Es wird immer kranker mit leiharbeitsfirmen?

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13 Antworten

Ja, leider begannen diese Firmen mit Einführung der "Agenda 2010 " mit entsprechenden Gesetzen der deregulierung des Arbeitsmarktes übelst zu wuchern mit Dumpinglöhnen . Da griffen Arbeitgeber doch dankend zu. 

Mit den Jahren haben Gewerkschaften und Regierung hier aber durch nachträglich schärfender Regularien deutliche Verbesserungen bei der Entlohnung und den Leihbedingungen erwirkt, die wenigstens schon mal in die richtige Richtung deuten. So gab es zu letzt neben der Einführung des Mindestlohns auch erste Schritte Richtung "Equal Pay" über die sogenannten Branchenzuschläge.

Bislang erfolgte diese Gesetzgebung aber noch zu halbherzig und inkonsequent. Erst wenn man entsprechende Entlohnung bereits ab dem ersten Tag auf etwa 75 - 85 % der üblichen Löhne der entsprechenden Kundenbetriebe annähert, würde die Verbreitung von Leiharbeit wieder spürbar abnehmen. 

Grundlegend bleibt aber die Problematik, dass viele Leiharbeiter trotz Qualifikation in den Betrieben seitens derer Führung nur als Helfer oder gering qualifizierte Kräfte angefordert und eingesetzt werden. Demnach können die Leihfirmen viele ihrer Fachkräfte meist auch nur als Helfer zu entsprechenden Haustariefen nach IGZ oder BAP / DGB anheuern. In gewissem Masse hat sich die letzten Jahre für Leiharbeiter doch spürbar was verbessert.

Mittlerweile hat sich dafür eine neue "Schmuddelbranche" entwickelt, die auf "Werkverträge" setzt und mittlerweile noch schlechtere Konditionen als Leiharbeit bietet. 

Vor 2005 ( Agenda 2010 ) bekam ich in unserer Region z.B. als Elektro-Helfer in einer Leihfirma noch knapp 20 Mark pro Stunde ohne Berufsausbildung. Nach 2005 bekam ich dieses Geld gerade mal noch annähernd bis leicht darüber als ausgebildete Fachkraft in diversen Leihbuden. ( etwa zwischen 8,50 bis 11 Euro je nach Verleiher )

 Für einfache Helferstellen lag das Einstiegsgehalt je nach Leihfirma anfangs sogar bei mageren 5,85 - 6,50 Euro. Bei BAP / DGB und IGZ liegt der Einstieg für einfachste Helfertätigkeiten zumindest schon mal geringfügig über Mindestlohn. 

Grundlegend stimme ich Dir aber dahingehend zu, dass kein "Lude" an Deiner Hände Schaffenskraft einen Teil des Geldes abzugreifen hat. Deswegen muss die Gesetzgebung sich zum kompromisslosen "Equal-Payment" weiter entwickeln und die Entleihbetriebe haben alleinig die Mehrkosten für Flexibilität an die Arbeit der Leihfirmen oben drauf zu legen. Damit hätte Leiharbeit ihren ursprünglichen Sinn des Daseins zurück.

 " Direkter Abfang plötzlicher Produktionsspitzen oder Abfederung von Krankenständen ohne sich direkt an neues Personal binden zu müssen und diesen Komfort dann auch pro Stunde etwas teurer zu bezahlen "

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Kommentar von Karrrrrl
16.07.2017, 08:21

Wer hat den ganzen DRECK mit Leiharbeit eingeführt ?               Der ehem. Schauspieler (nachfolgend Bundeskanzler) und Retter des damaligen dtsch. Baukonzerns "Philipp Holzmann". Kennt Ihr den K. noch ?  Was wurde u.a.  aus dem Herrn Hartz ?

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ob man eine Ausbildung hat, interessiert wohl Niemanden als Fallmanager. So hat aber eine Frau geklagt & mal gewonnen beim Sozialgericht.

Leider werden fast Alle in E 1 IGZ Tarif eingestuft. Ich habe 2007 angefangen mit 5,89 € brutto im Westen.

Dann stellte sich heraus, daß diese CGZP Gewerkschaft nicht dem DGB angehört und somit als Tarifunfähigkeit eingestuft wurde mit der Folge, daß ich die Leihbuden verklagt habe auf Differenzlohn nach §§ 9,13 AÜG.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifgemeinschaft\_Christlicher\_Gewerkschaften\_f%C3%BCr\_Zeitarbeit\_und\_Personal-Service-Agenturen

Staplerfahrer ohne Erfahrung werden dann schnell abgemeldet beim Entleihbetrieb, wenn man nicht entsprechende Lagerbewegungen im Warenwirtschaftssystem vorweisen kann. 

Nebst Nachschicht sowie extrem schweren Entrümpelungstätigkeiten, Tresore tragen sowie auch Klaviere mit 280 kg zu zweit, war das schon eine arge Schinderei.

Dieser Personaldisponent ist bei uns überregional als sehr zynisch bekannt. So sollte ich mit meinem Auto noch Mitarbeiter mitnehmen. 

Beim Fahrdienst haben die uns mal komplett vergessen, so daß wir 23 h Feierabend hatten & um 2:30 h nachts mal nach Hause kamen.

Neue Gleichbezahlungen nach 9 Monaten im Betrieb werden umgangen, wenn Du kurz vorher abgemeldet wirst. Ebenso die mögliche Übernahme nach 18 Monaten.

Wenn man beim Personaldisponenten fragt, daß man ja eine Ausbildung hat, dann heißt es, "Ja-aber nicht in diesem Bereich"

3 meiner Kumpel haben schon die Insolvenzen der Leihbuden erlebt. Leider haben die sich vollquatschen lassen. "Ja-bitte arbeiten Sie mal weiter, dann kann es weiter gehen & der Entleibetrieb braucht Sie ja"

Die 150 Überstunden auf dem Zeitkonto sind weg. Ich habe gesagt, die sollen 1 Monat zu Hause bleiben, so wäre das ins Insolvenzgeld gefallen. 

So aber leider fallen die 150 h mit 25% Zuschlag (damals 7,89 €) in die Insolvenzmasse. Wir haben diese Forderungen angemeldet mit einem Formblatt beim Insolvenzverwalter. Nach Abschluß 2% Quote, statt 2000 € brutto dann 40%

Der Seppel als Geschäftsführer hat unter Leitung seiner Frau eine neue Leihbude eröffnet, das ist Wirtschaftskriminalität.

Insolvenzen durch diese CGZP Nachzahlung u. a.: der Fa. AS Zeitarbeit GF Schütter Gütersloh. EDS Bielefeld (jetzt unter der Frau als GF firmierend als 1 A Staffing), eine Fa. Zeitwert Herford.

Manpower sowie ZAG hatten ebenfalls diesen Tarif, das war aber leider verjährt. Zudem sind das wie Run auch noch Franchisenehmer als Leihbuden regional.

Aus dieser Run Bielefeld wurde dann eine Fa. Zeitweise. Komischerweise hat die GFin nie eine Übernahme bzw. Rechtsnachfolge abgestritten. 

Laut Auskunft im Handelsregister ging es dann nur um die Trennung vom Franchisenehmer & die Gesellschafter sind ja geblieben.

Ablehnen darf man bei ALG 1 wohl noch die Leihbuden, bei H 4 leider nicht.

Dieses SPD A-Loch von Clement ist wohl auch im Vorstand einer Leihbude, die schon als Aktiengesellschaft firmiert


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Dass das Jobcenter mit den Leihbuden unter einer Decke steckt, ist doch längst nichts Neues mehr. Das war schon so, als ich mich das allererste mal um eine Lehrstelle bewerben musste (2009), und es ist heute noch der Fall.

Ist ja auch für beide Seiten ein lohnendes Geschäft: die Zeitarbeitsfirmen legen dem Jobcenter genau vor, was für "Heizmaterial" sie gerade benötigen, und die Jobcenter werden mit ein wenig Glück ein paar Langzeitarbeitslose los - zumindest für ein paar Monate. Das senkt die Arbeitslosenquote, und gibt Goodies von den Politikern. Die Bundesagentur für Arbeit spart inzwischen mehr Geld an als so manche Bank in Deutschland.

Man kann nur hoffen, dass hier zukünftig noch weiter nachgebessert wird. Ob das aber nach der sehr wahrscheinlichen Gründung der nächsten schwarz-gelben Koalition in ein paar Monaten realistisch ist, darf stark bezweifelt werden.

Vielleicht entschließt man sich auch, den Mindestlohn auf ein "wirtschaftlicheres Level" zu reduzieren... 5,20 € Stundenlohn sollten doch eigentlich auch reichen, oder etwa nicht? :>

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Wer in der Schule fleißig ist/war, gute Noten mitbringt, wird dort nicht landen!

Da wo ich arbeite ist ein Doktor.Der ist als Leiharbeiter eingestellt,verdient etwas über 9 Euro pro  Stunde .Sein Doktortitel hat ihm gar nichts gebracht.

Der musste zeitweise  Hartz 4 beantragen weil er von seiner Arbeit als Doktor nicht leben konnte.Ich kenne da noch mehr die studiert bzw eine handwerkliche Ausbildung haben und trotzdem in der Leiharbeit gelandet sind.

Mann kann auch als Leiharbeiter in eine Anstellung des Kundenbetriebes kommen.Wenn der Ausleiher das will.Für manchen ist das was ein Leiharbeiter in E1 verdient aber sehr viel Geld.Wir haben Kollegen unter anderen aus Osteuropa.Die sind sehr glücklich mit ca. 1030 Euro netto im Monat.

Das ist teilweise das Doppelte als was die in ihrer Heimat verdienen.Ich habe mit denen gesprochen.Vorher habe ich immer nur gehört das es viel sein soll für die.

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Ja,in meinen Augen ist das moderne Sklaverei. Ich hab im Freundeskreis auch jemanden,der bei einer Leiharbeitsfirma arbeiten muss.

Er verdient netto 1000 Euro mit Überstunden und hat keinerlei Chancen da mehr zu verdienen. 

Die Leiharbeitsfirma verlangt aber von der Firma,an die er "verliehen" wurde das mehrfache.

Profit aus dem Elend anderer geschlagen.......

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Kommentar von alarm67
15.07.2017, 17:12

Vollzeit? Dann kann netto 1000 Euro nicht angehen! Mindestlohn 8,84 Euro / Stunde, macht bei 170 Stunden / Monat brutto 1500 Euro, also mind. 1125 Euro netto, zuzüglich der von Dir erwähnten Zuschläge für Überstunden, .....

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Bei uns waren in der Tageszeitung seitenweise "normale" Arbeitsangebote.

Muss man sich halt eine Arbeit ohne Zeitarbeitsfirma suchen

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Wer in der Schule fleißig ist/war, gute Noten mitbringt, wird dort nicht landen!

Also liegt es an einem selbst, wohin der Weg führt!

Nicht umsonst haben die Eltern, die Lehrer und Oma/Opa darauf hingewiesen, wie wichtig ein guter Schulabschluss ist!

Die Jugend weißt jedoch immer alles besser! 😎

Und quarkt dann später rum!

Ausnahmen gibt es, klar!

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Kommentar von derhandkuss
15.07.2017, 17:16

"Wer in der Schule fleißig war, gute Noten mit bringt, wird dort nicht landen."

Das ist absoluter Unfug.

Es gibt genug ältere Arbeitnehmer (über 50), die qualifiziert sind, aber arbeitslos wurden. Kaum ein Unternehmen stellt heute Personal noch direkt ein. Man holt sich lieber Personal von Unternehmen für Zeitarbeit, weil man die Leute dort erst einmal "testen" kann. Und Arbeitnehmer über 50 haben es da noch schwerer (auch aufgrund ihres Alters), eine Arbeit zu finden. Was bleibt sind oftmals für diese Personengruppe nur eine Arbeit bei einem Unternehmen für Zeitarbeit.

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Kommentar von Helper22
15.07.2017, 17:21

Wasne Antwort, es gibt Menschen die sind von sich aus nicht gemacht um sich durchs schulsystem durchzuätzen, es gibt soviel Leid in manchen Familien das kein Kopf für Schule bleibt, ganz zu schweigen von den ganzen unterschiedlichen sozioökologischen gegebenheiten und und und...Die Schule bringt uns bei was bei? Seinen eigenen willen zu unterdrücken (98% aller schüler gehen halt in die schule weil sie ''müssen'') und um zu funktionieren,damit man später ein gehorsamer Mitarbeiter wird, der seine 40 std/W ohne murren abarbeitet, und dann mit 67 nach 45 Jahren arbeit in die Rente geht... Geplagt von physischen/psychischen folgeerkrankungen... Klar das ist überspitzt, aber solche Ignoranten Äußerungen von der Masse zeigen einfach den fortlaufenden Verfall der Menschlichkeit...

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Kommentar von johnnymcmuff
15.07.2017, 17:27

Wer in der Schule fleißig ist/war, gute Noten mitbringt, wird dort nicht landen!

Die Schulnoten sind wohl eher nicht wichtig, aber wie man die Ausbildung bestanden bzw. wie gut man in dem Beruf ist.

Aber selbst mit gutem Abschluss ist es nicht einfach, denn es ist so wie der Fragesteller schreibt:

Es gibt in manchen Berufen über 90 %  nur noch Stellen über Zeitarbeitsfirmen.

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Das ist eine Riesensauerei, was die Politiker damals beschlossen haben,wer von den Betroffenen kann denn eine Familie gründen, ein Haus bauen usw. also bekommt der Handwerker auch weniger Aufträge, ein richtiger schiet Kreislauf, der da entsteht,oder entstand.

LG vom Schuwi

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Kommt auf die Branche an! Meint tipp schaut im Krankenhaus als Pflegehelfer verdient man bei uns im ersten Jahr 2100 brutto + schichtzulagen! Am ende der lohntabelle sind sogar 3000 brutto drinn. Man braucht keine Ausbildung nur Pflegeerfahrung... Und die werden überall gesucht

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Es steht jedem frei, sich andere Jobs zu suchen.

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Je nach Können und Willen gibt es genug feste Arbeitsplätze....man sollte nur flexibel sein können

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Hallo.

Das haben wir der Agenda 2010 zu verdanken, Gerhard Schörder mit dem Hartz, Hoffentlich nicht nochmal mit Schulz.
Obwohl ich habe heute morgen kurz geschaut, auch ein  Kauderwelsch.

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Jeder ist frei mehr aus sich zu machen.

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