Essstörung oder Depressionen?

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3 Antworten

Liebe Celina2903,

wenn ich es richtig verstehe, ist Dir quasi zweimal Deine Herkunftsfamilie weggebrochen, und dazu ist noch Liebeskummer gekommen. Das ist sehr viel Zeugs zum Verarbeiten für zarte 15 Jahre!

Ich denke, Du hast mit viel Kontrollverlust zu kämpfen gehabt, d. h. Du hast überhaupt keinen Einfluss darauf nehmen können, wie bisher Dein Leben verlaufen ist. Andere haben einfach über Deinen Kopf hinweg entscheiden können, Deine Lebensumstände so zu verändern, wie es Dir überhaupt nicht gefiel, und Du hast nichts machen können.

Diese ganze Problematik hast Du nun auf Dein Essverhalten verschoben. Hier versuchst Du nun die Kontrolle und Macht über Dich und Dein Leben auszuüben bzw. zurückzubekommen, die Dir in anderen Bereichen versagt blieb.

Desweiteren, sind Diäten und Essrestriktionen etc. auch ein Religionsersatz. Viele Menschen unserer Gesellschaft haben keinen Gott mehr, bei dem sie in Nöten Zuflucht, Geborgenheit und Orientierung finden könnten, und sie suchen diese Sicherheit, und auch Regeln, nach denen sie sich richten können, ersatzweise in einem Ernährungssystem. -  Also z. B. statt Christentum Veganismus.

Ich meine, du solltest psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Der Psychologe wird Dir helfen zu akzeptieren, dass wir alle in diesem Leben nur sehr wenig wirklich kontrollieren können, und er wird Dir zeigen, wie Du loslassen kannst. Umstände loslassen kannst, die Du nicht ändern kannst, und auf die Du keinen Einfluss nehmen kannst. Und wie Du trotzdem Frieden, Sicherheit und Erfüllung findest. Z.B. durch eine echte Religion. -

Es ist ein Reifeprozess, der wie gesagt, für 15 Jahre reichlich früh ist. Aber so ist Dein Schicksal bisher nunmal verlaufen, und Du kannst es nicht ändern. Wiederum ist es aber vielleicht für Deine Zukunft sehr von Vorteil, wenn Du frühzeitig diese Reife erlangst.

Ich möchte Dir noch raten, Dich bezüglich Deines Essverhaltens jetzt in keiner Richtung unter irgendeinen Druck zu setzen. Es ist normal, dass es zurzeit chaotisch ist, und es ist, wie gesagt, auch gar nicht Dein eigentliches Problem, sondern nur eine Verlagerung.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute, und dass Du bald Liebe findest.

: )

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Das ist echt Schlimm, wenn du das nicht alleine schaffst loszuwerden, wirst du wohl einen Psychologen brauchen, auch bei deiner Vergangenheit kann dir ein Psychologe helfen. Kenne selbst den Liebeskummer, kann so der Schlimmste Schmerz auf dieser Welt sein... Du könntest deine Freunde fragen, was sie heute so gegessen haben, dann würdest du dich nicht mehr so schlecht fühlen, wenn sie dir sagen was sie so den ganzen Tag essen.

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Also um auf deine Frage zurückzukehren, das hört sich meiner Meinung nach definitiv nach einer esstörung an. Ich bin 17 und hatte das gleiche Problem wie du gerade, ich war immer sehr zufrieden mit mir aber dann fing es halt an. Ich habe in der Zeit auch zugenommen (6 kg) und war dann echt unglücklich mit mir. Das mit den ständig an essen denken ist bei mir auch so, habe 15 kg abgenommen (bin 169 und wiege zur Zeit 48) mittlerweile bin ich wieder am zunehmen weil ich es muss :D meiner meinung nach wird man eine essstörung nie wirklich los, man wird sich immer mehr mit essen beschäftigen als "normale" menschen. Das liegt bei dir aber bestimmt auch ein wenig an der Pubertät kann ich mir vorstellen. Auf jeden Fall pass auf weil in die Magersucht rutscht man schnell rein. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe das dass bald wieder besser wird :)

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