Obwohl man soviel Fett auf der hohen Kante hat.

In dieser verfahrenen Situation macht erst eine Ernährungsumstellung (->Low Carb) den Weg frei für Fettverbrennung, und damit auch für Sport. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung.

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  • ethlife.ethz.ch/archive_articles/121112_braune_fettzellen_per

Schaue da mal bitte rein, ist ein sehr interessanter Artikel

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@Andreas Romeyke

Habe gerade etwas recherchiert. Braunes Fettgewebe ist ein heißes Thema.

Ich unterstelle mal, dass braunes Fettgewebe durch Insulinresistenz überfettet und dann nicht mehr richtig funktioniert. Genau wie das auch auf Skelettmuskeln, Leber und Bauchspeicheldrüse zutrifft.

Abgesehen von Veranlagung ist der beste Weg zur Insulinresistenz eine kohlenhydratreiche, inbesondere zuckerreiche Ernährung, bei gleichzeitig wenig Bewegung. Sobald die Wampe dicker wird sollte man das als Alarmsignal ansehen, und sofort anfangen Sport zu machen und die Kohlenhydratzufuhr zu begrenzen. Eben um die Fetteinlagerungen abzufackeln und den Stoffwechsel wieder in Gang zu bringen.

Deine 1999 kann ich unterbieten. Das hier ist von 1984: http://www-04.all-portland.net/bsr/004/0933/0040933.pdf

Schon schade, dass die Fettleibigkeitsepidemie unvermindert weitergehen muss...

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@ArchEnema

In diesem Paper steht echt so ziemlich alles wichtige drin (bezüglich Fettleibigkeit, Insulinresistenz, Diabetes Typ 2), was ich mir in den letzten Monaten/Jahren mühsam selbst zusammenrecherchieren musste. Seit 30 Jahren erforscht. Das ist erschütternd. :-(

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@ArchEnema

Interessant wird es auf Seite 936. Aber das alles ist ein Industrielles Problem. Ich habe mir / meinem Körper mit mühe dinge antrainiert, wie zb 80 - 100g Ballaststoffe pro Tag aufzunehmen ohne das es einem den Darm zereist. Ich Jogge bei -15 mit freien Oberkörper, es fühlt sich angenehm an...irre. Wir können es, habe es aber verlernt :-(

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Ob du es nun tatsächlich "nötig" hast, abzunehmen, möchte ich an dieser Stelle gar nicht beurteilen, aber das wäre zumindest eine Frage, die du für dich selbst erst einmal beantworten müsstest.

Dein Leben aktiv zu gestalten, deinen Körper fit zu halten, das sind in jedem Fall sinnvolle Vorhaben. Du schreibst, dass du sehr schnell die Motivation beim Joggen verlierst, insbesondere dann, wenn du von deiner bisherigen Routine mal kurzzeitig herausgeworfen wirst. Das ist ein recht sicheres Zeichen dafür, dass dir diese Sportart schlicht keinen Spaß macht, sondern du dich jedes Mal aufs Neue dazu zwingen musst. Es ist für dich vermutlich ein reines "Abstrampeln" ohne Genusswert. Klar, dass man das nicht lange durchhält. Und zum Abnehmen ist das sich er auch nicht geeignet, da du dich durch den ungeliebten Sport in Stress versetzt und das stört auch die körpereigene (Gewichts-)Regulation. Ich würde also empfehlen, dich zunächst aktiv nach einem Sportangebot umzuschauen, das dir auch wirklich gefällt. Dabei solltest du die Priorität auf den Spaßfaktor legen und nicht auf Nebensächlichkeiten wie "verbrauchte Kalorien pro Stunde". Durch Laufen verbrennt man zwar mit am schnellsten Energie, aber wenn man das nur wenige Wochen durchhält, bringt das natürlich auch nichts. Wie wäre es mit Ballsportarten (zum Beispiel im Verein), Kickboxen, Schwimmen, Tanzen, Wandern, Tae Bo zu flotter Musik in einer Gruppe? Es gibt viel mehr als nur das übliche Joggen. Schau dich einfach mal bei den örtlichen Angeboten um, da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Gerade dann, wenn man mit anderen Menschen zusammen Sport treibt, kann man sich auch gut gegenseitig motivieren und belohnen (nach dem Sport noch etwas essen/trinken gehen), sofern man denn ein eher geselliger Typ ist und kein Einzelgänger. In letzterem Fall sind die "einsamen" Sportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren und gegebenenfalls noch Fitnesstudio natrlich besser geeignet. Hauptsache, es gefällt und man fühlt sich wohl dabei.

Was die Ernährung betrifft, vertrete ich eher eine Nischenmeinung. Ich persönlich halte es grundsätzlich für unsinnig, Lebensmittel in "gesund" und "ungesund" oder "diättauglich" und "dickmachend" zu kategorisieren. Jeder Mensch hat ein anderes Verdauungssystem, einen anderen Stoffwechsel, eine andere Lebensgestaltung, also hat auch jeder Mensch andere Bedürfnisse bezüglich der Ernährung. Die meisten von uns sind glücklicherweise mit so etwas wie einem Körpergefühl ausgestattet. Mittels Appetit, Geschmack und Bauchgefühl teilt uns unser Körper mit, was er gerade braucht und ob das Essen gut tut. Wenn einem das Essen schmeckt und es sich gut im Magen anfühlt, dann hat es einem auch gut getan. Wenn man das Essen nur widerwillig in sich hineinstopft, weil es beispielsweise bitter oder fade schmeckt, und wenn man hinterher Verdauungsprobleme wie etwas Blähungen bekommt, dann bekommt man hingegen ganz deutliche Signale, dass die Nahrung einem nicht gut getan hat. Kurz gesagt würde ich also der ganz einfachen Grundregel folgen: Essen, worauf man Lust hat, was schmeckt und was von der Verdauung her gut vertragen wird, und soviel essen, bis man satt ist. Und wenn man dann eben mal Lust auf Schokolade hat, isst man eben Schokolade.

Was bei beiden Punkten, also Sport und Ernährung, meiner Meinung nach wichtig ist, das ist eine relative Kontinuität. Mit zeitlich begrenzten Diäten oder sportlichen Aktivitäten im On/Off-Modus (zwei Wochen joggen, einen Monate wieder gar nichts tun) sind ständige Gewichtsschwankungen und sonstige körperliche Irritationen geradezu vorprogrammiert. Ich halte es für sinnvoller, die Zahl auf der Waage oder die Sorge um "gesunde" Ernährung erst einmal zu vergessen und zu versuchen, eine gewisse Stabilität zu erreichen. Nach und nach kann man dann schauen, wie man beispielsweise Sport dauerhaft integrieren kann und zwar so, dass es sich für einen selbst als Bereicherung des Alltags und nicht als frustbesetzte Pflicht anfühlt. Dann sollte es langfristig auch mit einem stabilen Gewicht und einem besseren Körpergefühl klappen.

Ich spiele Fußball also ist joggen aufjedenfall nicht schlecht da es auch die Ausdauer fördert. :)

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@GorrestFump

genau, als GorrestFump ist das Laufen für dich ideal! ;-))

Was auch SEHR gut hilft, ist eine Zeit lang (1 bis 2 Wochen) täglich alles aufzuschreiben, was du isst und trinkst. Das wirkt psychologisch gesehen sehr gut. Allein, damit du dir bewusst wirst, wie deine Ernährung aussieht. Probiere mal aus.

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Ich hab einfach Fertigprodukte und Fastfood komplett aus meiner Ernährung gestrichen und Süßigkeiten/Kekse/Kuchen/Softdrinks gibs nur noch an Geburtstagen (also 5x im Jahr) und es wird auch nix in der Richtung mehr gekauft (was nicht im Haus ist kann auch nicht gegessen werden). Dann trinke ich nur noch Wasser oder ungesüßten Tee und esse deutlich mehr Gemüse als früher. Auch wird täglich frisch gekocht! Sport treibe ich so wie ich es zeitlich schaffe, Bewege mich aber so auch sehr viel und erledige sämtliche Einkäufe nur noch zu Fuß (außer den Gemüsegroßeinkauf da fährt mich mein Vater zum knapp 20km entfernten Bauernmarkt weil ich die Mengen gar nicht im Bus und zu Fuß transportiert bekommen würde).

So habe ich in 10 Monaten 20kg abgenommen und halte mein Gewicht jetzt seit einem Jahr recht konstant (+-3kg aber das sind Wassereinlagerungen mit denen ich von Zeit zu Zeit leben kann weil die fix wieder weg sind)

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