Ethik und Religion in der Oberstufe zusammen unterrichten?

3 Antworten

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Religionen sind ein Prototyp der heutigen Ethik. Es macht deshalb Sinn, diese im Ethikunterricht kurz zu erwähnen. Wichtig ist aber auch, dass wir unsere Ethik nicht auf den Religionen gründen, sondern auf dem römisch Recht, der Aufklärung und den Menschenrechten. Es ist deshalb höchst fragwürdig, dass in Ethikkommissionen regelmässig Vertreter verschiedener Religionen sitzen, obwohl deren Ethik längst ähnlich weit überholt ist, wie deren Weltbilder von den Naturwissenschaften widerlegt wurden.

Religionen sollen wir im Stil von Geschichtsunterricht und Ethnologie kennenlernen. Es dient dem Verständnis der menschlichen Natur und der Selbsterkenntnis, wenn wir wissen, was Menschen sich ausdenken und wofür sie sich ereifern.

Hallo

Nein, Religion sollte überhaupt nicht unterrichtet werden.

Siehe Nachrichten.

Grüße

Sollte man nicht, weil das in die Religionsfreiheit derer eingreift, die kein Religion machen wollen.

In Ethik machst du ja aber auch verschiedene Religionen

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@IceQueen530

Da lernt man ggf. etwas über die große Religionen. Im Religionsunterricht wird man an eine Religion heran geführt. Das ist ein Unterschied.

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@JayCeD

Naja, ich war bis jetzt in Religion und in Ethik und wir haben in Ethik auch schon Religionen wie Buddhismus und Hinduismus besprochen. Und wir haben da schon genauer darüber gesprochen

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@IceQueen530

Ich muss in Deutsch halt Debatte halten über das Thema und mir fallen keine Argumente ein

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Der Geschichtsunterricht greift nicht in die Freiheit derer ein, die in der Jetztzeit leben wollen. Und eine Geografiestunde über China hindert dich nicht daran, dich als Deutscher zu fühlen. Es ist wichtig, dass wir die Religionen kennen. Das verhindert den allzu naiven Glauben der sich für die alleinige Wahrheit hält.

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@IceQueen530
JayCDe schrieb:
Sollte man nicht, weil das in die Religionsfreiheit derer eingreift, die kein Religion machen wollen.

Mit dem gleichen Argument könnte man sagen, ein obligatorischer Geschichtsunterricht schränke die ein, die sich nicht für Geschichte interessieren.

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@diderot2019

Du bist wahrscheinlich auch dafür den Geographie Unterricht ab zu schaffen weil die behaupten die Erde sei eine Kugel.

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@JayCeD

Du verstehst überhaupt nicht, worum es mir geht. Mir geht es um eine breite Allgemeinbildung. Gegen Religion in der Schule sind gemäss meiner Erfahrung als Lehrer vor allem streng religiöse Eltern, die befürchten, dass ihre Kinder dann nicht mehr blind das glauben, was ihre Eltern für richtig halten. Menschen, die verschiedene Religionen kennen und ausserdem kritisch denken, sind meist nicht sehr gläubig, agnostisch oder atheistisch.

Ich habe meine Kinder in den Religionsunterricht geschickt und ihnen die religiösen Mythen aus der ganzen Welt erzählt, so wie ich ihnen auch Grimms oder Andersons Märchen erzählt habe. Ich habe ihnen nie gesagt, dass ich nicht an Gott glaube. Aber dennoch kennen sie heute die wichtigsten Religionen einigermassen, aber sie sehen sie auch kritisch und glauben nicht an Gott.

Wer verschiedene Religionen kennt, kann nicht ganz so naiv glauben, wie leider viele es noch tun.

Wir sollten eine breite Bildung fördern und nicht zulassen, dass Eltern ihre Kinder von gewissen Themen abschotten, damit sie ihnen Unsinn erzählen können.

Beim Beispiel der Erdkugel läuft das in meinem Geografie-Unterricht so:
Die Schüler kriegen die Aufgabe, zu überlegen, woher sie wissen, dass die Erde rund ist. Die ersten Antworten lauten: "Das haben wir in der Primarschule gelernt." "Mein Vater hat das gesagt." "Das wissen alle!"

Und ich sage: "Mensch, glaubt doch nicht alles, was euch der Lehrer erzählt! Lehrer erzählen so viel Unsinn! Die Frage ist: Habt ihr einen Beweis, dass die Erde rund ist? Gibt es Hinweise darauf, die ihr selber seht?"

Dann überlegen die Schüler noch einmal. Dann tauschen sie ihre Argumente zu zweit aus. Und dann sage ich: "Jetzt spiele ich den absoluten Vollidioten, der an eine flache Erde glaubt. Und ihr beweist mir, dass die Erde rund ist."

Wir haben eine hitzige Diskussion und ich gebe mein Bestes, die Schüler zu überzeugen, dass die Erde flach ist. Und ich garantiere dir: Ich bin darin besser als die allermeisten Schwurbler. Aber die Schüler können alle meine Argumente widerlegen. Von denen wird danach nie mehr einer glauben, die Erde sei flach. Aber das Argumentieren lernen sie, indem sie verschiedene Sichtweisen kennen, und zwar eben auch dumme und falsche. Wenn sie nur auswendig gelernte Behauptungen der Lehrer runter rasseln, haben sie gar nichts verstanden.

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