Es muss etwas existieren?

10 Antworten

Deine Argumentation finde ich durchaus interessant.

Ich stelle gelegentlich ähnliche Überlegungen an und bin dabei zu folgender Erkenntnis gekommen:

Alles, was existiert (und durchaus schon immer existiert haben könnte), scheint zu sein:

  • Energie,
  • Quantenfluktuation (= eine gewisse "Lebendigkeit" der Energie, die zur Folge hat, dass Energie ständig bestrebt ist, sich neu zu verteilen) und
  • mathematische Wahrheit (als der einzige Teil aller Naturgesetze, der zu jeder Zeit an jedem Ort unveränderbar Gültigkeit hat).

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Die steuernde Wirkung mathematischer Wahrheit in Kombination mit der Tatsache, dass ganz offenbar mathematische Zusammenhänge steuern, wie Energie sich verteilen KANN, scheint die Wurzel kosmischer Evolution zu sein (die dann irgendwann sogar zu Leben, mehr noch: zu Geist in Lebendigem, geführt hat).

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Dein Beispiel mit Wasser überzeugt mich nicht, denn wir wissen ja, dass kurz nach dem Urknall noch keine Atome existiert haben, also auch kein Wasser (in welcher Form auch immer).

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Generelles Problem all solcher Überlegungen (auch meiner) ist, dass die Annahme, etwas habe schon immer existiert, uns ebenso wenig erklärbar erscheint wie die Annahme, etwas sei aus dem Nichts entstanden.

"Was war vor dem Urknall?" die große Frage. Eine schöne Antwort darauf wäre ein oszillierendes Universum (bzw. Big Crunch). Ein Universum das explodiert, sich ausdehnt und wieder zusammenzieht um mit einem weiteren Knall neu zu entstehen. Leider hat die Sache zwei Haken: wir wissen nicht ob oder wie das ganze mal angefangen hat und dass wir momentan Hinweise haben, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt und nicht genug Masse hat um sich wieder zusammenziehen zu können.

Egal wie man es dreht und wendet, wir werden nie erfahren woher die Energie kommt aus der wir entstanden sind. Man könnte wahnsinnig werden, wenn man versucht darüber zu philosophieren. Da nützt auch keine Matrix was und kein Lieber Gott, denn hier muss, zumindest nach menschlichem Ermessen, ebenfalls ein Ursprung existiert haben und dieser wiederum ja auch und so weiter...

Ich glaube, hier kapitulieren irgendwann alle Menschen und nehmen ihre Existenz hin und erklären sich das irgendwie spirituell durch Religion oder irgendeiner anderen höheren Macht.

Nein, stimmt nicht. Wie kommst Du auf die Annahme, dass aus dem Nichts kein Universum entstehen kann? Bitte leite das sauber her und stelle es nicht einfach als Axiom in den Raum. Dieses Axiom kommt ja auch aus dem Nichts :-)

Es könnte auch aus dem Nichts etwas entstehen. z.B. kann man sich das so vorstellen, dass gleich viel Materie (mit positiver Masse), wie "negative Materie" (mit negativer Masse entsteht). Man beachte: Negative Materie ist nicht dasselbe wie Antimaterie!!

Es ist übrigens Definitionssache, ob wir bei unserer Welt von positiver Materie oder negativer sprechen. Doch bestehen wir und unsere Umwelt nur aus einer der beiden Arten, denn sonst würde sich positive und negative Materie sofort zu Nichts vereinigen.

Wo ist dann nun die unserer Umgebung entgegengesetzte Materie? Ich weiß es nicht! Vielleicht so weit weg, dass sie wegen der beschleunigten Ausdehnung des Universums gar nicht mehr mit uns wechselwirken kann. Vielleicht sogar in unendlich großer Entfernung, oder in einer Dimension oder in einem anderen Universum.

Meine Privattheorie ist auf jedenFall die, dass das Universum aus dem Nichts entstanden ist und dabei gleichviel negative wie positive Materie entstand, die sich Vereinigung zum absoluten Nichts würden.

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