Es ist mir unangenehm als Kassenpatient zum Arzt zu gehen

...komplette Frage anzeigen

26 Antworten

Gerechtfertigt ist das nicht, aber das sollte nicht dir unangenehm sein, sondern denjenigen, die diese unschöne Situation zu verantworten haben - die Politiker, die Führungskräfte der Krankenkassen, und auch diejenigen, die ihre Gesundheit wirklich leichtfertig aufs Spiel setzen, denn die gibt es ja auch.

Und jetzt leg dein schlechtes Gewissen wieder ab. Ich bekomme jeden Monat Medikamente, die momentan in einer Studie erforscht werden, und wenn sie zugelassen sind, dann wohl EUR 1.600,- kosten werden. Pro Monat. (Die reinen Herstellungskosten liegen wohl bei weit unter EUR 150 pro Monat.)

Soll ich mir jetzt da graue Haare wegen dieser Preispolitik wachsen lassen? Oder weil der Arzt auch für mich (ebenfalls nur gesetzlich versichert) nur schlecht bezahlt wird?

Die Welt ist nun einmal ein bisschen verrückt geworden. Da kann man nichts machen.

Atzec 26.01.2014, 15:12

Ganz weit vor allem anderen sind deutsche Ärzte besonders in einer Disziplin herausragend qualifiziert: dem jammern!

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/honoraranstieg-aerzte-verdienen-fast-14-000-euro-im-monat-12534420.html

6
Djoser 26.01.2014, 16:16
@Atzec

Och, mach dir mal darüber keinen Kopf, es werden bald Zeiten kommen, da werden die Patienten jammern. Allen voran die Sozialneidgeplagten, die ignorant genug waren, die Zeichen der Zeit zu missachten. Schon in zehn bis 15 Jahren wird für den "gesetzlich Versicherten" oder wie man den Nichtprivatversicherten dann nennen wird, der Besuch eines Arztes zum eher seltenen Luxus mit langer Wartezeit.

2
Gegengift 26.01.2014, 16:58
@Djoser

Du scheinst es ja kaum abwarten zu können. Aber Untergangs Prophezeiungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Summen nicht mehr drin sind, wenn das Gesundheitssystem stabil bleiben soll. In der Politik wird man eher nicht den Untergang anstreben.

1
bibi8888 26.01.2014, 17:41
@Gegengift

Am dollsten jammern die Privatpatienten, wenn sie im Alter ihre Beiträge kaum mehr bezahlen können. Viele werden dann in den Basistarif wechseln müssen, der ihnen dann so schlechte Leistungen beschert, dass so mancher Arzt sie als Patienten ablehnt. Das sind doch mal Aussichten für die Menschen im Luxuswartezimmer!!

7
Atzec 26.01.2014, 18:37
@Djoser

Djoser, der von mir verlinkte Artikel besagt, dass das Einkommen der Ärzteschaft zwischen 2007 und 2011 um 17 Prozent gestiegen ist - jährlich also um gut 4 %. Vor diesem Hintergrund zu kritisieren, dass die Ärzteschaft immer noch jammert, spricht weniger für Sozialneid als vielmehr für Anspruchsverwahrlosung, so zu tun, als habe sie "natürlich" noch höhere Zuwächse "verdient"... Ein Notenschnitt von 1,2 mag dabei helfen, Problemignoranz vorzubeugen. Aber um deine schwarzmalerische Prophetie ad absurdum zu führen, würde es schon genügen, verstärkt "brain drain" zu betreiben oder eben auch den NC abzusenken. Ein niedrigerer NC wiederum bedeutete auch keinesfalls automatisch Abstriche an der Qualität der medizinischen Ausbildung. Denn wenn auch der 1,2 Schnitt vor Problemignoranz bewahren mag - Lösungskompetenz generiert der augenscheinlich auch nicht im Selbstlauf. :-)

4

Mir ist es nicht peinlich. Wenn mein Arzt sich das anmerken ließe,m was er sicher nicht tut, würde ich den Arzt wechseln. Wenn die Situation so schlimm wäre wie du beschreibst liegt am System. Schämen muss sich da niemand.

Das ist der beste Arzt, den ich je hatte und mit seiner Praxis bin ich eigentlich sehr zufrieden, bis ich herausfand, dass es in dieser Praxis ein extra schönes Wartezimmer für Privatspatienten gibt, was ich sehr komisch finde.

Inwiefern? Auch Fluggäste dürfen für ihren 2,5fachen Preis eine bevorzugte Behandlung und Service erwarten.

Entweder gefällt dir das und du leistest dir mit einer entsprechenden Versicherung Zugang oder hälst es wie bisher: Eine sehr gute Behandlung zu geniessen, die selbst unverändert gut ist :-)

Das wird zwar immer wieder behauptet. Trotzdem hört man kaum jemals, dass die Ärzte ihre Kassenzulassung zurück geben und sich voll auf ihre lukrative Privatklientel zurück ziehen.

Das ist doch irgendwie seltsam.

Wenn ein Arzt sich ein zweites Wartezimmer leistet für Privatpatienten, scheint er ja nicht schlecht zu verdienen. Für mich wäre das ein Grund zu einem anderen Arzt zu gehen.

scopie 25.01.2014, 15:25

Mit Kassenpatienten kann man immerhin Fixkosten (Praxis) decken. Außerdem lassen sich weitere Patienten z.B. durch Empfehlung von Patienten an Angehörige gewinnen. Manche Ärzte möchten evtl. einfach wegen ihres höheren Alters nicht mehr viel Grundlegendes ändern, haben auch viele gesetzlich versicherte "Stammkunden". In vielen Gegenden würden die Privatpatienten auch schlicht nicht für den Praxis- und Lebensunterhalt aller ansässigen Ärzte reichen. Ebenso kann man sich in Tratschdörfern den Ruf selbst verderben, wenn man plötzlich auf Prviat-Schnösel-Praxis umsteigen will. Da bleibt die Behandlung von Privatpatienten eben nur ein Zusatz, ebenso wie man zusätzlich als Gutachter tätig sein kann.

Unabhängig davon stimme ich dir zu, dass eine Trennung zwischen privater Kaffee-Lounge und Holzklasse sehr zweifelhaft ist.

4
Djoser 25.01.2014, 15:48

Du bist leider falsch informiert. Immer mehr Ärzte, v.a. aus den "GOUDAH"-Fächern (Gynäkologie, Orthopädie, Urologie, Dermatologie, Augenheilkunde und HNO) geben ihre Kassenzulassungen zurück. Und wer bis zur Rente durchhält, findet kaum noch Nachfolger, so dass die Praxis sang- und klanglos geschlossen wird. Dass du davon nichts hörst, liegt eher daran, dass das Problem der Kassenpraxisschließungen bislang kaum in den Laienmedien Widerhall findet. In den Fachmedien wird dies jedoch schon lange berücksichtigt und diskutiert. Das Problem wird aber über kurz oder lang das Bewusstsein der Kassenpatienten erreichen, und nicht nur in Form des "Landarztmangels".

Ich persönlich bereite mich übrigens auch gerade auf die Rückgabe meiner Kassenzulassung vor, obwohl - und gerade weil ich noch leicht 20 Jahre als Kassensklave vor mir hätte. Würde ich zur älteren Generation gehören, würde ich vielleicht die paar Jährchen noch durchhalten, aber zwei Jahrzehnte ... nein, Danke!

6
EstherNele 26.01.2014, 02:39
@Djoser

Ist mir real in Berlin schon zweimal passiert. ... Da will man anrufen wegen Termin beim Orthopäden bzw. Dermatologen und dann läuft ein nettes Band am Telefon, dass sich die Praxis jetzt ab ... in der Straße XY befindet (in beiden Fällen mitten im Zentrum der Hauptstadt) und dass man aufgrund der Rückgabe der Kassenzulassung leider nur noch für die Privatpatienten zur Verfügung steht. Aber man dankt den Kassenpatienten für das entgegengebrachte Vertrauen ...

2
obich 26.01.2014, 09:57
@Djoser

Mein Hausarzt hat nach 27 Jahren die Praxis geschlossen (in Rente) und hat keinen Nachfolger gefunden, das heißt, dass er die mehreren Zehntausend Euro, die er selbst bei Übernahme gezahlt hat, nicht wiederbekommt, auch nicht zu einem Bruchteil. Er sagt, dass seine Räumlichkeiten zu klein sind für 2 oder mehr Ärzte und dass ein Einzel-Kassenarztsitz sich nicht mehr lohnt, schon allein, weil man ca. alle 4 Jahre ein neues Computer-Paket kaufen/mieten darf, weil sich die Anforderungen so schnell steigern. - Für uns Patienten heißt das, wir suchen einen neuen Hausarzt... und hören von überall, dass die Ärzte keine weiteren Patienten annehmen können, da sie überlastet sind.

0
taigafee 26.01.2014, 08:48

Nicht jeder Arzt hat genug Privatpatienten, um sich das leisten zu können.

1
obich 26.01.2014, 09:51

Es gibt in jeder Stadt einen erheblichen Anteil Ärzte, die ausschließlich Privatpatienten behandeln. Das ist lukrativ, nimmt aber den an der Kassenversorgung angeschlossenen Ärzten den Anteil, den sie bräuchten, um ihre Praxis nicht auf Masse umzustellen.

1

Ich habe gelesen, dass die gesetzliche Krankenkasse dem Arzt für die Behandlung eines Patienten pro Quartal lächerliche 35€ zahlt

Vollkommener Blödsinn. Man kann ja seit kurzem bei den Krankenkassen, die Patientenquittung anfordern, bzw online anschauen. Für die Unterschrift auf einem Rezept, dass ich benötigte und das die Sprechstundenhilfe ausgedruckt hat, wurden knapp 60 Euro in Rechnung gestellt. Wohl gemerkt, ich hab den Arzt überhaupt nicht gesehen.

Die Ärzte jammern immer, aber ich kenne keinen der auf Kassenpatienten verzichten kann. Geh weiter zum Arzt und denk dran, auch Du zahlst indirekt für ihn.

Djoser 25.01.2014, 16:09

Dann ist dein Arzt ein Abrechnungsbetrüger ...

Für das Ausstellen eines Wiederholungsrezeptes ohne Arzt-Patienen-Kontakt wird eine Verwaltungspauschale in Höhe von derzeit 1,22€ angesetzt. Du solltest also mal deine Patientenquittung dahingehend überprüfen, welche Gebührenordnungspunkte vom Arzt engesetzt werden. Der Gebührenordungspunkt für die Verwaltungspauschale lautet 01430. Sollte auf deiner Patientenquittung also etwas anderes stehen, hat der Arzt betrogen. Um auf 60€ in einem Quartal zu kommen, muss er dazu jedoch eine ganze Menge verschiedener Leistungen abgerechnet haben.

Nur leider bringt es gar nichts, die Abrechnung zu frisieren, denn das maximal zu erreichende Honorar durch die Behandlung von Kassenpatienten ist jedem Arzt individuell vorgegeben (Regelleistungsvolumen). Die meisten Ärzte überschreiten ihr Regelleistungsvolumen ohnehin weit, so dass ein gewisser Prozentsatz der Leistungen nicht erstattet wird. Eine höherre Abrechnung bei einzelnen oder auch vielen Patienten bringt also gar nichts!

Ich persönlich habe längst aufgehört zu jammern, die meisten Patienten verstehen ja ohnehin nichts von der komplizierten Matierie. Du eben auch nicht. Meine Kassenzulassung geht übrigens in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einem netten Brief an die KV zurück ... Ärzte werden gebraucht, gesetzliche Kassen braucht kein Mensch!

7
baindl 25.01.2014, 16:45
@Djoser

Meine Kassenzulassung geht übrigens in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einem netten Brief an die KV zurück .

Die geht nicht zurück, sondern die wird, wie üblich teuer verkauft, weil es genug Interessenten dafür gibt.

Was Dich betrifft und die Rückgabe der Zulassung betrifft, könnte man auch sagen, wegen Reichtum geschlossen, oder?

Ärzte werden gebraucht,

Aber nicht solche, die die gleiche Einstellung wie Du haben.

5
Autogurt 25.01.2014, 17:03
@baindl

Richtig du hast Recht. Solche Ärzte brauchen wir nicht.

Es herrscht Pflichversicherung in Deutschland und es gibt sicher mehr Kassenpatienten als Private.

Nehme mal die ganzen Arbeitslosen dazu plus die die eben Normalverdiener sind. Und ich schrieb schon, ich hasse solche Ärzte die so denken. Man studiert nicht aus Geldgier sondern doch wohl in erster Linie aus Liebe am Beruf oder? Dann könnten ja alle Kassens chließen, wenn kein Arzt uns merh behandeln würde. Typisch Djoser. Man kennt ihn nicht anders. Autogurt

4
Djoser 25.01.2014, 17:14
@baindl

Die geht nicht zurück, sondern die wird, wie üblich teuer verkauft, weil es genug Interessenten dafür gibt.

Selten so gelacht. Zu deiner Information: wir leben im Jahr 2014. Da wird keine Kassenzulassung mehr teuer verkauft. Heutzutage bieten Städte, Gemeinden und Kassenärztliche Vereinigungen viel Geld für Ärzte, die sich niederlassen möchten.

Aber nicht solche, die die gleiche Einstellung wie Du haben.

Genau.... Und weil es so viele ahnungslose Leute, wie dich gibt, können die kranken Kassen schalten und walten, wie sie wollen. Aber auch deine Kassenbeiträge werden zum großen Teil zweckentfremdet, nur leider hast auch du keine Ahnung davon, weil du deren Desinformationen glaubst, und auch du wirst es irgendwann mal kapiert haben - leider wohl auf die harte Tour ...

6
Djoser 25.01.2014, 17:15
@Autogurt

Heiko, schreib keinen Unsinn und geh' Würste machen ...

2
obich 26.01.2014, 10:09
@baindl

Die Kassenzulassung kann man nur "verkaufen", wenn in dem Gebiet die Arztsitze begrenzt wurden, weil es zu viel von der Sorte gibt. Hausärzte gibt es fast überall zu wenig, deshalb können die Hausarztpraxen ihren Sitz auch nicht mehr verkaufen. Sie finden einfach keinen Nachfolger, der für dieses Geld das Risiko der Niederlassung auf sich nimmt. Da die Politik auf Zentralisierung setzt (auch bei Krankenhäusern!), werden lange Wartezeiten und weite Anfahrten die Folge sein. Aber seit die Mitbürger gerne in Praxen mit 4-5 Ärzten und etlichen Helferinnen strömen, weil da alles "so modern" ist, und ihren angestammten Hausarzt links liegen lassen, seither geht das Praxensterben in die entscheidende Runde...

2
Juchtenkaefer 26.01.2014, 11:58
@baindl

Was Dich betrifft und die Rückgabe der Zulassung betrifft, könnte man auch sagen, wegen Reichtum geschlossen, oder?

!

0
moepeinszwo 25.01.2014, 17:23
  1. einfach so kann man als Arzt der KK keine Rechnung in € Stellen. Du kannst Punkte zu deinem Abrechnungsvolumen hinzufügen.
  2. eine andere Sache sind Handlungen die über die GOÄ (wie privatversichert) abgerechnet werden können und ggf. trotzdem von der GK gezahlt werden. Um hier auf Beträge um 60€ zu kommen muss man schon ein Gutachten schreiben. Sonst sind es eher 2,33€ z.B. für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

SIehe u.a. hier: http://www.dov-online.de/online_magazin/detail.php?article_id=29 Die GOÄ ist auch öffentlich einsehbar.

Der Fallwert (Umsatz!! pro Q. pro Patient) lag bei Hausärzten in Niedersachsen in Q1 2012 bei 39,45 Euro!

Und nochmal - das ist der Umsatz den die Praxis erwirtschaftet! Davon müssen noch alle Gehälter, Mieten, Versicherungen, Steuern etc. bezahlt werden!

3

Das muss dir absolut nicht unangenehm sein, denn du kannst nichts dafür das die Gesundheitsreform in Deutschland so ist. Das sind die Politiker die das verursachen und die Krankenkasse und die Ärzte meckern immer grundsätzlich, der eine der Arzt weil er nicht genug verdient, da lach ich mir einen würde ich sagen, die Krankensse weil sie angeblich viel zu große ausgaben für die Menschen hat. Da sollte mann nur lachen drüber und sich nicht für etwas verantwortlich machen wofür mann nichts kann. Die Politiker haben das alles zu verantworten mit Kassen und Privat patienten Problem und so weiter, das ist hausgemacht.

Meine persönliche Meinug ist jedoch das es im Gesundheitswesen so etwas wie wer mehr Geld der kann sich Privat versichern und bekommt denn Vortritt nicht geben dürfte. Aber das macht die Politik und die möchte eben das es ein Zweiklassensystem gibt, so würd sich nichts ändern. Ich bin für eine Kassenversicherung für alle und die abschaffunf der Privaten da es in Gesundheitswesen nicht darauf ankommen darf wer wie viel geld hat. Das ist für Deutschland eine Schande, wenn Wahlen sind kann mann da seine Meinung in Form von Stimme abgeben.

Ich wünsche dir alles Gute und Gute Besserung!!!

Das ist aber nur meine persönliche Meinung, nicht das dies jemand in der falschen Hals bekommt!!

Nein, da brauchst du dir bestimmt keine Sorgen machen. Du bezahlst ja schließlich auch deine Krankenkasse. und um einen HNO Arzt brauchst du dich nicht zu sorgen, der arme Kerl hat bestimmt ein schönes Haus, einen schönen, schicken Wagen und fährt ein paarmal im Jahr in Urlaub . Die jammern immer ! Aber schau sie dir genau an........Anders sieht es vielleicht noch bei so einem Allgemeinmediziner aus, oder einem Landarzt, aber deiner..............................

Unfair ist es schon, aber es ist nicht deine Schuld. Wenn der Arzt dich gut behandelt, gehe weiterhin zu ihm. Ansonsten kannst du ja Privatpatient werden.

Am dollsten jammern die Privatpatienten, wenn sie im Alter ihre Beiträge kaum mehr bezahlen können. Viele werden dann in den Basistarif wechseln müssen, der ihnen dann so schlechte Leistungen beschert, dass so mancher Arzt sie als Patienten ablehnt. Das sind doch mal Aussichten für die Menschen im Luxuswartezimmer!! Du brauchst dich jetzt wirklich nicht zu schämen, ich kann das Gejammer der Damen und Herren in Weiß nicht mehr hören!

Engel0304 26.01.2014, 23:12

Ganz genau

0

Du sagst, dein HNO ist ein guter Arzt. Hat er mehr Privatpatienten, kann er dich auch besser behandeln, jedenfalls wird er nicht aus eigener Tasche draufzahlen müssen. Die meisten Leute sind ja gesetzlich versichert, da brauchst du dich weder zu schämen noch sonst etwas zu denken. Ich hab das bei unserem Kieferorthopöden auch erlebt mit 'extra Wartezimmer', hab mir dabei aber nichts gedacht, da saß kein Mensch drin:-)

Ich bin eigentlich auch Kassenpatient. Doch mein Orthopäde bot mir eine Behandlung an (sogenannte Igelleistung), deren Kosten die KK nicht übernimmt. Mir war es schon fast peinlich, dass ich nur 10 Minuten warten mußte, während das Wartezimmer mit Patienten voll besetzt war.

Das kommt unter anderem von den Kassenärztichen Vereinigungen, an die ich dann Folgendes schrieb:

Als ich das Wartezimmer des, so muß man es wohl aus Sicht er KVWL sehen, " Opfers " betrat, stockte mir erstmal der Atem.

Ich sah ein Bild aus der Feder der KVWL.:

" Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Ihre Behandlung nur 62 % der Kosten ! - Wir behandeln Sie trotzdem "

Da bekommt man doch gleich das Gefühl . welche Zumutung man für einen Arzt darstellt.

Gemäß Matthäus 18.33

Hättest nicht auch du Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

Habe ich nunmehr beschlossen, dort nicht mehr hinzugehen, ich will den Herrn Dr nicht in die Armut treiben.

Zu meinem Glück muß ich sagen, das ich ja eigentlich wegen Antidepressiva - Medikamenten dort war und auch einen Folgetermin bekommen hatte.

Wow hatte ich gedacht - ein Arzt den die Erkrankung interessiert.

Spätestens als ich völlig mich jedoch völlig nackt vor ihm fand, einen Fingenr im Hintern und anschließend an den Eiern, dann die Lupe auf der Haut - wo sich Depressionen ja bekanntlich sofort zeigen und anschließend noch ein EKG ( bequemerweise zeigt diee Gerät gleich den Preis 37 EUR an- schwante mir, das es wohl gar nicht um meine Grunderkrankung ging, sondern um eine VORSORGEUNTERSUCHUNG - die ja getrennt abgerechnet wird, wobei ich mich immer noch frage, woher wußte der Doktor, das diese dieses Jahr noch nicht stattgefunden hatte ?

So verließ ich die Praxis mit dem Gedanken an das genannte Bibelzität und einem wohligen Gefühl ( sie wissen schon die Finger des Herrn Doktor im Darm) diesen Ort, wohl wissend das ich mit dem Einsatz meines ganzen Körpers etwas für das Überleben dieses Menschen getan hatte.

Besonders als ich dann an einem Fahrzeug der Marke " Das Beste oder gar nichts " mit seinen Initialen vorbeikam, wußte ich, das ich richtig gehandelt hatte.

Oder er hat eine reiche Putzfrau geheiratet.

Selbst wenn ich mal annehme, das der Doktor 80 % GKV s und 20 % PKVs hat und einen Steigerungssatz von 2,5 rechnen würde und die Praxis dadurch querfinanziert, müßte er rein rechnerisch schon lange pleite sein.

Und seltam:

Vorher hatte ich in einer Universitätsstadt gewohnt.

Dort gab es zwei rein private medizinisches Praxiszentren, mit der Betonung auf gab, denn beide sind nacheinander pleite gegangen.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

Als Kassenpatient ist man Patient zweiter Klasse, DIR braucht das nicht unangenehm sein, sondern den Politikern, die das verbockt haben (wenn Du keine der Pappnasen gewählt haben solltest).

Dass die Ärzte von uns Kassenpatienten nicht leben können, ist Quatsch und mit dem Brot unter dem Arm verhungern. Die Krankenkassen und Ärzte sahnen beide gut ab.

Geh hoch erhobenen Hauptes zum Arzt!

Das muss dir nicht unangenehm sein. Wenn der Arzt an den KP nichts mehr verdienen würde, hätte er seine kassenärztliche Zulassung sicherlich längst freiwillig abgeben. Habe mich gestern noch mit einem Freund (Neurologe) unterhalten. Von wegen 5500 EUR.Er hat ca. 15.000 abzgl. natürlich Steuern, Altersvorsorge, Berufshaftpflicht und PKV. Bleiben um die 8-9 T im Monat

Verdienst du genug um dich Privat zu Versichern? Nein, dann warum Gedanken machen?

Er bietet denen, die mehr zahlen eben einen schöneren Warteraum. Solange er bei der Behandlung keine Abstriche macht, kann dir das egal sein.

Du bist krank und erwartest die bestmögliche Behandlung, wenn er sie dir bietet ist alles OK.

Hast du die Zeit und die Möglichkeit diese Situation grundsätzlich zu beeinflussen, z.B. durch Wahlen, kannst du dir darüber gerne Gedanken machen. Doch sonst, für deine eigene Therapie, in diesem Moment, sollte dich dies nicht behindern es auch in Anspruch zu nehmen.

Nein - das sollte Dir nicht peinlich sein.

Du bezahlst Deine Krankenversicherungsbeiträge und damit hast Du Anspruch auf ärztliche Behandlung. Die Ärzte jammern, seit ich denken kann. Jeder andere muß doch auch mit seinem Einkommen klar kommen. Meinst Du, Dein Arzt macht sich Gedanken, ob Du im Bezug auf Deine Tätigkeit angemessen bezahlt bekommst? Wohl kaum!

.. und wenn er Dir für eine ärztliche Leistung, die er nicht über die Krankenversicherungskarte abrechnen kann, eine Privatrechnung schreibt, ist es ihm auch wurscht, wo Du Deine Kohle her hast.

Ärzte verdienen nicht zu wenig! Sie jammern nur immer. Wenn ihnen das, was sie einsacken, zu wenig ist, hätten sie nen anständigen Beruf lernen sollen!

Ich habe im meinem privaten Umfeld zwei Ärzte - und bei beiden mangelt es vielleicht an Zeit - aber nicht an Geld!

Engel0304 26.01.2014, 23:12

Genau so sehe ich das auch dieser Beitrag ist sehr gut, ich sehe das genaus, daumen hoch. Ärzte jammern immer da kann ich nur lachen, die verdienen genug.

0

Ja ja das Los der Kassenpatienten ist das, einfach unzufrieden zu sein, wenn es gar keinen Grund dafür gibt. Sei doch froh, dass unsere Gesetze so ausgelegt sind, dass auch Kassenpatienten behandelt werden. In den USA ist das noch nicht gang und gäbe. Da muss man viel für einen Arztbesuch zahlen. Was intressiert mich ein schönes Wartezimmer wenn ich ein optimales zuhause habe? Ich will dort schliesslich ja nicht einziehen. Und nur für max. eine halbe Stunde kann ich auch auf einem Holzstuhl sitzen und muss mir nicht die tollen Videos antun. Also überlege bitte das nächste Mal, bevor du hier eine solche Frage stellst.

kaktusfeld 25.01.2014, 22:16

Ich bin nicht unzufrieden. Die Sache mit dem Wartezimmer hat mich nur nachdenklich gemacht. Die Frage ging in eine ganz andere Richtung.

Ich finde es nur peinlich mich so oft vom Arzt therapieren zu lassen mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass er lächerliche 23€ im Quartal für mich bekommt. Das ist der Punkt. Es ist einfach aus anstandsgeünden unangenehm.

1
Ontario 26.01.2014, 09:03
@kaktusfeld

Unser Gesundheitssystem krankt an allen Ecken und Kanten. Die Beiträge der Kassenmitglieder werden oft für palastartige Bauten der Krankenkassen und weit überhöhte Gehälter der Direktoren und Abteilungsleiter verschwendet. Kontrollen gibt es kaum. Man sollte die Anzahl der Krankenkasse radikal reduzieren. Das würde schon Milliarden an Personal.-und Kosten für die Unterhaltung der Kassentempel einsparen. Da könnte man jeden Arzt so honorieren, dass er auch einen Lohn für sein langes Studium sieht. Ich habe mit meinem Hausarzt einen Vertrag abgeschlossen. So bekommt er quartalsweise einen gewissen Betrag von der Krankenkasse, auch wenn ich nicht in seine Praxis muss. Er wird also entschädigt, ohne dass er eine Leistung für mich erbringen muss. Bei den vielen Patienten die er hat, kommt da auch ein schönes Sümmchen zustande. Ich gönne es ihm. Thema Privatpatiernt.. Ich hatte einen Glatteisunfall und mir dabei das Sprunggelenk gebrochen. Bin zunächst zu meinem Hausarzt. Der hat sich das angeschaut. Wurde zu einem Röntgologen geschickt. Dort wurde der Fuss geröntgt. Danach ab ins Krankenhaus. Erneute Röntgenaufnahmen am selben Tag im Krankenhaus. OP Termin in 2 Wochen, wie mir der Chirurg sagte. Es gibt terminlich keine andere Möglichkeit. Man wollte mir eine Gipsschale verpassen, damit ich diese Zeit bis zur OP überbrücken kann. Da sagte ich zu dem Arzt, dass ich Privatpatient bin. Er schlug sein Terminbuch erneut auf. Freitags war ich bei dem Arzt im Krankenhaus. Er schaute in sein Buch, blätterte da etwas herum und sagte dann, kommen sie am Montag, dann können wir sie am Dienstag operieren. Die OP führt der Professor durch. So lief das dann auch ab. Ich zahle als Privatpatient .recht viel an Beitrag in die Krankenkasse. Dennoch finde ich dieses Zweiklassensystem nicht in Ordnung. Beamte und viele Andere sind automatisch Privatpatienten. Bekommen schneller Termine bei den Ärzten, auch wenn das oft bestritten wird. Man sollte ein System schaffen, welches keinen bevorzugt. Alle sollten in eine Kasse einzahlen, die Anzahl der Kassen drastisch reduzieren und finanziellen Freiraum für eine bessere Honorierung der Ärzte schaffen. Dann wären die Ärzte auch nicht gezwungen, Leistungen den Patienten zu verkaufen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen. Glaube, das alles wird ein Wunsch bleiben, weil man aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage ist grundlegende Änderungen zu beschliessen. .

1
Engel0304 26.01.2014, 23:17

Wir sind hier in deutschland und nicht in USA

0

Hallo kaktusfeld,

es kommt doch in erster Linie darauf an, wie der Arzt dich behandelt.

Klar werden Privatpatienten bevorzugt behandelt, weil die Ärzte da mehr abrechnen können. Aber dennoch brauchen sie zum Überleben auch die Kassenpatienten. Sonst würden sie sich nur auf Privatpatienten spezialisieren.

Wenn du so ein schlechtes Gewissen hast deswegen, kannst du ja gern als Privatpatient dahin gehen und deine Rechnung selbst bezahlen. Aber das wirst du dir sicher nicht leisten können. Schließlich bezahlst du ja jeden Monat nicht unerhebliche Krankenkassenbeiträge...

Ich habe mal bei einem Psychologen die Buchhaltung gemacht. Der nahm Kassenpatienten genauso gern wie Privatpatienten. Bei denen wusste er nämlich, dass er das Geld pünktlich bekommt. Wobei es bei den Privatpatienten oft länger dauerte.

Alles Gute

Virginia

also es gibt genug ärzte die nur von kassenpatienten leben... und da du ja auch für die krankenkasse bezahlst und mit der behandlung zufrieden bist, würd ich das nicht ändern... privatärzte sind ziemlich teuer, und ich gehe nur zu privatärzten wenn ich mit der schnellen behandlung beim kassenarzt nicht zufrieden bin...

und nicht davon leben können, das ich nicht lache, ärzte verdienen selbst ohne privatpraxis nicht schlecht... selbst wenn du 3 mal im quartal bei ihm bist und die behandlung eine stunde dauert, was ich wirklich bezweifle, sind das immer noch über 10 € stundenlohn... ganz zu schweigen von anderen patienten, die in 10 minuten fertig sind, und nicht öfter als einmal dort sind...

Autogurt 25.01.2014, 16:57

DEine Rechnung geht aber nicht auf. Wie kommst du auf 10€? Das Quartal hat 3 Monate. Gehe ich 3 x im Quartal hin, muss man das auf 3 Monate umrechnen.

Also 3€ für 10 Minten. 35€ ist echt nicht viel für 3 Monate. Aber noch sind Millinen in der Kasse und ich denke auch, dass die Ärzte noch genug verdienen. Es kann ja nun nicht sein, dass alles Ärzte die Kaasenzulassung abgeben. Das wäre das Aus für die Kassen und wir armen Menschen wären nicht versichert, obwohl ja nun hier eine Pflichtversicherung gibt. Jedenfalls noch.

Und ich find ees auch nicht gut, dass einige Ärzte so denken, ans Geld und nicht an den Beruf, den man ja aus liebe zur Medizin studiert hat.

Wer soetwas macht als Arzt, da würde ich auch nicht als Privatpatient hin gehen.

Dann gibt es Kassen aber keine Ärzte oder wie, so ungefähr hat Djoser das erklärt, er ist dabei seine Kassenzulassung ab zu geben, da er mit uns Kassenpatienten nicht überleben kann. Traurig aber wahr.

Autogurt

0
wogerwabbit 25.01.2014, 19:05
@Autogurt

also ich versteh deine rechnung nicht, meine annahme war, er geht 3 mal für je eine stunde hin... das hieße er wäre 3std in dem quartal behandelt worden, und für diese 3 stunden bekommt der arzt 35 euro... ein anderer geht vielleicht nur 10 min hin im quartal und der arzt bekommt trotzdem 35 euro dafür

also ich versteh nicht was du da rechnest aber ok...

0
wogerwabbit 25.01.2014, 19:08
@wogerwabbit

das hat nichts mit den monaten zu tun, wenn dus auf das monat umrechnest... bekommt der arzt pro monat eben 11,66 € und sieht dich 1 std in dem monat...

0
DerHans 26.01.2014, 11:59
@wogerwabbit

Wenn er für eine Stunde hingeht, wird er aber höchsten 10 Minuten "behandelt". Davon 8 von der Belegschaft. Blutabnahme bringt ja richtig was

Der Arzt ist in der gleichen Zeit damit beschäftigt, seinen Privatpatienten die Hand zu schütteln und dafür eine Rechnung zu schreiben.

0
wogerwabbit 26.01.2014, 12:54
@DerHans

ja ich bin ja bewusst von einer stunde behandlungszeit ausgegangen die ich selbst als sehr unwahrscheinlich bezeichnet habe um aufzuzeigen dass selbst dann der stundenlohn spitze wäre, natürlich im normalfall arbeitet der arzt 10 min mit dir...

0

ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, inwieweit dir das jetzt unangenehm ist. du bist ein patient und der braucht hilfe. was kannst du für die gesundheitsreform??? kapier ich nicht. schau doch mal, was er abrechnen kann und was er daran verdient - also insgesamt die ärzteschaft.

mal abgesehen davon, dass generell krankenhauspersonal, rettungssanitäter, pflegekräfte usw. total unterbezahlt sind und das ist eine absolute SCHANDE.

dein arzt hat dir doch noch nicht den eindruck vermittelt, als wärst du ihm lästig oder ähnliches. also was ist dein problem?

und 2 wartezimmer gibts schon seit ich denken kann.

bei meinem steht ein schild auf der theke: was bringt den doktor um sein brot? die gesundheit und der tod.
^^

mops09 26.01.2014, 13:12

übrigens:
meine mutter war privat versichert und bekam krebs. war bei ettlichen ärzten und hat viele therapiewege als lösung angeboten bekommen. und geholfen hat es nix.
da isses dann auch egal in welchem wartezimmer man sitzt.
es gibt krankheiten, an denen verdienen ärzte und es gibt patienten, die können sie halt aufgrund ihres eides nicht abweisen. damit müssen sie leben.

2
Aliha 26.01.2014, 18:25
@mops09

Auf Grund welchen Eides bitte?

0
mops09 28.01.2014, 21:30
@Aliha

ja, sagt man doch. Weiß ich auch, dass es den nicht mehr in der Form gibt. Aber: Er enthält mehrere Elemente, die auch heute noch Bestandteil ärztlicher Ethik sind (Gebot, Kranken nicht zu schaden, Schweigepflicht, Verbot sexueller Handlungen an Patienten etc.) Das meinte ich. http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

0

Was möchtest Du wissen?