Es können keine mehreren Götter existieren - was haltet ihr davon?

29 Antworten

Das Problem liegt schon in der Definition von "Gott". Vom Wort her stammt "Gott" aus der nordgermanischen Mythologie, und dort gab es natürlich mehrere Götter. In den Texten der Bibel ist (von den Urtexten her gesehen) nicht von "Gott" die Rede, sondern von Jahwe (bzw. Jehova), Elohim, Adonai (und es mag noch ein paar andere Begriffe geben). Im Lateinischen oder Griechischen wurde dann "deus" oder "theos" benutzt (daher auch "Theologie"). In der deutschen Übersetzung dann "Gott" (es ist bemerkenswert, wie konservativ unsere Sprache manchmal ist, man ändert lieber den Bedeutungsinhalt eines Wortes, anstatt ein neues Wort zu benutzen, heute benutzen wir für Jahwe dasselbe Wort, welches früher für Odin oder Thor benutzt wurde).

Der Monotheismus ist nur eine von verschiedenen Formen der Religionen. Die heute wichtigen Religionen sind nicht nur monotheistisch (dies trifft auf das Judentum, das Christentum und den Islam zu), es gibt auch andere (Hinduismus, Buddhismus).

Die "Allmacht" ist nur eine von verschiedenen Vorstellungen. Bei den Germanen hatte auch Odin keine Allmacht (obwohl er der "oberste" Gott war). Zudem ist auch die Ableitung der Allmacht aus der Bibel keineswegs trivial.

 Rein historisch kommt der Wunsch nach einem Gottesbeweis - also dem Beweis für die Existenz Gottes - überhaupt erst mit dem Monoteismus auf. Wenn du erst mal so viel götter hast wie die Griechen, die Japse oder gar die Inder, wirst du ihrr schnell so überdrüssig, dass nach einem Beweis überhaupt kein Bedürfnis bgesteht.

   Eben fällt mir ein; ich habe ja noch meine Trumpfkarte. Schau doch mal bei Herodot:

   " Da nun die Einen sagen, Zeus gebe es nicht, obgleich er doch der oberste der Götter ist. Aber Isis und Osiris existierten. Und dies aus KEINEM ANDEREN GRUNDE [ Bravo ! ]  als weil Isis und Osiris jedes Gebet um Genesung aus schwerer Krankheit erhört hätten - Zeus aber nicht.

   Und wieder andere plädieren genau gegenteilig zu Gunsten von Zeus aus dem nämlichen Grunde.

   So stelle ich denn fest, dass wir ÜBER DIE GÖTTER NICHTS WISSEN KÖNEN [ Er ist ===> Agnostiker. ] 

   Und wenn ich auch den Grund kenne, warum sie sich  vor diesem oder jenem Tempel zur Prozession aufstellen. So will ich doch an moch halten, es nicht berichten und nur sagen: Es ist eine heilige Geschichte. "

Genau dieses Paradoxon wird ja z.B. in der griechischen Mythologie behandelt.

Es kommt aber darauf an, was du unter 'Götter' verstehst. Wenn es allwissende, allmächtige etc. Wesen sind, dann ist es schon möglich, dass eine Entscheidung von zwei gleichwertigen, unabhängigen Wesen gefällt wird. Gerade wegen ihrer Allwissenheit müssen sie ja zwangsläufig zum selben Ergebnis kommen.

Wenn allerdings (wie z.B. im antiken Griechenland) ziemlich unvollkommene, aber doch über den Menschen stehende Wesen gemeint sind, dann kann es Probleme geben (siehe Titanenkampf). Deshalb hat ja Zeus (als oberster Gott) oft die Moiren (Schicksalsgöttinnen) befragt, um nicht auf der falschen Seite zu stehen.

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